Die Leuchtturmwärter

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Roman

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Beschreibung

»Ein erstklassiges Debüt« (The Guardian), »Faszinierend wie ein aufgewühltes Wintermeer« (The Sunday Times), »Wunderbar klug und atmosphärisch« (Observer) - Der internationale Bestseller aus England
In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Als sie zum ersten Mal ihre Seite der Geschichte erzählen, kommt ein Leben voller Entbehrungen zutage - des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer sie hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung.
Emma Stonex hat in ihrem Roman »Die Leuchtturmwärter« ein fesselndes Drama über Verlust und Trauer geschaffen - und über die Liebe, die es braucht, um das Licht am Brennen zu halten, wenn alles andere von Dunkelheit verschlungen wird.
»Ein außergewöhnliches Buch! Durch jede Seite, jede Figur hallt die dunkle, mächtige Präsenz des Meeres wider.« Raynor Winn, Autorin des Bestsellers »Der Salzpfad«
»Mystery, Liebesgeschichte und Schauerroman in einem. Ich wollte nicht, dass es endet!« S J Watson
»Misstrauen, Lügen und eine doch außergewöhnliche Liebe verbindet diese Frauen in einem Roman, der sich für Hoffnung und Zusammenhalt ebenso interessiert wie für Mord und Rache.« Guardian

Details

Verkaufsrang

6726

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

25.08.2021

Verlag

Fischer E-Books

Beschreibung

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ePUB

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Verkaufsrang

6726

Erscheinungsdatum

25.08.2021

Verlag

Fischer E-Books

Seitenzahl

432 (Printausgabe)

Dateigröße

3259 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Lamplighters

Übersetzer

Eva Kemper

Sprache

Deutsch

EAN

9783104912745

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Dauerleserin am 23.04.2022

Bewertet: eBook (ePUB)

In der Nacht zu Silvester im Jahr 1972 geschieht auf dem Leuchtturm von Maiden Rock, einem Leuchtturm in einer schwer zugänglichen Lage vor der Küste Süd-Englands, ein Drama: drei Leuchtturmwärter verschwinden spurlos. Der Leuchtturm ist leer, als ein Boot mit der Ablösung anlegt. Mysteriös sind die Spuren, die man im Leuchtturm findet: zwei stehengebliebene Wanduhren , ein gedeckter Tisch, und scheinbar hatte einer der Männer den Leuchtturm ohne seine Regenjacke verlassen, was unüblich ist. Noch dazu war die Tür zum Leuchtturm von innen abgesperrt. Die drei verschwundenen Leuchtturmwärter wurden nie gefunden. 20 Jahre später rollt der Schriftsteller Dan Sharp den Fall noch einmal von vorne auf und befragt unter anderem die drei Ehefrauen der verschwundenen Männer. Dan Sharp sticht dabei in ein Wespennest, das sich auch nach der langen Zeit nicht beruhigt hat … „Manche Geheimnisse sollen einfach nicht aufgedeckt werden.“ (eBook, S. 522) Cover und Schreibstil: Das Cover von „Die Leuchtturmwärter“ ist schlicht gehalten, aber es ist wirklich schön. Das Cover ist ziemlich blau, aber das passt natürlich zu diesem Buch. Abgebildet ist ein Leuchtturm – DER Leuchtturm – umgeben von vielen Wellen. Durch die Art und Weise wie das Bild gemalt ist, wirkt es fast dreidimensional. Der Schreibstil der Autorin Emma Stonex ist flüssig. Durch ihre spezielle Ausdrucksweise schafft sie es sogar, einfache Beschreibungen der Örtlichkeiten und der Natur spannend zu gestalten. Die Autorin hat das Buch in zwei Zeitebenen geschrieben. Die eine Zeitebene spielt im Jahr 1992, als Dan Sharp den Fall neu aufrollt. Die andere Zeitebene beschäftigt sich mit den Tagen vor dem Verschwinden der Männer. Hier erzählt die Autorin das Geschehen auf dem Leuchtturm aus der Perspektive der drei Männer. Fazit: Helen, Jenny und Michelle, die Ehefrauen der verschwundenen Leuchtturmwärter, werden intensiv befragt. Bei den Befragungen erfährt man interessante Details aus dem Leben der Leuchtturmwärter und ihrer Familien. Es geht aber auch um Beziehungsdramen, Konkurrenzdenken und Teamarbeit. Hier war es sehr interessant, zu lesen, wie die drei Frauen völlig unterschiedlich mit der Situation umgegangen sind. Die Ermittlungen nach so langer Zeit sind äußerst schwierig, denn es gibt viel, was bis jetzt verschwiegen wurde, und genau dies soll nach der Auffassung verschiedener Menschen auch so bleiben. Das Buch lebt unter anderem von der authentischen Schilderung des Lebens auf dem Leuchtturm und der Ereignisse auf dem Leuchtturm in den Tagen vor dem Verschwinden der Männer. Hinzu kommen u.a. auch Logbucheinträge, die ich sehr gerne gelesen habe. Man kann sich als Lesende/r richtig gut vorstellen, wie eng und einsam es auf einem Leuchtturm ist. Allein diese Schilderungen waren sehr interessant und machen das Buch lesenswert. Nach und nach bekommt man eine Ahnung, was in der Nacht, in der die Männer verschwanden, passiert ist bzw. ja eher passiert sein könnte. Aber es gibt so viele Verwicklungen und Möglichkeiten, dass man eigentlich bis zum Ende keine Ahnung hat, wohin das Ganze führt. Das Ende ist meiner Meinung nach ein wenig unspektakulär, aber dennoch überraschend und nicht uninteressant. Sagen wir mal so: es passt ganz hervorragend zu diesem Buch! Es ist nicht reißerisch, aber es lässt einen dennoch nicht los. Warum ist dieses Buch so besonders? „Die Leuchtturmwärter“ ist für mich aus zwei Gründen ein ganz besonderes Buch. Zum einen bedient sich Emma Stonex einer außergewöhnlichen Sprache. Es gelingt ihr, sowohl die Trauer, die die Witwen empfinden, rüberzubringen als auch deren Wut über ihr verkorkstes, von Entbehrungen geprägtes Leben. Der andere Grund, vielleicht sogar der wichtigere von beiden, weswegen „Die Leuchtturmwärter“ ein ganz besonderes Buch für mich ist, ist, dass die Geschichte auf einem wahren Fall beruht. Denn Silvester 1900 verschwanden tatsächlich drei Leuchtturmwärter auf dem Flannan-Isles-Leuchtturm, nordöstlich von Schottland, der erst ein Jahr zuvor fertiggestellt worden war. Das Verschwinden der drei Männer wurde nie aufgeklärt. Leseempfehlung: „Die Leuchtturmwärter“ ist kein Krimi oder Thriller im herkömmlichen Sinne, aber das Buch ist trotzdem nicht weniger gruselig. Ich empfehle dieses Buch allen, die wie ich fasziniert von Leuchttürmen sind, aber auch allen Krimifans, die Bücher mögen, bei denen auch Schilderungen der wilden Natur, aber auch Gefühle nicht zu kurz kommen. Ich werde noch lange an dieses Buch denken, weswegen ich auch sehr gerne 5 Sterne vergebe. Die Dauerleserin

Ausgeliefert auf engstem Raum

Dauerleserin am 23.04.2022
Bewertet: eBook (ePUB)

In der Nacht zu Silvester im Jahr 1972 geschieht auf dem Leuchtturm von Maiden Rock, einem Leuchtturm in einer schwer zugänglichen Lage vor der Küste Süd-Englands, ein Drama: drei Leuchtturmwärter verschwinden spurlos. Der Leuchtturm ist leer, als ein Boot mit der Ablösung anlegt. Mysteriös sind die Spuren, die man im Leuchtturm findet: zwei stehengebliebene Wanduhren , ein gedeckter Tisch, und scheinbar hatte einer der Männer den Leuchtturm ohne seine Regenjacke verlassen, was unüblich ist. Noch dazu war die Tür zum Leuchtturm von innen abgesperrt. Die drei verschwundenen Leuchtturmwärter wurden nie gefunden. 20 Jahre später rollt der Schriftsteller Dan Sharp den Fall noch einmal von vorne auf und befragt unter anderem die drei Ehefrauen der verschwundenen Männer. Dan Sharp sticht dabei in ein Wespennest, das sich auch nach der langen Zeit nicht beruhigt hat … „Manche Geheimnisse sollen einfach nicht aufgedeckt werden.“ (eBook, S. 522) Cover und Schreibstil: Das Cover von „Die Leuchtturmwärter“ ist schlicht gehalten, aber es ist wirklich schön. Das Cover ist ziemlich blau, aber das passt natürlich zu diesem Buch. Abgebildet ist ein Leuchtturm – DER Leuchtturm – umgeben von vielen Wellen. Durch die Art und Weise wie das Bild gemalt ist, wirkt es fast dreidimensional. Der Schreibstil der Autorin Emma Stonex ist flüssig. Durch ihre spezielle Ausdrucksweise schafft sie es sogar, einfache Beschreibungen der Örtlichkeiten und der Natur spannend zu gestalten. Die Autorin hat das Buch in zwei Zeitebenen geschrieben. Die eine Zeitebene spielt im Jahr 1992, als Dan Sharp den Fall neu aufrollt. Die andere Zeitebene beschäftigt sich mit den Tagen vor dem Verschwinden der Männer. Hier erzählt die Autorin das Geschehen auf dem Leuchtturm aus der Perspektive der drei Männer. Fazit: Helen, Jenny und Michelle, die Ehefrauen der verschwundenen Leuchtturmwärter, werden intensiv befragt. Bei den Befragungen erfährt man interessante Details aus dem Leben der Leuchtturmwärter und ihrer Familien. Es geht aber auch um Beziehungsdramen, Konkurrenzdenken und Teamarbeit. Hier war es sehr interessant, zu lesen, wie die drei Frauen völlig unterschiedlich mit der Situation umgegangen sind. Die Ermittlungen nach so langer Zeit sind äußerst schwierig, denn es gibt viel, was bis jetzt verschwiegen wurde, und genau dies soll nach der Auffassung verschiedener Menschen auch so bleiben. Das Buch lebt unter anderem von der authentischen Schilderung des Lebens auf dem Leuchtturm und der Ereignisse auf dem Leuchtturm in den Tagen vor dem Verschwinden der Männer. Hinzu kommen u.a. auch Logbucheinträge, die ich sehr gerne gelesen habe. Man kann sich als Lesende/r richtig gut vorstellen, wie eng und einsam es auf einem Leuchtturm ist. Allein diese Schilderungen waren sehr interessant und machen das Buch lesenswert. Nach und nach bekommt man eine Ahnung, was in der Nacht, in der die Männer verschwanden, passiert ist bzw. ja eher passiert sein könnte. Aber es gibt so viele Verwicklungen und Möglichkeiten, dass man eigentlich bis zum Ende keine Ahnung hat, wohin das Ganze führt. Das Ende ist meiner Meinung nach ein wenig unspektakulär, aber dennoch überraschend und nicht uninteressant. Sagen wir mal so: es passt ganz hervorragend zu diesem Buch! Es ist nicht reißerisch, aber es lässt einen dennoch nicht los. Warum ist dieses Buch so besonders? „Die Leuchtturmwärter“ ist für mich aus zwei Gründen ein ganz besonderes Buch. Zum einen bedient sich Emma Stonex einer außergewöhnlichen Sprache. Es gelingt ihr, sowohl die Trauer, die die Witwen empfinden, rüberzubringen als auch deren Wut über ihr verkorkstes, von Entbehrungen geprägtes Leben. Der andere Grund, vielleicht sogar der wichtigere von beiden, weswegen „Die Leuchtturmwärter“ ein ganz besonderes Buch für mich ist, ist, dass die Geschichte auf einem wahren Fall beruht. Denn Silvester 1900 verschwanden tatsächlich drei Leuchtturmwärter auf dem Flannan-Isles-Leuchtturm, nordöstlich von Schottland, der erst ein Jahr zuvor fertiggestellt worden war. Das Verschwinden der drei Männer wurde nie aufgeklärt. Leseempfehlung: „Die Leuchtturmwärter“ ist kein Krimi oder Thriller im herkömmlichen Sinne, aber das Buch ist trotzdem nicht weniger gruselig. Ich empfehle dieses Buch allen, die wie ich fasziniert von Leuchttürmen sind, aber auch allen Krimifans, die Bücher mögen, bei denen auch Schilderungen der wilden Natur, aber auch Gefühle nicht zu kurz kommen. Ich werde noch lange an dieses Buch denken, weswegen ich auch sehr gerne 5 Sterne vergebe. Die Dauerleserin

Das Verschwinden der Leuchtturmwärter

orfe1975 am 20.12.2021

Bewertet: eBook (ePUB)

Cover: --- Das Cover wirkt schlicht in seinem Dunkelblau und dennoch wirkt die Zeichnung des Leuchtturms im tosenden Meer sehr eindringlich und mythisch. Es zieht den Leser auf magische Weise an, das Buch in die Hand zu nehmen. Inhalt: --- Im Dezember 1900 verschwanden drei Wärter von einem abgelegenen Leuchtturm auf der Insel Eilean Mòr in den Äußeren Hebriden. Was genau passiert ist, weiß bis heute niemand. Aus dieser Geschichte entstanden bereits Romane und auch ein Film. Emma Stonex hat diese Geschichte als Vorlage für eine neue Handlung genutzt, die zwar von diesem Ereignis inspiriert, aber eine fiktionale Geschichte ist, die im Jahr 1972 stattfindet und keine Ähnlichkeit mit dem Leben und der Persönlichkeit der Personen aus der Ursprungsgeschichte hat. In diesem Roman haben die drei Männer Arthur, Bill und Vincent gemeinsam Wache. Als die Ablösung für einen der drei eintrifft, ist die Tür jedoch von innen verschlossen, beim Eindringen in den Leuchtturm ist kein Mensch anwesend und alle Uhren sind um Viertel vor Neun stehen geblieben. Was ist mit den Männern geschehen? 20 Jahre später versucht ein Schriftsteller durch Interviews mit Menschen, die diese Männer kannten, vor allem mit den drei Frauen der Männer, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mein Eindruck: --- Der Aufbau des Romans erscheint anfangs sehr verworren. Die Geschichte spielt im Wesentlichen auf den beiden Zeitebenen 1972, in dem die Männer verschwanden und 1992, dem Jahr, in dem der Schriftsteller sich auf Spurensuche begibt. Zudem Wechseln die Perspektiven der Personen innerhalb einer Zeitebene. Nach und nach erfährt der Leser durch die Interviews und Erinnerungen sowie die Erzählungen im Jahr des Verschwindens mehr über die einzelnen Protagonisten und ihre Beziehungen zueinander. Helen ist schon lange mit Arthur Black verheiratet, der sich mittlerweile zum Oberwärter hochgearbeitet hat. Die beiden haben keine Kinder, doch in ihrer Ehe gibt es ein schweres Geheimnis, dass die beiden mehr und mehr auseinanderbringt. Arthurs Freund und Wärter William "Bill" Walker hat mit seiner Frau Jenny drei Kinder, doch glücklich ist vor allem Bill nicht in der Beziehung. Hilfswärter Vincent Bourne ist frisch verliebt und kann sich, obwohl er eine dunkle Vergangenheit hat, eine gute Zukunft mit seiner Freundin Michelle vorstellen. Durch die Wechselschicht der drei Männer und die erzwungene Gemeinschaft der an Land zurückbleibenden Frauen entwickeln sich ihre Beziehungen zueinander in einer gewissen Eigendynamik. Jeder hat seine (dunklen) Geheimnisse, die durch die Interviews mit dem Schriftsteller schrittweise gelüftet werden. Nicht zuletzt wird am Ende auch der Schriftsteller selbst "enttarnt". Der Roman spielt mit der Tatsache, dass jeder seine eigenen Wahrheiten hat bzw. eine Geschichte immer aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden kann. Dadurch hat das Buch für mich einen richtigen Sog entwickelt, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Verstärkt wurde dieser Sog-Effekt auch durch die fast poetische Sprache, die dem Leser viele Denkanstöße liefert. S. 161 [Helen] "Mein Mann ist tot, aber ich nicht. Auch Jenny nicht. Und was uns miteinander verbindet, ist nicht tot, es lebt, und wenn das so ist, kann es sich ändern, es kann wachsen, es kann einen Ausweg finden. Von Tod und Verlust habe ich genug, ich will das nicht mehr. Ich habe Ihnen letztes Mal vom Garten erzählt. Davon, dass das Leben wieder und wieder aus der Kälte zurückkehrt. Das ist es, worauf ich hoffe. Das ist es, was ich will." Liebe, Verlust, Trauer, Vergeben können und nach vorne sehen, das sind die wichtigen Themen dieses Romans, eingewoben in die spannende Ergründung von persönlichen Geheimnissen und Wissen zur Arbeit von Leuchtturmwärtern. Zugegebenermaßen ist ein konzentriertes Lesen erforderlich, um den Durchblick zu behalten, auch wenn durch Überschriften die Zeit- und Personenebenen klar voneinander abgetrennt sind. Doch es lohnt sich auf jeden Fall! Fazit: --- Ein spannender und poetisch geschriebener Roman über das Leben von Leuchtturmwärtern und der Frage, wie viele Wahrheiten eine Geschichte haben kann

Das Verschwinden der Leuchtturmwärter

orfe1975 am 20.12.2021
Bewertet: eBook (ePUB)

Cover: --- Das Cover wirkt schlicht in seinem Dunkelblau und dennoch wirkt die Zeichnung des Leuchtturms im tosenden Meer sehr eindringlich und mythisch. Es zieht den Leser auf magische Weise an, das Buch in die Hand zu nehmen. Inhalt: --- Im Dezember 1900 verschwanden drei Wärter von einem abgelegenen Leuchtturm auf der Insel Eilean Mòr in den Äußeren Hebriden. Was genau passiert ist, weiß bis heute niemand. Aus dieser Geschichte entstanden bereits Romane und auch ein Film. Emma Stonex hat diese Geschichte als Vorlage für eine neue Handlung genutzt, die zwar von diesem Ereignis inspiriert, aber eine fiktionale Geschichte ist, die im Jahr 1972 stattfindet und keine Ähnlichkeit mit dem Leben und der Persönlichkeit der Personen aus der Ursprungsgeschichte hat. In diesem Roman haben die drei Männer Arthur, Bill und Vincent gemeinsam Wache. Als die Ablösung für einen der drei eintrifft, ist die Tür jedoch von innen verschlossen, beim Eindringen in den Leuchtturm ist kein Mensch anwesend und alle Uhren sind um Viertel vor Neun stehen geblieben. Was ist mit den Männern geschehen? 20 Jahre später versucht ein Schriftsteller durch Interviews mit Menschen, die diese Männer kannten, vor allem mit den drei Frauen der Männer, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mein Eindruck: --- Der Aufbau des Romans erscheint anfangs sehr verworren. Die Geschichte spielt im Wesentlichen auf den beiden Zeitebenen 1972, in dem die Männer verschwanden und 1992, dem Jahr, in dem der Schriftsteller sich auf Spurensuche begibt. Zudem Wechseln die Perspektiven der Personen innerhalb einer Zeitebene. Nach und nach erfährt der Leser durch die Interviews und Erinnerungen sowie die Erzählungen im Jahr des Verschwindens mehr über die einzelnen Protagonisten und ihre Beziehungen zueinander. Helen ist schon lange mit Arthur Black verheiratet, der sich mittlerweile zum Oberwärter hochgearbeitet hat. Die beiden haben keine Kinder, doch in ihrer Ehe gibt es ein schweres Geheimnis, dass die beiden mehr und mehr auseinanderbringt. Arthurs Freund und Wärter William "Bill" Walker hat mit seiner Frau Jenny drei Kinder, doch glücklich ist vor allem Bill nicht in der Beziehung. Hilfswärter Vincent Bourne ist frisch verliebt und kann sich, obwohl er eine dunkle Vergangenheit hat, eine gute Zukunft mit seiner Freundin Michelle vorstellen. Durch die Wechselschicht der drei Männer und die erzwungene Gemeinschaft der an Land zurückbleibenden Frauen entwickeln sich ihre Beziehungen zueinander in einer gewissen Eigendynamik. Jeder hat seine (dunklen) Geheimnisse, die durch die Interviews mit dem Schriftsteller schrittweise gelüftet werden. Nicht zuletzt wird am Ende auch der Schriftsteller selbst "enttarnt". Der Roman spielt mit der Tatsache, dass jeder seine eigenen Wahrheiten hat bzw. eine Geschichte immer aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden kann. Dadurch hat das Buch für mich einen richtigen Sog entwickelt, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Verstärkt wurde dieser Sog-Effekt auch durch die fast poetische Sprache, die dem Leser viele Denkanstöße liefert. S. 161 [Helen] "Mein Mann ist tot, aber ich nicht. Auch Jenny nicht. Und was uns miteinander verbindet, ist nicht tot, es lebt, und wenn das so ist, kann es sich ändern, es kann wachsen, es kann einen Ausweg finden. Von Tod und Verlust habe ich genug, ich will das nicht mehr. Ich habe Ihnen letztes Mal vom Garten erzählt. Davon, dass das Leben wieder und wieder aus der Kälte zurückkehrt. Das ist es, worauf ich hoffe. Das ist es, was ich will." Liebe, Verlust, Trauer, Vergeben können und nach vorne sehen, das sind die wichtigen Themen dieses Romans, eingewoben in die spannende Ergründung von persönlichen Geheimnissen und Wissen zur Arbeit von Leuchtturmwärtern. Zugegebenermaßen ist ein konzentriertes Lesen erforderlich, um den Durchblick zu behalten, auch wenn durch Überschriften die Zeit- und Personenebenen klar voneinander abgetrennt sind. Doch es lohnt sich auf jeden Fall! Fazit: --- Ein spannender und poetisch geschriebener Roman über das Leben von Leuchtturmwärtern und der Frage, wie viele Wahrheiten eine Geschichte haben kann

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Ingrid Führer

Thalia Gmunden - SEP

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Der Leuchtturm.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Nicht nur die Tragweite der Einsamkeit, sondern auch die Faszination mitten im Meer auf einem Leuchtturm zu arbeiten , wird uns in diesem Buch geschildert. Als die drei Männer 1972 spurlos verschwinden, stellen sich nicht nur die Frau die Frage , was ist hier passiert? Die Frauen bleiben allein und ohne Mittel zurück. 20 Jahre später möchte ein Autor ein Buch über den Zwischenfall schreiben. Um an Informationen zu kommen, werden die Frauen befragt, nicht jeder ist bereit über die Zeit zu sprechen. Geheimnisse kommen ans Licht. Ein Buch das sehr spannend zu lesen ist.
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Der Leuchtturm.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Nicht nur die Tragweite der Einsamkeit, sondern auch die Faszination mitten im Meer auf einem Leuchtturm zu arbeiten , wird uns in diesem Buch geschildert. Als die drei Männer 1972 spurlos verschwinden, stellen sich nicht nur die Frau die Frage , was ist hier passiert? Die Frauen bleiben allein und ohne Mittel zurück. 20 Jahre später möchte ein Autor ein Buch über den Zwischenfall schreiben. Um an Informationen zu kommen, werden die Frauen befragt, nicht jeder ist bereit über die Zeit zu sprechen. Geheimnisse kommen ans Licht. Ein Buch das sehr spannend zu lesen ist.

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Thalia St. Pölten

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Wo sind sie hin?

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein scheinbar unlösbares Rätsel ist eine der besten Grundlagen für eine spannende Lektüre. Im goldenen Zeitalter der Krimis von den 1920ern bis in die 1940er Jahre florierte daher der so genannte locked room mystery, der eigentlich unmögliche Mord im hermetisch verschlossenen Raum. Wenn niemand rein und niemand raus konnte, wie hätte dann der Mord verübt werden sollen? Emma Stonex nimmt als Vorlage für ihren Debütroman das bis heute ungeklärte Rätsel vom Flannan Isles-Leuchtturm: Von dort verschwand im Jahr 1900 die drei Mann starke Besatzung spurlos – weder wurden sie von einem Schiff abgeholt, noch je ihre Leichen angespült. „Die Leuchtturmwärter“ versetzt die Handlung um einige Jahrzehnte in die Zukunft und erzählt sie abwechselnd auf zwei zeitlichen Ebenen. In den 70er Jahren erzählen immer wieder reihum die Leuchtturmwärter von ihrem Zusammenleben auf engstem Raum mit nichts als dem Leuchtturm und der winzigen kargen Felseninsel drumherum. Jedes zweite Kapitel springt in die 90er Jahre, wo die drei Witwen von einem Schriftsteller kontaktiert werden, der um die mysteriösen Geschehnisse ein Buch schreiben verfassen möchte. Auf diese Weise enthält man laufend Einblick in die Geistes- und Seelenzustände aller sechs Hauptfiguren. Dabei stellt sich nach und nach heraus, dass einerseits jede der Frauen sich auf die ein oder andere Art für das Drama rund um ihre Männer verantwortlich fühlt und auf der anderen Seite das Miteinander der Wärter im Laufe der Zeit in ihrem klaustrophobischen Zuhause immer prekärer und spannungsgeladener wird. Wo Elemente aus Krimi und modernem Schauerroman à la Carlos Ruiz Zafón die Geschichte besonders machen, steht in ihrem Zentrum ein psychologisches Beziehungsdrama: Die drei Frauen, durch die Liebe zu ihren Männern und das gemeinsam erlittene Schicksal vereint, zuerst durch deren Arbeit, dann durch ihr Verschwinden gänzlich allein gelassen zu sein. Doch was sie eigentlich enger zueinander führen sollte, resultiert in Gräben, die mit den Jahren immer tiefer und unübwindbarer scheinen, je danach wie jede Einzelne mit dem Verlust für sich umgegangen ist. Wenn ein so markantes Rätsel im Mittelpunkt eines Buches steht, hängt vieles von seinem Erfolg davon ab, wie es am Ende des Tages aufgelöst wird und in wie weit man als Leser*in davon zufriedengestellt und ausreichend überrascht ist. „Die Leuchtturmwärter“ schlägt im großen Finale einen unerwarteten Weg ein, der zumindest Gefahr läuft, nicht allen erzeugten Erwartungen gerecht zu werden. Trotz allem bleibt nach den letzten Zeilen ein unterhaltsamer und sprachlich eleganter Roman, bei dem es eben nicht hauptsächlich um die Lösung eines Rätsels geht, sondern die Menschen mit ihren Hoffnungen, Träumen und Ängsten dahinter.
4/5

Wo sind sie hin?

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein scheinbar unlösbares Rätsel ist eine der besten Grundlagen für eine spannende Lektüre. Im goldenen Zeitalter der Krimis von den 1920ern bis in die 1940er Jahre florierte daher der so genannte locked room mystery, der eigentlich unmögliche Mord im hermetisch verschlossenen Raum. Wenn niemand rein und niemand raus konnte, wie hätte dann der Mord verübt werden sollen? Emma Stonex nimmt als Vorlage für ihren Debütroman das bis heute ungeklärte Rätsel vom Flannan Isles-Leuchtturm: Von dort verschwand im Jahr 1900 die drei Mann starke Besatzung spurlos – weder wurden sie von einem Schiff abgeholt, noch je ihre Leichen angespült. „Die Leuchtturmwärter“ versetzt die Handlung um einige Jahrzehnte in die Zukunft und erzählt sie abwechselnd auf zwei zeitlichen Ebenen. In den 70er Jahren erzählen immer wieder reihum die Leuchtturmwärter von ihrem Zusammenleben auf engstem Raum mit nichts als dem Leuchtturm und der winzigen kargen Felseninsel drumherum. Jedes zweite Kapitel springt in die 90er Jahre, wo die drei Witwen von einem Schriftsteller kontaktiert werden, der um die mysteriösen Geschehnisse ein Buch schreiben verfassen möchte. Auf diese Weise enthält man laufend Einblick in die Geistes- und Seelenzustände aller sechs Hauptfiguren. Dabei stellt sich nach und nach heraus, dass einerseits jede der Frauen sich auf die ein oder andere Art für das Drama rund um ihre Männer verantwortlich fühlt und auf der anderen Seite das Miteinander der Wärter im Laufe der Zeit in ihrem klaustrophobischen Zuhause immer prekärer und spannungsgeladener wird. Wo Elemente aus Krimi und modernem Schauerroman à la Carlos Ruiz Zafón die Geschichte besonders machen, steht in ihrem Zentrum ein psychologisches Beziehungsdrama: Die drei Frauen, durch die Liebe zu ihren Männern und das gemeinsam erlittene Schicksal vereint, zuerst durch deren Arbeit, dann durch ihr Verschwinden gänzlich allein gelassen zu sein. Doch was sie eigentlich enger zueinander führen sollte, resultiert in Gräben, die mit den Jahren immer tiefer und unübwindbarer scheinen, je danach wie jede Einzelne mit dem Verlust für sich umgegangen ist. Wenn ein so markantes Rätsel im Mittelpunkt eines Buches steht, hängt vieles von seinem Erfolg davon ab, wie es am Ende des Tages aufgelöst wird und in wie weit man als Leser*in davon zufriedengestellt und ausreichend überrascht ist. „Die Leuchtturmwärter“ schlägt im großen Finale einen unerwarteten Weg ein, der zumindest Gefahr läuft, nicht allen erzeugten Erwartungen gerecht zu werden. Trotz allem bleibt nach den letzten Zeilen ein unterhaltsamer und sprachlich eleganter Roman, bei dem es eben nicht hauptsächlich um die Lösung eines Rätsels geht, sondern die Menschen mit ihren Hoffnungen, Träumen und Ängsten dahinter.

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