In der Westeryk Road Nummer 36, am Rand von Edinburgh, steht ein imposantes Anwesen, mit vielen verwinkelten Gängen, mit dunkelroten Wänden und versteckten Zimmern. Dies war das Zuhause der Zwillingsschwestern Cat und El, die es liebevoll "Spiegelhaus" nannten. Hier gab es für die Mädchen einen besonderen Ort: Jede Nacht stiegen sie die Treppe hinab, öffneten die schwere Holztür und betraten einen geheimen Raum, in dem sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen konnten. 20 Jahre später kehrt Cat in das Haus ihrer Kindheit zurück. Denn ihre Zwillingsschwester El ist verschwunden. Was Cat nicht weiß: Els Verschwinden ist kein Zufall, sondern Teil eines Plans, der enthüllen soll, was damals wirklich im Spiegelhaus geschah ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
5 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Beklemmend und absolut düster
Barbaras Bücherbox aus Niederbayern am 08.05.2022
Bewertungsnummer: 1708972
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich flüstere El zu: Wann können wir gehen? Wann können wie weg?, weil wir eigentlich gar keine Clowns sind und sie es vielleicht wissen oder herausfinden. Weil Clowns schlau sind, Clowns sind angsteinflößend, Clowns sind eine Spezies, die ganz anders ist als die Menschen. Clowns hassen Menschen. Jeder weiß das. Aber Els breites rotes Grinsen sagt: Noch nicht, noch nicht. Weil sie noch mehr Angst vor der Zahnfee hat, und jeder weiß, dass die Zahnfee Angst vor Clowns hat.
Aber Blaubart nicht.
Zwanzig Jahre sind vergangen, seit Catriona ihre Heimat und ihre Zwillingsschwester Ellice verlassen hat. Flucht beging, das weiß auch Catriona, die ihrer Schwester, die ihr eigener Spiegel ist, den Rücken gekehrt hat.
Doch als Ellice eines Nachts verschwindet, verlässt Cat ihr neues Zuhause in Amerika, das nie ihre Heimat gewesen ist, und kehrt in die Westeryk Road Nr 26 zurück.
An den Ort, an dem ihr erstes Leben geendet hat.
Und muss sich endlich ihrer Vergangenheit, ihrer Schwester und dem Spiegelhaus stellen.
Bereits der Klappentext verrät, dass es sich bei #DasSpiegelhaus von #CaroleJohnstone um keinen klassischen Psychothriller handelt, sondern vielmehr um eine Familiengeschichte, die dunkel und düster ist und dem Leser bereits auf den ersten Seiten einen Vorgeschmack auf das Unheil gibt, das über der kompletten Geschichte liegen wird.
Der Roman wird abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt – und das Geheimnis um das Spiegelhaus (ein Keller, den Cat und El als Kinder nicht nur als Spielplatz benutzt haben) schlägt seine Wurzeln in sowohl der einen als auch der anderen Zeitebene. Alles – sowohl Cats als auch Els Leben – muss auf diesen Wurzeln überleben, doch diese sind verrottet und tot und lassen die Schwestern nicht der Vergangenheit entfliehen.
Die Figuren, sowohl unsere Protagonistin Cat als auch ihre Schwester El, sind schwierig und zu einem großen Teil nicht glaubwürdig. Sie lügen – nicht nur gegenüber dem Leser, sondern auch sich selbst – und erzählen fantastische Geschichten aus der Vergangenheit, die so nicht wahr sein können.
Oder doch?
Man weiß nicht, was Cats Erinnerungen sind und was ihrer Fantasie entspringt.
Und genau diese Unklarheit macht den Großteil der Spannung aus.
Das Buch hat eine ähnlich düstere Stimmung wie Rebecca von Daphne DuMaurier oder auch Blumen der Nacht von VC Andrews (wobei letzteres schon stark an den Voyeur im Leser appelliert) – man weiß, dass etwas Schlimmes passiert, man will nicht hinsehen, kann aber auch nicht aufhören zu lesen.
Ein tolles Buch, das sowohl spannend als auch hervorragend geschrieben und damit eine besondere, wenn auch düstere Perle des Thriller-Genres ist.
Eine absolute Empfehlung.
Beklemmender, düsterer und herrlich vielschichtiger Roman
Buchstabenträumerin am 20.04.2022
Bewertungsnummer: 1698754
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Undurchschaubar, düster und klaustrophobisch ist „Das Spiegelhaus“ von Carole Johnstone. Ein psychologischer Spannungsroman, der mich lange Zeit im Dunkeln tappen ließ. Geht es um fantastische Welten, ähnlich derer von „Die Chroniken von Narnia“? Handelt es sich um ein Familiendrama? Einen Krimi? Erlebt man die Geschichte aus Sicht einer psychisch erkrankten Protagonistin? Diese und mehr Fragen haben sich bei mir im Laufe des Lesens angehäuft und ich schwankte mal mehr und mal weniger in die eine oder andere Richtung. Fakt ist, dass sich dieser Roman nicht in eine Schublade stecken lässt und das fand ich sensationell gut. Herauszufinden, was es wirklich mit dem Spiegelhaus und Els Verschwinden auf sich hat, was Cat und ihre Zwillingsschwester in ihrer Kindheit erlebt haben und weshalb es so wichtig ist, dass Cat sich an diese Erlebnisse erinnert, hielt mich in Atem und hat mir extrem spannungsreiche Lesestunden beschert.
Dabei beginnt „Das Spiegelhaus“ verhältnismäßig ruhig. Zwar gibt der Prolog einen kurzen Einblick in eine offenbar eher dunklere Vergangenheit der Zwillingsschwestern – Bilder von einer Flucht, Blut, Verfolgung und Angst blitzen darin auf -, doch anschließend stehen erst einmal Cats Rückkehr in das Land und Haus ihrer Kindheit, die Aufklärung von Els Verschwinden und das Wiedersehen mit Els Ehemann Ross im Vordergrund. Dennoch gelingt es Carole Johnstone bereits hier den Grundstein für die durchgehend bedrückende, subtil bedrohliche und aufgeladene Stimmung zu legen. Denn die Untersuchungen zu Els voraussichtlichem Bootsunfall nehmen zwar einen recht gewohnten Gang – Ross ist der trauernde Ehemann, Cat die verwirrte und überforderte Schwester – doch schon von Anfang an beschleicht einen das Gefühl, dass irgendetwas nicht ganz „passt“. Wie ein Bild, das schief an der Wand hängt oder wie Musik, in der ein schiefer Ton mitschwingt. Schaurig!
Das Haus selbst spielt dabei in der Geschichte eine zentrale Rolle. Ein ganz tolles, besonderes und durchweg überzeugendes Setting. Das Spiegelhaus knarzt, es klappert, seltsame Glocken klingeln. Es atmet und lebt. Und in ihm leben die Erinnerungen von Cat, die erst oberflächlich und diffus sind und im Verlauf des Romans immer dichter, greifbarer und erschreckender werden. Dem passt sich der Schreibstil von Carole Johnstone nahtlos an: anfangs sachlich und distanziert, verleiht die Autorin den Emotionen der Ich-Erzählerin Cat zunehmend Ausdruck.
Überhaupt sind die Figuren, allen voran Cat, Ross und El, sehr überzeugend. Doch auch die Nebenfiguren sind sehr gelungen und absolut notwendig, denn nur durch sie entwickelt „Das Spiegelhaus“ seine Vielschichtigkeit. Niemand ist so, wie er oder sie auf den ersten Blick scheint, alle haben ein Spiegelbild, das eine hässliche, egoistische, hoffnungslose oder gewalttätige Seite zeigt. Sichtbar werden viele erst ganz zum Ende des Romans hin, was bei mir extrem das Gedankenkarussell ankurbelte. Hinzu kommt, dass kaum etwas außerhalb des Hauses geschieht – sowohl in Cats und Els Kindheit als auch in deren Erwachsenenalter -, wodurch die Geschichte einem beklemmenden Kammerspiel ähnelt.
Ein Großteil der Handlung und Spannung wird so natürlich von den Figuren getragen. Und das funktioniert hervorragend, ihre Entwicklung und ihre Motive sind vollkommen glaubwürdig. Jeder blickt auf eigene Erfahrungen zurück und jeder verfolgt somit eine eigene Agenda. Dabei gefiel mir sehr gut, dass die Autorin es verstand, meine Fantasie durch subtile Andeutungen Achterbahn fahren zu lassen. Ein seltsamer Gesichtsausdruck hier, eine unpassende Reaktion da und schon erschienen tausend verschiedene Szenarien denkbar. Bis zum Ende ein einziges, furchtbar faszinierendes Abenteuer.
„Das Spiegelhaus“ von Carole Johnstone ist ein beklemmender, düsterer und herrlich vielschichtiger Roman. Die Autorin spielt mit den Erwartungen, so dass ich auf wirklich alles gefasst war – von Fantasy bis hin zu Thriller. Eine virtuos gestrickte Handlung, in deren Zentrum die Kindheit der Zwillingsschwestern Cat und El im sonderbaren Spiegelhaus steht.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.