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Otto Roman

62

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.06.2021

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

18,7/12,1/1,8 cm

Gewicht

214 g

Farbe

Schwarz / Beige

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00143-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.06.2021

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

18,7/12,1/1,8 cm

Gewicht

214 g

Farbe

Schwarz / Beige

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00143-3

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

Email: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

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Eine jüdische Familiengeschichte

Johanna aus München am 03.07.2025

Bewertungsnummer: 2530546

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Familiengeschichte. Eine Auseinandersetzung mit dem hinfälligen alten Vater, ein Erinnerungsbuch für einen Überlebenden der Shoah, die Geschichte einer dysfunktionalen Familie. Oft sehr lustig, manchmal bitter und ernst. Den Plot sucht man vergebens. Wie auch? Die Geschichte von Otto, dem Vater der Ich-Erzählerin, ist eine Geschichte der Brüche und Neuanfänge. Und er erzählt sie der Tochter nicht chronologisch, sondern springt hin und her: von den Kosmetiktipps seiner Omama, wie man schöne Fingernägel bekommt (seitlich an den Fingerkuppen entlangstreifen) zu den Umerziehungsmaßnahmen der rumänischen kommunistischen Regierung nach dem Zweiten Weltkrieg, zurück zur Judenverfolgung, zur Auswanderung nach Haifa und nach Deutschland, ins Olympische Dorf und zur Anstellung an der Uni bis zur „Heimkehr ins Reihenhaus“ in Trudering. Ganz schön viel Leben im Zwanzigsten Jahrhundert! Es ist die Geschichte eines Siebenbürger Juden, der seiner Tochter aufträgt, die Geschichte der Familie und der „untergegangenen Welt“ aufzuschreiben. Die „schöne Bitte“ ist eher ein Befehl. Das kennen die beiden Töchter schon seit ihrer Jugend: „Wir waren mit den Vorschlägen unseres Vaters seit vielen Jahren vertraut. Auch als wir schon sechzehn Jahre alt waren, schlug Otto uns vor, um Punkt achtzehn Uhr zu Hause zu sein; er schlug uns vor ihn anzuhauchen, wenn wir von der Schule kamen, damit er überprüfen konnte, ob wir wieder an der Münchner Freiheit rote Gauloises geraucht hatten…“ Otto ist ein Familienmensch, ein Geizhals und ein Tyrann. Seine Ansichten und Gewohnheiten sind absurd, seine Aussagen widersprüchlich, oft sehr direkt und verletzend. Die Liebe seiner Tochter ist ihm trotzdem gewiss. Widerwillig lässt sich Timna, die ältere der beiden Schwestern auf das Erinnerungs-Projekt ein. Das Problem sei, dass Otto „wie alle Siebenbürger und alle Siebenbürger Juden alles immer romanciert“ erzählen würde. Die Erzählerin tut das zum Glück auch und verwebt mit ganz großem Witz ihre eigenen Erfahrungen und ihren Alltag rund um den schwierigen Vater mit den Geschichten. Sie erzählt von der Ehe der Eltern, der Alkoholsucht der Mutter, den psychischen Schwierigkeiten der Schwester und den eigenen Erfahrungen als Jüdin. Kein Shoah-Roman, sondern eine Erzählung der Nachgeborenen. Leicht und schwer. In einem Rutsch zu lesen. Nicht nur für „alle pensionierten Ingenieure“ (Widmung der Autorin), sondern für alle, die einen Hang zu lakonischem, dunklem Humor haben. Sommerfrischen-Lektüre mit Anspruch.

Eine jüdische Familiengeschichte

Johanna aus München am 03.07.2025
Bewertungsnummer: 2530546
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Familiengeschichte. Eine Auseinandersetzung mit dem hinfälligen alten Vater, ein Erinnerungsbuch für einen Überlebenden der Shoah, die Geschichte einer dysfunktionalen Familie. Oft sehr lustig, manchmal bitter und ernst. Den Plot sucht man vergebens. Wie auch? Die Geschichte von Otto, dem Vater der Ich-Erzählerin, ist eine Geschichte der Brüche und Neuanfänge. Und er erzählt sie der Tochter nicht chronologisch, sondern springt hin und her: von den Kosmetiktipps seiner Omama, wie man schöne Fingernägel bekommt (seitlich an den Fingerkuppen entlangstreifen) zu den Umerziehungsmaßnahmen der rumänischen kommunistischen Regierung nach dem Zweiten Weltkrieg, zurück zur Judenverfolgung, zur Auswanderung nach Haifa und nach Deutschland, ins Olympische Dorf und zur Anstellung an der Uni bis zur „Heimkehr ins Reihenhaus“ in Trudering. Ganz schön viel Leben im Zwanzigsten Jahrhundert! Es ist die Geschichte eines Siebenbürger Juden, der seiner Tochter aufträgt, die Geschichte der Familie und der „untergegangenen Welt“ aufzuschreiben. Die „schöne Bitte“ ist eher ein Befehl. Das kennen die beiden Töchter schon seit ihrer Jugend: „Wir waren mit den Vorschlägen unseres Vaters seit vielen Jahren vertraut. Auch als wir schon sechzehn Jahre alt waren, schlug Otto uns vor, um Punkt achtzehn Uhr zu Hause zu sein; er schlug uns vor ihn anzuhauchen, wenn wir von der Schule kamen, damit er überprüfen konnte, ob wir wieder an der Münchner Freiheit rote Gauloises geraucht hatten…“ Otto ist ein Familienmensch, ein Geizhals und ein Tyrann. Seine Ansichten und Gewohnheiten sind absurd, seine Aussagen widersprüchlich, oft sehr direkt und verletzend. Die Liebe seiner Tochter ist ihm trotzdem gewiss. Widerwillig lässt sich Timna, die ältere der beiden Schwestern auf das Erinnerungs-Projekt ein. Das Problem sei, dass Otto „wie alle Siebenbürger und alle Siebenbürger Juden alles immer romanciert“ erzählen würde. Die Erzählerin tut das zum Glück auch und verwebt mit ganz großem Witz ihre eigenen Erfahrungen und ihren Alltag rund um den schwierigen Vater mit den Geschichten. Sie erzählt von der Ehe der Eltern, der Alkoholsucht der Mutter, den psychischen Schwierigkeiten der Schwester und den eigenen Erfahrungen als Jüdin. Kein Shoah-Roman, sondern eine Erzählung der Nachgeborenen. Leicht und schwer. In einem Rutsch zu lesen. Nicht nur für „alle pensionierten Ingenieure“ (Widmung der Autorin), sondern für alle, die einen Hang zu lakonischem, dunklem Humor haben. Sommerfrischen-Lektüre mit Anspruch.

Witzig, sarkastisch und mit viel Galgenhumor

Bewertung aus Braunschweig am 03.04.2021

Bewertungsnummer: 1474060

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Zwei Schwestern, ein Vater und wie man versucht eine Biografie zu schreiben... Otto wuchs in einer jüdischen, siebenbürgischen Familie in Rumänien auf, wanderte nach dem zweiten Weltkrieg nach Israel aus und siedelte sich schließlich von seiner Frau geschieden mit seinen zwei Töchtern in Deutschland an. Doch ausgerechnet er, ein starrköpfiger, jüdischer Familienpatriarch, wird plötzlich zum Pflegefall. Und so stur und selbstherrlich wie er ist, beschließt er noch viel Zeit mit seinen Töchtern zu verbringen. Sein Biografie schreiben, ist eine perfekte Idee. Und seine Töchter sind prima dafür geeignet. Findet er! Seine Töchter sind natürlich nicht begeistert... Der Alte, aufbrausend und unberechenbar, raubt mit seinen wahnwitzigen Ideen den Schwestern fast die Nerven - und bringt die Leser ordentlich zum Lachen! Erstaunlich, wie schwer es einem fallen kann, von einem Menschen, den man eigentlich sein ganzes Leben lang loswerden will, Abschied nehmen zu müssen. Und erstaunlich, wie witzig man (bzw Dana von Sufflin) darüber schreiben kann... Klasse!

Witzig, sarkastisch und mit viel Galgenhumor

Bewertung aus Braunschweig am 03.04.2021
Bewertungsnummer: 1474060
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Zwei Schwestern, ein Vater und wie man versucht eine Biografie zu schreiben... Otto wuchs in einer jüdischen, siebenbürgischen Familie in Rumänien auf, wanderte nach dem zweiten Weltkrieg nach Israel aus und siedelte sich schließlich von seiner Frau geschieden mit seinen zwei Töchtern in Deutschland an. Doch ausgerechnet er, ein starrköpfiger, jüdischer Familienpatriarch, wird plötzlich zum Pflegefall. Und so stur und selbstherrlich wie er ist, beschließt er noch viel Zeit mit seinen Töchtern zu verbringen. Sein Biografie schreiben, ist eine perfekte Idee. Und seine Töchter sind prima dafür geeignet. Findet er! Seine Töchter sind natürlich nicht begeistert... Der Alte, aufbrausend und unberechenbar, raubt mit seinen wahnwitzigen Ideen den Schwestern fast die Nerven - und bringt die Leser ordentlich zum Lachen! Erstaunlich, wie schwer es einem fallen kann, von einem Menschen, den man eigentlich sein ganzes Leben lang loswerden will, Abschied nehmen zu müssen. Und erstaunlich, wie witzig man (bzw Dana von Sufflin) darüber schreiben kann... Klasse!

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Otto

von Dana Suffrin

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