"Sturmhöhe (Wuthering Heights) schrieb Emily Brontë 1847 unter dem Pseudonym Ellis Bell und das aus gutem Grund: Heute gehört Sturmhöhe zu den bekanntesten Werken der Weltliteratur, doch damals wurde es vom viktorianischen England weitgehend abgelehnt. Unsterbliche Liebe, bittere Rache und erbitterte Clanfehden - die über drei Generationen hinweg erzählte Geschichte hat alles, was man von einem Klassiker der englischen Romanliteratur erwartet." Redaktion Gröls-Verlag (Edition Werke der Weltliteratur)
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Zwischen Sehnsucht und Zerstörung
Bücherdrache am 18.03.2026
Bewertungsnummer: 3081200
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Sturmhöhe von Emily Brontë hat mich nicht behutsam empfangen, sondern unvermittelt in seine Welt geworfen.
Dieses Buch ist dunkel, unbequem und von einer spürbaren Kälte durchzogen. Und doch entfaltet es eine emotionale Intensität, der ich mich kaum entziehen konnte.
Besonders eindrücklich ist die Art des Erzählens. Die Geschichte erreicht uns nicht unmittelbar, sondern durch mehrere Stimmen gebrochen, vor allem durch Nelly Dean. Dadurch entsteht eine eigentümliche Distanz, die zugleich Nähe schafft, weil immer das Gefühl bleibt, dass sich unter der Oberfläche etwas entzieht. Man liest nicht passiv, man bewegt sich suchend durch den Text, zweifelt an dem, was erzählt wird, und versucht, sich einer Wahrheit anzunähern, die nie ganz greifbar ist.
Die Figuren sind schwer auszuhalten. Kaum jemand ist sympathisch, viele handeln rücksichtslos, verletzend oder grausam. Gerade darin entfaltet der Roman seine eigentliche Kraft.
Heathcliff und Catherine stehen im Zentrum dieser Wucht. Sie sind keine Figuren, die man bewundert, sondern solche, die man aushalten muss. Ihre Verbindung wirkt weniger wie Liebe als wie ein unauflösbares Band, das sie zugleich trägt und zerstört. Ich habe sie oft verurteilt und mich ihnen dennoch seltsam nah gefühlt. Diese Spannung macht das Lesen so eindringlich.
Der Stil ist dicht und von einer fast greifbaren Atmosphäre getragen. Die karge Landschaft Yorkshires durchzieht den Roman wie ein leiser Widerhall und spiegelt die innere Zerrissenheit der Figuren.
Brontës Sprache ist dabei klar und direkt, zugleich von einer Schonungslosigkeit, die ihre emotionale Wirkung erst voll entfaltet.
Dieses Buch war und ist kontrovers. Es widersetzt sich einfachen Einordnungen und verweigert jede Form von Trost. Stattdessen zeigt es, wie tief Verletzungen reichen und wie sehr Menschen einander prägen können. Es ist keine schöne Geschichte, aber eine von seltener Eindringlichkeit.
Für mich war es eine fordernde, stellenweise anstrengende, aber letztlich sehr intensive Leseerfahrung, die lange nachwirkt.
Sturmhöhe
Bewertung am 12.03.2026
Bewertungsnummer: 3074757
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Diese Einsiedler kennen sich und schlagen Profit daraus, ist doch ihre gewohnheitsmäßige Bekanntschaft die einzige Daseinsberechtigung in diesem "ihrem" Haushalt. Was aber ist der Wert des Einzelnen - und kann man daraus etwas machen?
Meinung aus der Buchhandlung
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Sturmhöhe ist, wenn man weiß auf was man sich einlässt, ein wirklich toller, düsterer Roman. Zwar findet man hier wenig sympathische Charaktere, dafür aber viel Spannung und Intrigen - welche man vielleicht nicht unbedingt als Bettlektüre lesen sollte. Abends war es teilweise doch echt anstrengend.
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