Mit dem Brandmal einer verstoßenen Rasse gezeichnet, führt die 14-jährige Piara ein vorsichtiges Leben: Sie soll stets wachsam sein, nicht weiter als ins umliegende Gebirge gehen und niemandem verraten, warum sie ständig diese ungewöhnliche Frisur trägt. Rigoras hingegen ist ein Freigeist, der Regeln nur zu gerne umgeht. Als Sohn des obersten Clanführers seiner Heimat liegt ihm die Welt zu Füßen. Dennoch teilen die beiden ein gemeinsames Schicksal, ohne einander überhaupt zu kennen: Um sie herum häufen sich Widersprüche und seltsame Geschehnisse. Ihre Familien zerbrechen, Wissen verschwindet, einzelne Landesteile verderben; und niemand sagt ihnen die Wahrheit. Selbst Piaras Brüder schweigen über ihre Beweggründe, als einer der beiden überstürzt mit ihr die Provinz verlässt. Mitaeria wird auch der goldene Kontinent genannt, doch Piara entdeckt bei ihrer Suche nach Antworten nichts als dunkle Abgründe. Denn in dieser friedlichen Welt wird nicht jeder geduldet. Diejenigen, die kritisch hinter den Schleier des Wohlstands blicken, werden gerichtet; schließlich zweifeln nur Ketzer an der endlosen Güte Corasils. Die Vergangenheit ihrer Familie offenbart Piara die Kehrseite der Gesellschaft. Und je tiefer sie gräbt, desto deutlicher zeichnet sich ab, wovor sie ihr Leben lang behütet wurde; wenn auch vergeblich.
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Piara begibt sich auf die Suche ...
Bewertung aus Bad Bergzabern am 18.01.2023
Bewertungsnummer: 1862188
Bewertet: eBook (ePUB)
„Askeria: Die letzte Generation“ ist der Reihen-Auftakt der Selfpublisherin Juliet May. Der Band umfasst 538 Seiten Erzählung, gegliedert in 117 Kapiteln, worauf ein Nachwort, eine Playlist und ein Glossar folgen. Vor dem Beginn der Erzählung ist eine Weltkarte vorzufinden sowie Erklärungen zur Welt und ein Gedicht.
Titel: „Askeria: Die letzte Generation“ ist treffend gewählt, auch wenn die wahre Bedeutung wohl erst gegen Ende des Buches bewusst wird (so erging es mir zumindest!). „Askeria“ greift dabei ein wichtiges Motiv auf, welches in allen Bänden relevant sein wird.
Cover: Das Cover ist in Brauntönen gehalten, während im oberen Drittel eine Uhr abgebildet ist, die in den Hintergrund überzugehen zu scheint. Davor ist ein Schmetterling aus Metall abgebildet, unter dem der Titel in großen beigen Lettern abgebildet ist. Darunter finden sich Untertitel und Name der Autorin. Schaut man genauer hin, kann man Elemente erkennen, die wohl dem Genre Steam Punk zuzuordnen sind: Zahnräder und Maschinenteile. Es ist minimalistisch und dennoch erkennt man immer was Neues.
Plot: Piara ist kein normaler Mensch – das erfährt sie schon früh. Die Hörner, die sie auf ihrem Kopf trägt, zeugen von einer uralten Spezies, die in Mitaeria jedoch mit dunklen Mächten und dem Übel der Welt verbunden werden. Piara versteckt sie und zusammen mit ihrem Bruder Souta ist sie dazu gezwungen, alles, was sie kannte, hinter sich zu lassen. Ihr Weg führt sie durch die Lande Mitaerias, auf der Suche nach einem Ort, an welchem sie verweilen und ihre Wunden lecken können. Dabei wird ihnen bewusst, dass der Orden die Jagd auf Ceri neu entflammt hat – und die junge Piara umso besser aufpassen muss.
Bis Souta sie zurücklässt, mit nichts als kryptischen Nachrichten, die Piara nicht verstehen kann. Denn was ist dieses „Askeria“, von dem er spricht?! Ist sie überhaupt irgendwo noch sicher?
Erst als sie auf Rigoras trifft, sieht sie wieder einen Lichtblick in ihrem Leben. Ein Gefühl von Zuhause, auch wenn sie dazu gezwungen ist, den Geschehnissen in ihrer Familie auf den Grund zu gehen und die Geheimnisse hinter den Mythen und Sagen aufzudecken.
Der Plot entführt in eine weitläufige, detailreiche High Fantasy-Welt, die mich total in ihren Bann gezogen hat. Ich liebte es, Souta und Piara in die einzelnen Ländereien und Städte zu folgen, die allesamt total unterschiedlich waren. Zwar ist der Plot größtenteils unaufgeregt und eher entspannt, allerdings sind die Entwicklungen, die die Protagonisten durchmachen müssen und die psychischen Verletzungen, die sie erleben, in meinen Augen spannend genug. Es wird ein Einstieg präsentiert, in dem sich die Zeit genommen wird, alles ausreichend vorzustellen und zu erklären, eingebettet in eine angenehme Erzählung, die Lust auf die weiteren Bände macht.
Charaktere: Es wird bereits eine Fülle an Charakteren präsentiert, die aber alle so einzigartig waren, dass es mir nie schwerfiel, sie auseinanderzuhalten - und das, ohne Klischees zu bedienen. Besonders Piara hat mich total abgeholt, die von einem naiven Kind zu einer jungen Frau heranwachsen musste – und das in kürzester Zeit. Dennoch wurde ihr Weg glaubhaft und authentisch beschrieben; sie musste Hürden meistern und zu sich finden, wobei das natürlich am Ende von Band 1 nicht abgeschlossen ist. Doch ihre Entwicklung hat mich total mitgerissen und ich konnte ihre Kapitel kaum abwarten.
Aber auch Souta und Ineas sind unglaublich interessant, wobei ich bereits zu Beginn gerne noch mehr von Ineas erfahren hätte, was aber aufgrund des Umfangs auch auf spätere Bände verlegt wurde.
Rigoras und Marleen fand ich auch super, wobei Rigos Schweinchen natürlichen einen besonderen Platz einnimmt.
Und ein wenig Romance darf auch nicht fehlen, aber ich finde, dass sich das so natürlich und schön aufgebaut hat, dass ich es für diese Charaktere auch unbedingt wollte!
Ich habe sie alle gemocht und bin sehr gespannt, wie sich in den nächsten Bänden weiterentwickeln werden. Denn Charakterentwicklung wird in "Askeria" definitiv groß geschrieben.
Fazit: ein mitreißender Auftakt, der ruhig und bildhaft in die Welt eingeführt hat. Er ist nicht so actiongeladen, wie es manche vielleicht wollen würden, aber dafür liefert er eine Welt, die Leser*in nicht erschlägt, sondern total mitnimmt. Freue mich sehr auf die weiteren Bände!
Spannende Fortsetzung
Bewertung aus Greifswald am 24.10.2022
Bewertungsnummer: 1812078
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Achtung, könnte leichte Spoiler zu Band I enthalten ...
Der Orden den Mitglidern Askerias das Leben schwer und Piara und Souta haben sich durch die lange Trennung voneinander distanziert – Schwierigkeiten, die sie überkommen müssen, ehe sie ihren „Plan“ umsetzen können. Doch es gibt eine Hoffnung, die die Geschwister nach Malluma führt.
Im zweiten Band lernen wir die komplexe Welt besser kennen und beginnen, sie zu verstehen – trotzdem bleiben genug Geheimnisse zum erkunden.
Die Charaktere aus Band 1 entwickeln sich weiter. Ihre Beziehungen und Reiberein sind teils amüsant, teils rührend, aber auf jeden Fall mitreißend. Auch die feinfühlig aufgebaute Romantik hat mich (als kaum Romantik-Leserin) überzeugt.
Einige Handlungsstränge, wie die politischen Probleme Fayons, haben mich nicht so gefesselt, doch sie geben der Geschichte Fahrtwind und wirft neue Plotlines auf.
Besonders eindrücklich fand ich die Schilderung Mallumas – hier konnte ich in eine verwunschene Welt eintauchen: ein Kontinent mit außergewöhnlichen Lebensbedingungen und einem Gesellschaftssystem, das zum nachdenken anregt. Hier hat mich die düstere, melancholische Stimmung hat mich abgeholt.
Im allgemeinen haben mich, wie im ersten Band, die komplexe Welt und die Verstrickungen der Charaktere beeindruckt. Die Hürden, fehlenden Puzzelstücke, und emotionalen Zwickmühlen, mit denen die Figuren zu kämpfen haben, machen die Hüter des Seelenfeuers zu einer spannenden Fortsetzung und machen Lust auf mehr.
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