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Das Leben eines Anderen Roman

93

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.04.2022

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

360

Maße (L/B/H)

21,1/12,7/3,3 cm

Gewicht

432 g

Auflage

2

Übersetzt von

Nora Bierich

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43055-2

Beschreibung

Rezension

»Ohne erzählerische Paukenschläge beschreibt Keiichiro Hirano meisterhaft das Zittern der Lebens- und Liebesfäden ebenso wie die Folgen der tellurischen und politischen Verwerfungen im heutigen Japan. Weitere deutsche Übersetzungen dieses Autors wären willkommen.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Hirano erweist sich ... als Virtuose einer komplexen Kriminalliteratur. Und als eleganter Existenzialist. So wagt er sich ans Vexierspiel einer bodenlosen Identitätskrise.« ("DIE ZEIT")
»Es gehört zu den Schönheiten von Keiichiro Hiranos Buch, dass es beiläufig auch ein Lob des Sanften, Zarten, Stillen singt ... selbstverständlich ist [sein] Roman auch ein raffinierter Roman über das Schreiben und Lesen von Romanen.« ("WELT AM SONNTAG")
» Das Leben eines Anderen hat alle Verlockungen einer Detektivgeschichte und ist zugleich ein zutiefst nachdenklicher Roman, der existenziellen Fragen von Identität und künstlerischem Schaffen nachgeht.« ("The Arts Desk")
»Eine eindringliche und packende Lektüre.« ("Words Without Borders")
»Keiichirō Hirano ist ein versierter und ernsthafter Erzähler, dem so etwas wie die Quadratur des Kreises gelungen ist: ein Thriller mit Tiefgang, der uns zum Nachdenken anregt über Lüge und Wahrheit, Liebe, Tod und andere Kalamitäten.« ("Die Weltwoche")
» Das Leben eines Anderen ist ein packender Roman, dialogreich und mit viel Tempo geschrieben. Krimi und philosophischer Roman in einem. Eine Empfehlung!« ("WDR 5")
»Das wirklich federleichte Spiel, das immer wieder gespielt wird mit den Fragen ›Wer bin ich?‹ und ›Wer will ich eigentlich sein?‹, ist einfach unglaublich großartig.« ("Radio Bremen Zwei")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.04.2022

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

360

Maße (L/B/H)

21,1/12,7/3,3 cm

Gewicht

432 g

Auflage

2

Übersetzt von

Nora Bierich

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43055-2

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • lucieliest

    5/5

    17.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was wäre wenn ...

    Akira Kido ist Scheidungsanwalt und beschäftigt sich mit kaputten Ehen. Doch auch seine eigenen Gewissheiten – seine Ehe, seine Familie – scheinen ihm brüchig. Durch einen neuen Fall gerät er in eine Parallelwelt, in der Männer mit bedenklichen Vergangenheiten Identitäten tauschen und ganze Familien mit Lügen leben. Kido kann sich dem fatalen Verlangen immer weniger entziehen: Was, wenn auch er das Leben eines Anderen führen würde? Zuerst muss ich sagen, dass ich von dem Schreibstil total fasziniert bin. Es hat etwas gedauert, bis ich in die Geschichte reingekommen bin. Der Schreibstil hat eine strukturierte Erzählweise mit wenig Emotion und viel Schilderungen. Aber dann konne ich nicht mehr aufhören zu lesen. Man könnte sagen, es ist eine art Krimi. Der Protagonist ist ein Anwalt, der ein Auftrag bekommt, mehr über eine Person herauszufinden, der „X“, wie er ihn nennt, da er seinen richtigen Namen nicht kennt. Wärend er die Recherche führt, kommen ihm die Gedanken über seine eigene Identität und sein eigenes Leben. Ich fand das Buch interessant. Allerdings gewönungsbedürftig sind die japanische Namen, auch die Gewohnheiten und Beweggründe unterscheiden sich doch sehr von unseren, auch manche Einsichten fand ich sehr fremdartig. Dennoch, oder gerade deswegen sehr interessant. Für mich ist es ein sehr philosophischer Roman über eigene Identität. Das Buch lässt mich sehr nachdenklich zurück.

  • Klara

    5/5

    08.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Menschen können das Leben eines Anderen leben

    Rechtsanwalt Akira Kido, Ende 30, ist unzufrieden mit seinem Leben und nicht glücklich in seiner Ehe. Eines Tages sucht ihn eine Klientin auf, die er acht Jahre zuvor bei ihrer Scheidung von ihrem ersten Ehemann vertreten hatte. Rie hat ihren zweiten Mann Daisuke Taniguchi nach nicht einmal vier Jahren glücklicher Ehe durch einen Arbeitsunfall bei einer Baumfällung verloren. Ihr Mann hatte ihr viel von seinem früheren Leben erzählt, ihr aber ausdrücklich untersagt, Kontakt zu seinem Bruder aufzunehmen. Ein Jahr nach seinem Tod trifft sie den unsympathischen Kyoichi und erfährt, dass ihr Mann nicht der war, für den er sich ausgegeben hat. Rie beauftragt den Anwalt mit den Ermittlungen. Dieser sucht nun mit großem persönlichen Einsatz nach der wahren Identität des Verstorbenen und nach dem echten Daisuke. Dabei entdeckt er, dass es Menschen gibt, die Identitätstausch zu einem Geschäftsmodell gemacht haben und viele Kunden, die davon Gebrauch machen, einige sogar mehrfach. Manche wünschen einfach den radikalen Bruch mit ihrer Familie, andere wollen nicht Sohn oder Tochter eines bekannten Mörders sein. Auch Kido findet die Idee, das Leben eines anderen zu führen, nicht unattraktiv, eröffnet sie doch die Möglichkeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und eventuell eine neue Beziehung einzugehen, zumal seine Ehe in einer schweren Krise steckt: „Menschen können das Leben eines Anderen leben“ (S. 88). Auch der Leser wird sich bei der Lektüre vielleicht fragen, was ihn zu dem macht, der er ist und möglicherweise die eigene Existenz in Frage zu stellen. Kido ist insofern in einer besonderen Situation, als er als Japaner mit koreanischen Wurzeln bei zunehmendem Rechtsextremismus in der japanischen Gesellschaft immer noch Anfeindungen befürchten muss, obwohl er voll integriert ist und seit seiner Schulzeit einen japanischen Pass besitzt. Ihn stört es empfindlich, wenn Menschen in typischem Schubladendenken nicht in ihrer Gesamtheit gesehen, sondern auf einzelne Merkmale reduziert werden: Koreaner, Rechtsanwalt. Der Roman ist kein Thriller, aber er liest sich hervorragend, zumal er noch eine Reihe weiterer Themen behandelt: die Todesstrafe, durch die sich der Staat von jeder Verantwortung für die Taten eines Individuums freispricht, Erdbeben und Tsunami-Flutwellen inklusive Schäden an Atomkraftwerken, insbesondere die Katastrophe von 2011, durch die Tausende von Menschen starben, das Massaker an Koreanern von 1923, die Erfassung und Sicherung aller persönlichen Daten durch den Staat. Hiranos Roman gewährt Einblick in die japanische Kultur und Lebensart und ist sehr empfehlenswert.

  • Klara

    5/5

    08.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Menschen können das Leben…

    Menschen können das Leben eines Anderen leben Rechtsanwalt Akira Kido, Ende 30, ist unzufrieden mit seinem Leben und nicht glücklich in seiner Ehe. Eines Tages sucht ihn eine Klientin auf, die er acht Jahre zuvor bei ihrer Scheidung von ihrem ersten Ehemann vertreten hatte. Rie hat ihren zweiten Mann Daisuke Taniguchi nach nicht einmal vier Jahren glücklicher Ehe durch einen Arbeitsunfall bei einer Baumfällung verloren. Ihr Mann hatte ihr viel von seinem früheren Leben erzählt, ihr aber ausdrücklich untersagt, Kontakt zu seinem Bruder aufzunehmen. Ein Jahr nach seinem Tod trifft sie den unsympathischen Kyoichi und erfährt, dass ihr Mann nicht der war, für den er sich ausgegeben hat. Rie beauftragt den Anwalt mit den Ermittlungen. Dieser sucht nun mit großem persönlichen Einsatz nach der wahren Identität des Verstorbenen und nach dem echten Daisuke. Dabei entdeckt er, dass es Menschen gibt, die Identitätstausch zu einem Geschäftsmodell gemacht haben und viele Kunden, die davon Gebrauch machen, einige sogar mehrfach. Manche wünschen einfach den radikalen Bruch mit ihrer Familie, andere wollen nicht Sohn oder Tochter eines bekannten Mörders sein. Auch Kido findet die Idee, das Leben eines anderen zu führen, nicht unattraktiv, eröffnet sie doch die Möglichkeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und eventuell eine neue Beziehung einzugehen, zumal seine Ehe in einer schweren Krise steckt: „Menschen können das Leben eines Anderen leben“ (S. 88). Auch der Leser wird sich bei der Lektüre vielleicht fragen, was ihn zu dem macht, der er ist und möglicherweise die eigene Existenz in Frage zu stellen. Kido ist insofern in einer besonderen Situation, als er als Japaner mit koreanischen Wurzeln bei zunehmendem Rechtsextremismus in der japanischen Gesellschaft immer noch Anfeindungen befürchten muss, obwohl er voll integriert ist und seit seiner Schulzeit einen japanischen Pass besitzt. Ihn stört es empfindlich, wenn Menschen in typischem Schubladendenken nicht in ihrer Gesamtheit gesehen, sondern auf einzelne Merkmale reduziert werden: Koreaner, Rechtsanwalt. Der Roman ist kein Thriller, aber er liest sich hervorragend, zumal er noch eine Reihe weiterer Themen behandelt: die Todesstrafe, durch die sich der Staat von jeder Verantwortung für die Taten eines Individuums freispricht, Erdbeben und Tsunami-Flutwellen inklusive Schäden an Atomkraftwerken, insbesondere die Katastrophe von 2011, durch die Tausende von Menschen starben, das Massaker an Koreanern von 1923, die Erfassung und Sicherung aller persönlichen Daten durch den Staat. Hiranos Roman gewährt Einblick in die japanische Kultur und Lebensart und ist sehr empfehlenswert.

  • Lena

    5/5

    10.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Über tragische Vergangenheiten…

    Über tragische Vergangenheiten Dies war der erste japanische Roman den ich je gelesen habe und ich bin begeistert. Wir werden mitgenommen auf eine spannende Suche nach der wahren Identität von Taniguchi Daisuke. Dabei verliert sich unser Hauptprotagonist Kido Akira selbst fast in dem Traum, irgendwo völlig neu anzufangen. Der Schreibstil des Autors ist flüssig und toll zu lesen. Ich liebe diese nüchterne Beschreibung der Personen und wie die Reise zur Wahrheit beschrieben wird. Dabei wird es trotz der einfachen Schreibweise nie langweilig. Auch die ganzen Nebenstories sind schlüssig und passen sehr gut in die komplette Erzählung. Ich bekam richtig Mitleid mit allen Beteiligten und kann definitiv verstehen, warum einige von ihnen ein neues Leben beginnen wollten. Zusätzlich erhält man noch ein bisschen japanischen Geschichtsunterricht und lernt noch etwas dazu. Ich empfehle dieses Buch definitiv weiter!

  • Aischa

    aus Kissing

    5/5

    12.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wie sehr kann man sich ändern?

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen" - dieses Zitat des Philosophen Theodor W. Adorno ist hinlänglich bekannt, wenn auch oft sehr frei interpretiert. Der preisgekrönte, hierzulande noch weitgehend unbekannte, japanische Bestsellerautor Keiichirō Hirano stellt im vorliegenden Roman ebenfalls philosophische Betrachtungen an, die grundlegendste könnte in etwa lauten: "Gibt es ein richtiges Leben nach dem falschen?" Die Geschichte beginnt dramatisch: Eine junge Witwe erfährt anlässlich des ersten Todestages ihres verstorbenen Gatten, dass dieser unter falscher Identität gelebt hatte. Er war nicht derjenige, für den er sich ausgegeben hatte, doch wer war er dann gewesen? Wen hatte sie geliebt? Ein von der Witwe beauftragter Anwalt begibt sich auf Spurensuche und stößt dabei auf ein kriminelles Netz aus Menschen, die sich eine neue Identität zulegen wollen, solchen, die ihre eigene verkaufen und Identitätsbrokern, die ein Geschäftsmodell daraus gemacht haben, Angebot und Nachfrage zusammen zu führen. Und die Nachfrage ist vielfältig, ganz so wie auch die Gründe, aus denen man in Japan das Gesicht verlieren kann und davon bedroht ist, von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Überdies erfährt man viel von den Verwerfungen, mit denen Japan in der Vergangenheit - der Roman spielt im Jahr 2012 - zu kämpfen hatte: die tiefgreifende Verunsicherung durch den Tsunami und den dadurch verursachten Reaktorunfall in Fukushima, oder Rassismus gegenüber den Zaichini, der koreastämmigen Minderheit, die auch in dritter Generation und mit japanischer Staatsangehörigkeit noch angefeindet wird. Hirano erzählt dies alles bemerkenswert ruhig und zurückhaltend, und dabei nicht weniger eindringlich. "Das Leben eines Anderen" ist bislang sein einziger ins Deutsche übersetzte Roman, es bleibt zu hoffen, dass sich dies bald ändert.

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