Das giftige Glück

Roman

Gudrun Lerchbaum

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Beschreibung

Eine Stadt in gespenstischer Ekstase.

Etwas Leuchtendes liegt in der Luft. Befällt Pflanzen. Und Menschen. Ist überall.
Angenommen, der Rausch deines Lebens, die pure Euphorie wächst frei zugänglich im Park um die Ecke. Der einzige Haken dieser Substanz: Du kannst sie nur ein einziges Mal genießen. Denn sie ist hochgiftig und ohne Ausnahme tödlich. Auch wenn der Tod, den sie verspricht, süßer denn je ist. Was würdest du tun? Zugreifen? Oder widerstehen?
Als ein bis dahin unbekannter Pilz den Bärlauch rund um Wien befällt, steigt die Zahl der Todesfälle rasant an. Denn wie in jedem Frühling dominiert das Kraut nicht nur die Speisekarten vieler Lokale, sondern auch die Wälder der Stadt, die - aller Verbote zum Trotz - gestürmt werden. Versehentliche Vergiftungen werden bald zu praktischen Beseitigungen von lästigen Langzeitfeind*innen, auch die Partyszene der Stadt entdeckt Viennese Weed für sich. Und die befallene Pflanze bietet eine weitere für viele verlockende Möglichkeit: die Trostlosigkeit des Lebens zu beenden. Selbstbestimmt, friedlich und ohne einer anderen Person Schaden zuzufügen.

Ein Waldspaziergang der Verzweifelten
Nach einem Gefängnisaufenthalt versucht Kiki, zurück in ein geregeltes Leben zu finden. Als ihre unheilbar kranke Freundin Olga rund um die Uhr Pflege benötigt, zieht sie zu ihr und kümmert sich aufopfernd. Das neuartige Viennese Weed ist für Olga eine Möglichkeit zur Flucht, die sie ergreifen möchte. Für Kiki ein Albtraum, dem sie nicht entkommen kann. Dennoch ist sie bereit, für ihre Freundin die tödlichen Blätter zu beschaffen, auch wenn sie weiß, dass das für sie den ultimativen Abschied von Olga bedeuten kann.
Auch die dreizehnjährige Jasse treibt es in den Wald. Aus Wut, Trauer und Verzweiflung möchte sie ihrem Leben ein Ende setzen. Als plötzlich Aufseher auftauchen, fliehen Kiki und Jasse zusammen - und knüpfen eine vorsichtige Verbindung, eine Freundschaft, die sich aus Unglück speist. Das hält Jasse allerdings nicht davon ab, den Bärlauch, den sie gesammelt hat, zum Einsatz zu bringen - allerdings nicht an sich selbst ...
Während Jasse mit ihrem Gewissen kämpft, breitet sich der Bärlauch-Befall immer weiter aus, dominiert die internationalen Medien, befeuert neue Verschwörungstheorien.

Viennese Weed ist Ausweg, Waffe und Droge zugleich. Bedeutet aber auch: eine Wahl haben, selbstbestimmt leben und sterben dürfen.
Gudrun Lerchbaum blickt mit viel Einfühlungsvermögen in die Gedankenwelt von Menschen, die unheilbar krank, von denen, die voller Verzweiflung sind, einen Ausweg suchen. Sie kratzt an einem Tabu, bringt den sonst oft verdrängten Tod in die Mitte der Gesellschaft und stellt unangenehme Fragen: Gehört zu einem selbstbestimmten Leben nicht auch ein selbstbestimmtes Sterben? Was passiert mit uns, wenn es plötzlich eine friedliche, einfache Möglichkeit dazu gibt? Und was tun wir, wenn die Menschen, die wir am meisten lieben, sich dazu entschlossen haben?
Sie zeigt, wie die Nähe des Todes das Menschlichste in uns hervorbringt - und dass stark sein nicht immer bedeuten muss, das Unerträgliche zu ertragen.

Gudrun Lerchbaum, aufgewachsen in Wien, Paris und Düsseldorf, war schon Plakatkleberin, Philosophiestudentin und Weihnachtskartendesignerin. Seit Abschluss ihres Architekturstudiums an der TU Wien arbeitet sie als Architektin und freischaffende Künstlerin. Nach zahlreichen Texten und Kurzgeschichten erschien 2015 ihr erster Roman "Die Venezianerin und der Baumeister". 2016 und 2018 folgten "Lügenland" und "Wo Rauch ist". Ihre Sprache fesselt, rüttelt wach, zeichnet und verwischt Konturen von Protagonist*innen, die uns auch nach dem Lesen noch lange begleiten. Für ihr Werk erhielt Lerchbaum diverse Auszeichnungen und Stipendien, u.a. der Stadt Wien. In "Das giftige Glück" (Haymon, Januar 2022) versetzt Gudrun Lerchbaum eine Stadt in Ekstase und fragt, was zu einem selbstbestimmten Leben gehört.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 21.12.2021
Verlag Haymon Verlag
Seitenzahl 272 (Printausgabe)
Dateigröße 2735 KB
Sprache Deutsch
EAN 9783709939680

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Selbstbestimmtes Sterben oder Mord? Du hast die Wahl...

Eine Kundin/ein Kunde aus Brandis am 18.11.2021

Bewertet: eBook (ePUB)

Wien ist im Aufruhr - der eigentlich sehr gesunde Bärlauch ist mit Pilzen konterminiert und führt damit nun zu einem glücklichen Tod. Die Lösung für zahlreiche Sterbenskranke und Lebensmüde? In Massen pilgern die Menschen in den Wald, um das Kraut zu horten. Vor allem das tolle Cover hat mich bei diesem Buch sehr angesprochen und auch überwiegend aufgrund dessen, habe ich mich entschlossen dieses zu lesen. Die Story versprach zwar einige interessante Aspekte, jedoch war für mich die Zusammenfassung auf der Rückseite eher weniger ausschlaggebend. Nachdem ich das Buch ausgelesen habe, lässt es mich eher ratlos zurück. Der von der Autorin gewünschte Aspekt über das selbstbestimmte Leben und Sterben hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack. Das jeder anfänglich Zugriff auf die Pflanze hat, ermöglicht ganz leicht die Nutzung zu negativen, kriminellen Zwecken (Erpressung/Mord). Auch bleiben viele Handlungen der Protagonisten letztendlich ohne Auflösung - vielmehr kann/soll sich der Leser seinen Teil denken. Für mich, auch wenn mit guter Absicht erdacht, eher ein verstörendes Buch. Am besten hat mir daran das Cover gefallen

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