Produktbild: Das andere Mädchen
Band 1539

Das andere Mädchen Nobelpreis für Literatur 2022 | Der berührende Brief der französischen Bestsellerautorin an ihre tote Schwester

Aus der Reihe Bibliothek Suhrkamp
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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.10.2022

Abbildungen

2, 2 Abbildungen

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

74

Maße (L/B/H)

22,1/14,2/1,5 cm

Gewicht

221 g

Farbe

Cool Grey

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

L'autre fille

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-22539-4

Beschreibung

Rezension

» Das andere Mädchen ist keine Klage, keine noch so abgeklärte Betroffenheitsliteratur. Es ist ein beobachtendes Buch, die Zusammenfassung vieler Überlegungen, die jetzt kühl und haargenau hingeschrieben (und von Sonja Finck kühl und haargenau übersetzt) werden können.« ("Frankfurter Rundschau")
»Weit mehr als nur ein Buch über die Schwester und ein Versuch, ihre Leerstelle in der Geschichte der Familie zu füllen ... Vielleicht ist dieses Buch daher auch ein indirekter Schlüssel zu Ernaux’ Gesamtwerk.« ("DIE WELT")
»Ernaux ist eine sensible Autorin mit einem scharfsinnigen Gespür für soziale Machtverhältnisse. Ein zentrales Thema ist dabei unter anderem der Umgang mit Sprache.« ("taz am wochenende")
»Das jüngste auf Deutsch erschienene Buch der Nobelpreisträgerin, Das andere Mädchen , zeigt freilich deren literarischen Qualitäten wie in einem Brennglas.« ("Märkische Oderzeitung")
»Wie Ernaux von diesem Trauma erzählt, ist brilliant.« ("SRF 2 Kultur")
»Ein anrührender Text, der ins Innere der Ernaux'schen Poetik der Selbsterkenntnis führt.« ("Deutschlandfunk Kultur")
»Gerade das scheinbar emotionslose Graben, das Notieren der Vergangenheit führt – paradoxerweise – zu todtraurigen Passagen.« ("Deutschlandfunk")
»Durch die Wahl der Briefform entsteht eine Intimität, die man sonst nicht von der ... Schriftstellerin kennt ... ein sehr persönliches und ergreifendes Alterswerk.« ("WDR 5")
» Das andere Mädchen ist ein langer Brief, eine poetische Erkundung, die etwas Geheimnisvolles bewahrt und eine existenzielle Unruhe erzeugt.« ("WDR 3")
»Lohnt – wie alle ihre Bücher!« ("emotion")

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.10.2022

Abbildungen

2, 2 Abbildungen

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

74

Maße (L/B/H)

22,1/14,2/1,5 cm

Gewicht

221 g

Farbe

Cool Grey

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

L'autre fille

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-22539-4

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Juti

    aus HD

    5/5

    12.03.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Leid der Eltern Für…

    Das Leid der Eltern Für Eltern gibt es wohl nichts schlimmeres, als wenn ein Kind stirbt. Und so beschreibt die Autorin treffend die Leerstelle, die nach dem Tod ihrer Schwester entstand. Sie selbst hat sie nie kennengelernt, weil sie erst nach ihrem Tod geboren wurde. Kurz vor Schluss erfahren wir, dass ihre Eltern glaubten, sich nur ein Kind leisten zu können. Ihre Eltern redeten nicht von ihr, die Erzählerin fragte auch nicht. Auch die Gelegenheit zur Aufklä­rung, als über den Tod anderer Kinder gesprochen wurde, lassen die Eltern verstreichen. Selbst der Friedhofsbesuch geschieht nicht mit der jüngeren Tochter. Einzig von ihren Cousinen hat sie Fotos mit ihr bekommen, die mit 6 Jahren 1938 während einer Diphterie-Epidemie starb. Nur später während der Demenzkrankheit der Mutter fällt ihr ein, dass sie zwei Kinder geboren hat. Und natürlich muss die Erzählerin auch damit leben, dass sie mit der Toten verglichen wird, die viel lieber war als sie, weil sie zur Heiligen wurde. Dieses kleine Büchlein, dass höchstens 60 Textseiten hat, und von der Nobelpreisträgerin Brief genannt wird, lässt sich an einem Nachmittag gut lesen. Ich hoffe, dass heute nicht mehr alles totgeschwiegen würde. Für die Nachkriegszeit kann ich es mir aber vorstellen, weil die Vorstellung, das erwachsene Menschen plötzlich weinen könnten, so schlimm war, dass sie lieber schwiegen. Die anfängliche Frage, ob Ernaux in ihrem Leben wirklich das alles selbst erlebt hat, trat während des Lesens in den Hintergrund. Sie ist auch unwichtig. Also 5 Sterne.

  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    14.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Blicke auf die Schwester

    Das andere Mädchen. Welches andere Mädchen? Die Schwester. Die verstorbene Schwester. 10-jährig erfährt Annie von ihr. Gleichzeitig dazu erfährt sie die eigene Abwertung und die Höherstellung der Verstorbenen durch eine unbedachte Aussage der eigenen Mutter. Ein Trauma für die 10-jährige. Dies prägt sich ihr ein. Lässt sie nie mehr los. 2011 bringt die 1940 geborene Annie Ernaux dieses Buch in Frankreich heraus, 2022 folgt dann die deutsche Ausgabe bei Suhrkamp. Eine lange Zeit, um diesen Blick auf die tote Schwester zu veröffentlichen. Eine Zeit, die etwas über die Intensität dieses Blickes aussagt. 6-jährig verstarb die Schwester an Diphtherie. Zweieinhalb Jahre vor der Geburt von Annie. Was bei Annie Fragen aufwirft. Zersetzende Fragen. Annie war ein Einzelkind, ihre Eltern erst Arbeiter, dann Inhaber eines kleinen Ladens, ihre Möglichkeiten im Leben waren begrenzt. Gibt es Annie nur weil ihre Schwester starb? Der Tod als Grund für das eigene Leben!  Geredet haben Annies Eltern mit ihr nie über diese verschwundene Schwester, dieses andere Mädchen. Was die Verstorbene zu einer unerreichbaren Größe macht. Was bedeutet dies für Annie? Ist der Tod des anderen Mädchens, der verschwundenen Schwester der Grund für das eigene Leben? Kann man sich daran überhaupt messen? An einer Unerreichbaren? Am Tod? Kann man eine Verbindung spüren zu einem nie gekannten Wesen? Annie kann dies und schreibt sich ihre Gedanken in diesem Buch, in einem Brief an die verschwundene Schwester von der Seele. Ein Versuch zu heilen. Ungemein berührend, trotz den wenigen Seiten.  Dieses Buch ist trotz der Kürze sehr empathisch, zeigt es doch ein tiefsitzendes Trauma, berührt die Autorin doch mit ihrem Versuch dieses Trauma zu bearbeiten. Zeigt dieses kurze Buch doch einen tiefsitzenden Schmerz und gleichzeitig zeigt es auch den Versuch dieses Trauma durch die Anteilnahme abzulösen. Annie Ernaux berührt mich hier tief. Ich bin neugierig auf weiteres aus ihrer Feder und hoffe, dass ich sehr bald die Zeit dafür finde. 

  • Grete

    aus Gudensberg

    4/5

    17.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    die Annäherung an die Schwester

    Maren Kroymann war der Auslöser dieses Buch zu lesen/hören. Irgendwo im Hinterkopf, dass Ernaux den Nobelpreis 22 gewonnen hat. Anfangs fühlt sich die Autorin als geliebtes Einzelkind - bis sie eine Unterhaltung ihrer Mutter mitbekommt. Es gab ein Kind vorher, ein "besseres" Kind. Wie lebt man mit dieser Bürde? Eine verschwiegene Schwester, die heilig gesprochen wird von ihren Eltern und doch verschwiegen. Sie ist Ersatz, sie trägt den gleichen Namen! Ernaux versucht es mit einem Brief an die tote Schwester, die ihn nicht lesen wird und nicht antworten wird. Die überlebende Tochter, die sich in das Leben der Eltern hineinkämpft, kommt gegen die tote Schwester nicht an. Sie versucht die Nichtbeziehung zu reflektieren, sich ihr anzunähern. Ich finde die Last der Ersatztochter mit dem Vermächtnis und mit dem Verschweigen sehr bedrückend, aber die Annäherung von Ernaux hat mich nicht wirklich berührt.

  • Bewertung

    4/5

    15.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Für mich ein sehr berührender...

    Für mich ein sehr berührender Brief an ihre Schwester, um für sich die Geschehnisse ihrer Kindheit aufzuarbeiten.

  • katis zettelchen

    aus Salzburg

    5/5

    21.11.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Zuerst Einzelkind, dann plötzlich jüngere Schwester einer verstorbenen Schwester

    Ernaux ist eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen. Sie verwebt ihre eigene Lebensgeschichte mit einem Gesellschaftsbild der Zeit und reflektiert gleichzeitig über den Prozess des Schreibens. Ihre Bücher sind oft kurz, aber so intensiv! In diesem Büchlein in Briefform geht es um ihre Schwester, von der sie offiziell nie etwas wusste, weil sie gestorben ist, bevor Ernaux geboren wurde. Sie überhört als Kind ein Gespräch der Mutter und erfährt so unabsichtlich und unerwartet, dass sie nicht Einzelkind ist, sondern – was? Auf einmal ist da der ewig präsente Vergleich mit der toten Schwester. Das Geheimnis führt dazu, dass sie ihre Position innerhalb der Familie, ihr Verhältnis zu ihren Eltern und zu der toten Schwester, ihr Selbstbild neu definieren muss, ohne mit jemandem darüber zu spechen. Der viel später verfasste Brief an die Schwester bildet eine weitere Reflektionsebene. Einer meiner Lieblingssätze: „Als Kind – ist das der Ursprung meines Schreibens? – war ich überzeugt, ich wäre die Doppelgängerin eines anderen Mädchens, das an einem anderen Ort lebte.“

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