Der neue große Roman des spanischen Autors - ein psychologisches Kammerspiel über unser Erinnern und die Angst
Handwerker beaufsichtigen, die Wohnung einrichten, mit dem Hund die Stadt erkunden: Voller Vorfreude erwartet ein Mann die Ankunft seiner Frau in Lissabon. Während Cecilia, eine Forscherin, die Verlegung ihres wissenschaftlichen Projekts vorantreibt, organisiert er den Umzug. Das Paar, so erfahren wir aus seiner Schilderung, lässt ein Leben in New York hinter sich, das durch die Ereignisse des 11. September nachhaltig erschüttert wurde. Umso verheißungsvoller scheint die Zukunft in einer hübschen Wohnung und einem ruhigen Viertel der südländischen Stadt. Doch je länger der Mann wartet und aus der gemeinsamen Vergangenheit erzählt, desto mehr drängt sich ein Verdacht auf, der seine friedlichen Routinen und die idyllische Ruhe in ein anderes Licht rückt. Mit »Tage ohne Cecilia« ist Antonio Muñoz Molina ein spannendes psychologisches Kammerspiel gelungen: Sein Roman zeigt eindringlich, wie Erinnerungen und Angst unser Erleben bestimmen - und wie unsere Realität bei näherer Betrachtung dem nicht standhält, was wir uns über unser Leben einreden.
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Schon der erste Satz ist bemerkenswert!
literaturbine (ehemalige Buchhändlerin Osiander) aus Speyer am 12.10.2022
Bewertungsnummer: 1804249
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Spanien ist dieses Jahr Gastland der Buchmesse und so ist es als Buchhändler an der Zeit, etwas aus diesem Land zu lesen. Jeder hat ja so seine Vorlieben und ich gebe zu, die spanische Literatur ist mir nicht die vertrauteste und so war ich sehr froh, ganz spontan dieses wunderbare Buch entdeckt zu haben. Es ist gerade in der deutschen Übersetzung erschienen. Worum geht es? Ein Ehepaar ist von New York nach Lissabon umgezogen und der Mann richtet die Wohnung ein, da seine Frau auf einem Kongress ist. Das sind die Tage ohne Cecilia. Gleich einem sanften Plätschern fließen die Tage des Mannes dahin. Er richtet ein, er denkt nach, er liest, er geht spazieren, er erzählt von sich und seiner Frau, von früher und der Zauber der gemeinsamen Liebe ist allgegenwärtig. So scheint es zu sein. Bis sich ganz langsam der Ton des Buches ändert und die Ahnung, die der Leser hat, zu immer größerer Spannung führt. Fulminant gut, unaufgeregt und doch so klug und leise erzählt, für mich eine tolle Entdeckung!
Psychologisches Kammerspiel...
Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 09.10.2022
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