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Tagebuch einer Invasion

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

39162

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.11.2022

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

20,5/12,5/2,5 cm

Gewicht

418 g

Farbe

Lichtgrau / Mokka

Auflage

2., Aus dem Englischen von Rebecca DeWald

Übersetzt von

Rebecca DeWald

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7099-8179-5

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

39162

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.11.2022

Verlag

Haymon Verlag

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

20,5/12,5/2,5 cm

Gewicht

418 g

Farbe

Lichtgrau / Mokka

Auflage

2., Aus dem Englischen von Rebecca DeWald

Übersetzt von

Rebecca DeWald

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7099-8179-5

Herstelleradresse

Haymon Verlag
Erlerstraße 10
6020 Innsbruck
AT

Email: order@studienverlag.at

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  • Bewertung

    aus Beucha

    5/5

    16.03.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Kampf ums Überleben

    Im Zeitraum vom 29.12.2021 (vor dem Krieg) bis 11.07.2022 wurden die Aufzeichnungen in Form eines Tagebuchs niedergeschrieben. Es zeigt sich, dass die Kriegsgefahr sich schon allmählich vorher anbahnte. Das eigene Leben zu retten ohne Habseligkeiten mitnehmen zu können, ist unfassbar. Es gab viele Informationen, die nicht in den Medien berichtet wurden. So habe ich mehr Details erfahren, die mich traurig gemacht haben. Der Alltag im Kriegsgebiet wurde so detailliert beschrieben, dass ich mir das bildlich vorstellen konnte. Zuflucht im U-Bahn System und die Angst, das der Familie oder Freunden etwas passieren könnte, ist unerträglich. Der Autor erzählt seine Geschichte in Form einer Biografie. Es war wirklich beeindruckend, wie sich die Leute untereinander halfen. Trotz Krieg wurden die Felder bestellt. Das Leben geht weiter. Im Glossar werden Orte und Personen näher erläutert. Das Cover ist besonders gut gelungen. Es zeigt auf einer Briefmarke, wie ein Soldat den Stinkefinger zeigt, am vorbei fahrenden Kriegsschiff. Dieses Buch ist unbedingt weiter zu empfehlen. Ich freue mich auf eine Fortsetzung.

  • LiteraTüren

    5/5

    31.12.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ohnmacht

    Am Heilig Abend 2022 feiert der Krieg in der Ukraine ein trauriges zehnmonatiges Jubiläum. Andrej Kurkow schreibt in „Tagebuch einer Invasion“ die Gedanken einer Nation auf. Ohnmächtig, eine neue Realität zu akzeptieren Der 24.02.2022 hat leider eine andere Bedeutung weltweit gewonnen. An diesem Tag begann Russland den Krieg mit der Ukraine. Und dieser dauert noch immer an. Andrej Kurkow ist Schriftsteller in der Ukraine. Er beginnt sein Tagebuch über die Invasion in sein Heimatland bereits Anfang des Jahres. Weil er „eine Vorahnung ausmachen“ möchte. Ich bin sicher, wir alle hatten eine Vorahnung, die wir nicht wahrhaben wollten. Narrative Wir haben erfahren, wie Geschichten unser Leben („Erzählende Affen“) beeinflussen. Narrative nennt man dies, es macht es aber nicht besser. Putin hat eine ganz eigene Geschichte von dem, was er der Ukraine, seinem Volk und der ganzen Welt mit diesem Krieg angetan hat. Kurkow setzt diesem Narrativ seine Tagebuch-Gedanken entgegen, die hautnah von der Front, von der Kriegslinie stammen. Das Tagebuch reicht bis einschließlich dem 11. Juli 2022. Und immer wieder zieht sich ein Roter Faden durch dieses Buch, der da heißt: unfähig, die neue Realität zu akzeptieren. Kultur in Gefahr „Putin blufft nur“, dachte auch ich. Und irrte mich, wie so viele von uns. Kurkow berichtet über die Unterschiede zwischen Ukrainern und Russen aber auch, welche Gemeinsamkeiten diese Völker verbindet. Und er zeigt, wie sehr die großartige Kultur des Landes in Gefahr ist. Wie die Schatten der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft greifen. In diesem Buch finden wir Aspekte, die keinen Platz in den täglichen Nachrichten finden. Kurkows „Tagebuch einer Invasion“ ist ein Buch gegen das Vergessen und damit ein Buch, das die Welt braucht. Andrej Kurkow: Tagebuch einer Invasion Aus dem Englischen von Rebecca DeWald Haymon 2022

  • Bewertung

    aus Rösrath

    5/5

    17.11.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein wichtiges Buch - was sonst?!!!

    Da ich ein Fan von Andrej Kurkow bin, war 'Tagebuch einer Invasion' für mich eine absolute Pflichtlektüre... und nicht nur das, das Werk lag direkt ganz aben auf meinem Stapel der noch ungelesenen Bücher. Schon das Titelbild spricht Bände: Die ukrainische Briefmarke mit einem Soldaten, der dem gesunkenen russischen Kriegsschiff den Stinkefinger zeigt. Kurkows 'Tagebuch' beginnt am 29.12.2021, also vor dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges - eine höchst aufschlussreiche Vorgeschichte! Der letzte Eintrag erfolgt am 11.07.2022; Kurkow wird aber weiter seine drei- bis siebenseitigen 'Tagebuch-Kolumnen' schreiben, so dass durchaus mit einer Fortsetzung gerechnet werden darf, in der dann hoffentlich vom Ende des Krieges berichtet wird. Man wird ein wenig irritiert sein über die Art der Berichterstattung, sofern man den Autor nicht kennt. Die Texte sehen keinesfalls hinweg über die Grausamkeit des Krieges, es schwingt aber stets ein zuversichtlicher Humor und eine ermutigende Leichtigkeit mit. Kurkow ist es ein Anliegen, den Alltag der Menschen in der Ukraine zu beschreiben, ihren großen Mut und Überlebenswillen, ihre 'jetzt-erst-recht'-Haltung, die sie zusammenrücken lässt - so trotzt die Kultur dem Krieg, es werden weiterhin Bücher geschrieben, nur leider fehlt es an Papier, um sie in den Druck geben zu können. Kurkow erzählt auch und gerade Geschichten, die in den Medien nicht auftauchen: Wie durch eine schottische Wohltätigkeitsorganisation die Anschaffung von fünf Pizza-Lieferwagen organisiert werden konnte, um von Polen aus über die ukrainische Grenze hinweg die Menschen zu versorgen. Auch Kurkows Schadenfreude über russische Missorganisation in unterschiedlichsten Bereichen bekommt einen ausreichenden Raum in den Tagebucheinträgen. Kurkow berichtet über die Solidarität der Europäer, scheut allerdings auch nicht zurück vor Kritik. Kurkow ist mit seinem Buch kein Kriegsberichtserstatter - er ist Schriftsteller, was seine Berichte umso eindringlicher macht: "Seit Kriegsbeginn wurden über 480 Kinder in der Hauptstadt geboren. Sie sind fast alle unter der Erde zur Welt gekommen, in Luftschutzkellern, auf U-Bahnsteigen und in den Kellern von Entbindungskliniken. Ich möchte mir ihre Zukunft strahlend und voller Sonnenschein vorstellen. Aber dazu müssen sie überleben." Und im letzten Eintrag schreibt Kurkow: "Je mehr Putin versucht, die Ukraine zu 'entukrainisieren', desto mehr wird die Ukraine in Ost- und Westeuropa integriert." Und er zitiert ein vermeintliches Samurai-Sprichwort: "Wenn du sehr lange am Fluss sitzt, dann wird früher oder später der Leichnam deines Gegners flussabwärts an dir vorbeischwimmen." Ich danke Andrej Kurkow für sein "Tagebuch einer Invasion" und wünsche mir doch, er hätte es nicht schreiben müssen und statt dessen weiter an seinem kommenden Roman arbeiten können.

  • Bewertung

    5/5

    07.11.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Wir sind zwei Länder!"

    In letzter Zeit interessiere ich mich stark für Bücher, die sich dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine widmen (vgl. weitere Rezensionen). Erst kürzlich las ich z.B. das erschütternde Dokument „Feuerpanorama“ von Sergej Gerassimow, in dem der Autor das Alltagsleben im Schatten des Krieges in Charkiw veranschaulicht, und zwar für den Zeitraum vom 24.02.2022 bis 18.04.2022. Und es gibt in letzter Zeit immer mehr solcher Zeitdokumente, die veranschaulichen, welche Kriegsverbrechen von russischer Seite tagtäglich in der Ukraine verübt werden. Hier reiht sich auch das aktuelle Werk von Andrej Kurkow ein, der selbst in St. Petersburg geboren wurde, aber in der Ukraine aufwuchs und lebt. Er gilt als einer der beliebtesten und bekanntesten Schriftsteller aus der Ukraine (vgl. dazu den Klappentext). Sein Buch trägt den Titel „Tagebuch einer Invasion“. Darin wird ein noch umfassenderer Zeitraum als bei Gerassimow abgebildet. Kurkow startet seinen Bericht mit dem 29.12.2021 und endet am 11.07.2022. Das erste Drittel des Buchs behandelt also auch noch wenige Monate vor Kriegsbeginn. Doch anders als Gerassimow, der sich in Charkiw aufhält, ist er nicht ganz mittendrin im Geschehen. Kurkow berichtet mehr aus der Distanz heraus. Seine Schilderungen lesen sich nicht ganz so „hautnah“, wenn es um die Darstellung des Kriegsalltags geht. Was Kurkow in seinem Werk gut gelingt, ist es, die Diskurse der Ukraine vor und während des Krieges darzustellen. Man merkt seinem Bericht an, dass er täglich die Nachrichten verfolgt und die mediale Berichterstattung sich auch bei ihm widerspiegelt. Wir erhalten so einen Einblick in die Diskussionen der ukrainischen Medien. Er greift selektiv einzelne Dinge heraus, die er dem Leser dann näherbringt. So entsteht ein interessantes, landeskundliches Porträt. Beispielsweise beschäftigt er sich auf den ersten Seiten mit der Neujahrsansprache von Selenskyj, in der die Möglichkeit eines Krieges noch keine große Rolle gespielt habe. Es wird auch deutlich, dass im Vorfeld des Angriffskrieges lange eine Atmosphäre der Gelassenheit und Normalität geherrscht habe. Diese endet dann aber jäh, als Russland seinen Angriff verübt. Von diesem Zeitpunkt an ändert sich der Inhalt des Buchs hin zu einer Kriegsberichterstattung. Des Weiteren bindet Kurkow auch immer einmal wieder geschichtliche Exkurse ein und zeigt auch Parallelen zur heutigen Situation auf. Schon früher sei den Ukrainern Unrecht angetan worden, so z.B. die künstlich herbeigeführte Hungersnot im Zuge der Entkulakisierung und Zwangskollektivierung während der Stalinzeit (vgl. dazu das belletristische Werk „Denk ich an Kiew“ von Erin Litteken, Anm. d. Verf.). Er bemängelt auch, dass eine geschichtliche Aufarbeitung der Repressionen unter Stalin bis heute in Russland fehle. Und hat er nicht Recht mit dieser These? In meinen Augen schon. Damals hat die Ukraine unter Stalin Hunger gelitten, und heute droht vor allem die Dritte Welt durch die Auseinandersetzungen um Getreidelieferungen aus der Ukraine Hunger zu leiden. Wie perfide! Kurkow bezieht auch klar Stellung gegen die Behauptung Putins, dass die Ukraine nur eine Erfindung Lenins gewesen sei. Beide Länder hätten unabhängig voneinander ihre jeweilige Geschichte, so der Autor. Die Mentalität von Russen und Ukrainern unterscheide sich ebenfalls klar. Während Russen autoritätsgläubig und folgsam eingestellt seien, seien Ukrainer liberal und individualistisch, so seine Einschätzung. Während der Zusammenbruch der Sowjetunion für Putin eine geopolitische Katastrophe gewesen sei, sei er für die Ukraine die einmalige Chance gewesen, sich von Russland zu lösen. Kurkow verwendet an vielen Stellen eine sehr einprägsame Sprache. Sehr präzise und prägnante Äußerungen bringen seine Position auf den Punkt. Viele seiner Sätze sind sehr pointiert und treffend („Die Ukraine wird entweder frei, unabhängig und europäisch sein, oder es wird sie überhaupt nicht mehr geben“, S. 149; „Putin zerstört nicht nur die Ukraine, er zerstört Russland und damit auch die russische Sprache“, S. 151; „Nicht das gesamte Russland ist ein einziges Putin-Kollektiv! Aber leider gibt es in Russland auch keine kollektive Bewegung, die sich Putin widersetzt“, S. 152). Greifbar werden auch die Sorgen, die der Autor sich um seine Familie und seine Freunde macht. Er verurteilt den Krieg Putins und fordert Europa mehrmals im Text auf, sich hinter die Ukraine zu stellen. Der emotionale Zustand des Autors verändert sich, das spürt man während der Lektüre. Wut und Hass nehmen zu. Das geht aus den Zeilen deutlich hervor. Auch nicht unberechtigt finde ich die Einschätzung des Autors, dass sich die Einstellung der russischen Sprache gegenüber in der Ukraine verändert und verhärtet habe. Die russische Sprache werde nun mit dem Angriffskrieg in Verbindung gebracht und deshalb abgelehnt. Das halte ich für einen wichtigen, bedenkenswerten Punkt! Auch der Informationskrieg, den Russland führt, wird von Kurkow gut analysiert und angeprangert. Er macht sich z.B. darüber Sorgen, dass bestimmte von Russland verbreitete Narrative in Teilen der Welt tatsächlich geglaubt würden. Eine weitere Furcht des Autors: Das kulturelle Leben der Ukraine könne ausbluten. Im Fall einer Einnahme der Ukraine durch Russland fürchtet er um die Freiheit der Kulturschaffenden. Putin habe die Kultur in den Dienst seines diktatorischen Regimes gestellt. Fazit: Ein wichtiges Buch in diesen Zeiten des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Es ist nicht nur eine reine Kriegsberichterstattung, sondern Kurkow porträtiert den Zustand eines Landes vor und während des Kriegs im Stil eines landeskundlichen Berichts. Auch mediale Diskurse spiegeln sich in seinem Werk häufig wider. Noch dazu vermittelt er auch wichtiges historisches Wissen. Eine gute Ergänzung zum Gerassimows „Feuerpanorama“. Ich vergebe 5 Sterne!

  • Bewertung

    4/5

    28.12.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Russische Invasion in die Ukraine

    »Am 24. Februar 2022 schrieb ich kaum etwas auf. Vom Geräusch russischer Raketenexplosionen aufgeweckt, stand ich etwa eine Stunde lang am Fenster meiner Wohnung in Kyjiw und schaute auf die leeren Straßen hinunter, in dem Bewusstsein, dass der Krieg ausgebrochen war, jedoch noch unfähig, diese neue Realität zu akzeptieren.« Das »Tagebuch einer Invasion« besteht aus Texten, die Andrej Kurkow zwei Monate vor Kriegsausbruch begann und die bis in die Kriegszeiten hineinreichen. Er sieht sie als Chronik der Angriffe und als Chronik der Stärkung der »nationalen Identität der Ukraine«, als deren Teil er sich sieht. Kukow ist ein scharfer Kritiker von Putin und der russischen Politik. Selbst in Sankt Petersburg geboren und mit russischsprachigen Eltern in Kiew aufgewachsen, bezeichnet er sich als ukrainischer Nationalist. Für die deutsche und europäische Gesellschaft ist er ein wichtiger Erklärer der Ukraine und der russischen Invasion. Er ist Präsident des PEN Ukraine und gehört zu den einflussreichsten ukrainischen Autor:innen. Seine Werke wurden in 42 Sprachen übersetzt, seit vielen Jahren erscheinen sie in deutscher Übersetzung im Diogenes Verlag, zuletzt »Graue Bienen«. Bereits 2014 veröffentlichte der österreichische Haymonverlag seine Ukrainischen Tagebücher über die Ereignisse des Euromajdans und 2022 nun das »Tagebuch einer Invasion«, für das er den Geschwister Schollpreis erhielt. Es ist die Mischung aus persönlicher Betroffenheit und einer politischen, gesellschaftlichen sowie historischen Einordnung des Krieges mit einer klaren politischen Haltung, die das Tagebuch wertvoll und lesenswert macht. Ich habe nach der Lektüre den Eindruck gewonnen, ich verstehe mehr von der Ukraine und der russischen Invasion. Ich kann die Dinge besser sortieren. Das ist viel, das ist mehr als von einem Tagebuch erwartbar ist.

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