Als der Autor zu Beginn der 1990er Jahre in eine Diensthundestaffel der niederländischen Polizei eintrat, beruhte die Ausbildung noch auf Unterwerfung und Strafe – wie fast überall zu dieser Zeit und in dieser Szene. Als er mit der Aufgabe betraut wurde, Hunde für eine neu gegründete Spezialeinheit auszubilden, in der die Hunde selbständig über große Entfernungen und außer Sichtweite der Hundeführer agieren sollten, war schnell klar, dass dies mit den herkömmlichen Methoden nicht zu machen war: Es war die Geburtsstunde des „Pavlov-Projekts“, der Einführung der operanten Konditionierung in die Welt der Diensthundeausbildung.
Jahrelang reiste Simon Prins um den Globus, um von den Besten zu lernen und wurde dabei insbesondere von Bob Bailey beeinflusst, den er als seinen geistigen Mentor bezeichnet. In diesem Buch hat er seine ganz persönliche Reise in die spannende Welt der Verhaltens- und Lernforschung festgehalten und lässt den Leser an seinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben, zu denen vorübergehende Fehlschläge ebenso gehörten wie großartige Erfolge.
Mitreißend und für jeden verständlich erklärt er die Grundprinzipien und Gesetze eines modernen, auf wissenschaftlichen Fakten beruhenden Hundetrainings, mit dem praktisch alles möglich ist.
Warum operante Konditionierung weit mehr ist als „Kekse werfen“, was beim Einsatz von Verstärkern alles zu beachten ist, welche Fallstricke sich uns beim Training in den Weg legen können, warum Datensammeln so wichtig ist und wie es um die innere Einstellung und Motivation des Trainers bestellt sein muss, erfahren Sie in diesem spannenden Buch, das Theorie und Praxis überzeugend zusammenbringt.
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WOW - was für ein Buch!
Bewertung aus Goch am 25.08.2022
Bewertungsnummer: 1773882
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Buch trägt den Untertitel „Ein Diensthundeführer berichtet“ und war für mich dann zunächst etwas verwirrend als ich vom Verlag die Information bekam, es handele sich hier um ein Buch über klassische und operante Konditionierung.
Pavlov, Skinner und Co – jeder Hundetrainer oder Verhaltensberater muss in seiner Ausbildung wissen, wovon bei diesen Namen die Rede ist. Klassische und operante Konditionierung sind prüfungsrelevante Themen und je nach Institut zum Teil rein wissenschaftlich und „knochentrocken“ aufgearbeitet.
Doch Simon Prins nimmt den Leser hier mit auf eine interessante Reise durch Vergangenheit, Umdenken und Lernen, Kooperationen zwischen Hundetrainern und lässt uns auch teilhaben an den Misserfolgen aus seinem Leben. Tatsächlich ist das Buch eher für Trainer, Verhaltensberater und anderen, mit Hunden und Menschen beruflich arbeiteten Menschen geeignet, da diese bereits ein großes Spektrum an Vorwissen haben, jedoch ist es durchaus auch für den interessierten Hundehalter lesenswert, der nicht nur stupide abarbeiten möchte, was die Hundeschule vorgibt, sondern sich selbst ein Bild davon machen möchte wie Hunde lernen, arbeiten und zu welchen tollen Leistungen sie fähig sind, wenn man sie artgerecht und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausbildet.
Mit anderen zusammenzuarbeiten fällt Hundetrainern oft schwer. (…) Zusammenarbeit jedoch war das Schlüsselelement, das zum Erfolg führte. Zusammenarbeiten bedeutete aber, über den eigenen Schatten zu springen und sein Ego beiseite zu stellen, sich gegenseitig zu helfen, anstatt sich zu be- und verurteilen, (…) Dies sind Lektionen, die Hundetrainer unbedingt lernen müssen “ (Seite 55).
Neben den Grundlagen der Lerngesetze nimmt der Autor aber eben auch diejenigen kritisch unter die Lupe, die lehren, was der Halter seinem Hund beizubringen hat – die Trainer. Was macht einen guten Hundetrainer aus? Dies erfährt man im Kapitel „Trainer und Hundeführer“
„Ein guter Trainer ist wie ein Kapitän. Er kann das ganze Schiff „organisieren“, um den Zielhafen zu erreichen.“ (Seite 228).
Im letzten Drittel des fast 400 Seiten starken Buches geht es dann auch letztendlich um Training, Trainingspläne und auch auf Problemverhalten wird eingegangen.
Training ist einfach – aber nicht leicht!“ (Seite 359).
Mein Fazit: Ich war am Anfang skeptisch, ob ich mir nach all dem Lernen und den verschiedensten Ausbildungen noch einmal 400 Seiten über Konditionierung und/oder Trainingsprinzipien und Lerngesetze antun wollte. Doch Simon Preis hat mich bereits auf den ersten Seiten gefesselt. So interessant und packend geschrieben ist es definitiv kein Buch, das mal eben so zwischendurch gelesen werden darf. Ich habe tatsächlich mehrere Monate gebraucht, immer mal wieder Kapitel zurückgeblättert und vieles auch mal wirken lassen. Aber es lohnt sich und mit diesem Wissen bereichert es die Arbeit mit Hunden und ihren Menschen ungemein.
Das Buch ist beim Kynos-Verlag zu beziehen, unter der ISBN Nr 978-3-95464-257-1, aber auch bei allen anderen buchführenden Händlern wie Amazon, Thalia, Hugendubel, Weltbild, etc.
So wird man ein guter Tierzrainer
EK am 19.06.2022
Bewertungsnummer: 1732602
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Pavlov und Skinner bekommen keinen neuen Anstrich sondern werden ganz klar und verständlich wissenschaftlich dargelegt ohne schnick schnack.
Obwohl sehr wissenschaftlich gehalten, liest es sich sehr flüssig.
Ich staunte immer wieder was Tiere leisten können wenn sie richtig trainiert werden.
Was mich jedoch fast am meisten an diesem Buch fasziniert hat ist das Herr Prins wirklich niemanden verurteilt. Er hat seine Trainingsweise komplett umgestellt, und das mit Erfolg.
Trotzdem animiert er dazu das die Menschen mehr ins Gespräch kommen sich austauschen, offen auch für andere Wege zu sein, aus ihren Fehlern lernen um besser zu werden, schneller, effizienter und nachhaltiges Verhalten zu etablieren das auch die Tiere gerne ausführen.
Nicht wer denkt im Recht zu sein steht im Vordergrund sondern was wirklich effektiv ist.
Wer was über das trainieren von Hunden lernen will ist mit diesem Buch bestens bedient. 0 8 15 Anleitungen enthält es nicht. Aber wer es gelesen und verinnerlicht hat braucht auch keinen vorgefertigten Trainingsplan mehr sondern fertig ihn selber an.
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