Die Geschichte der VOGUE und der Frauen, die mit ihr Geschichte schrieben
Hinter der Hochglanzfassade des weltberühmten Magazins waren es von Anfang an die Redakteurinnen, die mit unkonventionellen Ideen und Unerschrockenheit das Magazin durch etliche Krisen geleitet haben und nebenbei neue Trends vorgaben. Sei es die offen lesbische Dorothy Todd, die das London der zwanziger Jahre unsicher machte, Woolman Chase, die 1914 kurzerhand die Modenschau erfunden hat, Diana Vreeland, die ihre Anweisungen gerne aus der Badewanne gab, oder Anna Wintour, die spätestens seit Der Teufel trägt Prada selbst unter Modemuffeln berüchtigt ist.
Inside Vogue wirft nicht nur einen Blick hinter die Kulissen und fördert allerhand Pikantes zutage, sondern erzählt vor allem von den Frauen, die die Modebibel prägten und uns bis heute inspirieren.
Das perfekte Geschenk für alle Fashionistas und eine erhellende Lektüre für all jene, die mit Staunen auf die Modewelt blicken.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
aus Villach
5/5
05.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessante Einblicke
Hier geht es um die wohl bekannteste Modezeitschrift der Welt. Um ihre Anfänge in Amerika, Großbritannien und vor allem in Paris. Um ihre prägenden Chefredakteurinnen, die zum Teil Kultstatus haben, um Models und Fotografi*nnen.
Ihre Anfänge nahm die „Vogue“ am Ende des 19. Jahrhunderts, als Zeitschrift für Frauen der besseren, elitären Gesellschaft und dabei ist es bis heute geblieben. Noch heute gilt diese Modezeitschrift als Inbegriff für Luxus, Marken, Schönheit und Mode.
Viele Krisen und Intrigen (auch innerhalb des Verlags) musste die Zeitung überstehen und hielt sich dennoch. Schließlich feiert die „Vogue“ bald ihren 130. Geburtstag.
Die Autorin Nina-Sophia Miralles geht im Buch den Fragen nach, wie in den jeweiligen Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts unterschiedliche „neue, kritische“ Themen, auch durch gesellschaftliche Veränderungen, in der Zeitschrift aufgriffen und rezipiert wurden, welche Kontroversen dabei eine Rolle spielten, sollten doch die Leser*in nur mit angenehmen Themen in Kontakt kommen.
Mit sehr großem Vergnügen habe ich die Biografie der „Vogue“ gelesen und mit Neugier und Interesse hinter die Kulissen geblickt. Absolute Empfehlung.
Aus dem Englischen von Christiane Rehagen und Sigrid Schmid
Sparkles and her Books
aus Hamburg
5/5
09.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
beeindruckend und umfassend
Worum geht’s?
Die Autorin Nina-Sophia Miralles beleuchtet in ihrem Buch „Inside Vogue“ das wohl bekannteste und einflussreichste Fashion Magazin der Welt, um das sich noch heute zahlreiche Mythen ranken. In diesem umfassenden Buch werden die Anfänge der amerikanischen Vogue und die Entwicklung über die Jahrzehnte beleuchtet, der Einfluss der verschiedenen Persönlichkeiten auf die Vogue und auch ihre bekannten Ableger in Frankreich und Großbritannien aufgezeigt und dem Leser ein vielschichtiger Einblick wie noch nie gewährt. Hinter den Kulissen einer Zeitschrift, die die Modewelt nachhaltig beeinflusst hat und noch heute wie keine andere für Fashion steht und dabei selbst so manche Rückschläge hinnehmen musste.
Schreibstil und inhaltliche Gestaltung
Der Schreibstil ist sachlich-informativ gehalten und hat keine erzählende Ausrichtung. Die Struktur ist primär chronologisch ausgerichtet, teilweise aber auch inhaltlich. Die jeweiligen Kapitel haben wenige Unterkapitel. Im Buch sind zahlreiche Fotografien enthalten, zudem gibt es ein umfassendes Quellenverzeichnis.
Meine Meinung
Die Vogue. Spätestens seit „Der Teufel trägt Prada“ war auch ich von diesem Modemagazin-Giganten beeindruckt. Über lange Zeit habe ich das Magazin gelesen, die aufwendigen Bildstrecken bewundert – aber nie darüber nachgedacht, wie viel Arbeit hierhinter steckt. Mit Dokumentationen wie „The September Issue“ und „First Monday in May“ habe ich zwar teilweise schon leichte Einblicke gewonnen und es gibt auch eine Dokumentation über die britische Vogue. Aber nichts davon ist vergleichbar mit diesem Buch.
Ich bin ehrlich: Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, wie lange es die Vogue eigentlich schon gibt. Entsprechend beeindruckt war ich von der ersten Hälfte des Buches, denn bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Ur-Idee der Vogue, damals noch als Magazin für die gehobene Gesellschaft, für elitäre Kreise. In einer einzigartigen Weise führt die Autorin den gewillten Leser durch eine historische Reise, durch Weltkriege, den Börsencrash, die Veränderungen der Gesellschaft, durch Katastrophe und interne Machtkämpfe. Wie gebannt saß ich da und habe das Ausmaß der Geschichte der Vogue aufgesogen wie ein Schwamm: Wie sich die Vogue trotz des Weltkriegs am Laufen hielt, wieso die Gesellschaft die Zeitschrift auch in diesen Zeiten so dankbar annahm, welchen Einfluss die Vogue bei der Erfindung der Modenschauen und des Catwalks hatte. Dieses Buch ist ein Dokument über den historisch wohl einzigartigen Einfluss auf die Modewelt – aber nicht einer einzigen Person, sondern einer ganzen Idee, einer ganzen Gruppe starker Persönlichkeiten.
Denn neben der natürlich weltbekannten Anna Wintour und der bekannten Alexandra Shulman der britischen Vogue gab es so viel mehr Frauen, die die Vogue geprägt haben, die hier ihren Raum bekommen. Das Buch beleuchtet die amerikanische Vogue als Hauptfokus, aber auch die Vogue Paris und der Brogue (die britische Vogue), die jeweiligen Herausforderungen intern und extern, den Konkurrenzkamp untereinander und mit anderen Zeitschriften. Es werden Skandale, Machtkämpfe und Zusammenhalt präsentiert. Es wird beleuchtet, wie die Mode durch die Vogue und die Vogue durch die Mode wuchs, wie der Wandel der Zeit immer wieder zu Änderungen führte und natürlich auch, wie die Person, die wie keine andere zur Vogue gehört, an ihre Position kam: Anna Wintour. Es wird angesprochen, durch wie viele Verlagshände die Vogue ging, wie sich der Einfluss der Eigner immer wieder änderte und auch, wie die Besetzung der Redaktion von anderen Faktoren abhing als nur Talent.
Die Autorin hat bei diesem Buch in beeindruckender Weise über 100 Jahre zusammengefasst, ohne dass es überladen wirkt, aber auch ohne dass es zu oberflächlich rüberkommt. Das Buch ist unfassbar gut recherchiert, strukturell nachvollziehbar aufgebaut und glänzt mit einer Fülle an Elementen: Von Originalfotos über Zitate bis zu Zeitdokumenten. Doch auch an Kritik spart die Autorin nicht, etwa wenn sie beleuchtet, wie die Vogue Schuld sein soll an der Zunahme von Essstörungen, wie die digitale Revolution und insbesondere das Erfinden von Bloggern die Vogue zum Handeln zwang und auch die Frage, wie es mit der Vogue weitergeht, beleuchtet sie vielseitig und ergebnisoffen. Man merkt, dass dieses Buch weder eine Lobpreisung der Zeitschrift sein soll, aber auch kein vernichtender Abriss. Das Buch ist neutral, vielseitig und unglaublich interessant.
Mein Fazit
Inside Vogue ist ein vielseitiges, hochinteressantes Buch, welches sachliche Einblicke in die Höhenflüge und Abstürze der Zeitschrift Vogue gibt. Die beeindruckenden Persönlichkeiten, welche den Weg der Vogue geprägt haben, finden hier genauso Platz wie Kritik, Skandale und die historischen Herausforderungen. Eine faszinierende Präsentation über ein Magazin, was die Modewelt verändert hat.
[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise vom Verlag überlassen wurde. Meine Meinung ist hiervon nicht beeinflusst.]
Bewertung
aus Ahrensburg
5/5
27.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesenswertes Sachbuch über das Kultmagazin
Die Vogue gehört zweifellos zu den international erfolgreichsten Zeitschriften, die mit ihrer revolutionären, rebellischen wie auch zukunftsweisenden Art schon viele begeisterte Leser für sich gewinnen konnte. Das Buch "Inside Vogue" nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise wobei vor allem die amerikanische, die englische und die französische Ausgaben genauer unter die Lupe genommen werden. Die Vogue hat und hatte in der Vergangenheit viele bemerkenswerten Chefredakteurinnen wie Anna Wintour oder Edmonde Charles-Roux (die Liste der außergewöhnlichen Mitarbeiter ist lang!) begrüßen dürfen doch natürlich birgt die Arbeit bei Vogue auch einige Schattenseiten, die hier ebenfalls näher beleuchtet werden. Man denke nur an Themen wie Kündigung oder Abwerbung von Mitarbeitern.
Mir hat das Buch große Freude bereitet, da es sich nicht nur sehr gut lesen lässt, sondern auch viele interessante und wissenswerte Fakten zum Magazin bereithält. Betrachtet man die Cover der Vogue bekommt man einen guten Überblick in das Zeitgeschehen und die teilweise auch angespannte Situation unter der sie erschienenen ist. Dieses spannende Sachbuch lässt sich aufgrund seines lockeren Schreibstils so schnell und gut lesen, das die Seiten nur so dahin fliegen. Auch Mode-Laien, ungeübte Sachbuchleser wie Popkultur-Liebhaber werden ihre große Freude an diesem herrlich lesenswerten Buch haben. Wer selbst ein begeisterter Leser dieses Modemagazins ist, wird sich über die Einblicke und Rückblicke freuen.
LiteraTüren
5/5
27.12.2023
eBook (ePUB 3)
Schönheit, Prunk und Luxus
Die Zeitschrift „Vogue“ ist von einem Flair aus Luxus und Chick umgeben. Wie sie gegründet wurde und ob ihr Ruf dem Journal gerecht wird, berichtet Nina-Sophia Miralles in „Inside Vogue“.
New York
„Inside Vogue“ ist die Geschichte eines Magazin, der Eigentümer der Zeitschrift, vor allem aber der Chefredakteurinnen der „Vogue“. Nach einer redundanten Einleitung treffen wir zunächst auf eine Übersicht eben jener Chefredakteurinnen, und zwar der us-amerikanischen, der britischen und der französischen Vogue. Hintendran eine Übersicht der Eigentümer.
Dann aber folgt der erste Satz: „In den schönsten Märchen schwingt meist eine gute Fee ihren Zauberstab, aber im wirklichen Leben können gut aufgestellte Eltern dieselbe Funktion erfüllen.“ Kurzum, ein Lehrbuch-Erster-Satz, der uns zugleich lehrt, dass die Eltern der „Vogue“ wohl Eigentümer und Chefredakteuerinnen sind. Zusammen haben beide etwas von einer Zauberfee.
Debütantin
Gegründet wurde die „Vogue“ von Arthur Turnure in New York. Das Magazin war wie seine Tochter: Eine schöne Debütantin, die in die Gesellschaft eingeführt wird. Nahezu perfekt: hübsch, eloquent und gut informiert.
Es war das alte New York, aufstrebend, im Wettstreit zwischen etablierten und neuem Reichtum. Eine Zeit, in der alles möglich war. Das Journal sollte authentisch sein, für Gesellschaft, Mode und die zeremoniellen Augenblicke des Lebens. Eine kleine Märchenwelt.
Schönheit, Prunk, Luxus
Dafür steht die „Vogue“ noch heute, trotz aller Anpassung. Das Magazin zeichnet sich durch seine Liebe zu Schönheit, Prunk und Stil aus. Es verehrt auf die eine oder andere Weise den Reichtum und den Luxus. Zuweilen kann sie überraschen, wenn sich einzelne Redakteurinnen mit Rassismus, Gleichberechtigung und Tierrechten beschäftigen.
„Inside Vogue“ bietet die versprochenen Einblicke in die Geschichte des Magazins. Es ändert aber nichts an der Ausrichtung des Journals, die man lieben kann oder auch nicht.
Nina-Sophia Miralles: Inside Vogue
Aus dem Englischen von Christiane Rehagen und Sigrid Schmid
Hoffmann und Campe 2022
JoBerlin
aus Berlin
4/5
20.09.2022
eBook (ePUB 3)
Alles auf Hochglanz
Ich liebe Fashion-Magazine, und noch schöner als nur das Blättern im Heft ist jetzt das Lesen in „Inside Vogue“, einem neuen Buch, erschienen im Atlantik Verlag.
Die Journalistin Sophie Miralles führt dabei zunächst durch die Geschichte des Magazins, 1892 erscheint die erste Ausgabe, der Gründer Arthur Turnure wollte der New Yorker Upper Class ein „authentisches Journal für Gesellschaft, Mode und die zeremoniellen Aspekte des Lebens“ bieten. Und das trifft auch heute noch zu. Turnure hatte schon viele, aufwendig illustrierte Kunstmagazine herausgebracht und den Grolier Club gegründet, auch dieser existiert heute noch und widmet sich - mit Ausstellungen, Vorträgen und einer Bibliothek - bibliophilen Buchausgaben und Druckgrafiken. Später wechselte die Vogue zum Verlagshaus Condé Nast.
Nina-Sophia Miralles legt den Schwerpunkt ihres umfang- und detailreichen Buches auf die amerikanische, britische und französische Ausgabe der Vogue. Natürlich finden sich hier viele Fakten und einige Ondits über die drei Redaktionen mit ihren Art-Designern, Fotografen und – vor allen Dingen – Chefredakteurinnen.
Eine wahre Fundgrube ist das, und doch – mir fehlen Kapitel über die weltbekannten Gastautoren, wie zum Beispiel Truman Capote, Aldous Huxley, Joan Didion und Vicki Baum. Auch mehr Fotos hätten, so finde ich, in ein solches, recht umfassendes Werk gehört.
Dennoch – die Lektüre mach einfach Spaß, man kann das Buch immer wieder mal zur Hand nehmen, ein bestimmtes Thema aufrufen oder nach und nach durch die Historie des Magazins, die Skandale, die Triumphe gehen. Die Autorin findet übrigens durchaus auch Worte der Kritik – an Arbeitsbedingungen oder auch vorgegebenen Body Image beispielsweise.
Fazit: Man muss nicht Fashionista oder Glossy-Magazine-Addict sein, um hier beste Unterhaltung zu bekommen – es gibt so viel in diesem Buch zu entdecken! Schauen wir’s uns an!
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