Produktbild: Orwells Rosen

Orwells Rosen

2

9,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

14.06.2022

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

352 (Printausgabe)

Dateigröße

6488 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Michaela Grabinger

Sprache

Deutsch

EAN

9783644014152

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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Ja

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

14.06.2022

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

352 (Printausgabe)

Dateigröße

6488 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Michaela Grabinger

Sprache

Deutsch

EAN

9783644014152

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  • Boockpicker

    Book Circle Community

    5/5

    19.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Brot und wohlriechende Rosen

    Darf man sich an einer Rose freuen, wenn rundum die Welt am Abgrund steht? Orwell pflanzt 1936 in seinem Garten Rosen. Wenig später schliesst er sich in Spanien den republikanischen Widerstandskämpfern an, die gegen das totalitäre Regime Francos kämpfen. Sein ganzes Leben besteht im Widerstand gegen die dunklen Ideologien seiner Zeit – seien es Franco, Stalin oder Hitler, und so ist Orwell weder ideologischer Sozialist, noch Anarchist, noch Kommunist. Überall erkennt er die Lebensfeindlichkeit: zuerst in den vernichtenden Arbeitsbedingungen der Kohlegruben Englands, in der kolonialen Übergriffigkeit Englands, in der verzerrenden und lügenhaften Sprache von Potentaten und Gewaltherrschern. Seine Verbundenheit mit der Natur, seine sensible Beobachtungsgabe und seine Erdverbundenheit nähren sein Schreiben: in Essays beschreibt er Missstände und Erlebnisse, die ihn erschüttern, und erkennt die Erosion der Sprache oder eben die Wichtigkeit eines ehrlichen Schreibens und Redens, das der Wahrheit verpflichtet ist. Rebecca Solnit beschreibt gekonnt und präzis sein Leben in Abschnitten, unterbrochen von Kapiteln zu den gesellschaftlichen und weltpolitischen Geschehnissen und erklärt daraus das Entstehen seines schriftstellerischen Werks. Eindrücklich ist, dass er vor den Missständen nicht kapituliert und resigniert, sondern durch alles hindurch die Freude an kleinen Dingen bewahrt. Zum Leben braucht man Brot, aber nicht nur Brot, sondern auch Rosen, Nahrung für den Körper und die Seele, auch Herz, Phantasie und die Sinne wollen genährt sein. Eindrücklich zeigt Solnit das im Kapitel über die industrielle Rosenproduktion, wo Rosen ohne Duft unter ausbeuterischen und unerträglichen Arbeitsbedingungen «hergestellt» werden, millionenfach per Flugzeug in die nördlicheren Länder geflogen werden und dort als Sinnbild und Boten der Liebe dienen sollen. Solnit schreibt detailliert über die Hintergründe der damaligen Welt, und ihre Gedanken und Ausführungen zur Orwell (und seinem Roman 1984) lesen sich wie eine hochaktuelle Blaupause dessen, was in diesen Tagen weltpolitisch abläuft. Ein hochaktuelles Buch! Brot und Rosen – die Liebe zur Erde, zum Gärtnern, zu Rosen, Obstbäumen und Tieren wird so zum notwendigen und notwendenden Gegenmittel zu totalitären und dunklen Strömungen und Ideologien unserer Zeit, zum erkenntnisleitenden Spiegel gegen Tyrannen, Despoten, Techgurus und andere menschenverachtende Egomanen. «Während der letzten zehn Jahre habe ich mich immer am meisten darauf konzentriert, in künstlerischer Form politisch zu schreiben, …weil ich eine Lüge entdeckt habe, die ich aufzeigen will, irgendetwas, worauf ich die Aufmerksamkeit lenken möchte. Meine erste Sorge ist, gehört zu werden». (267) Die Ästhetik des Schreibens war ihm sehr wichtig: «Klarheit, Ehrlichkeit, Korrektheit, Wahrhaftigkeit sind schön, weil durch sie die Darstellung dem Dargestellten treu bleibt, Wissen demokratisiert wird, Menschen ermächtigt und Türen geöffnet werden, Information frei fliessen kann und Abmachungen eingehalten werden». (268) «Unsere Aufgabe besteht darin, das Leben auf dieser Erde lebenswert zu machen, dem einzigen Wirkungsbereich, den wir haben». (309) «Orwells grösste Leistung besteht darin, den Totalitarismus wie keiner vor ihm (…) auch als Gefahr für Sprache und Bewusstsein benannt und beschrieben zu haben. (…) Diese Leistung wird noch grösser (…) durch seine Wertschätzung des Wünschens, der Freude, der Vergnügens selbst und durch seine Erkenntnis, dass im Widerstand gegen den autoritären Staat und dessen die Seele zerstörende Übergriffe all das zur Kraft werden kann». (315)

  • yellowdog

    4/5

    01.07.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die US-Amerikanische Schriftst…

    Die US-Amerikanische Schriftstellerin Rebecca Solnit ist eine hoch anerkannte Essayistin und Orwells Rosen ist ein gutes Beispiel dafür. Bisher hatte ich mich nicht an ihre Bücher herangetraut, aber man merkt sofort, dass dieses Essayband hohes Niveau hat. George Orwell ist bekannt durch Farm der Tiere und 1984. Aber es gibt auch noch mehr und dieses Buch erzählt auch in erster Linie nicht nur von ihm. Es schwingt viel mit. Es sind Themen aus Orwells Zeit vorhanden. Mal geht es um Kohleabbau und Karbon. Um Arbeiterbewegungen, um den spanischen Bürgerkrieg, über Gemälde und immer wieder über Rosen. Orwell hat auch einige Essays geschrieben, die Solnit erwähnt. Erstaunlicherweise baut sie in einmal sogar einen Abschnitt über die Schriftstellerin Jamaica Kinkaid ein. Rebecca Solnit hat offensichtlich wirklich tiefgehend recherchiert und sich zu den Ergebnissen eigene Gedanken gemacht. Es ist ein forderndes Buch, aber auch beeindruckend geschrieben.

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