Ein Sommertag Ende der Achtziger, sechs junge Leute fahren ans Meer. Auf dem Rückweg ein schrecklicher Unfall: Es sterben ein junges Paar, das am nächsten Tag hätte heiraten sollen, und eine Brautjungfer; die andere überlebt schwer verletzt. Kaum blessiert sind Martin, der Arztsohn, und Connor, der eigentlich nicht zur Clique gehörte. Er saß am Steuer.
Der ganze Ort Mullinmore ist wie gelähmt. Und nach dem Prozess wird Connor nach England geschickt. Niemand weiß, dass er noch vor etwas ganz anderem flieht. Bald bricht er den Kontakt zu den Eltern ab. Connors Schwester wird derweil von Martin umworben. Die beiden heiraten, und die Ehe wird für Ellen ein Unglück.
Zwanzig Jahre später betritt ein Gast eine Bar in New York. Er versteht sich sofort gut mit dem jungen Barkeeper. Dann stellen sie fest, was sie verbindet. Und jenseits des Atlantiks, in einem kleinen Ort im County Cork, löst dies eine dramatische Kette von Ereignissen aus.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Sophia
5/5
15.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Emotionales und mitreißendes Buch über Schuld, Lügen und Heimweh
Sommer 1987: sechs junge Leute sind im Auto auf dem Weg zum Meer als sie einen Unfall haben, den drei Personen nicht überleben. Es sterben ein junges Paar, das am nächsten Tag hätte heiraten sollen und eine Brautjungfer. Die zweite Brautjunger sowie Martin, ein Arztsohn, und Connor, der eigentlich nicht zur Clique gehört, überleben. Da Connor am Steuer saß, wird er nach England geschickt und bricht den Kontakt zu seinen Eltern und seiner Schwester ab. Connors Schwester Ellen und Martin heiraten, doch die Ehe wird für Ellen unglücklich verlaufen.
Jahre später wird Finbarr, Ellen und Martins Sohn, in New York auf Connor treffen, von dem keiner mehr etwas gehört hatte, und diese Begegnung wird eine Reihe von unglaublichen Ereignissen auslösen.
Mir hat der Einstieg ins Buch gut gefallen, wenn es auch am Anfang etwas unübersichtlich war, die Personen auseinanderzuhalten und den Zeitsprüngen zu folgen. Das Buch erzählt die Geschichte vom Unfall 1987 bis ins aktuelle Jahr 2019 in Zeitsprüngen und aus verschiedenen Blickwinkeln. Der Unfall verändert eine ganze Kleinstadt und der Schuldige ist schnell gefunden: Connor Hayes. Zuerst tut er sich schwer, im "Exil" in England zurechtzukommen, aber er erkennt den sich bietenden Neuanfang. Er ist unglaublich stark und bekommt sein Leben trotz der ihm zugesprochenen Schuldigkeit in den Griff. Das Heimweh, dass er trotzdem nach Hause hat, zerreißt einem fast das Herz.
Auch Ellen möchte man am liebsten schütteln, dass Marin Coulter nicht der Richtige ist und ihr nicht gut tut. Noch mehr Fahrt nimmt die Geschichte auf, als Jahre später Ellens Sohn Finbarr unwissend seinen Onkel Connor in New York trifft. Spätestens da hatte mich die Geschichte völlig in ihren Bann gezogen und ich wollte das Buch nicht mehr weg legen. Ab da verändert sich alles und nichts ist mehr so, wie die ganze Kleinstadt es nach dem Unfall für wahr hielt.
Das Buch behandelt so viele wichtige Themen: Sehnsucht, Verlust, Selbstfindung, der Zusammenbruch einer Familie und ganzen Kleinstadt und nicht zuletzt Heimweh. Graham Norton gelingt es hier, eine unglaublich spannende Stimmung zu erzeugen und zu mehr Toleranz und weniger Vorverurteilung aufzurufen ohne anklagend zu klingen. Eine klare Empfehlung für alle, die einen spannenden und emotionalen Roman suchen!
Bewertung
5/5
24.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Norton mal wieder
Meiner Meinung nach eine "Perle" irischer Literatur!
Ausgangspunkt ein tragischer Verkehrsunfall mit tödlichen Folgen, Opfer ein junges Brautpaar und deren Trauzeugin.
Norton beschreibt das Über- und Weiterleben der übrigen Insassen.in einer irischen Kleinstadt.Der angebliche Fahrer sucht sein Seelenheil und Coming out, erst in England, dann in New York.Seine Schwester heiratet Martin .....Absolut lesenswert!!
Sharon Baker
aus Mönchengladbach
5/5
13.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Empathisch, durchwärmend, ergreifend ...
1987 ist das Jahr, was einen ganzen Ort verändert. Es ist ein wunderschöner irischer Sommertag und sechs junge Menschen beschließen zusammen zum Strand zu fahren und auf der Rückfahrt passiert das Unglück. Drei von ihnen sterben noch vor Ort, darunter das junge Brautpaar, was am nächsten Tag heiraten wollte und ihre Brautjungfer. Die Schwester der Brautjungfer ist so schlimm verletzt, das sie im Koma liegt und nur der Arztsohn Martin und Connor, der gar nicht zur Gruppe gehört, überleben den Unfall kratzerfrei. Der ganze Ort Mullinmore steht unter Schock und die Bar Hayes von Connors Eltern bleibt fürs Erste geschlossen. Wie soll man mit dem Drama umgehen, wie soll ein Ort zusammen finden und wie geht man nun mit Connor um? Nach dem Prozess schicken Connors Eltern diesen nach Liverpool und dann verschwindet er ganz aus dem Leben seiner Familie. Wo geht er hin? Welche Beweggründe führen ihn? Erst Jahre später treffen sich in New York zwei Iren in der Bar und lösen damit jede Menge dramatische Ereignisse aus. Wird Connor nach Mullinmore zurückkehren? Was hat er erlebt? Und was ist 1987 tatsächlich passiert?
Graham Norton ist in England ein Star. Für mich somit eher unbekannt, aber als Autor hat er sich mir ins Gedächtnis geschrieben. Ich habe sein Debüt geliebt, sein zweites Buch verschlungen und ganz klar musste ich sein drittes Werk lesen. Nun endlich habe ich es getan, so mit einem Hundebaby gar nicht so einfach, aber es hat mich wieder gepackt. Sein unglaubliches Feingefühl für Figuren ist einfach grandios und ich nehme es einfach vorweg, es war große Klasse.
Der Beginn dieses Romans steht ganz im Zeichen der Vorbereitung für die Hochzeit des jungen Brautpaares. Die Mutter überdenkt die Blumen, die Nachbarin muss noch ein passendes Kleid besorgen, während gleichzeitig das Unglück passierte. Im Kreisverkehr verliert der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und drei Menschen verlieren ihr Leben. Wie ein Lauffeuer geht es durch den Ort, Schock, Trauer und auch Wut über den Fahrer breiten sich aus. Es war ein Unfall, aber was hat es diesen Ort gekostet. Die Bar Hayes von Connors Eltern bleibt erst mal geschlossen. Statt einer Hochzeit findet eine Beerdigung statt, und zwar sind die Eheleute Hayes eingeladen, aber Connor möchte keiner sehen. So überlegen die Eltern von Connor, ihn wegzuschicken und hoffen, dass ein Neuanfang irgendwo anders für ihn das Beste ist. Das er für Jahrzehnte verschollen geht, damit haben sie nicht gerechnet.
Connor Hayes ist ein junger Mann, der sich ruhig verhält, eher im Hintergrund bleibt und nicht viele Freunde hat. Er hat sich selbst noch nicht richtig gefunden und auch Angst, manches in seinem Leben zuzulassen. Eigentlich steckt er mitten in einer Identitätskrise und hat mehr Angst und Scham vor der Wahrheit, als dazu zu stehen. Aber nach diesem Ausflug verliert er erst mal alles, seine Heimat, seine Eltern, seine Schwester und muss mit Scham, Schuld und Schweigen leben. Nun also Neustart in Liverpool und der Gedanke, endlich der zu sein, der er ist, aber auch hier Vorurteile, Diskriminierung und Flucht. Connor landet in London und dort blüht er zwar auf und lebt endlich sein Leben, aber immer mit gezogener Handbremse.
Derweil verfolgen wir auch das Leben seiner Schwester Ellen und erfahren so abwechselnd aus beidem Sichten ihren Lebensfortgang. Als die Schwester von einem Mörder im Ort zurückzubleiben ist auch nicht einfach. Keiner begegnet ihr mehr offen, alle schauen sie mit dem gewissen Seitenblick an und Unbeschwertheit ist nicht wirklich vorhanden. Erst als Martin sie zum Tanzen einlädt, ändert sich was in ihrem Leben und die Familie Hayes kommt aus dem Schatten wieder heraus und darf in Mullinmore wieder mitspielen. Ellen ist glücksselig und verliebt sich in Martin und das Glück scheint perfekt, als er um ihre Hand bittet. Aber die Ehe steht alles andere als unter einen guten Stern.
Graham Norton erzählt eine Familiengeschichte, die einen nicht kalt lässt, die einen bewegt, und gleichzeitig gibt er eine ganze Epoche an Bewegung, Umdenken und Geschichte wieder. Eine Familie, die geächtet wird, ein Junge, der dafür büßen muss und der dadurch die harte Schule des Lebens erlebt, um Jahre zu brauchen, um sich selbst zu finden. Eine Schwester, die in den Strudel aus Unwahrheiten gerät und dabei nur eine Nebenfigur in ihrem eigenen Leben spielt. Und ein ganzer Ort, der mit der Trauer leben muss. Geschickt erzählt der Autor seine Geschichte und geschickt lässt er uns zuerst nur das sehen, was alle anderen sehen, aber er lässt uns auch spüren, das hier etwas nicht stimmt. So gewinnt man beim Lesen immer mehr den Eindruck, das hier die Unwahrheit im Raume schwebt und entwickelt so einige Eigentheorien. Die sich dann auch noch eine nach der anderen offenbarten und man über dessen Folgen nachdenkt, erschüttert und schockiert zurücklässt. Wie kann eine Tat so viele Leben beeinflussen.
Graham Norton schafft es einfach, Gefühle und Figuren so authentisch zu beschreiben, dass man meint, sie kommen jeden Moment zur Tür herein. Dazu noch diese Studie über Scham, Identität, Schuld und Macht, die mich absolut überzeugt und mitgenommen hat. Dieser Autor ist einfach großartig.
Heimweh ist eine Familiengeschichte mit vielen Schattenseiten, die lange braucht, um die Sonne durchzulassen. Absolut empathisch, druchwärmend und ergreifend.
Bewertung
5/5
14.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
WOW! Was ein Buch!
Ein Moment...
WOW! Was ein Buch!
Ein Moment – eine Entscheidung und plötzlich ist alles anders...
Wie können wir den Weg für Vergebung, Liebe, für Freude und Glück wiederfinden? Ein berauschendes und herzergreifendes Buch, ich kann es wirklich nur empfehlen!
Bewertung
5/5
31.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grandioser Roman!
Ein schrecklicher Unfall zerstört das Leben mehrerer junger Leute, darunter auch Connor, der das Auto fuhr. Während der ganze Ort trauert, verlässt Connor seine Heimat. Wie soll das Leben für ihn weitergehen? Er bricht den Kontakt zu seiner Familie und Freunden ab und kehrt erst 20 Jahre später zurück. Was geschah damals wirklich, wer war der Schuldige? Was für ein unglaublich fesselnder Roman, der Protagonist gräbt sich tief in das Herz. Ganz grosse Klasse.
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5/5
25.12.2021
Hörbuch (CD)
Heimweh
Ein tolles Hörbuch. Wunderbar gelesen. Eine Geschichte, die viel Kummer in den Familien ausgelöst hat, ein versöhnliches Ende, das zwar viele Dinge nicht ungeschehen machen lässt. Dieses Buch ist sicher auch toll zu Lesen.
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