Jagdhunde haben bereits im Welpenalter durch eine strenge, Jahrhunderte lange Selektion oft spezielle Bedürfnisse. Werden diese nicht erfüllt oder missachtet, entwickeln sich schnell Verhaltensprobleme. Die kleinen Jagdnasen sind leicht erregbar, impulsiv und zeigen unerwünschtes (Jagd-)verhalten. Oft bekommen frisch gebackene Jagdhundebesitzer in Hundeschulen jedoch nicht genügend jagdhundspezifische Unterstützung. Hier setzt das Buch an: Es gibt Welpenbesitzern eine Hilfe bei den typischen Problemen mit Jagdhunden in Familienhand und zeigt, wie sie bereits beim Welpen und Junghund mit fairen und freundlichen Methoden den Grundstein für ein entspanntes Zusammenleben und vor allem für entspannte Spaziergänge legen können.
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Sehr wertvoll für Jagdhunde-Besitzer
Bewertung aus Goch am 06.07.2022
Bewertungsnummer: 1742369
Bewertet: Buch (Paperback)
Auf das Buch von Ines Scheuer-Dinger habe ich mich sehr gefreut. Immer wieder begegnen mir Jagdhundwelpen in Familienhand in der Hundeschule und schnell zeigen diese Hunde auffälliges Verhalten und die Halter sind oft ratlos und überfordert. Leider geistert eben auch immer noch die landläufige Meinung, dass man mit Jagdhunden besonders viel arbeiten und sie beschäftigen muss, herum.
Die Autorin legt in ihrem Buch aber gerade auf die Ruhe und Entspannung im ersten Lebensjahr sehr viel Wert und beschriebt dies anschaulich und interessant und vor allem auch für Hundehalter ohne besondere Ausbildung in Hundewissenschaften einfach geschrieben.
Natürlich profitieren auch Halter von nicht jagdlichen Rassen von diesem Buch, denn natürlich fehlen hier auch die Basics, die für alle Welpen und Junghunde gilt, nicht. Ob die Thematik des Ankommens im neuen Zuhause, die Pubertät oder erste Spaziergänge, hier erhält der Leser einen generellen und umfassenden Einblick, wie mit Hunden im ersten Lebensjahr (und darüber hinaus) artgerecht umgegangen werden sollte. Sie räumt auf mit gängigem Halbwissen von Hundewissen und selbsternannten Hundekennern und entlarvt Rassebeschreibung auf eine humorvolle, ehrliche Art im Kapitel „Erwartungen und Realität“:
„Auch das Attribut SENSIBEL, das uns einen sanftmütigen und einfühlsamen Charakter verspricht, heißt zeitgleich auch, dass der Hund schnell von Veränderungen im Alltag beeindruckt (…) ist. (Seite 17)
Das Buch ist klar gegliedert in verschiedene Kapitel und bebildert. Markierte Kästen in kursiver Schrift heben wichtiges oder auch kleine Trainingsanleitungen hervor. Die Schrift ist groß genug und gut lesbar.
Ebenfalls Wert legt die Autorin darauf, hier dem Leser auch die vielen genetisch veranlagten „Special Effects“ des Jagdhundes zu verdeutlichen und wie oft diese den Trainingsalltag zu einem Spießrutenlaufen werden lassen.
„Für alle Jagdhunde gilt darüber hinaus: Jede Form von Stress wirkt sich auf das Jagdverhalten aus! (…) Das hei0t, dass vieles, was der kleine oder große Jagdhund an Verhalten zeigt, wie schlechte Leinenführigkeit oder das Aufsammeln von Fressen von Dingen, nicht nur an mangelndem Training hängt, sondern auch durch Stress immens verstärkt wird. (Seite 17)
Mein Fazit: Gerade für Besitzer jagdlich ambitionierter Rassen ein sehr wertvolles Buch, vor allem auch im Hinblick auf die richtige Hundeschule. Das Gleichgewicht zwischen genug Ruhe und Entspannung auf der einen Seiten, aber auch das richtig Maß an artgerechter Auslastung zu finden, beschreibt die Autorin in ihrem Buch sehr gut. Eine klare Leseempfehlung von mir.
Die Bücher sind beim Cadmos-Verlag unter der ISBN-NR: 978840-420665, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, zu beziehen ,aber auch bei allen anderen buchführenden Händlern wie Amazon, Thalia, Hugendubel, Weltbild, etc.
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