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Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten Universale Werte für das 21. Jahrhundert | Der Bestsellerautor erklärt, warum unsere Grundwerte nicht verhandelbar sind

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Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

29.11.2021

Verlag

Ullstein Taschenbuch

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

18,5/11,9/2,8 cm

Gewicht

305 g

Farbe

Zitronengelb / Weiß

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-548-06509-0

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

29.11.2021

Verlag

Ullstein Taschenbuch

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

18,5/11,9/2,8 cm

Gewicht

305 g

Farbe

Zitronengelb / Weiß

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-548-06509-0

Herstelleradresse

Ullstein Taschenbuchvlg.
Friedrichstraße 126
10117 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@ullstein.de

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Wie erkennen wir Moral? Ganz einfach: indem wir sie erkennen!

Bewertung am 11.11.2022

Bewertungsnummer: 1823950

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Erkenntnisgewinn dieses Buches tendiert gegen null, mit Superlativen im Klappentext wird aber dennoch nicht gespart. Der Autor vertritt eine objektivistische Moralbegründung (im Buch ist von "moralischen Tatsachen" die Rede), vermag es aber nicht, wie viele artverwandte Werke derselben Richtung, zentrale Begründungsfragen zu beantworten. Gibt es einen abgeschlossenen Kanon moralischer Tatsachen? Mit welcher Methode erkenne ich eine solche Tatsache? Hierauf gibt der Autor folgende Antwort (S. 33): "Die objektiv bestehenden moralischen Tatsachen sind wesentlich durch uns erkennbar, also geistabhängig". Bahnbrechende Erkenntnisgewinnung. Und weiter (S. 168): "[...] es ist also prinzipiell, wenn auch häufig nicht ohne größere Schwierigkeiten erkennbar, was wir tun sollen". So einfach kann es manchmal sein. Wie verfahre ich, wenn verschiedene Menschen zu verschiedenen Ergebnissen der Erkenntnis gelangen? Wer kann mit universaler Gültigkeit entscheiden, wer die moralische Tatsache treffend erforscht hat? Das Buch scheint es nicht zu wissen. Der Autor schreibt sehr gerne "wir" oder "uns". "Wir" hätten etwa erkannt, dass Homosexualität nicht böse (das ist tatsächlich der Wortlaut) sei. Ich würde mich jetzt mal aus dem Fenster lehnen, was im Buch ja auch gerne und oft gemacht wird, und behaupten, dass weite Teile der katholischen Kirche und anderer Weltreligionen das anders bewerten. Aber diese Gruppen beanspruchen doch für sich auch, moralisch integer zu sein. Wer liegt jetzt moralisch richtig, "wir" oder die Kirche? Im Buch wird man keine Antwort finden. Ich will es bei der Kritik an der Moralbegründung damit belassen. Ich leugne das Bestehen der Moral an sich nicht und will auch konstruktiv sein. Wer daher an einer philosophisch seriösen und mit argumentativem Unterbau versehehen Moralbegründung interessiert ist, dem empfehle ich die Werke von Norbert Hoerster (z.B. "Wie lässt sich Moral begründen" oder "Was ist Moral"). Die Tiefe der Ausführungen bleibt beim Rest des Buches ansonsten durchweg auf flachstem Niveau. Zuweilen finden sich sogar schlichte Falschaussagen. Jaroslaw Kaczynski wird etwa auf S. 17 als Staatsoberhaupt bezeichnet, obwohl er nie Staatsoberhaupt Polens war (er war als Ministerpräsident Regierungschef). Auf S. 50 wird die antidemokratisch klingende (verfassungsrechtlich falsche) Behauptung aufgestellt, dass Idee der Demokratie nicht sein könne, dass jede Minderheit, deren Willensausübung durch Institutionen eingeschränkt sei, das Recht habe, eine Partei zu gründen; doch, gerade das ist ein Kernelement der Demokratie, man sehe sich die Wertungen des Parteiengesetzes an und in Art. 21 Abs. 4 in Verbidung mit Abs. 2 GG ist verankert, dass eine Partei solange nicht verfassungswidrig und damit legal ist, wie sie nicht vom BVerfG verboten wurde, s. NPD-Verbotsverfahren. In beiden Fällen hätten einfache Recherchen die Fehler verhindern können. Das Buch geht insgesamt nicht über schwächeres Leitartikelniveau heraus, Antworten auf die vom Autor aufgeworfenen Fragen wird man nicht finden. Daher kann ich es niemandem weiterempfehlen und verweise nur auf die von mir vorgeschlagenen Bücher.

Wie erkennen wir Moral? Ganz einfach: indem wir sie erkennen!

Bewertung am 11.11.2022
Bewertungsnummer: 1823950
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Erkenntnisgewinn dieses Buches tendiert gegen null, mit Superlativen im Klappentext wird aber dennoch nicht gespart. Der Autor vertritt eine objektivistische Moralbegründung (im Buch ist von "moralischen Tatsachen" die Rede), vermag es aber nicht, wie viele artverwandte Werke derselben Richtung, zentrale Begründungsfragen zu beantworten. Gibt es einen abgeschlossenen Kanon moralischer Tatsachen? Mit welcher Methode erkenne ich eine solche Tatsache? Hierauf gibt der Autor folgende Antwort (S. 33): "Die objektiv bestehenden moralischen Tatsachen sind wesentlich durch uns erkennbar, also geistabhängig". Bahnbrechende Erkenntnisgewinnung. Und weiter (S. 168): "[...] es ist also prinzipiell, wenn auch häufig nicht ohne größere Schwierigkeiten erkennbar, was wir tun sollen". So einfach kann es manchmal sein. Wie verfahre ich, wenn verschiedene Menschen zu verschiedenen Ergebnissen der Erkenntnis gelangen? Wer kann mit universaler Gültigkeit entscheiden, wer die moralische Tatsache treffend erforscht hat? Das Buch scheint es nicht zu wissen. Der Autor schreibt sehr gerne "wir" oder "uns". "Wir" hätten etwa erkannt, dass Homosexualität nicht böse (das ist tatsächlich der Wortlaut) sei. Ich würde mich jetzt mal aus dem Fenster lehnen, was im Buch ja auch gerne und oft gemacht wird, und behaupten, dass weite Teile der katholischen Kirche und anderer Weltreligionen das anders bewerten. Aber diese Gruppen beanspruchen doch für sich auch, moralisch integer zu sein. Wer liegt jetzt moralisch richtig, "wir" oder die Kirche? Im Buch wird man keine Antwort finden. Ich will es bei der Kritik an der Moralbegründung damit belassen. Ich leugne das Bestehen der Moral an sich nicht und will auch konstruktiv sein. Wer daher an einer philosophisch seriösen und mit argumentativem Unterbau versehehen Moralbegründung interessiert ist, dem empfehle ich die Werke von Norbert Hoerster (z.B. "Wie lässt sich Moral begründen" oder "Was ist Moral"). Die Tiefe der Ausführungen bleibt beim Rest des Buches ansonsten durchweg auf flachstem Niveau. Zuweilen finden sich sogar schlichte Falschaussagen. Jaroslaw Kaczynski wird etwa auf S. 17 als Staatsoberhaupt bezeichnet, obwohl er nie Staatsoberhaupt Polens war (er war als Ministerpräsident Regierungschef). Auf S. 50 wird die antidemokratisch klingende (verfassungsrechtlich falsche) Behauptung aufgestellt, dass Idee der Demokratie nicht sein könne, dass jede Minderheit, deren Willensausübung durch Institutionen eingeschränkt sei, das Recht habe, eine Partei zu gründen; doch, gerade das ist ein Kernelement der Demokratie, man sehe sich die Wertungen des Parteiengesetzes an und in Art. 21 Abs. 4 in Verbidung mit Abs. 2 GG ist verankert, dass eine Partei solange nicht verfassungswidrig und damit legal ist, wie sie nicht vom BVerfG verboten wurde, s. NPD-Verbotsverfahren. In beiden Fällen hätten einfache Recherchen die Fehler verhindern können. Das Buch geht insgesamt nicht über schwächeres Leitartikelniveau heraus, Antworten auf die vom Autor aufgeworfenen Fragen wird man nicht finden. Daher kann ich es niemandem weiterempfehlen und verweise nur auf die von mir vorgeschlagenen Bücher.

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Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten

von Markus Gabriel

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