China ist Boomland, längst einer der Motoren der Weltwirtschaft. Innenpolitisch blieb das Land dabei immer autoritär, außenpolitisch zurückhaltend. Doch unter Xi Jinping, dem mächtigsten Staats- und Parteichef seit Mao, erfindet sich der autoritäre Staat neu, in offener Konkurrenz zum Westen. China marschiert nun selbstbewusst in die Welt, gleichzeitig gewährt sich sein System ein Update mit den Instrumenten des 21. Jahrhunderts: Peking setzt auf Big Data und künstliche Intelligenz wie keine zweite Regierung. Die Partei glaubt, den perfektesten Überwachungsstaat schaffen zu können, den die Erde je gesehen hat. Das Ziel ist die Kontrolle der KP über alle und alles. Kai Strittmatter beschreibt die Mechanismen der Diktatur, er zeigt, wie Xi Jinping China umbaut und was diese Entwicklung für uns bedeutet.
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
Bewertung
5/5
23.10.2021
Hörbuch-Download (MP3)
Sehr spannendes und relevantes Buch
Der Autor berichtet informativ und differenziert davon was in China passiert ist, was momentan passiert und was noch passieren kann. Sehr spannendes Buch, welches einem die eigene Naivität vor Augen führt. Kann ich absolut empfehlen!
Bewertung
5/5
07.01.2023
Buch (Taschenbuch)
absoluter Augenöffner
Zu Anfang wirklich schwer lesbar aufgrund der vielen chinesischen Namen, aber seit diesem Buch hat die Produktprägung "Made In China" eine völlig andere Bedeutung für mich! Wer es gelesen hat, wird so schnell nicht mehr TikToken und sich drei oder vier Mal überlegen, ob das nächste Gadget für Zuhause wirklich der Billigramsch sein muss oder man nicht doch lieber etwas mehr Geld für demokratisch fundierte Privatsphäre in die Hand nimmt. Ist am Ende wahrscheinlich eh egal, wenn die halbe Infrastruktur von Huawei kommt, aber zumindest konnte man es vorher wissen.
Juergen
aus Rheinland - Pfalz
1/5
30.07.2022
eBook (ePUB 3)
Klischees anstatt Substanzielles
2004 hat Strittmatter mich, einen China Expat, mit seiner Gebrauchsanweisung China zum Schmunzeln gebracht: Liebenswürdige Anekdoten ein flott geschriebenes, süffiges Büchlein.
„Die Neuerfindung der Diktatur“ ist dagegen weder lustig, noch originell, es ist der Output eines Autors der offenbar Quote machen muss > Bücher sind Waren.
Wenige Fakten, viel Spekulation und eine Mission: Er will den Menschen die Augen öffnen und das „wahre“ China beschreiben... „Die rote Gefahr“ kehrt in seinem Buch zurück:
„Ach, die zerstrittenen, müden, selbstgefälligen, selbstvergessenen und gelähmten Europäer – würden sie bloß die Augen aufmachen und auf das entfesselte China schauen“…
Für ihn ist der Wettbewerb der Systeme zurück und das beschreibt er in den alarmierendsten Tönen.
Die These ist denkbar einfach strukturiert:
China hat sich innerhalb von 40 Jahren vom kranken Mann Asiens zu einer wirtschaftlichen Supermacht aufgeschwungen und ist jetzt dabei mit seiner BRI (Belt and Road Initiative) die Welt zu erobern. Daraus folgt: Unser Wohlstand ist gefährdet, Hilfe Hilfe, wir müssen Alarm schlagen…und: Die chinesische Bevölkerung ist zu einfältig und manipuliert, sie merkt gar nicht wie ihre Regierung sie einlullt und mit Hilfe neuester Technologie zu willfährigen Bewohnern Chinas macht. Diese Erzählung glaubt bei uns fast jeder gerne, wird sie doch täglich von einer Vielzahl von Journalisten immer wieder in die Medienlandschaft gebracht: „wir wussten es ja schon immer wie schlimm es um China steht“ und voll das westliche, vor Arroganz strotzende Selbstwertgefühl, bestätigt.
Menschen, die wie ich, seit knapp 20 Jahren in und mit China leben, schütteln nur noch den Kopf über die kulturelle Ignoranz und Arroganz, die aus diesem besserwisserischen, auf Spekulationen aufgebauten Buch, dem Leser vorgestellt wird.
Strittmatter gehört offenbar zur Kategorie der Kenner, die jeden Morgen mit Xi beim Frühstückstisch zusammen sitzen und genau wissen was diesen Spitzenkader umtreibt, der gemäß chinesischer Konstitution, nicht eine Entscheidung alleine fällt – geschenkt, das sind nur Fakten, die kommen in so einem Buch nicht gut – es muss sich ja verkaufen.
Überhaupt wird jedes über China bekannte Klischee nochmal aufgegriffen und verstärkt, egal ob die Realität dieses Klischees bestätigt oder nicht.
China wird zu einer militärischen Bedrohung aufgepumpt, obwohl seine Rüstungsausgaben immer noch weit hinter denen der USA rangieren, und China außerhalb des eigenen Landes nur einen Militärstützpunkt in Dschibuti betreibt. Die USA und Japan sind auch dort, zum Schutz der Seefahrt am Horn von Afrika, wo es jahrelang Piratenüberfälle gab.
Natürlich glauben alle Leser, die China nur von solchen aktivistischen Erzählungen kennen, dass sie mit diesem Werk gut informiert wären. Man sieht das an einigen positiven Rezessionen hier.
Nach 20 Jahren Leben in China muss ich aber jeden der das schreibt, leider enttäuschen. Strittmatter hat sich zu einem ideologischen China Basher entwickelt und ein ganz schlechtes Buch über China geschrieben mit dem er lediglich Vorurteile bedient und offenbar seine politische Agenda verfolgt.
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