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2001 Roman

7

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.08.2021

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

20,9/13,4/3,4 cm

Gewicht

468 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-27106-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.08.2021

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

20,9/13,4/3,4 cm

Gewicht

468 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-27106-7

Herstelleradresse

Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Kolbergerstr. 22
81679 München
DE
info@hanser.de

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  • Christian1977

    aus Leipzig

    5/5

    29.09.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erwachsenwerden in der Provinz

    Die 15-jährige Hauptschülerin Julia hat es nicht leicht. In der österreichischen Provinz hat sie nur ihre Freund:innen der "Crew", aber keine Perspektive. In einem Experiment im Geschichtsunterricht soll sie die UNO spielen. Doch während ihre Mitschüler:innen immer stärker in ihren Rollen aufgehen, bleibt Julia tatenlos - und gerät mehr und mehr ins Abseits. "2001" von Angela Lehner ist ein außergewöhnlicher Coming-of-Age-Roman mit einer liebenswerten (Anti-)Heldin, die man so schnell nicht vergisst. Der Roman erzählt - eben im Jahr 2001 - von Julias letztem Jahr in der Schule und ganz nebenbei vom politischen Weltgeschehen dieses so unvergessenen Jahres. Doch im Vordergrund steht ganz klar Julias Entwicklung. Ihre zunächst so intensiven Freundschaften mit der "Crew", verbunden durch die gemeinsame Liebe zum Hip-Hop, zarte Liebesbemühungen auf der Suche nach dem ersten Freund oder auch die gegenseitige Unterstützung mit ihrem großen Bruder Michael - Angela Lehner konzentriert sich ganz auf die Perspektive ihrer jungen Erzählerin. Dies ist zugleich Stärke und Schwäche des Romans, denn einerseits kommt man Julia dadurch als Leser:in sehr nah, andererseits sieht man eben nur das, was auch Julia sieht. Und das ist in einigen Momenten sehr wenig. Geschickt spielt die Autorin hier mit den Erwartungen der Leser:innen. Wird das Geschichts-Experiment ausarten wie einst "Die Welle"? Wie verhält sich Julia hinsichtlich des aufkommenden Rechtsradikalismus in ihrer Heimatstadt, dem Tal? Und was ist eigentlich mit ihren Eltern los? Nach und nach werden diese Fragen beantwortet. Erstaunlich dabei ist, dass an einigen Stellen von "2001" sehr wenig passiert und ich mich trotzdem nie langweilte. Denn gerade diese Tatenlosigkeit Julias und ihre fehlende Perspektive werden zu den zentralen Themen der Geschichte. Angela Lehner schaffte es, mich zum Weinen und zum Lachen zu bringen. Berührt schlug ich mich bedingungslos auf Julias Seite und hoffte ein ums andere Mal, es möge gut für sie ausgehen. Bei aller Ernsthaftigkeit und Tragik vergessen Lehner und Julia aber nie ihren Humor, der oftmals ein wenig melancholisch, aber immer ehrlich wirkt. Zudem überzeugt "2001" mit seiner eindringlichen und authentischen Figurenzeichnung, auch in den Nebenfiguren. Nicht nur in den Rollen im Geschichtsunterricht, sondern vor allem im "wahren Leben" stimmt diese Mischung aus Langeweile, Planlosigkeit, einem derben jugendlichen Slang und einem großen Herzen. So ist "2001" ein Roman, der lange nachwirkt und im Gedächtnis bleibt. Mit Traurigkeit und Humor, mit zahlreichen Überraschungen - und mit Julia, einer der bemerkenswertesten und liebenswertesten Figuren, die mir in diesem Literaturjahr begegnet sind.

  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    26.09.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Glück in die Ecke drängen

    Nicht jeder wird auf der Sonnenseite des Lebens geboren. Manche müssen das Glück in die Ecke drängen und es regelrecht zwingen bis es nicht mehr ausweichen kann. Die 15-jährige Julia ist so ein Mensch. Sie lebt in der österreichischen Provinz dort wo die Touristen Urlaub machen. Arbeitsplätze außerhalb des Tourismus sind rar und seit auch noch die Fabrik geschlossen wurde, hat sich die Situation für viele Menschen in Tal verschärft. Ich-Erzählerin Julia kommt aus schwierigen familiären Verhältnissen, ihr letztes Jahr an der Hauptschule versucht sie irgendwie hinter sich zu bringen; sie hat Null-Bock auf Schule, läuft Gefahr, ihren Schulabschluss nicht zu schaffen. Julias Herz schlägt für ihre Crew (ihren Freundeskreis), für Hip Hop und Rap; sie träumt davon, entdeckt zu werden und wie ihre großen Idole Texta, Eminem und Cypress Hill die Bühne und auch VIVA zu erobern. Während zu Beginn des Jahres die Crew noch zusammenhält, die Jugendlichen vor allem abhängen, rauchen, saufen, beatboxen und rappen, beginnen im weiteren Jahresverlauf Freundschaften zu bröckeln. Dafür sind nicht nur Eifersüchteleien und Liebeskummer verantwortlich, sondern auch eine Aufbruchstimmung, von der nur Julia seltsam unberührt zu sein scheint. Während alle Zukunftspläne schmieden, sich auf Prüfungen vorbereiten oder anderen Gruppen anschließen, dümpelt Julia haltlos durch die Gegend und nervt zunehmend auch ihre Freund*innen durch ihre Perspektiv- und Antriebslosigkeit. Auch das große politische Experiment des Geschichtslehrers, bei dem die Schüler*innen die Rolle wichtiger Akteure der Weltpolitik einnehmen sollen, bleibt nicht folgenlos für Julias Freundeskreis und die Klassengemeinschaft. Angela Lehner nimmt uns mit in das Jahr 2001 mit seinen ratternden, langsamen Modems, seinen Tastenhandys, der Musikkultur (vor allem Rap und Hip Hop) und der Euro-Einführung. Auch andere bedeutsame und erschütternde Ereignisse des Jahres wie z.B. ein erstarkender Rechtspopulismus, der Nahost-Konflikt, Miloševićs Völkermord, BSE und der Terroranschlag vom 11. September werden eingeflochten. Der Roman liest sich trotz vieler österreichischer Begriffe flüssig. Die oftmals derbe und unreflektierte Sprache der Jugendlichen empfand ich als stimmig für die damalige Zeit und die Mitglieder der Crew. Julias Perspektivlosigkeit und Lethargie, aber auch ihr Mangel an Geborgenheit und ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit haben mich berührt. Immer wieder spielt Angela Lehner mit der Erwartungshaltung ihrer Leser*innen; der Roman hat mich mehr als einmal überrascht . Unter der Oberfläche steckt in „2001“ vor allem auch Gesellschaftskritik, die zuweilen ernst, manchmal aber auch humorvoll, dann wieder subtil und beinahe beiläufig daherkommt. Der Roman lässt sich ferner als Anklage an das Nichtstun, das Wegsehen von Verantwortlichen lesen und zeigt wie wichtig Freundschaft und echt gemeinte Unterstützung im Leben sind. 2001 ist eine Zeitreise, bei der deutlich wird, dass trotz enormer Veränderungen doch vieles gleich geblieben ist.

  • Tara

    aus Ratingen

    5/5

    25.09.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ohne Perspektive in der österreichischen Provinz

    Mit „2001“ nimmt die österreichische Autorin Angela Lehner ihre Leser direkt mit in die Vergangenheit in die österreichische Provinzstadt Tal. Touristen würden das Dorf vermutlich als idyllisch bezeichnen und ihren Urlaub gerne in Tal verbringen. Aber für einen Teenager wie Julia, die dort aufgewachsen ist, bietet es keine Perspektive. Sie geht in die Hauptschule und sieht sich und ihre Mitschüler als „Restmüll“, weiß nicht, was sie sich für die Zukunft wünscht und hat keine Lust auf die Schule. Ihr Lebensmittelpunkt sind ihre Freunde - ihre Crew - und die Rappmusik. Nachdem der Zusammenhalt ihrer Crew zu bröckeln droht und ihr Bruder zum Studieren nach Salzburg zieht, scheint ihre Lage trostloser als je zuvor. Die Ereignisse werden sehr lebendig und authentisch aus der Ich-Perspektive der 15-jährigen Julia geschildert. Ihre Gedanken und Gefühle sind nachvollziehbar. Die trostlose und düstere Stimmung wird gut eingefangen und ich hatte schnell ein gutes Bild davon wie Julia und auch die anderen Mitglieder ihrer Crew sich fühlen. Die Kapitel sind kurz und der Schreibstil ist sehr eindringlich. Alles wirkt trostlos und lediglich Julias Crew ist ein Lichtblick. Viele kleine Details weisen dezent auf das Jahr 2001 hin. Am Ende gibt es eine passende Playlist - entsprechend Julias Vorliebe viel HipHop - die ich gerne vorab gefunden hätte. Julias Leben steht stellvertretend für viele Jugendliche im Jahr 2001. Mangelnde Freizeitmöglichkeiten, zerrüttete Familienverhältnisse, fehlende Perspektiven werden hier gelungen dargestellt und trotzdem hat mir der Schreibstil der Autorin auch immer wieder ein Lachen ins Gesicht gezaubert, von daher kann ich das Buch nur empfehlen.

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    23.08.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    SEHR GENIAL!

    Der Roman ist unglaublich fesselnd, spannend, sehr humorvoll, mit der richtigen Prise Sarkasmus, und mit sehr wichtigen Botschaften, verpackt in einen comingofage Roman. Während man sich noch vor Lachen die Tränen abwischt versteht es die Autorin, dass einem schon im nächsten Absatz das Gesicht buchstäblich einfriert. Sie kommen nicht oft vor, diese abrupte Wechsel, aber sie sind sehr geschickt platziert. Die österreichische Politik des Jahres 2001 spielt eine gewisse Rolle in diesem wunderbaren Roman. Es geht aber vielmehr um die fünfzehnjährige Julia (Ich-Erzählerin), die sich durch das letzte Hauptschuljahr im ländlichen Ort „Tal“ kämpft. Mit Lernen hat sie es nicht so, und schon gar nicht mit Zahlen. Somit scheiden Mathe und Geschichte schon mal aus, und das nicht so reichlich vorhandene Hirnbenzin sollte da eingesetzt werden, wo es dienlicher ist. Schließlich müssen die Ressourcen geschont und richtig eingesetzt werden (frei interpretierter O-Ton). Ihre Abschussklasse befindet sich im Keller des Gebäudes, und wird kurzerhand „Restmüll“ genannt. Sie hat eine Crew – eine Clique von Gleichgesinnten – mit denen sie meistens abhängt, raucht, Skol drinkt, und viel Musik hört (Playlist im Anhang inkl). Während ihr Bruder, der ihr meist eine Stütze ist, sich auf die Matura vorbereitet, entfremden sich diese im Laufe der Zeit, und von Eltern …. ? Als dann der Lehrer für Geschichte einen sagenhaften Einfall für ein Experiment hat, bei welchem jede Schüler*In einen Einser bekommt, und er selbst die erhoffte Beförderung zum Direktor, beginnen manche Strukturen zu bröckeln. Mehr kann und will ich über den Inhalt nicht sagen – es wäre alles gespoilert. Nur soviel: Das Zurechtfinden in einer Welt ohne Zukunftsperspektiven. Das Entdecken der eigenen Wut. Familiäre Vernachlässigung. Rechtsdruck. … und und und ... Der Sprachstil ist dem Wortschatz von Julia angepasst. Aus ihrer Sicht erleben wir die ersten Monate des Jahres 2001. Die Sprache ist teils etwas derb (aber das passt schon so), teils mit wirklich sehr köstlichen österreichischen Ausdrücken gespickt. Ich bin wirklich schwerst begeistert von diesem Roman, der neben all der humorvollen Schilderung die wahren Abgründe unserer Gesellschaft schonungslos aufdeckt. Es ist ein Buch, auf das man sich wahrscheinlich etwas einlassen muss, aber spätestens nach den ersten Seiten ist man im Bann der Erzählkunst. Einfach nur sehr GENIAL! Danke an die Autorin für diese sehr köstlichen Lesestunden!

  • Hanna von Buchsichten

    aus Düsseldorf

    4/5

    25.08.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Leben als Restmüll in der österreichischen Provinz

    Für Julia zählen nur zwei Dinge: Ihre Crew und Gangsta Rap. Sie lebt in der österreichischen Provinz im Ort Tal und kann zum Erstaunen der jährlich einfallenden Touristen kein Ski fahren, denn sie kann sich nicht mal eine Karte für den Lift leisten. Sich und den Rest ihrer Klasse im letzten Jahr auf der Hauptschule nennt sie nur den „Restmüll“ und schwänzt zunehmend. Lieber hängt sie mit den anderen Mitgliedern der Crew ab, raucht, trinkt Alkohol und klaut im Laden. Vom Rest der Welt bekommt sie nicht viel mit, bis ihr Geschichtslehrer mit dem „Restmüll“ ein Experiment startet: Jeder zieht verdeckt den Namen einer berühmten Person und soll das restliche Schuljahr in diese Rolle schlüpfen. Mit dem nahenden Ende der Schulzeit beginnen die anderen Mitglieder der Crew, sich Gedanken um ihre Zukunft zu machen, sehr zum Missfallen von Julia. Denn was soll sie schon anderes tun, als Rapperin zu werden? Zu Beginn des Buches stellte die Ich-Erzählerin Julia mir als Leserin ihre Crew vor, mit der sie ihre freie Zeit verbringt. Melli, Tarek, Bene und Andreas sind wie sie Teil des „Restmülls“, wie sie ihre Klasse bezeichnet. Julias Bruder Michael und sein bester Freund Hannes sind ebenfalls Teil der Crew, auch wenn sie beide auf dem Gymnasium die Abschlussklasse besuchen. Ihre Freundschaft zu den Mitgliedern der Crew ist für Julia das wichtigste, bei ihnen fühlt sie sich aufgehoben und muss sich keine Gedanken machen. Die anderen Mitglieder ihrer Klasse interessieren sie so wenig, dass sie sich von den meisten nicht einmal die Namen merken kann. Gleiches gilt für den Schulstoff, sie weiß nicht einmal ungefähr, in welchem Jahr der Erste Weltkrieg ausgebrochen ist. Lediglich in Englisch hat sie gute Noten, da der Lehrerin ihre Rapeinlagen gefallen. Eine Zukunft als Rapperin ist deshalb auch das einzige, das sie sich vorstellen kann. Julias Musikgeschmack prägt auch ihre Sprechweise, dessen Ausdrücke sie nicht hinterfragt. Elterliche Vorbilder gibt es nicht, sie spielen im Gegensatz zu ihrem Brüder nicht die geringste Rolle und ich wusste lange nicht, ob ein oder beide Elternteile überhaupt im selben Haus leben. Auch die Musik des Jahres begleitete mich als Soundtrack durch die Geschichte, die Tracks finden sich am Ende des Buches auch als Playlist wieder. Die objektive Ereignislosigkeit führte zu einigen Längen im Roman, doch gerade sie ist es, über die Julias Lebensgefühl an mich als Leserin vermittelt wurde. Die mangelnde Zukunftsperspektive der Ich-Erzählerin wurde dadurch spürbar. Wenn die Schüler im Klassenzimmer mehr schlecht als recht ihre ihre Rollen in dem vom Klassenlehrer mangelhaft aufgesetzten Experiment spielen, dann ist das komisch und erschreckend zugleich. Die zunehmende Beschäftigung der Schüler mit dem Weltgeschehen ist trotzdem der initiale Funke, der innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers allmählich Veränderungen auslöst. Plötzlich gibt es unterschiedlichen Meinungen zu bestimmten Themen und Konflikte, die auf unerfahrene Art ausgetragen werden. Mit dem Ende des Schuljahres naht trotz aller gedanklichen Verdrängung des Themas die Entscheidung, was Julia danach machen möchte und wofür sich der Rest ihrer Crew entscheidet. In „2001“ hat Angela Lehner hat den Sound dieser Zeit in der österreichischen Provinz gelungen eingefangen. Ich habe mich in Julias perspektivlose Situation gut einfühlen können und war neugierig, welche Entscheidungen sie treffen wird, wenn diese sich nicht mehr aufschieben lassen. Gerne empfehle ich das Buch an interessierte Leser weiter.

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