Mit 17 flüchtet Huschke Mau aus ihrem gewalttätigen Elternhaus und weiß nicht aus noch ein. Mittellos und ohne Unterstützung rutscht sie in die Prostitution und damit einhergehend in eine Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Ihr erster Zuhälter: ein Polizist. Zehn Jahre vergehen, bis sie sich aus diesem Teufelskreis befreien kann.
Inzwischen hat Huschke Mau einen Studienabschluss, promoviert und fordert den gesellschaftlichen Ausstieg aus der Prostitution. Ihre These: Prostitution beinhaltet immer sexuelle Gewalt. Frauen in der Prostitution haben meist keine Wahl, weil sie sich in Abhängigkeiten oder Notlagen befinden. Freier hingegen schon. Niemand zwingt sie, Frauen zu kaufen. Nicht die Frauen sollten kriminalisiert werden oder beschämt sein, sondern die Männer.
In ihrem Buch erklärt und beschreibt Huschke Mau das System Prostitution: wie Frauen hineingelangen, warum es so schwer ist, wieder auszusteigen, welche Traumata sie dort erleben und was an der Sicht unserer Gesellschaft und Medien auf Prostitution problematisch ist.
„Ich glaube, mit dem Buch habe ich mich mehr ausgezogen als jemals während meiner Zeit als Prostituierte. Ich hätte diese Tür in die Vergangenheit einfach schließen können und nie mehr zurückschauen müssen. Aber ich kann nicht. Ich kann einfach nicht an all den Taxis vorbeigehen, die Bordellwerbung durch meine Stadt fahren. Ich kann die Zeitungsartikel über bei Bordellrazzien gefundene minderjährige Mädchen nicht nicht lesen. Ich kann einfach nicht ignorieren, dass so viele Frauen und Mädchen noch in der Prostitution sind, dass ihnen Gewalt angetan wird, Tag für Tag.“
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
5/5
03.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein unglaublich wichtiges Buch
Ich kann gar nicht glauben, dass dieses Thema so lange an mir vorbei gegangen ist.. wenn man selbst keinen Bezug zu Prostitution hat, ist es leider ein Problemfeld, von dem man wenig Ahnung und Meinung hat. Über ein YouTube Video bin ich auf das Buch gestoßen und es hat mir wirklich die Augen geöffnet!!
Das Buch ist sprachlich unfassbar gut beschrieben. Die ersten Kapitel musste ich in Teilen lesen, da mich die Erzählungen über den erfahrenen Missbrauch und die Zustände in der Prostitution schon sehr mitgenommen haben.. dennoch darf man nicht die Augen davor verschließen und ab dem letzten Drittel nimmt das Buch auch eine Wende, als Huschke Mau von ihrem schrittweisen Ausstieg und dem Rückgewinn ihrer Handlungsfähigkeit durch ihren Aktivismus schreibt. Mit dem Vorschlag des nordischen Modells zeigt die Autorin auch einen Weg, der viel Elend vermeiden bzw. Beseitigen könnte und für den wir alle kämpfen sollten!
Ganz klare Empfehlung für alle!!
Bewertung
5/5
06.03.2025
Buch (Taschenbuch)
Absolutes MUSS!
Habe nicht erwartet dass es mich so ergreift aber dieses Buch ist ehrlich SO wichtig !!einfach wichtig zu lesen. Ihr werdet es nicht bereuen !! Absolute Empfehlung für jede Person !!
Julia
aus Heilbronn
5/5
13.02.2024
Buch (Taschenbuch)
Interessant und angenehm zu lesen
Huschke Mau beschreibt in einem lockeren Schreibstil über ihre Erfahrungen in der Prostitution. Diese Erfahrungen werden durch interessante Statistiken, Auszüge aus Freierforen etc. ergänzt und machen das Buch spannend und gleichzeitig lehrreich. 10/10
Bewertung
aus Zürich
5/5
13.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein wichtiges Thema gut erklärt
Ein sehr wichtiges und informatives Buch, welches hoffentlich viel zur Aufklärung beiträgt und hilft die Welt zu verändern. Frauen sind keine Ware und Prostitution keine Option sonder Barbarei.
Bewertung
5/5
19.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Wir müssen die Prostitution abschaffen!
Dieses Buch hat mir eine Bekannte sehr ans Herz gelegt. Ursprünglich wollte ich an das Thema „Prostitution“ gar nicht ran, da ich der Meinung war, dass es für mich total irrelevant ist. Aber dann hatte sie mich doch überzeugt, das Buch „Entmenschlicht“ von Huschke Mau zu lesen.
Huschke Mau ist eine ehemalige Prostituierte, die es geschafft hat, sich aus den Fängen ihres Zuhälters zu befreien. Inzwischen hat sie studiert, arbeitet an ihrer Doktorarbeit und hat unter anderen Namen bereits mehrere Bücher zu verschiedenen Themen geschrieben. Huschke Mau ist natürlich nicht ihr richtiger Name. Und ich denke, dass das auch richtig so ist, denn sie ist sicherlich immer noch insofern gefährdet, dass das Milieu sich gerne an ihr rächen würde, bzw. Geld dafür kassieren würden, weil sich einfach untergetaucht ist. Trotz alledem ist Huschke Mau sehr aktiv u.a. auch in Talkshows, um auf das Thema Prostitution und die Situation der Frauen aufmerksam zu machen.
Ihr Buch beginnt mit der Schilderung ihrer Kindheit. Das schwierige Leben mit ihrem gewalttätigen Stiefvater, der die ganze Familie terrorisiert hatte. Und obwohl er auch oder ursprünglich vor allem ihrer Mutter Gewalt angetan hat, hält ihre Mutter zu ihrem Mann. Der Autorin wurde nicht geglaubt, als sie versuchte, Hilfe zu finden. In ihrer Verzweiflung gerät sie letztendlich an einen Polizisten des Grenzschutz, der ihr erster Zuhälter wird. Und so rutscht sie immer tiefer ins Milieu hinein, inkl. Drogen- und Alkoholsucht.
Sie schildert in diesem Buch sehr genau ihren eigenen Werdegang , aber sie fügt auch immer sehr viele Statistiken an, die ihre Situation untermauern. Es gibt alleine 26 Seiten am Ende des Buches mit Quellenangaben und weiterführenden Informationen. Das Ergebnis ist erschütternd und einfach nur schrecklich. Und mich lässt es den männlichen Teil der Gesellschaft jetzt mit ganz anderen Augen sehen.
Ich selbst hatte vor der Lektüre des Buches ein völlig falsches Bild von dem Thema „Prostitution“. Das erste Mal auf das Thema bin ich als junges Mädchen durch den Roman „Kalifornische Symphonie“ der amerikanischen Autorin Gwen Bristow aufmerksam gestossen. Das Buch ist ursprünglich 1951 erschienen. Es spielte im sogenannten „Wilden Westen“. Die beste Freundin der weiblichen Hauptperson arbeitete als Prostituierte. Ihr Leben erschien als unabhängig und unproblematisch, und sie hatte ein Herz aus Gold. Dann erinnere ich mich an einen Film, den ich als ca. 18 jährige gesehen habe. Darin ging es um mehrere junge Frauen, u.a. auch um ein Call Girl, welches damit ohne Probleme ihr Geld für das Studium aufstockte. Ich erinnere mich auch daran, dass meine Eltern, meine Oma und ich manchmal am Abend über den Hamburger Fischmarkt gefahren sind, als er noch ein Straßenstrich war. Wir haben uns die „Mädchen“ angeguckt. Das war irgendwie gruselig, aber anscheinend normal, wenn mein Vater es uns einfach so zeigte. Und dann gibt es natürlich Filme wie „Pretty Woman“ u.a., die das Thema Prostitution eigentlich verherrlichen.
Natürlich wusste ich inzwischen, dass es Zuhälter gibt, die die Frauen ausnutzen und auch brutal sein konnten. Trotzdem bildete ich mir bis vor kurzem immer noch ein, dass Freier tatsächlich höflich zu den Prostituierten sind, und dass der GV einvernehmlich und ohne Gewalt stattfindet. Und ich dachte doch tatsächlich noch lange, dass die Prostituierten deutlich mehr von dem Geld behalten durften, also dass es fast ein ganz normaler Beruf sei. Doch dieses Buch hat mich eines Besseren belehrt. Die Realität ist schockierend. Die Frauen sind im Prinzip Sklavinnen oder einfach Objekte, an denen Männer ihre Lust so befriedigen konnten, wie es ihre Fantasie ihnen vorgab. Es gibt für dies Männer kein Tabu.
An den Frauen verdienen Menschenhändler, oftmals sogar nahe Verwandte, Zuhälter und Bordellbesitzer, sowie der deutsche Staat. Die Frauen werden ohne jegliche Rücksicht missbraucht. Und da in Deutschland Prostitution inzwischen legal ist, können die Frauen sogar verklagt werden, wenn ihre „Dienstleistungen“ nicht zufriedenstellend waren. Ihnen glaubt man am wenigsten. Und sie sind diejenigen, die beweisen müssen, dass sie Opfer von Menschenhandel und Missbrauch sind.
Huschke Mau hat mein Bild von den Männern und von der Sexualität grundsätzlich geändert und erschüttert. Es ist so erschreckend, was einige Männer für Fantasien haben. Und dass sie oftmals der festen Überzeugung sind, diese Fantasien ohne Rücksicht ausleben zu dürfen. Diese Männer kommen aus allen Gesellschaftsschichten, aus allen Berufsgruppen, aus allen Altersgruppen und aus allen Nationalitäten. Was sie eint, ist ein erschreckendes Bild vom Wert der Frauen. Frauen haben für sie keinen anderen Wert, als den Männern zu Diensten zu sein. Ich frage mich jetzt ernsthaft, welche Männer aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis vielleicht auch schon einmal die Dienste einer Prostituierten in Anspruch genommen haben. Immerhin sind statistisch gesehen 33 Prozent der deutschen Männer schon mindestens einmal bei einer Prostituierten gewesen.
Es gibt ein anderes Modell, wie man mit Prostitution umgehen kann – „Das Nordische Modell“. Und dieses Modell widerlegt die Argumentation, dass es mehr Gewalt gegen Frauen allgemein geben würde, wenn Freier bestraft würden, wenn sie zu einer Prostituierten gehen.
Ich kann Ihnen allen dieses Buch nur ans Herz legen. Es öffnet einem die Augen und lässt einen erschüttert zurück. Mich lässt es unsere Gesellschaft in einem ganz anderen Licht sehen. Wie können wir so etwas zulassen? Warum wird dagegen nichts unternommen, sondern unser deutscher Umgang mit Prostitution sogar immer noch verteidigt? Wo sind die Rechte der Frauen? Mein Fazit ist jetzt, dass Prostitution in dieser Form eindeutig verboten gehört! Die einzige sinnvolle Möglichkeit ist „Das Nordische Modell“, wenn es konsequent umgesetzt wird!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.