Der letzte Tag der Menschheit ist angebrochen. Eine gewaltige Strahlenwolke, ausgelöst durch eine Sternexplosion acht Jahre zuvor, wird schon bald alle Menschen über dreizehn Jahren töten. Seit acht Jahren läuft der Countdown, und seitdem werden die Kinder und Jugendlichen der Welt auf eine Zukunft allein vorbereitet. Einige von ihnen jedoch wollen gar nicht so weitermachen wie zuvor. Sie träumen von einer neuen, einer besseren Zukunft für sich und ihren Planeten. Dies ist ihre Geschichte …
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Kinder an der Macht
Aleks am 20.02.2022
Bewertungsnummer: 1660883
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ausgelöst durch eine Supernova, erreicht kosmische Strahlung die Erde. Diese ist schädlich für Lebewesen auf der Erde und auf lange Sicht tödlich für alle Menschen, die älter als 13 sind. Erwachsene versuchen nun in kurzer Zeit ihre Kinder darauf vorzubereiten, Städte und Länder zu regieren und die Infrastruktur aufrecht zu erhalten.
Doch die Kinder haben eigene Vorstellungen davon wie ihre Gesellschaft ohne Erwachsene aussehen und funktionieren soll. Was zuerst kindlich und naiv anfängt wird zu einem surrealen Spiel.
Im Mittelpunkt stehen drei Kinder aus China, die in einem Auswahlverfahren von Erwachsenen zu neuen Anführern des Landes ernannt wurden. Auch andere Länder haben ihre kindlichen Präsidenten, und die neue Weltordnung gerät schon bald aus den Fugen, als sich die Kinder auf ein globales Spiel einlassen.
„Supernova“ wurde bereits 2003 veröffentlicht und seit dem Erfolg der Trisolaris-Reihe kommen wir hierzulande nun in den Genuss auch ältere Werke des Autors kennenlernen zu dürfen.
Dieser Roman jedoch gehört für mich nur am Rande zum Genre Science-Fiction. Es ist eher eine politisch-soziologische was wäre wenn-Geschichte.
Was wäre, wenn Kinder das Sagen hätten? Wie ist das Verhältnis von USA und China zueinander?
Die Charaktere des Romans empfand ich eher als flach, sie entwickeln sich nicht weiter und stehen nicht in seinem Mittelpunkt. Die Geschichte wird breit erzählt und hat ein paar wirklich großartige Ideen an denen man spätere Ideen aus der Trisolaris-Trilogie erahnen kann.
Doch es ist eindeutig ein frühes Werk Cixin Lius.
Um diese Ausgabe komplett zu machen und sie dem deutschen Publikum zugänglicher zu machen, würden ein paar Hintergrundinformationen helfen.
Die englische Version hat ein Nachwort des Autors aus dem man interessante Details zur Entstehung erfährt. Auch der Originaltitel, der übersetzt „Supernova-Ära“ lautet, hätte verhindert, daß falsche Erwartungen bei den Lesern aus der Trisolaris-Fangemeinde geweckt werden. Sich darüber Gedanken zu machen, wie das Bild der USA in China ist, und wie es zu der Zeit war, als die Idee für das Buch entstand, sind ebenfalls wichtige Fakten, ohne die man das Buch zwar lesen und interessant finden kann, es fehlt dann leider eine wichtige Ebene der Rezeption.
Trotzdem finde ich die Ideen im Roman außerordentlich kreativ. Ein frühes Werk Cixin Lius, der stets ein Kind seiner Zeit und ein Bürger seines Landes ist, das darf man nicht vergessen, wenn man seine Geschichten lesen und verstehen will.
Supernova: Faszinierende Idee ohne emotionale Zündung
Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 22.05.2026
Bewertungsnummer: 3145775
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Supernova (Originaltitel: Supernova Era) schildert eine Welt, die vor einem beispiellosen Umbruch steht: Eine nahe Supernova bestrahlt die Erde mit tödlicher Strahlung. Schnell wird klar, dass alle Menschen über dreizehn Jahre innerhalb weniger Monate sterben werden, während Kinder überleben können.
In der verbleibenden Zeit versuchen die Erwachsenen verzweifelt, ihr Wissen, ihre Technologien und die gesamte globale Ordnung an die nächste Generation weiterzugeben. Regierungen, Wissenschaftler und Familien arbeiten daran, Kinder auf Rollen vorzubereiten, für die sie emotional und gesellschaftlich eigentlich noch nicht bereit sind.
Nach und nach entsteht eine neue Weltordnung, in der Kinder und Jugendliche plötzlich allein für Politik, Wirtschaft, Infrastruktur und internationale Beziehungen verantwortlich sind.
Auf dem Cover sieht man den Planeten Erde, der von einem gleißenden Strahl getroffen wird, der vermutlich die Auswirkungen der Supernova darstellen soll. Mit diesem Bild ist eigentlich bereits alles gesagt. Das Cover visualisiert damit sehr treffend das Kernthema des Romans.
Bisher habe ich von Liu Cixin die Trilogie Die drei Sonnen mit großer Begeisterung gelesen. Supernova erschien bereits 2003 (in Deutschland allerdings erst 2021). Im Vergleich dazu ist die Trilogie Die drei Sonnen ein späteres Werk, das in China zwischen 2007 und 2010 veröffentlicht wurde.
Supernova beginnt äußerst spannend mit der Entstehung einer Supernova im Weltall und ihren Auswirkungen auf die Planeten und die Erde. Die Beschreibungen des Moments, in dem die Strahlung die Erde trifft, sind für einen fiktionalen Roman bemerkenswert detailliert.
Die älteren Kinder, die diese Katastrophe überleben werden, besuchen in China zunächst ein Camp, ohne zu wissen, was sie in Zukunft erwartet. Dort werden ihre Fähigkeiten untersucht. Anschließend beschreibt Liu die Übergabe von Aufgaben und Berufen von den Eltern an ihre Kinder, wobei er sich auf eine Klassengemeinschaft konzentriert.
Nachdem die Eltern verschwunden sind, herrscht Chaos auf der Erde. Bis zu diesem Punkt war die Erzählung für mich nachvollziehbar. Doch anstatt wie ihre Eltern zu arbeiten, wollen die Kinder spielen. Nach verschiedenen Entwicklungsphasen entscheiden sich die Kinder verschiedener Nationen schließlich für eine Art Olympische Spiele mit Kriegsgeräten und Waffen. Ziemlich emotionslos metzeln sie sich gegenseitig nieder, und an dieser Stelle hat der Roman für mich seine Glaubwürdigkeit verloren.
Es gibt keine Figuren, die ich wirklich sympathisch fand, da es sehr schnelle Wechsel zwischen den Hauptfiguren gibt. Außerdem wird ausführlich beschrieben, wie gewalttätig die Kinder Tiere töten. Die Grundidee des Buches sowie die wissenschaftlichen Aspekte gefallen mir durchaus, aber die Einbindung und Ausarbeitung der Charaktere empfinde ich als deutlich misslungen.
Die Grundidee des Buches sowie die wissenschaftlichen Aspekte gefallen mir durchaus, aber die Einbindung und Ausarbeitung der Charaktere empfinde ich als deutlich misslungen. Empfehlenswert ist der Roman daher vor allem für Leser von Hard-Science-Fiction und Fans großer gesellschaftlicher Gedankenspiele, die weniger Wert auf glaubwürdige Figuren und emotionale Charakterentwicklung legen.
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