Der große italienische Roman über eine unvergessliche Freundschaft
Elisa und Beatrice begegnen sich in einer Sommernacht am Strand. Sie werden beste Freundinnen und doch könnten sie kaum unterschiedlicher sein: Eli lebt versunken in einer Welt von Büchern, während Bea es genießt, sich öffentlich zu inszenieren und tägliche neue Bilder von sich ins Internet zu stellen. Sie wird zum Star, der davon träumt, über die sozialen Netzwerke mit tausenden von Bildern von Italien aus die Welt zu erobern. Bis sie eines Tages spurlos verschwindet und Eli vor der Frage steht, wer ihre Freundin, die jeder auf der Welt zu kennen glaubt, wirklich ist.
Der Bestseller aus Italien erzählt die turbulente Geschichte einer Freundschaft im Zeitalter der sozialen Medien.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Miss.mesmerized
5/5
01.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Silvia Avallone - Bilder meiner besten Freundin
Es war ein bestimmtes Ereignis, das Elisa wenige Tagen vor Weihnachten dazu gebracht hat, die Geschichte niederzuschreiben und dafür ihre Erinnerungen, die sie so lange verdrängte, wieder heraufzubeschwören. Viele Jahre sind vergangen, doch nun ist es, als wenn all dies erst gestern geschehen wäre. Aus der alleinerziehenden Dozentin wird wieder das unsichere Mädchen, das neu in der Klasse ist und keinen Anschluss findet. Bis Beatrice sie als Freundin auswählt. Bea, das schönste Mädchen des Ortes, deren Mutter bereits auf zahlreichen Covern war und der selbst ebenfalls eine Karriere in der Modebranche bevorsteht. Eli und Bea könnten ungleicher kaum sein und doch entwickelt sich eine enge Freundschaft, die es nur der anderen erlaubt, hinter die familiäre Fassade zu schauen und die Abgründe zu sehen, die sich bei beiden auftun. Die Welt außerhalb des verschworenen Duos sieht nur das unscheinbare Mädchen, das sich in die Literatur flüchtet, und dazu das andere, das schon früh das Leben inszeniert und in der noch neuen online Welt zur Schau stellt. Doch etwas ist geschehen, dass das innige Band reißen ließ und sie für immer entfremdete.
Die italienische Autorin Silvia Avallone hat zunächst mit Gedichten auf sich aufmerksam gemacht, doch schon ihr erster Roman wurde vielfach ausgezeichnet. Auch ihre aktuelle Erzählung konnte Publikum wie Kritiker gleichermaßen begeistern. „Bilder meiner besten Freundin“ erzählt die Geschichte einer Freundschaft zweier ungleicher Mädchen, die sich zufällig finden und unzertrennlich werden. Es sind gleich zwei Mysterien, die die Geschichte überlagern: was hat sie entzweit und was hat dazu geführt, dass Elisa viele Jahre später plötzlich wie eine Besessene alles aufschreibt?
Es ist kurz nach der Jahrtausendwende, dass Elisa zu ihrem Vater ziehen muss und so Beatrices Klassenkameradin wird. Die Welten, in denen sie leben, könnten kaum unterschiedlicher sein. Elisas Vater ist der klassische intellektuelle Gelehrte, der den Alltagsdingen nur wenig Interesse entgegenbringen kann. Ihre Mutter hingegen ist unstet, emotional und mit der Kindererziehung überfordert. Nachdem Elisas älterer Bruder schon in eine Welt von Partys und Drogen abgedriftet ist, soll die Tochter in geordneten Verhältnissen aufwachsen und wird gegen ihren Widerstand umgesiedelt. Als die Fremde mit komischen Akzent ist sie ausgeschlossen und einsam. Bis Bea sie entdeckt.
Diese kommt aus gutbürgerlichem Elternhaus mit einer Mutter, die nur die Modellkarriere ihrer Tochter im Sinn hat. Leicht ist es auch für Bea nicht, der permanente Druck, die Erwartungen zu erfüllen, auf Gewicht und Äußeres zu achten, die beide keinen Ausrutscher verzeihen. Ein Schicksalsschlag wirft sie völlig aus der Bahn, doch Elisa fängt sie auf, ist wie eine Schwester für sie. Die Mädchen habe jedoch auch Geheimnisse voreinander und diese sind es, die letztlich zu dem Bruch und tiefer Enttäuschung führen.
Zugegebenermaßen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, eine gewisse Ähnlichkeit zu Elena Ferrantes neapolitanischen Saga zu erkennen. Nicht nur die Freundschaft zweier geradezu gegensätzlicher Mädchen als zentrales Element, sondern auch der Erzählstil wirkte bekannt. Dies ist jedoch keineswegs so negativ zu bewerten, wie es klingen mag. Im Gegenteil, mit viel Begeisterung hatte ich die Tetralogie um Elena und Lila verfolgt und gleichermaßen hat mich die Geschichte von Elisa und Beatrice von der ersten Seite an gefesselt. Souverän erzählt, immer wieder überraschend, die beiden Protagonistinnen differenziert und vielseitig gestaltet – ein überzeugender Roman, in den man gerne abtaucht. Und er macht neugierig auf die Autorin, von der es jedoch in deutscher Übersetzung derzeit erst ein einziges Buch zu geben scheint.
J. Kaiser
5/5
16.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lange Freundschaft und deren Entwicklung
Klapptext: Der grosse italienische Roman über eine unvergessliche Freundschaft. Elisa und Beatrice begegnen sich in einer Sommernacht am Strand. Sie werden beste Freundinnen und doch könnten sie kaum unterschiedlicher sein.
Fazit: Es wird eine Geschichte erzählt im Zeitalter der Medialen Welten. Die beiden Freundinnen Beatrice Rossetti und Elisa Cerruti sind seit der neunten Klasse im Gymnasium befreundet. Sie fahren mit ihren Rollen der Elbe entlang und geniessen das Leben. Eli liebt über alles Bücher. Bea sucht die Öffentlichkeit, sie liebt schöne Kleider und Schmuck. Sie betreibt einen Blog, unter Bea & Eli. Bea wird die Diva die Reichste und Berühmteste. Eli bleibt die Unsichtbare mit Familie und Sohn. Als Bea die berühmte Influencerin spurlos verschwindet. Nun steht Eli vor der Frage, wer ihre Freundin Bea wirklich war. Man liest eine sehr eindrückliche Geschichte was für eine Macht die sozialen Netzwerke haben. Empfehlenswert.
Lesendes Federvieh
aus München
4/5
08.01.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kluger Roman über eine ganz besondere Freundschaft
Manchmal schmerzt das, manchmal regt es auf. Und das ist gut so. Gerade die Kapitel, die vom Erwachsenwerden handeln, sind berührend, emotional, witzig, traurig und total spannend zu verfolgen. Je länger ich jedoch Eliza bei ihrer Aufarbeitung der Vergangenheit begleitet habe, desto mehr hat sie mich mit ihrer teils besitzergreifenden, teils selbstbemitleidenden Art genervt. Das gehört aber dazu, finde ich, denn so ist Eliza eben geworden. Schade finde ich eigentlich nur, dass so wenig Augenmerk auf Beas Leben als berühmte Influencerin gelegt wurde.
Dass ich all das so intensiv spüren konnte, liegt sicher auch an Bea und Eli, denn alle Figuren sind bis ins kleinste Detail ausgefeilt, man könnte meinen, sie würden jeden Moment durch die Zimmertüre spazieren. Überhaupt habe ich den ganzen Roman als sehr lebendig empfunden, ich war zusammen mit den beiden dabei im sprühenden, lauten und so lebendigen italienischen Alltag.
Silvia Avallone konnte mich nicht nur mit ihrer absolut lesenswerten Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft begeistern, sondern auch mit ihren durchdachten, klugen und kritischen Reflexionen zur Entwicklung des Internetzeitalters von den rudimentären Anfängen bis hin zu den heutigen Ausprägungen, wie eben die Welt der InfluencerInnen.
Bewertung
3/5
23.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Episoden einer Freundschaft
Silvia Avallones Roman „Bilder meiner besten Freundin“ lockt mit einem atemberaubend schönen Cover, Verspieltheit und Anspielung zugleich. Das Buch wurde vorab in den Kritiken himmelhoch gelobt, wodurch ich neugierig geworden bin, was diese mir unbekannte Autorin über Freundschaft zu sagen hat.
Zum Inhalt: Beatrice und Elisa könnten unterschiedlicher nicht sein als Eli in den 2000er Jahren in die kleine Stadt T zieht um bei ihren Vater zu leben. Sie ist die Neue, Außenseiterin, Punk, Loser, während Bea alles hat, was für Teeanger so unglaublich wichtig erscheint: Geld, Beliebtheit, gutes Aussehen. Der Zufall führt die beiden Mädchen zusammen, die in ihrer Jugend unzertrennbar sind, bis ein scheinbar unausweichliches Ereignis sie entzweit. Doch dreizehn Jahre später sollen sie erneut zueinander finden- vor neue Perspektiven gestellt.
Das Buch ist rückblickend im Ich-Erzähler aus Elis Sicht geschrieben, was sie, obwohl es dem Titel nach um Bea gehen soll, in den Fokus der Erzählung rückt. Und obwohl Eli dir zentrale Figur ist, wirkt sie blass, weinerlich und wehmütig, nicht mal Heldin ihrer eigenen Geschichte. Das Buch erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft in den Zeiten aufkeimender Technologien und Social Media. Wobei „Freundschaft“ für mich fast schon der falsche Begriff ist, denn die Beziehung der Mädchen ist manipulativ, oberflächlich, teils einseitig und doch in gegenseitiger Abhängigkeit, voll von Neid, Angst und Hass.
Mir hat an vielen Stellen ein bisschen der Biss gefehlt, manche Episoden werden unglaublich ausschweifend erzählt, tragen aber nichts zur Handlung bei, sind nur schönes Beiwerk für diese ruhige Erzählung aus den Leben zweier Mädchen. Der Schreibstil ist flüssig und gelassen, teils obszessiv in der Schilderung bestimmter Kernereignisse, aber insgesamt eher nüchtern als übermäßig emotional. Die Personen halten einen eher auf Distanz, statt mitzureißen.
Das Buch war nicht, was ich mir erwartet hatte und hat mich eher ernüchtert zurückgelassen.
Barbara T.
aus Hagen
5/5
31.12.2021
eBook (ePUB 3)
Viel mehr als nur die Geschichte einer Freundschaft
„Die Realität zerbröckelt, die Bilder nicht!“ (326)
Silvia Avallone erzählt in ihrem Roman über die Freundschaft von Elisa und Beatrice, zwei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die schöne Beatrice aus einer wohlhabenden Familie besticht durch ihr Aussehen, ihr Kleiderstil, sie will bewundert und beneidet werden. Sie macht gerne Fotos und stellt sie ins Internet. Elisa aus einer zerrütten Familie legt keinen Wert auf ihr Aussehen, kleidet sich wie eine Punkerin an und versinkt in der Welt der Bücher.
Während Bea eine internationale Karriere in der Modewelt und als Influencerin macht, studiert Eli Philologie, wurde eine bestätigte wissenschaftliche Assistentin und unterrichtete italienische Literatur des 20. Jahrhunderts.
Nach einem tragischen Vorfall im Sommer 2006 trennen sich die Wege von Elisa und Beatrice. Als im Dezember 2019 die Medien über das Verschwinden von Beatrice berichten, beschließt Elisa ein Buch über ihre Freundin zu schreiben.
„die Wahrheit einer Person wie diejenige eines Buchs in dem steckt, was stumm bleibt; und geheim.“ (15)
Das wunderschöne Cover des Buches zieht magisch den Blick des Betrachters an. Wer ist die geheimnisvolle Frau, deren Gesicht verdeckt bleibt? Das versucht auch Elisa Cerruti herauszufinden, als sie über ihre Freundschaft mit Beatrice ein Buch schreiben will.
Sie beginnt in Erinnerungen zu schwelgen und in ihren Tagebüchern nachzublättern. So entstehen die Bilder der Vergangenheit; über ihr ungewollten Umzug nach T, erste Begegnungen mit Beatrice, ihre ungleiche Freundschaft und ihre Trennung. Auch über Elisa selbst und ihre Familie, die alles anderes als normal war, über ihre impulsive Mutter und Elisas Einsamkeit und Erwachsenwerden. Es sind dabei auch Bilder Elisas großen Liebe, Bilder des Glücks und Verrats.
Ich habe diese Geschichte genossen und bin total in Elisas Erzählung versunken. Silvia Avallone schreibt sehr schön, bedient sich einer einfachen flüssigen Sprache, fesselt mit der Geschichte und den Bildern aus dem italienischen Leben.
In dem Buch fand ich auch viele schöne Zitate, wie zum Beispiel dieses hier:
„mich in die warme Umarmung der Literatur zu flüchten, die (…) doch auch immer eine Droge ist.“ (406)
Von dieser wunderschönen Geschichte berauscht, empfehle ich sie gerne weiter!
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
25.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Freunds
Auch ich dachte sofort an Ferrante, die geniale Freundin, nur 50 Jahre später. Zwei Freundinnen in den 2000er wo das Internet vom Entdecken zum Zeigen übergeht, es kommt aber bei weiten nicht an die Bücher heran. Es ist gut geschrieben, man kann sich den Ort Biella und die Gegend um Livorno gut vorstellen. Das Tyrrhenisches Meer, man kann nach Elba sehen, vieles ist sehr detailgetreu beschrieben, das macht das Buch für mich zu einem guten Buch. Schönes Cover. Leseempfehlung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.