In Europa hebt der Erste Weltkrieg an. Da wird in Triest eine schrullige alte Frau, die von allen nur »die Hexe« genannt wurde, bestialisch ermordet in ihrem Häuschen aufgefunden. Der leidenschaftliche Rennradfahrer Gaetano Lamprecht, Ispettore der Triestiner Polizei, begibt sich auf die Spur des zunächst noch sehr rätselhaften Mörders. Dabei taucht er tief ein in die Geschichte Triests und in die Verstrickungen des Kunsthandels. Er muss sich mit halbseidenen Ganoven und generationenübergreifenden Flüchen herumschlagen. Dabei an seiner Seite: seine kluge Schwester Adina, seine Sekretärin Clara und die schöne Witwe Alessia – die Gaetanos Leben gehörig auf den Kopf stellt …
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spannender Fall im historischen Triest
Bewertung aus Oberursel am 29.10.2023
Bewertungsnummer: 2055784
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wir sind in Triest im Jahre 1914. Der erste Weltkrieg hat begonnen, an allen Fronten wird gekämpft, und das Grauen dieses ersten modernen Krieges wird langsam sichtbar. Gatenao Lamprecht, Anfang 20, Sohn einer italienischen Mutter und eines Österreichers, ist Ispettore bei der Triester Polizei. Und bevor ich jetzt weiterschreibe, noch mal ein Blick in die Historie: Triest war damals nämlich keine italienische Stadt (wie ich das dachte…), sondern gehörte seit dem 14. Jahrhundert zu den Habsburgern, war also österreichisch. Direkt nebendran liegt Slowenien, und natürlich Italien. Also alles ein bisschen anders als heutzutage, und ich habe ein wenig gebraucht, um mich einzufinden.
Okay, weiter im Text; in Triest wird eine alte Frau, die als Hexe verschrien wurde, bestialisch ermordet, Ispettore Lamprecht muss ermitteln, und begibt sich auf die Spur des rätselhaften Mörders. Der Fall ist recht verzwickt; das Leben und die Familiengeschichte des Opfers entpuppt sich als gelinde gesagt sonderbar, wenn nicht sogar als verflucht, und ein etruskisches Artefakt scheint eine Rolle zu spielen….und so ermittelt Lamprecht teils in der damaligen Kunsthandelsszene als auch im lokalen Kleinganovenmileu….
Der Klappentext verrät: „Auf seiner Seite: seine kluge Schwester Alida, seine Sekretärin Clara und die schöne Witwe Alessia – die Gaetanos Leben gebührend auf den Kopf stellt….“ Hm, ich habe dem Klappentext entnommen, dass hier der Inspektor gemeinsam mit ein paar starken Frauen ermittelt, aber ganz so war es dann doch nicht. Frauen spielen im Leben des jungen Polizisten durchaus eine Rolle, aber ermitteln tut er doch lieber alleine. Er bespricht durchaus einiges mit seiner kleinen Schwester, denn deren Klugheit hilft oft weiter, und auch Sekretärin Clara, eine der ersten weiblichen Kräfte in der Polizei (der Krieg und der Männermangel lassen grüßen, darf gerne unterstützen, aber den Hut hat Lamprecht alleine auf. Ach ja, und die schöne Witwe Alessia – nun die hat mit dem Fall eigentlich gar nichts zu tun. Da hat mich der Klappentext ein wenig in die Irre geführt.
Mein Leseeindruck: Kurz und knapp – das war ein guter Krimi. Hat mir sehr gut gefallen. Der Fall war interessant, ebenso die Protagonisten. Bestechend tut der Krimi aber aufgrund des historischen Settings. Das war ein Ausflug ins historische Triest der k.u.k.Monarchie, Ich fand das richtig spannend.
Einerseits hat uns der Autor die politischen Hintergründe bezüglich des ersten Weltkrieges etwas nähergebracht, andererseits ist schlicht die Zeit vor 110 Jahren auferstanden. Dem Privatleben des Inspektors wird durchaus einiges an Raum zugestanden, und ich fand vor allem sein Familienleben bemerkenswert: er siezt den Vater, der duzt ihn natürlich. Mit der Mama ist er auf Du und Du. Gaetano ist zwar ein aufstrebendes Talent bei der Polizei, zuhause hat aber der Papa das Sagen, und das geht so weit, dass dieser ihn sogar als Freiwilligen zur Front melden darf. In der österreichischen Armee natürlich – es lebe der Kaiser. Dass sein Sohn gar nicht so kriegsfreudig ist, kommt erst peu a peu heraus…. einer seiner Kollegen kam traumatisiert von der Front zurück ins heimische Triest, und hatte schlimme Dinge zu berichten, die nicht in den Zeitungen standen….ja, das war ein Nebenschauplatz, der berührt und zum Nachdenken anregt.
Also, ich wiederhole mich, die Story war gut gemacht, Der Erzählstil war flüssig und bildhaft, ich habe den Krimi in ein paar kurzen Tagen durchgelesen. 5 Sterne also für 2Die Geister von Triest“.
Einen Minuspunkt habe ich für die Aufmachung des Buches zu vergeben. Die ist nämlich echt etwas merkwürdig. Wir haben hier ein Hardcover, aber der Umschlag ist aus schlichter, aber sehr fester Pappe, und schließt bündig mit den anderen Seiten ab. Also so wie ein Taschenbuch, aber eben mit Pappe. Haptisch etwas merkwürdig. Gewöhnungsbedürftig zumindest. Und die Ecken der Pappe lösen sich schon nach ein paar Tagen auf, bzw. die Pappschichten lösen sich voneinander. Das Ganze hat mit dem Inhalt nicht das Geringste zu tun, aber ich muss das loswerden.
Ja, das war Lamprechts zweiter Fall, und ich bin jetzt schon auf den Nachfolgeband gespannt, der im nächsten Frühjahr erscheinen soll!
düster
Bewertung am 18.10.2023
Bewertungsnummer: 2046759
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman "Die Geister von Triest" von Christian Klinger entführt die Leser in das Triest des Jahres 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs. In dieser historischen Kulisse muss der Protagonist, Gaetano Lamprecht, Ispettore der Triestiner Polizei, einen mysteriösen Mord aufklären und sich gleichzeitig den Herausforderungen des Kriegsausbruchs stellen.
Das Buch bietet eine gelungene Mischung aus Kriminalfall, historischem Hintergrund und dem Alltag in einer Hafenstadt während des Krieges. Gaetano Lamprecht ist eine facettenreiche Figur, und die verschiedenen Figuren und ihre Beziehungen werden gut entwickelt. Der Autor vermittelt die Stimmung und Atmosphäre der Zeit sehr authentisch, und man bekommt einen Einblick in die politischen und sozialen Spannungen jener Ära.
Die Kombination aus Krimi und historischem Roman ist interessant, und die Handlung ist gut durchdacht. Die Ermittlungen sind fesselnd, und die Entwicklungen im Verlauf des Buches halten die Spannung aufrecht.
Auch der Schreibstil des Autors ist angenehm und trägt zur Atmosphäre des Buches bei. Man spürt, dass der Autor sich mit der Geschichte und der Region sehr gut auskennt und dies in seinen Roman einfließen lässt.
Insgesamt ist "Die Geister von Triest" eine gelungene Fortsetzung und ein empfehlenswerter historischer Krimi, der den Leser in eine vergangene Zeit eintauchen lässt und mit einer interessanten Handlung sowie vielschichtigen Charakteren überzeugt.
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