Edgar Allan Poes Gedichte versammeln eine Lyrik, in der Klang, Rhythmus und gedankliche Architektur untrennbar ineinandergreifen. Zwischen elegischer Liebesklage, metaphysischer Meditation und düsterer Vision entfaltet sich eine Poetik des Verlusts, der Schönheit und des Todes. Texte wie Der Rabe, Annabel Lee oder Die Glocken stehen im Kontext der amerikanischen Romantik, überschreiten sie jedoch durch ihre strenge Formbewusstheit und ihre beinahe musikalische Suggestivkraft. Poe, 1809 in Boston geboren und 1849 unter rätselhaften Umständen gestorben, war Kritiker, Erzähler, Herausgeber und einer der einflussreichsten Theoretiker der modernen Kurzform. Sein von Armut, Krankheit, Verwaisung und wiederholten Todeserfahrungen geprägtes Leben bildet keinen bloßen biographischen Hintergrund, sondern spiegelt sich in der obsessiven Präzision seiner Dichtung. Seine Essays zur Komposition zeigen zudem, dass Melancholie bei ihm nicht Zufall, sondern künstlerisches Verfahren ist. Diese Gedichte empfehlen sich Leserinnen und Lesern, die Lyrik nicht nur als Ausdruck von Gefühl, sondern als kunstvoll berechnete Erfahrung verstehen möchten. Poe bietet eine seltene Verbindung aus intellektueller Kontrolle und emotionaler Intensität. Wer die Ursprünge moderner Symbolik, des Schauerlichen und der musikalischen Sprachkunst erkunden will, findet hier ein unverzichtbares Werk.
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C. Welser
aus Salzburg
5/5
20.09.2017
Buch (Taschenbuch)
Lässt nicht nur die Glocke klingen
Schillers Gedichte gehören zu den auch heute noch bekanntesten des deutschen Sprachraums. In dieser Ausgabe finden sich nicht nur sämtliche seiner Gedichte, sondern auch ein umfangreicher Kommentar zu ihm als Lyriker und Erläuterungen zu den Texten selbst. Auch viele seiner weniger bekannten Dichtungen sind es wert entdeckt zu werden.
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