Wir sind uns nicht immer der Kraft unserer Sprache bewusst. Ohne dass wir es beabsichtigen, haben unsere Worte und die Art und Weise, wie wir sie aussprechen, nicht selten Verletzung und Leid zur Folge. Das betrifft nicht nur andere Menschen in unserem Leben, es bezieht sich auch häufig auf uns selbst. Die Gewaltfreie Kommunikation hilft uns, bewusster zuzuhören und unserem Gegenüber respektvoller Aufmerksamkeit und damit auch Achtsamkeit zu schenken.
Dieses Buch soll im normalen Alltag und in beruflichen Kontexten unterstützen. Es ist sowohl für Autodidakten als auch für Trainer und Coaches gedacht und wendet sich an alle Menschen, die in Organisationen tätig sind, auch an Mitarbeiter in Führungspositionen, die täglich mit Konflikten konfrontiert werden. Dabei vermittelt es so viel Theorie wie notwendig mit vielen kleinen Übungen, auch zu Haltungen und Einstellungen, und viele Methoden zur Konfliktbearbeitung.
Wer gerne seine Kommunikation reflektieren möchte, ist hier richtig.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
18.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Mit wertschätzender Kommunikation zur Konfliktlösung
Wie können die Themen „Gewaltfreie Kommunikation“ und „Konfliktcoaching“ gewinnbringend verknüpft werden? Christoph Emrich, Dozent im Bildungssektor der Bundesagentur für Arbeit, geht in seinem Buch dieser Frage nach. Die Grundlage seiner Ausführungen bilden die Aufzeichnungen und Dokumentationen vieler Veranstaltungen, die der Autor als Dozent und Seniortrainer aktiv durchgeführt oder als Teilnehmer erlebt hat. Anhand verschiedener Übungen und Methoden zur Konfliktbearbeitung wird gezeigt, wie die Lösung von Konflikten mit Hilfe gewaltfreier Kommunikation und Förderung der Selbstreflexionsfähigkeit gelingen kann.
Das Modell der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) geht auf den amerikanischen Psychologen und Konfliktmediator Marshall B. Rosenberg zurück, der einige Ansätze des von Carl Rogers entwickelten Verfahrens der nicht-direktiven Gesprächspsychotherapie gewissermaßen „alltagstauglich“ gemacht hat. Rosenberg nimmt an, dass unsere inneren Bedürfnisse unser Verhalten bestimmen, der Mensch von Natur aus empathisch und mitfühlend ist und es ihm Freude bereitet, für andere da zu sein und sich für sie einzusetzen. Wie bei Rogers so spielt auch bei ihm die Fähigkeit des Zuhörens eine wichtige Rolle, wobei jedoch laut Rosenberg unser Denken und unsere Voreinstellung bestimmen, was wir im Gespräch aus den Äußerungen des Gegenübers heraushören.
Für Rosenberg sind die individuellen Bedürfnisse das „zentrale Motivationssystem“ und die Wurzel aller Gefühle des Menschen. Unerfüllte Bedürfnisse führen zu unangenehmen Gefühlen, die in Konfliktsituationen eskalieren können. Eine Klärung des Konflikts kann erst dann einsetzen, wenn es den Streitparteien gelingt, „unabhängig vom Auslöser eines Konflikts die Verbindung zwischen ihren unangenehmen Gefühlen und den damit verknüpften unerfüllten Bedürfnissen herzustellen“, so Emrich. Ist diese Stufe erreicht, können die Streitenden gemeinsam überlegen, welche Strategien, die nicht auf Kosten der anderen Partei gehen, zur Bedürfnisbefriedigung führen.
Für den Verlauf eines erfolgreichen Konfliktcoachings hat Rosenberg ein Prozessmodell entwickelt, das in 5 Stufen vom verbalen Abreagieren einer Konfliktsituation, der sogenannten „Wolfsshow“, über die möglichst sachliche Beobachtung des Vorfalls, die Beschreibung der aktuellen Gefühlslage und die präzise Analyse der dahinter verborgenen Bedürfnisse zur Äußerung einer authentischen Bitte an den Konfliktpartner führt. Die Kunst und gleichzeitig Schwierigkeit des Verfahrens liegt darin, Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse im Verlauf dieses Prozesses voneinander zu trennen.
Ausführlich beschäftigt sich Emrich mit den von Friedrich Glasl beschriebenen Konfliktarten sowie den neun Stufen der Konflikteskalation, um daraufhin die besonderen Grundwerkzeuge und Fähigkeiten im Konfliktcoaching zu benennen. Dabei wiederum besonders wichtig: Die Fähigkeit zum empathischen Zuhören sowie zur Verfolgung und Steuerung des Prozesses bis zur Konfliktlösung. Sehr hilfreich bei der Lösung von Konflikten ist auch die niederlagenlose Methode zur Konfliktbewältigung von Thomas Gordon oder auch das im Rahmen des Neurolinguistischen Programmierens angewandte „Pacing“: Dabei handelt es sich um Angleichung an den Dialogpartner wie zum Beispiel durch aktives Zuhören und Paraphrasieren seiner sprachlichen Äußerungen.
Christoph Emrich hat ein überaus nützliches, informatives und handlungsweisendes Praxisbuch für gewaltlose Kommunikation und Konfliktlösungen vorgelegt, das sich nicht nur an Trainer und Coaches, sondern ebenso an alle in Organisationen oder Unternehmen tätigen Menschen und Führungskräfte, aber auch an Autodidakten wendet. Es überzeugt durch die klare und verständliche Sprache des Autors, die ansprechenden Illustrationen und Bilder von Eva Bornträger sowie die Qualität der vorgestellten Methoden und Übungen.
Dr. Reinhard Krämer
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.