Das weltweite Standardwerk zur psychotropen Ethnobotanik wird erweitert. Band 2 der »Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen« enthält über 500 neue Pflanzen, Pilze, Flechten und Bakterien in mehr als 140 Monografien – von Acacia bis Zornia und von Agrocybe bis Xanthoparmelia –, sowie neue Forschung zu Pflanzen des ersten Bands. Über 350 weitere psychoaktive Gewächse, deren Potenzial noch zu erforschen ist, werden tabellarisch aufgeführt. Zudem wird die Kulturgeschichte der psychoaktiven Gewächse und deren Einfluss auf die bildenden Künste, Musik und Literatur dargestellt. Neu indizierte Pflanzen- und Pilzprodukte, die Erläuterung deren wichtigster Sekundärmetaboliten sowie umfangreiche Literaturhinweise runden den Band ab. Ein Muss für alle, die sich mit psychoaktiven Stoffen befassen.
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T.H.
5/5
22.03.2023
Buch (Paperback)
Großartiges Lebenswerk von Christian Rätsch
Ich darf euch den zweiten Band der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von dem, 2022 verstorbenen, Ethnologen, Ethnopharmakologen und Ethnobotaniker, Christian Rätsch vorstellen.
In Zusammenarbeit mit dem Drogenforscher und Ethnobotaniker Markus Berger hat er wieder ein unglaubliches Werk geschaffen, das, wie bereits der Vorgänger-Band, ein außerordentliches Wissen über psychoaktive Pflanzen und nun auch Pilze, Flechten und Bakterien, ihre kulturelle Geschichte, über das Schamanentum, die Entdeckung psychoaktiver Pflanzen und noch einiges mehr, auf rund 800 Seiten in sich birgt. Auch Texte zur Musik, der darstellenden Künste und Literatur in der Psychedelik lassen sich darin finden und bieten einen weiteren interessanten Einblick in die Thematik und ihre Hintergründe.
Über 500 neue Pflanzen, Pilze, Flechten und Bakterien sind in über 140 Monografien verewigt, die alles andere als trocken sind. Darunter auch viele bekannte und heimische Arten, die den ein oder anderen überraschen dürften. Mit zahlreicher und qualitativ hochwertiger Bebilderung schaffen die beiden Autoren ein hervorragendes Gesamtwerk, das man gerne zur Hand nimmt.
Weitere 350 Gewächse wurden in Tabellen festgehalten, da ihr Potenzial noch erforscht werden muss.
Christian Rätsch und Markus Berger haben es nicht nur geschafft, einen Maßstab in Sachen Psychoaktiva und Entheogene zu setzen, nein, sie vermitteln auch eine wichtige Botschaft: nämlich die Liebe zu den Pflanzen, Pilzen und Co., unseren eigenen Wurzeln und deren Achtung in der heutigen Welt.
Es ist ein hochinteressantes Thema, das in dem Buch zwar auch Anwendungsmöglichkeiten darbietet, wovon allerdings dringend abzuraten ist. Es sollte ausschließlich der Information und Wissenserhaltung über die Kulturgeschichte und Wirkung verschiedener Gewächse dienen, nicht zum Ausprobieren am eigenen Leib.
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