Die Aufregung auf der ostfriesischen Insel Langeoog ist groß, als eines Morgens der Strand voller angeschwemmter Schuhe ist. Dabei handelt es sich um nagelneue Ware, die einer der vorbeiziehenden Frachter mitten in der Nacht auf offener See verloren haben muss. Gierig fallen die Urlauber darüber her. Die Inselkommissare Gerret Kolbe und Rieke Voss werfen einen belustigten Blick auf das Geschehen und ahnen noch nichts Böses. Aber das lässt nicht lange auf sich warten. Etwas weiter, an Langeoogs Ostende, wurde nämlich ein beschädigter Container angespült. Einige Insulaner beharren vehement auf ihr altes Seefahrer- und Friesenrecht, wonach jegliches angespülte Strandgut den Inselbewohnern gehört. Zunächst gelingt es Kolbe mit diplomatischem Geschick, eine Plünderung und Eskalation zu verhindern, doch schon am nächsten Morgen haben die Ermittler eine Leiche...
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
aebbies.buechertruhe
5/5
11.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Ostfriesischer Krimi mit Charme
Langeoog ist in Aufruhr - am Strand wurden massenweise Schuhe angespült. Doch damit nicht genug - am Ostende wurde auch noch ein beschädigter Container angespült. Einige Insulaner pochen auf das alte Seefahrer- und Friesenrecht, nachdem alles Strandgut ihnen gehört. Gerret Kolbe kann eine Plünderung des Containers gerade noch verhindern, doch bereits am nächsten Morgen liegt neben dem Container eine Leiche.
Marc Freund schickt seine Inselkommissare Gerret Kolbe und Rieke Voss in "Langeooger Gier" zum zweiten Mal auf Tätersuche. Die beiden Kommissare raufen sich hier, nach den anfänglichen Schwierigkeiten in "Langeooger Schampus" , zusammen und werden doch noch ein richtiges Team. Beide gefallen mir charakterlich richtig gut. Kolbe kommt hier dem Geheimnis seiner Kindheit, welches ihn mit Langeoog verbindet, ein Stück näher. Hier kann man gespannt sein, wie sich die Sache noch entwickeln wird. Doch dies ist nur ein kleiner Teil der Handlung. Der größere Teil beinhaltet einen Kriminalfall, der es an Spannung nicht mangeln läßt. Man hat den oder die Täter eigentlich schnell in Verdacht, allerdings spielt Marc Freund hier mit seinen Lesern geschickt Katz-und-Maus, so daß man am Ende glatt noch überrascht wird. Dazu kommt, daß die Verdächtigen sich selbst durch das Pochen auf ihr Recht in große Gefahr bringen... Also an Spannungselementen fehlt es hier definitiv nicht. Gut gelungen auch hier wieder: Das Regionale. Das Inselflair wird hier sehr gut übermittelt. Die Insulaner sind ihren Traditionen treu und verteidigen diese mit all ihren ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Die Insel selbst wird in ihrer Schönheit dargestellt und man bekommt ein Gefühl für Land und Leute, ja, man wird zum Insulaner.
Marc Freund hat hier für mich einen perfekten Ostfriesland-Krimi geschaffen. Geheimnisvolles, Regionales und Spannung verbinden sich hier zu einem Krimi, der Spaß macht und einfach wunderbar zu lesen ist!
Anja H.
aus Bremen
5/5
11.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Wer's gefunden hat,dem gehört's ...eigentlich
Jeder Ort hat seine eigenen Rechte.So auch aus der Insel Langeoog,wo alles was angespült wird den Inselbewohnern gehört.
Schwierig wird es hier für die Inselkommissare Kolbe und Voss,weil keiner weiß was in dem Container.Schwer ist es anfangs die plündernde Meute im Zaun zu halten.
Denn alle sind neugierig was im Container ist.Und als dann noch eine Leiche auftaucht,wird es noch brisanter.
Die Kommissare Kolbe und Voss werden ordentlich auf trab gehalten.Und die Suche nach den Mördern nimmt spannende Ausmaße an .
Ein Krimi der lautsstark anfängt und Endet.Sehr gelungener Fall mit vielen interessanten Ermittlungen .
Susi Aly
5/5
21.12.2020
eBook (ePUB)
Spannend, erschütternd, wendungsreich
Nachdem mir schon der Auftakt rund um die Inselkommissare von Marc Freund unheimlich gut gefallen hat, hab ich mir direkt den nächsten geschnappt.
Der Klappentext gab nicht allzu viel her, weshalb ich umso gespannter auf die Handlung war.
Doch zunächst wird man in die Gedankenwelt von Gerret Kolbe gezogen, die ihre eigenen Dämonen beherbergt.
Der Autor verschafft uns hier einen tieferen Einblick in die Vergangenheit des Kommissars, was enorm dramatisch und tragisch anmutet. Dennoch werde ich noch nicht ganz schlau daraus.
Und damit tauchen wir auch schon in die Welt von Langeooge ein. Oder besser gesagt, in die ungeschriebenen Gesetze der Insulaner. Allgemeines Friesenrecht besagt, wer etwas findet, der darf es behalten.
Wenn dann ein schön großer Container angeschwemmt wird, ist alles sogleich in Aufruhr. Blöd nur, wenn die Kommissare dazwischen funken und somit Öl ins Feuer gießen. Autsch. Sag ich nur.
Ein spektakulärer Vorspann, wenn man so will. Dennoch hat mich vor allem das aggressive und impulsive Verhalten der Insulaner erschüttert.
Aber das soll noch nicht alles gewesen sein.
Marc Freund zog mich mit seiner packenden und bildhaft zu erzählenden Art sofort in den Bann.
Hier steht vor allem der Fall absolut im Fokus, was mir enorm gut gefallen hat.
Eskalation. Das bringt es verdammt gut auf den Punkt.
Denn der Container steht wie ein Damoklesschwert über allem und wird quasi zum Dreh und Angelpunkt.
Dabei spielt der Container eher einer untergeordnete, aber trotzdem zentrale Rolle.
Makaber, wenn man sich die Tragik hinter allem anschaut.
Der Autor geht hier auf die unterschiedlichsten Themen ein, aber schafft es auch die zwischenmenschlichen Aspekte aufleben zu lassen.
Dabei kommen die unglaublichsten Dinge ans Tageslicht, die mich wirklich immens erschüttert haben.
Denn jeder Charakter wandelt sich immer weiter und am Schluss, hat man das Gefühl, ihn gar nicht mehr wiederzuerkennen.
Das fand ich schon extrem, da man im Laufe der Handlung, zu dem ein oder anderen eine emotionale Bindung aufbaut, die dann auf extreme Weise erschüttert wird.
Dabei entdeckt man ,wie verletzlich einige davon sind.
Wie gekonnt manipuliert und intrigiert wird, als gäbe es kein Morgen mehr.
Jeder möchte gefallen, sich anpassen und auf keinen Fall ausgestoßen werden.
Was den emotionalen Bereich verstärkt und eine gewisse Abhängigkeit erkennen lässt.
Die nur in eine Abwärtsspirale münden kann.
Und daneben die beiden Inselkommissare Gerret Kolbe und Rieke Voss, die immer wieder an ihre Grenzen stoßen und ihr möglichstes tun, um diesen Fall zu lösen.
Der sich schließlich als erstaunlich vielschichtig und dramatisch herausstellt.
Dabei muss ich ehrlicherweise zugeben, dass mir die ein oder andere Szene zu zugespitzt, zu gewollt dargestellt wurde. Was zwar den Adrenalinspiegel gewaltig in die Höhe treibt, aber eben auch etwas zu perfekt wirkt.
Marc Freund schafft es dennoch mit einer sehr abwechslungsreichen Story zu punkten, die mich am Ende ziemlich überrascht hat.
Ihm gelingt es die losen Fäden zusammenzubringen und eine Kette an dramatischen, sowie tragischen Ereignissen damit auszulösen.
Das macht mitunter auch nachdenklich, weil es den schönen Schein defakto nicht gibt und man in seinem Glauben tief erschüttert wird.
Insgesamt ein sehr fesselnder Ostfrieslandkrimi, der es schafft mit Authentizität, Lebendigkeit und gut durchdachter Ermittlungsarbeit zu punkten.
Besonders die Kommissare sind klasse, weil sie ihre Diskrepanzen haben und es dadurch niemals einfach wird.
Gern könnte man Enno noch mehr in den Vordergrund rücken, denn er trägt erdammt großes Potential in sich, das dringend ausgeweitet werden muss.
Fazit:
“Langeooger Gier” ist der zweite Fall für Gerret Kolbe und Rieke Voss.
Ein richtiges cooles Ermittlerpaar, das ihre Diskrepanzen hat und dadurch niemals Langeweile aufkommen lässt.
Der Fall hat mich diesmal enorm erschüttert und zum nachdenken gebracht.
Nichts ist so wie es scheint.
Es macht sich eine gewisse Beklemmung breit, wenn man erkennt ,wie weit emotionale und psychische Abhängigkeit reichen kann.
Ein ziemlich komplexer Band, der am Ende nicht nur sprachlos macht, sondern auch einiges an Dramatik und Tragik aufkommen lässt.
Ein fast perfekter Ostfrieslandkrimi, der nicht ganz ohne Kritik auskommt.
Bettina Hertz Lesehertzen
aus Brandenburg
5/5
16.12.2020
eBook (ePUB)
Langeooger Gier
Inhalt: „Die Aufregung auf der ostfriesischen Insel Langeoog ist groß, als eines Morgens der Strand voller angeschwemmter Schuhe ist. Dabei handelt es sich um nagelneue Ware, die einer der vorbeiziehenden Frachter mitten in der Nacht auf offener See verloren haben muss. Gierig fallen die Urlauber darüber her. Die Inselkommissare Gerret Kolbe und Rieke Voss werfen einen belustigten Blick auf das Geschehen und ahnen noch nichts Böses. Aber das lässt nicht lange auf sich warten.
Etwas weiter, an Langeoogs Ostende, wurde nämlich ein beschädigter Container angespült. Einige Insulaner beharren vehement auf ihr altes Seefahrer- und Friesenrecht, wonach jegliches angespülte Strandgut den Inselbewohnern gehört. Zunächst gelingt es Kolbe mit diplomatischem Geschick, eine Plünderung und Eskalation zu verhindern, doch schon am nächsten Morgen haben die Ermittler eine Leiche …“
“Langeooger Gier“ ist der zweite Band aus der Ostfrieslandkrimireihe „Die Inselkommissare“. Die Einzelbände sind in sich abgeschlossen, so dass sie eigenständig gelesen werden können. Es macht durchaus Sinn, der Reihenfolge nach zu lesen, denn die beiden Inselkommissare treten im Auftaktband ganz frisch ihren Dienst auf Langeoog an und so ist man von Anfang an dabei.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Schon nach wenigen Zeilen ist man im Geschehen drin und legt das Buch nicht mehr zur Seite.
Ich war sehr gespannt auf die beiden Inselkommissare Gerret und Rieke, deren Start etwas holprig gewesen ist. Nunja an einer „harmonischen“ Zusammenarbeit müssen sie noch etwas feilen, aber wenn es drauf ankommt, dann können sie sich schon aufeinander verlassen. Und wenn Rieke ihre Stacheln nicht all zu sehr ausfährt, dann ist die Luft zwischen den beiden nicht ständig elektrisch geladen.
Ein scheinbar spaßiger Fall erwartet die Inselkommissare direkt am Strand in Form angeschwemmter Schuhe. Urlauber wie Einheimische haben mächtig Spaß daran, ihren Füßen etwas Gutes zu tun. Doch ein paar Meter weiter hört der Spaß auf, als ein Gerangel um einen angeschwemmten Container losbricht. Eine etwas wilde Truppe alteingesessener Insulaner beharrt verhemet darauf, den Fund zu öffnen, auch mit roher Gewalt. Gerret beweist da diplomatisches Gefühl und kann das schlimmste abwenden. Doch einen Tag später gibt es schon den ersten Toten...
Marc Freund gelingt es hervorragend, ein hohes Maß an Spannung aufzubauen. Der aktuelle Fall ist sehr dobios und man weiß zeitweise nicht, wer denn hier der Drahtzieher ist. Der weitere Verlauf wird immer skurriler und Gerret und Rieke stoßen auf eine Mauer des Schweigens.
Humorvolle, spannende und gruselige Szenen lassen hier den Leser durch das Buch fliegen. Die Atmosphäre ist manchmal richtig unheimlich, wenn ich an die alte Florentine denke.
Was mir richtig gut gefällt, ist Gerrets persönliche Geschichte - seine Vergangenheit. Diese ist in seinen Gedanken ständig präsent und seine Erinnerungen kommen bruchstückhaft in sein Bewusstsein. Dieser Handlungsstrang ist mindestens genauso spannend, wie der aktuelle Kriminalfall. Ich bin jetzt schon gespannt, wer da noch alles Antworten liefern wird.
“Langeooger Gier“ steht seinem Auftaktband in nichts nach, vielmehr hibbelt man erwartungsvoll dem nächsten Band entgegen. Ich gebe ein klare Kaufempfehlung und volle Punktzahl.
mein Leseleben
5/5
11.12.2020
eBook (ePUB)
Manch friedlicher Ostfriese kann auch brutal werden ...
Die Inselkommissare ermitteln wieder. Es zeigt sich, dass manch friedlicher Ostfriese brutal vorgeht, wenn er sein Recht verletzt sieht und sich persönliche Vorteile erwartet. Und wie schnell sich das Blatt wenden kann und plötzlich alles aus dem Ruder läuft. Spannend geschrieben, sehr flüssig zu lesen und in einem Rutsch durch.
Was mich aber viel mehr fasziniert als die Krimihandlung, ist das Schicksal des Kommissars – was ist tatsächlich in seiner Kindheit passiert? Das wird sich wohl noch über die nächsten Bücher hinziehen, bis man als Leser Bescheid weiß. Auch ein geschickter Schachzug des Autors ;-)
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