Wer war Maria Montessori (1870 - 1952) wirklich? Ihre Methode, das Kind in den Mittelpunkt seiner eigenen Erziehung zu stellen, hat die Pädagogik revolutioniert. So unkonventionell wie ihr Ansatz war auch ihr eigenes Leben. Als Schülerin lehnt sie sich gegen das Schulsystem auf, studiert in einer Zeit, in der Frauen an der Universität eine Seltenheit sind, Medizin. Sie kämpft für Frauenrechte und beginnt in einer Nervenheilanstalt, nie dagewesene Lernkonzepte für Kinder zu entwickeln. Ihre pädagogische Methode macht innerhalb weniger Jahre in der gesamten Welt Schule.
Cristina De Stefano wertet in ihrer Biografie bislang unveröffentlichte Briefe und neu zugängliche Quellen aus. Sie zeigt Maria Montessori in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit – von ihren Gegnern als Opportunistin gehasst, von ihren Anhängern als Prophetin verehrt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Franzy
aus Gießen
5/5
30.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Eine absolute Empfehlung, für alle, die mehr über Maria Montessori wissen wollen
Meine Meinung
Als Erzieherin bin ich natürlich immer in der Pflicht mich weiterzubilden und auf dem neusten Stand zu bleiben. Aber auch mich als Privatperson interessieren die großen Revolutzer:innen der Pädagogik, ihre Arbeit und ihr Leben. Deswegen war mir auch klar, dass ich dieses Buch über die große Maria Montessori lesen wollen würde.
Vielen Nicht-Pädagog:innen ist Montessori mittlerweile ein Begriff. Einige Eltern erziehen selbst auch ganz bewusst nach dieser Methodik, doch für alle, die nichts oder nur wenig darüber wissen, kommt hier ein kleiner Abriss.
Der Leitsatz in der Montessori-Pädagogik lautet: Hilf mir, es selbst zu tun.
Es geht also darum, Kinder und Jugendliche nur soweit zu unterstützen, wie es notwendig ist, damit sie es selbst schaffen. Das genaue Gegenteil von den aktuell steigenden Zahlen von Helikopter- oder Rasenmähereltern.
Die Idee von Maria Montessori war es, den Kindern und Jugendlichen freizustellen, was sie wann und wie lernen möchten - das absolute Gegenteil von unserem Schulsystem.
Kinder in Kitas bekommen eine Umgebung geschaffen, in der sie lernen WOLLEN und nicht müssen. Dies lässt sich zum Beispiel wunderbar mit Aktionstabletts umsetzen. Ein Holztablett mit Dingen darauf, bei denen den Kindern klar ist, was sie damit tun müssen und es probieren können, bis sie es schaffen (z.B. verschiedene Gefäße für Schüttübungen mit Wasser oder Reis). So trainieren sie nicht nur ihre Motorik, sondern haben bereits ersten Kontakt zur mathematischen Bildung (Mengen erkennen und abschätzen) und lernen etwas für die Lebenspraxis (selbst Getränke in einen Becher eingießen).
Jede:r weiß von sich selbst, dass lernen viel mehr Spaß macht und auch eher etwas hängen bleibt, wenn man es freiwillig tut. Und genau nach diesem Ansatz arbeitet man in der Montessori-Pädagogik.
Das heißt nicht, dass die Kinder machen können, was sie wollen und sich niemand an gesellschaftliche Normen oder aufgestellte Regeln halten muss, sondern lediglich, dass sich die Erwachsenen bewusst werden, dass Kinder mehr können, als man ihnen zutraut - wenn man sie nur lässt - und sie ihre eigenen Erfolgserlebnisse, aber auch ihr eigenes Scheitern brauchen, um gut gewappnet fürs Leben zu sein.
In meiner Ausbildung meinte mal jemand zu mir: "Montessori? Die Olle hat ihr eigenes Kind weggegeben und will dann aber was von Erziehung erzählen?! Halte ich nichts von!" Dieser Ausspruch war mit ein Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Kann es denn wirklich sein, dass sich jemand so für Kinder einsetzt, aber dann das eigene weggibt? Muss da nicht mehr dahinter stecken? Und kann man einen ganzen pädagogischen Ansatz ablehnen, weil ein Mensch für sich selbst eine Entscheidung getroffen hat oder vielleicht dazu gezwungen wurde?
Das Buch hat mir die Geschichte dazu erzählt und meine Vermutung bestätigt - es steckt deutlich mehr dahinter!
Empfehlenswert ist dieses Buch auf jeden Fall für die Menschen, die generell gerne Biografien lesen, oder die gerne mehr über Maria Montessori erfahren möchten. Christina De Stefano hat wirklich gute Recherchearbeit geleistet und ein sehr umfassendes Bild über Maria Montessori, ihr Leben und ihre Pädagogik gezeichnet.
Rezensionen-Wichmann
aus Speckgürtel Berlins
5/5
02.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Was für eine Biographie!
Und wer war eigentlich jetzt Maria Montessori?
Redaktioneller Hinweis: Das Buch wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt.
Buchbeschreibung:
Betrachtet wird das Leben der Maria Montessori und betrachtet ihren Werdegang beginnend mit ihrer Kindheit.
Meine Meinung:
Von Anfang an macht es Spaß, das Buch zum Leben der Maria Montessori zu lesen. Sachlich und doch ansprechend und mitreißend wird der Werdegang, ihr Leben, ihr Werk beschrieben. Dabei bindet die Autorin die gut recherchierten Hintergrundinformationen geschickt ein, lässt den Lesenden teilhaben an Erfolgen, Misserfolgen und Geheimnissen der Maria Montessori und zeigt auf, wie die Reformerin überhaupt auf den Gedanken kam ihr Werk umzusetzen.
Auch wird die Zeit angesprochen, in der Frauen nicht heutige Möglichkeiten hatten und über Umwege, Ehrgeiz und teils verschlungene Pfade um ihr Ziel kämpfen mussten.
Ein Werk, das neben der Biographie auch einen Hauch Zeitgeist vergangener Tage bildhaft darstellt, dass verdeutlicht, was diese Frau überhaupt geschafft hat und das Aufgeben für sie keine Option war.
Cover:
Oben das Bild der italienischen Ärztin, Pädagogin und Philosophin, die die Montessoripädagogik entwickelte. Unten das Bild ihres Erfolges: spielend lernende Kinder. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.
Zur Autorin:
Die Journalistin Cristina De Stefano arbeitet als Literaturscout und Autorin.
Bewertung ggf. Begründung:
Hintergrund meiner Einschätzung:
5 Sterne - wow, einfach unterhaltsam, bzw. kann man auch drüber nachdenken, bringt mich weiter, lese ich nochmal.
Fazit:
Locker geschrieben, sodass der Lesende die Lebensgeschichte entspannt und mit einem Kopfschütteln über den Zeitgeist früherer Zeit genießen kann. Eine tolle Biographie!
Rezension von Stefan Wichmann über das Buch Kinder als Lehrer
Autor: De Stefano C.
Verlag: Btb Verlag
Auflage: 1
Veröffentlichung: 2021
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-641-23954-1
Toval
aus Weil am Rhein
5/5
02.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Klasse
Inhalt:
Wer war Maria Montessori (1870 - 1952) wirklich? Ihre Methode, das Kind in den Mittelpunkt seiner eigenen Erziehung zu stellen, hat die Pädagogik revolutioniert. So unkonventionell wie ihr Ansatz war auch ihr eigenes Leben. Als Schülerin lehnt sie sich gegen das Schulsystem auf, studiert in einer Zeit, in der Frauen an der Universität eine Seltenheit sind, Medizin. Sie kämpft für Frauenrechte und beginnt in einer Nervenheilanstalt, nie dagewesene Lernkonzepte für Kinder zu entwickeln. Ihre pädagogische Methode macht innerhalb weniger Jahre in der gesamten Welt Schule.
Cover:
Schönes Cover, welches eine bemerkenswerte Frau zeigt.
Schreibstil:
Toller Schreibstil, leicht verständlich und flüssig zu lesen!
Fazit:
Für mich als Erzieherin ein wirklich interessantes Buch. Es zeigt das Leben einer bemerkenswerten
Frau auf. Aber auch als Nicht Erzieherin ist es ein spannendes Buch über eine Frau, welche in einer schweren Zeit viel erreicht. Sehr lesenswert!
_meetmybooks_
5/5
14.01.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine wahnsinnig inspirierende Frau
Maria Montessori ist für mich als angehende Grundschullehrerin eine Frau, von der man unbedingt gehört haben sollte.
Cristina De Stefano hat in dieser aktuellen Biografie, bislang unveröffentliche Briefe und neue Quellen verarbeitet und wahnsinnig gute Recherchearbeit geleistet.
Ich lese eher selten Biografien, aber wenn ich mal eine lese, dann nehme ich mir richtig Zeit dafür. Ich wollte alle Fakten mitnehmen und verinnerlichen, da ich Montessoris Leben unglaublich interessant finde. Montessori ist eine inspirierende Frau, Pädagogin und Feministin. Sie hat zu einer Zeit studiert, wo Frauen eigentlich keinerlei Chancen hat Karriere zu machen, doch Maria gab nie auf. Sie hat schon immer um das gekämpft, was ihr wichtig war. Und ganz schnell wurden dies die Kinder. Kinder waren für sie das Wichtigste. Sie nannte sie liebevoll "Zukunftspotenzial" und "Welterlöser". Sie löste sich von traditioneller Erziehung und stellte die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes vor alles andere. Sie ermöglichte den Kindern durch ihre Methode und ihr didaktisches Material, die ultimative freie Entfaltung, ohne dass irgendwelche Autoritäten in den Lernprozess eingriffen.
Ich finde, dass das Buch einen wirklich guten, großen Einblick in Marias pädagogische Gedanken gewährleistet.
Man erfährt auch so wahnsinnig viel über Montessoris Privatleben. Außerdem lebte sie zu einer historisch prägenden Zeit, man erfährt also nicht nur viel über Montessori, sondern auch allgemeines Weltwissen.
Besonders gut gefallen haben mir die vielen Zitate, die De Stefano eingebracht hat. Das letzte hat mich am meisten geprägt: "Ich bitte die lieben Kinder, die alles können, mit mir zusammen am Aufbau des Friedens zwischen den Menschen und in der Welt zu arbeiten." Ihre Wertschätzung gegenüber Kindern ist bewundernswert. Diese Biografie hat durchaus meinen Blick auf Kinder und deren Erziehung erweitert und verändert.
YukBook
aus München
5/5
04.01.2022
Buch (Taschenbuch)
Cristina De Stefano erzählt…
Cristina De Stefano erzählt in fünf Teilen die bewegende Lebensgeschichte der Pädagogin Maria Montessori – von ihrer Kindheit über die Gründung des ersten Kinderhauses in Rom bis hin zur weltweiten Verbreitung ihrer Lehrmethoden. Dabei überraschte sie mich mit vielen mir unbekannten Facetten: zum Beispiel, dass Montessori Medizin studierte, sich in Freiwilligendiensten mit Feministinnen zusammenschloss und für Frauenrechte kämpfte, ihre pädagogische Lehre in einer Nervenheilanstalt begann und durch eine Lebenskrise zur streng gläubigen Katholikin wurde. Ihre Berufung sah sie jedoch darin, durch zurückhaltende Beobachtung den kindlichen Geist zu erforschen und das Schulwesen zu reformieren. Die Biografie hat mich in vielerlei Hinsicht tief beeindruckt. Zum einen beschreibt De Stefano sehr anschaulich, anhand welcher Beobachtungen Montessori zu ihren Erkenntnissen kam und ihre didaktischen Materialien und Methoden Stück für Stück verfeinerte und weiterentwickelte. In ihrem Umgang mit Wissenschaftlern, der Kirche und finanziellen Unterstützern wird sowohl ihre Hingabe und Zielstrebigkeit als auch ihr herrischer und unbeugsamer Charakter deutlich. Mit Spannung begleitete ich Montessori auf ihren Ausbildungslehrgängen quer durch die Welt und bewunderte, wie sie nach jedem Rückschlag wieder bei Null anfing. Sehr gekonnt zitiert die Autorin aus akribisch recherchierten Quellen wie Tagebüchern, Briefen und Berichten ihrer Wegbegleiter und schafft so ein höchst lesenswertes Porträt einer charismatischen Frau, die ihrer Zeit voraus war.
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