Was altersgerecht ist, entscheidet Mama lieber selbst!
Geht’s eigentlich noch? Drei erwachsene Kinder wollen ihre verwitwete 68-jährige Mutter ganz charmant aus dem Eigenheim komplimentieren – weil sie das Haus lieber selbst nutzen möchten. Ob Mama nicht auch finde, dass so viel Platz für eine allein nur unnötig Arbeit macht? Mama findet, dass sie jetzt erst mal ganz in Ruhe durchs Land reist und sich die unterschiedlichsten Alterswohnsitze anschaut. Da tun sich nämlich ganz neue Welten auf. Unterwegs findet Mama neue Freunde, verliert ein bisschen ihr Herz und hat eine grandiose Idee, was sie mit ihrem »viel zu großen« Haus anfangen will.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
jam
5/5
13.03.2022
Hörbuch (Audio)
Mehr Selbsterfahrungs- als Roadtrip, nachdenklich aber schön!
„Ihr Wille zum Leben ist durch den Tod von Klaus geradezu neu entflammt worden. Der Tod bringt neben Trauer auch die Frage mit sich, wie Leben sein sollte. Diese Frage hat sie sich in den Wochen nach Klaus Tod häufig gestellt.“
Und auch jetzt stellt Jutta sich diese Frage. Nachdem sie immer häufiger ihre Schlüssel vergisst, legen ihr ihre Kinder nahe, sich einen Heimplatz zu suchen. Mit 68? Etwas verunsichert sieht sie sich tatsächlich ein Heim an – und stellt fest, so will sie sicher nicht leben, und leisten könnte sie es sich auch nicht.
Da bietet ihr ihre neu kennengelernte Schwimmlehrerin Fritzi an, sich mit ihr auch ein Heim in Tschechien anzusehen – und nebenbei auch ein wenig Deutschland zu erkunden…
Auf ihrer Reise lernt Jutta nicht nur neue Freunde kennen, sondern auch andere Arten zu leben und überdenkt ihre bisherigen Erfahrungen neu.
Die Autorin liest ihr Buch selber, das empfinde ich immer als etwas Besonderes und das war es auch in diesem Fall! Sie hat eine ganz eigene Stimmfarbe und ich mochte ihre Betonung sehr.
Wir lernen Jutta 10 Jahre nach dem Tod ihres Mannes kennen. Sie war stellvertretende Geschäftsführerin in einem Discounter, hat immer hart geschuftet, um den drei Kindern vieles zu ermöglichen. Als Dank dafür kümmern sie sich heute kaum um sie, sie hat das Gefühl, lästig zu sein. Großartig ihre Bedürfnisse äußern, das kennt und kann sie nicht.
Als diese ihr einen Heimplatz vorschlagen, lässt Jutta es mit sich geschehen, schaut sich ein deutsches Heim an, das viel zu teuer wäre. An der tschechischen Grenze geht das auch billiger, im Wald, mit viel Ruhe, aber will sie das? Viel zu selten hat sie sich die Frage gestellt, was sie will und auch jetzt tut sie sich schwer damit.
Nach langem wagt Jutta sich wieder mal ins Schwimmbad, dort trifft sie die lebenslustige Fritzi, die ihr nicht nur das Schwimmen beibringen will. Sie bietet ihr an, ein paar Tage mit ihr zu verreisen. Fritzi will Verwandte besuchen, da kann sie Jutta doch mitnehmen! Doch auch hier hadert Jutta mit sich, selbstlose Hilfsangebote? Das kennt sie nicht und will es schon ausschlagen.
Zu des Lesers/Hörers Freude, sagt sie dann doch kurzerhand zu, und ein besonderer Roadtrip beginnt. Auf ihrer Reise, angeregt durch Begegnungen und neue Bekanntschaften, reflektiert Jutta ihr Leben. Überlegt, welche Erfahrungen sie geprägt haben, warum sie so schwer über ihren Schatten springen kann. Und tut es dann manchmal doch!
Ich mag Jutta! Sie ist zwar für mich, die ich doch einiges jünger bin, ein wenig altbacken. Aber ich kenne genug jüngere Frauen, die so sind wie sie und ich habe sie gut verstanden. Ihre Zweifel, aber auch ihre Erkenntnisse. Schön war es für mich, mit ihr zu entdecken, dass ihre Ehe doch auch ihre guten Seiten hatte, auch wenn nicht immer alles rosig war. Nachdenklich gestimmt haben mich ihre Einsichten den Kindern gegenüber, aber auch, wie oft sie sich zu etwas überreden ließ, sich zB auch eine polyamouröse WG anschaut, obwohl ihr von Anfang an klar ist, dass das wohl nichts für sie ist.
Stück für Stück lernt Jutta Neues kennen, Altes schätzen und findet heraus, was sie will – und was nicht! Und findet einen guten Weg für sich!
Auch wenn „Heimvorteil“ nachdenklicher und ein Stückchen weit trauriger war, als ich erwartet habe, so war ich gerne mit der taffen Fritzi und der sich selbst erfahrenden Jutta unterwegs!
Fazit: Ein Roadtrip um Altersheime anzusehen? Mit Jutta gerne – Reflektion und Selbsterkenntnis inklusive!
Martina Suhr
aus Salem
5/5
18.02.2022
Hörbuch (Audio)
Humorvoller Roadtrip der anderen Art
Mein erstes Buch von Susanne Fröhlich und das direkt auch als Hörbuchversion von der Autorin gelesen. Grandios. Ich hatte wirklich viel Spaß.
Auch wenn ich noch nicht Juttas Alter erreicht habe, konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen und fand ihr Experiment, verschiedene Alters-Wohn-Optionen zu testen, echt einfallsreich. Dabei hat Jutta mehr als einmal ihre Komfortzone verlassen müssen, was nicht nur ungeheuer unterhaltsam ist, sondern auch immer wieder zum Nachdenken anregt. Wie will ich meinen Lebensabend verbringen? Wären diese Optionen auch etwas für mich? Und wie würde ich mich in Juttas Situation wohl fühlen?
Außerdem zeigt sich deutlich, dass Alter immer relativ ist und sich manchmal Möglichkeiten eröffnen, die man so vielleicht nicht erwartet hätte …
Eine Geschichte mit Schmunzelgarantie, die aber auch durchaus ernstere Töne anspricht und nicht überspitzt jeden Lacher mitnehmen muss, der sich bietet. Ich hatte ein paar heitere Stunden, die mich meinen eigenen Alltag haben vergessen lassen, nicht zuletzt, weil die Autorin dem Hörbuch mit ihrer Stimme einen ganz besonderen Charme verliehen hat.
Ob mich das Buch genauso mitgerissen hätte, wenn ich es „nur“ gelesen hätte, kann ich nicht sagen, so sind es für mich aber definitiv 5 Sterne und es wird nicht mein letzter Fröhlich gewesen sein.
Bewertung
aus Wien
4/5
22.02.2022
Hörbuch (Audio)
Wohin im Alter
Jutta ist seit 10 Jahren Witwe und seit kurzem auch in Rente. Eigentlich könnte das Leben jetzt mal so richtig losgehen, doch nach Meinung ihrer Kinder sollte sie sich nun mal Gedanken um einen Platz im Altersheim machen. Wo sie doch in letzter Zeit auch immer vergesslicher zu werden scheint. Jutta ist zwar empört, beschließt aber, die Möglichkeiten mal in Augenschein zu nehmen. Lieber jetzt noch selbst entscheiden statt später auf das Wohlwollen der Kinder angewiesen zu sein.
Und so startet eine recht unterhaltsame Tour, bei der Jutta die diversen Unterkünfte begutachtet. Susanne Fröhlich übertreibt sicherlich hier und da in ihrer Figurenzeichnung (z.B. in WG), und manche Freundschaften werden auch sehr rasch sehr eng (wer fährt schon mit seiner Schwimmlehrerin mal spontan auf einen Road Trip?), aber insgesamt hat sie einen wirklich unterhaltsamen Roman geschrieben über ein Thema, dass viele irgendwann mal betreffen wird. Wohin im Alter? Mir persönlich gefällt ja eine WG wie bei den Golden Girls am besten!
Von Susanne Fröhlich habe ich zuvor schon die gesamte Reihe um Andrea Schnidt verschlungen. Auch in diesem Buch bleibt sie sich ihrem generellen Stil und Ton treu.
Diesmal allerdings griff ich zum Hörbuch. Da es von ihr selbst gelesen wurde, dachte ich mir "Toll, der Autor kann so etwas ja immer am besten rüberbringen." Das war hier dann aber doch nicht der Fall, da Susanne Fröhlich eine eigentümlich Intonation hatte. Die ist zwar nicht total monoton, aber eben auch nicht immer passend zu dem jeweiligen Dialog (oder oft auch Monolog), den sie da vorliest. Es klingt sehr oft eigenwillig abgehakt. Das hat mich anfangs sehr gestört, später nur noch ein bisschen. Doch beim nächsten Mal werde ich lieber gleich wieder zur Printausgabe greifen.
Bewertung
5/5
14.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Humorvoller Roman
Die Kinder der verwittweten Jutta finden, sie müsse sich Gedanken machen über einen Wechsel ins Altersheim. Gekränkt ob diesem Vorschlag begibt sie sich trotzdem auf eine Besichtigungstour durch verschiedene Alterseinrichtungen. Bei den vielen interessanten Begegnungen merkt sie bald, was sie vorallem nicht mehr will, nämlich ein Leben nach Vorschrift. Fröhlicher, humorvoller Roman über den dritten Lebensabschnitt.
Chrissi die Büchereule
aus Steyerberg
5/5
18.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Heimvorteil
Wenn man solche Kinder hat, mir tat Jutta richtig leid, sie ist 68 Jahre (verwitwet) und die ihre Kinder versuchen alles, um sie aus dem Haus zu bekommen und zu überreden ins Heim zu gehen. Auf einer Seite was es witzig, was sie alles so anstellen, um sie zu überreden, aber eben, auch wenn man nachdenkt nicht gerade nett. Jutta ist aber nicht auf den Kopf gefallen und wagt einen Roadtrip, sie will die Welt entdecken, schauen, wo sie im Alter noch ihr Zelt aufschlagen kann, braucht Ruhe. Jutta ist mir sofort ans Herz gewachsen, sie ist mutig, total lieb und witzig, aber sie ist auch etwas altbacken, in ihren Ansichten, was sie aber nur noch sympathischer machte. Man merkt im Laufe der Geschichte wie Jutta auflebt, ihr Gedanken und Vergangenheit aufarbeitet und neuen Mut ihr Leben zu verändern entflammt. Es ist ein Buch fürs Herz, ein Mutmachbuch nie aufzugeben und man ist nie zu alt, noch neues zu erleben. Ich liebe die Geschichten von Susanne Fröhlich, auch dieses war genau nach meinem Geschmack, es hat einen besonderen Charme, es sind Geschichten die im wirklichen Leben passiert hätten können. Die Protagonisten, sind sehr lebendig, man kann sie nur ins Herz schließen, es ist wie Freunde zu begleiten auf ihrem Weg. Das Abenteuer, war rasant, spannend, schwungvoll, aber herzlich, es blieben keine Wünsche offen, es war ein Roman voll Herzlichkeit und Charme. Der Roadtrip hat mir sehr gut gefallen wir wurden an die schönsten Orte verführt, es war spannend, lernen viele neue Leute kennen und lieben. Der Autorin gelingt es immer wieder Geschichten zu entwickeln, die genau in die Zeit passen, einen glücklich machen aber auch zum Nachdenken anregen. Ein Wohlfühlroman, der mir ans Herz ging, mich aber auch mal herzhaft lachen ließ.
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4/5
26.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
unterhaltsam, kurzweilig, witzig,...
unterhaltsam, kurzweilig, witzig, lebensbejahend
Die Tatsache, dass ihre drei Kinder ihr nahelegen "Mama, es wird Zeit für ein altersgerechtes Wohnen", bringt Jutta in Schwung. Die Kinder rechnen nicht damit, dass dies der Anstoß ist, dass Jutta in ihr NEUES Leben rennt.
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