Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Für Kierkegaard umgreift diese Frage nach dem Leben und der eigenen Existenz alle anderen Fragen. Er inspirierte Wittgenstein, Jaspers, Heidegger, Rilke, Camus und Sartre und beeinflusste die Theologen des 20. Jahrhunderts. Neben Hegel, Marx und Nietzsche ist Sören Kierkegaard der wichtigste Philosoph des 19. Jahrhunderts. Als Sohn, Student, Dandy, Bürgerschreck und Verlobter scheiterte er kläglich. Bis heute ist er einer der ungewöhnlichsten Außenseiter der Philosophie geblieben. Sein Denken erzählt Clare Carlisle, indem sie Kierkegaards Persönlichkeit, Leben und Existenz vor ihren Lesern aufleben lässt. Das ergreifende Schicksal eines der bedeutendsten Philosophen, der viel zu unbekannt ist. Ein Autor für Zeiten des Umbruchs - also für unsere Zeit.
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So schön, tiefsinnig, spannend und verlockend! Sehr gern gelesen!
Wedma am 08.12.2020
Bewertungsnummer: 1412083
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Diese Biografie Kierkegaards aus der Feder von Claire Carlisle habe ich sehr gerne gelesen. Sie hat mir den berühmtesten dänischen Philosophen auf eine sehr angenehme Weise nähergebracht, angenehme Lesestunden bereitet und noch in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung dargeboten, weshalb ich dieses Werk gern weiterempfehle, nicht nur auch die Fans von Biografien, sondern auch an die Liebhaber/innen packend wie gekonnt erzählter Lebensgeschichten.
Ich war u.a. entzückt, welch tiefgründige Fragestellungen in dieser Biografie zur Sprache gebracht wurden. Wie so oft ging es hier um Gott und die Welt. Auch wie zugänglich das Leben und die Philosophie Kierkegaards dargeboten wurden, sodass jede(r) von dieser Biografie profitieren kann. Frei nach dem Spruch Einsteins: Kompliziert über komplexe Dinge kann jeder Dummkopf referieren, einfach über die komplexen Dinge reden, da gehört schon einiges dazu. Weshalb Kierkegaard als Philosoph des Herzens bezeichnet wird, wurde prima klargestellt.
Man bekommt nicht nur seinen Lebensweg erzählt. Hier wurde u.a. nachgedacht, wie aus einem Kaufmannssohn, dessen Großvater ein einfacher Bauer war, der berühmteste Philosoph Dänemarks werden konnte. Man bekommt einen griffigen Überblick über die Familie insg., besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Verhältnis des Vaters Kierkegaard zu seinen Söhnen. Auch auf die Lehrer Kierkegaards wurde ausführlich eingegangen, auf ihre Lebenswege und Überzeugungen, sodass man eine bessere Vorstellung davon bekommt, wie Kierkegaard zum Denker wurde, zu dem viele Menschen aufgeschaut, sich von seinen Gedanken inspirieren ließen. Natürlich gab es auch Kritiker, deren bissige Zeilen und Karikaturen man hier ebenfalls präsentiert bekam.
Als roter Faden läuft durch diese Lebensgeschichte die aufgelöste Verlobung mit Regine Olsen. Dies kommt noch paar Mal im Laufe der Erzählung, aus diversen Blickwinkeln betrachtet. Hier wurde auch über die Rolle und Arten der Liebe nachgedacht, aber nicht nur. Die grundlegenden Fragen der Existenz, die sich schon Sokrates und Platon gestellt hatten, bewegten auch Kierkegaard. Auch seine fundierte, kritische Beschäftigung mit dem Christentum wurde hier spannend wie aufschlussreich dargeboten. Bei der Interpretation Christentums, die Kierkegaard am Ende lieferte, wundert es einen nicht, dass die Religion als Mittel zur Unterdrückung der Massen verstanden wurde.
Diese Biografie liefert viel Stoff zum Nachdenken. Schon allein die erniedrigende gesellschaftliche Stellung der Frau in der damaligen Zeit (die Geschichte um den Brief Kierkegaards an Regine, der ungeöffnet zurückkam, da er ihn in der ersten Linie an ihren Mann adressieren musste), auch die abwertende Selbsteinschätzung der Frauen, die man in den Zeilen einer Leserin mitbekam, gab zu denken. Da musste ich an oft „Sexismus“ von S. Arendt denken. Ein sehr lesenswertes Werk.
Es gibt recht viele Zitate aus Kierkegaards Tagebüchern und anderen Werken, die nicht nur verblüffend treffende Gedanken wiedergeben. Sie offenbaren eine sehr sensible Seele, sowie einen forschenden, messerscharfen Verstand, der den Emotionen doch ihren Platz zubilligt. Der Humor kommt dabei auch nicht zu kurz.
Zum Schluss liest man: „Durch seine knapp zehn Jahre währende Autorschaft vermittelte er Unendliches aus seinem eigenen menschlichen Herzen – in prickelnder Prosa, außergewöhnlich sensibel und nuanciert mit einer winzigen Spur von Dogmatismus oder Moralismus.“ In paar Zeilen gibt es ein schönes, bewegendes, sinnerfülltes Ende samt Gebet aus der Feder Kierkegaards, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Wer Kierkegaard nur flüchtig kannte, sollte hier aufmerksam werden, in dieser Biografie kann man ihn besser kennenlernen. So schön, tiefsinnig, spannend und verlockend erzählt! Eine gerechte Vorstellung Kierkegaards für die Leser von heute. Sehr gern gelesen!
"1855 - 1813: Leben rückwärst verstanden"
Bewertung am 26.11.2020
Bewertungsnummer: 488216
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die folgende Bewertung stammt nicht von mir, sondern von meinem Kollegen Carl Louis Winter. Da er kein Profil auf thalia.de hat, hat er mich gebeten, das Folgende zu veröffentlichen, was ich auch nur allzu gerne tue:
"Selten wurden Leben und Werk dieses Philosophen und meisterhaften Schriftstellers so treffend dargestellt, wie in dieser Biografie.
Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise in die Existenzphilosophie und versteht es dabei gekonnt, ihn mit den berühmtesten Werken Kierkegaards vertraut zu machen."
Wer also nur das geringste Interesse an Philosophie hat, sollte bei dieser Biografie wohl einen Blick riskieren und ich wandle Denis Scheck etwas ab (er möge mir verzeihen), wenn ich dazu nur noch schreibe: Vertrauen Sie ihm (Carl Louis Winter), er weiß was er tut!
Meinung aus der Buchhandlung
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Einfühlsame Biographie über die Schnittmenge von Leben und Schreiben Kirkegaards, die dankbarer Weise keiner sturen Chronologie folgt. Gut erzählte Lebens- und Philosophiegeschichte, die sowohl komplexe Fragestellungen als auch den Denker selbst greifbar macht. Leiwand!
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