Lichterfelde, 1892: Zusammen mit ihrer Familie ist die junge Auguste in die neu gegründete Villenkolonie im Süden Berlins gezogen. Dort soll sie eine höhere Mädchenschule besuchen und auf ihre gesellschaftliche Rolle als Ehefrau vorbereitet werden. In der Unternehmertochter Lotte findet sie eine Seelenverwandte. Die neue Freundin ist ein Freigeist und sehnt sich danach, aus dem Korsett der wilhelminischen Gesellschaft auszubrechen. Aber eine Frau, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen will, gilt schnell als Rebellin. Als Auguste verlobt werden soll, ahnt sie nicht, welch dramatische Wendung ihr Leben in diesem Jahr nehmen wird …
Ein bewegendes Frauenschicksal aus der Kaiserzeit – Auftakt zu einer mitreißenden Reihe von der Bestsellerautorin Anne Stern.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Nayezi
aus NRW
5/5
01.04.2023
Buch (Taschenbuch)
bewegend
Dieser Roman hat mich umgehauen und auch nachdem ich ihn gelesen habe noch lange beschäftigt, der Roman ist realistisch, dies fällt mir als Erstes zu Beschreibung dessen ein. Es ist nicht alles schön rosig dargestellt sondern spiegelt die Lebensumstände zur damaligen Zeit authentisch wieder. Durch einen unglaublichen Wortschatz und stilistische Mittel hat die Autorin die Geschichte Augustes wunderschön, sensibel und rührend beschreiben. Ich hab die ganze Zeit über mit gefiebert, mitgelacht und mit geweint.… Das Buch ist unglaublich und absolut zu empfehlen.
Sabdah65
aus Dorsten
5/5
07.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Fesselnd
Das ungewöhnliche Cover stach mir sofort ins Auge und ich war sehr interessiert an die Geschichte. Nach dem Lesen des Kurzinhalts wollte ich den Roman unbedingt lesen. Die Autorin Anne Stern schrieb ein bewegendes Frauenschicksal aus der Kaiserzeit. Ein Auftakt zu einer mitreißenden Reihe von der Bestsellerautorin Anne Stern. Es geht um die Freundinnen, die wohlerzogene Auguste und die wilde Lotte, die jeweils ihre eigenen Ziele im Leben erreichen möchten. Diese sind aber in dieser Zeit unmöglich und in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellbar als Frau nur verheiratet zu werden und die Kinder erziehen ohne eigenen Beruf und Meinung.
Als das Schicksal zuschlägt, steht Auguste alleine da und fängt an zu kämpfen. Anne Stern erzählt bildlich, so das ich mitten drin im Geschehen war und mir alles bildlich vorstellen konnte. Es wird hauptsächlich aus Augustes Perspektive erzählt, um mehr über ihre Gedanken und Gefühle zu erfahren.
Durch den fesselnden Schreibstil wurde ich sehr gut unterhalten und habe den Roman nur ungern zur Seite gelegt.
Ich freue mich auf die weiteren Teile.
Bewertung
5/5
01.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Frauenleben im Kaiserreich
Seit dem Juni 2020 kenne ich die Bücher der Autorin Anne Stern. Zu dem Zeitpunkt ist nämlich ihre erfolgreich Krimireihe um die Hebamme Hulda Goldt erschienen, die in den 20er Jahren in Berlin spielt. Inzwischen sind es bereits 4 Bände in dieser Reihe, wobei Sie zu Band 1 und 2 Besprechungen von mir hier finden. Die Bände 3 und 4 habe ich noch vor mir. Aber nicht, weil ich die Reihe nicht mehr liebe, sondern weil ich es mir als Buchhändlerin selten gönne, mehrere Bände einer erfolgreichen Reihe zu lesen.
Im Sommer des letzten Jahres ist dann die Romanbiografie über die beiden Malerinnen Lotte Laserstein und Traute Rose unter dem Titel „Meine Freundin Lotte“ von der Autorin erschienen.
Der Vierteiler „Die Frauen vom Karlsplatz“ ist keine neue Reihe der Autorin. Der 1. Band ist bereits 2018 in einem Selfpublisher Verlag erschienen. Da der Rowohlt Verlag aber clever ist, hat er sich inzwischen auch diese Reihe gesichert.
Doch nun zum dem Roman um Auguste. Zu der Inhaltsangabe hier muss ich dieses Mal gar nicht viel erzählen. Sie ist stimmig. Nur in einem Punkt weiche ich ein wenig ab. Es ist nicht die drohende Verlobung, die der Geschichte eine dramatische Wendung bringt!
Das Buch beginnt 1892, als Auguste 15 Jahre alt ist. In der Krahmerschen Höheren Mädchenschule soll sie ihren Abschluss machen und dann ganz, wie es der damaligen Zeit entspricht, heiraten. Die geeigneten Kandidaten suchen die Eltern aus. Liebe ist dabei völlig unbedeutend. Doch Auguste, die bisher nicht mit ihrem Schicksal gehadert hatte, lernt an der Schule Lotte kennen. Und Lotte ist anders. Und durch Lotte gewinnt auch Auguste plötzlich einen anderen Blickwinkel auf das Leben. Die beiden Freundinnen genießen ein schönes letztes Schuljahr. Doch dann schlägt das Schicksal in mehrfacher Hinsicht brutal zu.
Bis auf den Prolog, der bereits im Jahr 1899 spielt, wird die Geschichte weitestgehend chronologisch erzählt. Es gibt allerdings immer wieder Einschübe, die einen anfangs stutzen lassen. Was haben sie in dieser Geschichte zu suchen? Ich möchte allerdings auf diese Einschübe nicht weiter eingehen, da ich die Geschichte sonst spoilern würde. Als Leser*In ahnt man allerdings schnell, worauf die Einschübe hinarbeiten. Zum Abschluss springt die Geschichte dann allerdings noch einmal sechs Jahre in die Zukunft.
Mir hat dieser erste Band ausgesprochen gut gefallen. Und da der zweite auch bereits lieferbar ist, werde ich mir den Luxus erlauben und gleich damit weitermachen. Band drei erscheint am 16.08.2022 und der abschließende Band vier am 18.10.2022.
Anne Stern erzählt die Geschichte der beiden jungen Frauen sehr spannend und sehr eindringlich. Sie leben in einer Zeit, die wir uns so überhaupt nicht mehr vorstellen können. Auguste ist die Tochter eines höheren Militärs und Lotte die Tochter eines reichen Kaufhausbesitzers. Beide Frauen wachsen also in gehobenen bürgerlichen Verhältnissen auf. Und wenn sie sechzehn Jahr alt sind, werden diese Mädchen normalerweise verheiratet und werden Mutter. Doch Auguste und Lotte haben das Glück, dass sie die Krahmersche Höhere Mädchenschule besuchen durften. Diese Schule gab es übrigens wirklich. Sie war für ihre moderne Einstellung zur Stellung der Frauen bekannt, bzw. berüchtigt. Die Schule wurde 1892 von Adelheid Krahmer gegründet. Dort bekommen die jungen Frauen eine umfassende Bildung, die ihrer Zeit durchaus voraus ist. Und so bilden sich die Schülerinnen eine eigene Meinung und fragen sich, warum ihnen so viel verwehrt wird. Lotte möchte z.B. gerne Ärztin werden. Aber das ist zu dieser Zeit einfach undenkbar. Doch wie reagieren die Eltern dieser jungen Frauen, wenn sie sich nicht mehr nach den herrschenden Gesetzen richten? Diese zwei bewegende Geschichten können Sie in diesem Roman lesen.
Das Ende hat mich überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Und an dieser Stelle hätte ich mir den Roman noch etwas länger gewünscht, denn mir fehlen hier die sechs Jahre in der Entwicklung Augustes, die die Autorin uns unterschlagen hat. Gerade dieses Kapitel wäre ausgesprochen interessant gewesen.
Ich kann diesen Roman nur empfehlen. Anne Stern hat ein sehr interessantes Gesellschaftsbild der wilhelminischen Zeit Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen, in dem es um zwei junge Frauen aus der gehobenen bürgerlichen Gesellschaftsschicht geht. Diese Frauen hatten zwar in finanzieller Hinsicht nichts zu erleiden, aber auf psychischer Ebene konnten sie im Prinzip kein eigenständiges Leben entwickeln. Erst waren sie das „Eigentum“ ihrer Eltern, dann ihres Ehemanns. Sie waren keine Personen , sondern nur Objekte, die so verschoben wurden, wie es der Familie sinnvoll erschien.
Ich bin sehr gespannt, wie sich das Leben der Frau vom Karlsplatz in den drei weiteren Bänden entwickeln wird. Für mich könnte diese Reihe eine gute Nachfolge für die „Jahrhundert-Trilogie“ von Carmen Korn oder die Reihe um das „Gut Greifenau“ der Autorin Hanna Caspian sein.
Lese_Feesbuchträume
5/5
28.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine schöne Geschichte Mein…
Eine schöne Geschichte Mein erster Roman von @annesternschreibt der mir gut gefallen hat. Die Geschichte spielt im 19.Jahrhundert in Berlin zur Zeit des Deutschen Kaiserreiches statt und es handelt sich um Auguste ein junges Mädchen
Lese_Feesbuchträume
aus Braunschweig
5/5
28.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine schöne Geschichte
Mein erster Roman von @annesternschreibt der mir gut gefallen hat. Die Geschichte spielt im 19.Jahrhundert in Berlin zur Zeit des Deutschen Kaiserreiches statt und es handelt sich um Auguste ein junges Mädchen aus gutem Hause. Sie lernt Lotte kennen die sich von gesellschaftlichen Konventionen eingeengt fühlt. Lotte träumt von einem Leben als Ärztin. Der Beginn einer besonderen Freundschaft zwischen den beiden. Mir ist der Einstieg in die Geschichte sehr gut gelungen. Der Schreibstil war für mich gut und das Cover finde ich passend zur Zeit. Die Protagonisten waren sehr gut ausgearbeitet und es wird überwiegend aus der Sicht von Auguste erzählt. Es gibt aber auch Abschnitte aus den Blickwinkeln der anderen, was mir gut gefallen hat. Der Roman war für mich ein Lesehighlight und ich bin gespannt, wie es um Auguste weitergeht.
Klare Leseempfehlung spreche ich gerne aus.
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