• Produktbild: Beatlebone
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Beatlebone Roman. Ausgezeichnet: The Goldsmiths Prize 2015, Nominiert: Irish Book Awards Eason Book Club Novel of the Year 2015, Nominiert: James Tait Black Prize for Fiction 2016

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.09.2020

Abbildungen

mit 1 schwarzweissen Fotos

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

21,1/13,1/3,5 cm

Gewicht

451 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Bernhard Robben

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00158-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Kevin Barry ist einer der originellsten, wagemutigsten und ernsthaft lustigen Autoren, die Irland hervorgebracht hat. Ich würde hundert Meilen weit für dieses Buch laufen. ("Colum McCann")
Kevin Barry gehört zu den hellsten und lautesten Stimmen der neueren irischen Literatur. ("Rick Moody")
Der derzeit ausgeflippteste Autor von diesen Inseln. ("Irvine Welsh")
Brilliant. ("Roddy Doyle")

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.09.2020

Abbildungen

mit 1 schwarzweissen Fotos

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

21,1/13,1/3,5 cm

Gewicht

451 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Bernhard Robben

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00158-2

Herstelleradresse

Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
Deutschland
Email: info@rowohlt.de
Url: www.rowohlt.de
Telephone: +49 40 72720
Fax: +49 40 7272342

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  • Miss.mesmerized

    4/5

    16.09.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kevin Barry – Beatlebone

    John Lennon begibt sich 1978 auf eine Insel westlich von Irland, um in der Einsamkeit wieder zu sich zu finden, um das, was er in einer Urschreitherapie gelernt hat, umzusetzen und sein künstlerisches Potenzial neu auszuloten. Der nahende 40. Geburtstag hat ihn in eine Sinnkrise versetzt, die ihm lähmt, abgeschieden von der Menschheit will er drei Tage mit innerer Einkehr verbringen. Doch sein Weg zur isolierten Destination ist voller Hürden, doch sein Fahrer Cornelius O‘Grady ist unerschrocken und mit dem notwendigen Stoizismus ausgestattet, das Abenteuer mit dem verzweifelten Beatle auf sich zu nehmen und diesen an sein Ziel zu führen. Dorinish, die Insel, um die sich zunächst alles in dem Roman dreht, hatte John Lennon 1967 tatsächlich für einen lächerlich geringen Preis von 1550 Pfund erworben und ihr auch zwei kurze Stippvisiten abgestattet. Die beschwerliche Reise entwickelt sich als psychologischer Trip in die Tiefen von Lennons Seele, in der gerade viele Themen wüten: „Was geht Ihnen durch den Kopf? Schwer zu sagen. Liebe, Blut, Schicksal, Tod, Sex, das Nichts, Mutter, Vater, (...)“ Lennons Zustand ist mehr als fragil, wiederholt drängt er darauf, dass er nur auf seine Insel und seine Ruhe haben will. Doch bis er dort ankommt, gilt es so einiges zu erdulden. Sein asketischer Lebensstil schützte ihn weder vor dem Nervenzusammenbruch noch vor der irischen Landbevölkerung. Doch was diese dem Sänger voraus hat, ist, dass sie die Erfahrung von Angst und Paranoia schon kennt. Cornelius ist der perfekte Konterpart, an dem Lennon sich abarbeitet, den er jedoch nicht kleinkriegt. Das Buch hat gewisse Brüche, in einem Kapitel erläutert der Erzähler den Entstehensprozess des Romans, das Ende schildert die Entstehung des Albums „Beatlebone“, das durch Lennons mystische Inselerlebnisse inspiriert wurde, tatsächlich jedoch nie entstanden ist. Die experimentelle Struktur mag nicht jedem Leser gefallen, bei einem Avantgardisten wie Lennon als zentraler Figur, ist dies aber durchaus passend. Kevin Barry ist ein begnadeter Autor, dem ein glaubwürdiger John Lennon kurz vor dem völligen Zusammenbruch überzeugend gelingt. Es benötigt vermutlich gerade diese Nähe zu einem gewissen Wahnsinn, um in dem Maße kreativ zu schaffen, wie es bei dem Beatle der Fall war. Sein Interesse an Esoterik und alternativen Weltsichten, ebenso wie die Experimentierfreude mit Drogen, sind hinlänglich beschrieben worden und lassen daher nicht verwundern, dass ein Mensch ebenso wie die Kunstfigur in einem regelrechten Malstrom von Gedanken gefangen ist und die Flucht aus diesem sucht. Die Dialoge sind sprachlich brillant und oszillieren locker zwischen humorvoll und tiefgründig, ebenso die bisweilen bizarren Episoden im Pub und Hotel, die Lennon über sich ergehen lassen muss. Es ist keine biographische Erzählung, sondern eine fiktive Geschichte, die eines der ganz großen Genies der Musikgeschichte zurück auf den Boden holt, jenen der erbarmungslosen, ungezähmten irischen Küstenregion, die jedoch mit ihren Meeresrauschen und Höhlen ganz eigenes Inspirationspotenzial hat.

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    Lukas Bärwald

    Thalia St. Pölten

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    5/5

    06.10.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer wagt, gewinnt

    Gleich vorneweg: Was dieses Buch angeht, bin ich zutiefst befangen. „Bohane“, Kevin Barrys vorheriger Roman gehört für mich zu den zehn besten Büchern, die ich im vergangenen Jahrzehnt gelesen hab. Warum wir nun mehr als fünf Jahre auf einen Nachfolger haben warten müssen, erklärt sich vielleicht aus der besonderen zeitlichen Konstellation zum Thema dieses Buch. Denn der Protagonist ist niemand anderes als Beatles-Legende John Lennon – und der feiert 2020 sowohl seinen 80. Geburts- als auch seinen 40. Todestag. Berühmte Persönlichkeiten, deren Charakter, Stil und sprachliche Besonderheiten weithin bekannt sind, als literarische Figuren zu verwenden, ist ein heikles Spiel: Wenn das, was man liest, zu verfremdet scheint oder dem eigenen Bild der Person nicht entspricht, kann es leicht zu einem Bruch zwischen LeserIn und Buch kommen. Hoch gepokert also… aber von Kevin Barry meisterhaft umgesetzt und großartig zu lesen. Er schildert Lennons Reise durch das Jahr 1978. Einige Jahre zuvor hat er an der Westküste Irlands eine karge Felseninsel erworben und auf genau die möchte er mit Hilfe eines einheimischen Chauffeurs flüchten: vor der Öffentlichkeit, den Paparazzi und letzten Endes auch vor sich selbst. Auf seinem Weg trifft er in der Abgeschiedenheit irischer Küstendörfer auf Menschen unterschiedlichsten Schlags, die ihm Einblick in ihr Leben gewähren, seinen Geschichten zuhören und mit ihm das Glas heben, um zu feiern oder um zu vergessen. „Beatlebone“ liest sich wie ein wochenlanger LSD-Trip oder eine aus dem Ufer geratene Traumreise: Die Ödnis der Landschaft und mitunter wortkargen BewohnerInnen werden kontrastiert mit dem ständigen Einprasseln von Sinneseindrücken; einem Rausch von Geräuschen, Gerüchen, Farben und Gefühlen. Der irische Autor gießt diese sinnliche Flutwelle in eine ebenso spektakuläre Sprache und vermittelt so eindrucksvoll das Empfinden und Seelenleben Lennons. Das eigentliche Vorhaben des Sängers ist die Schöpfung seines musikalischen Meisterwerks. Ein Album jenseits gängiger Konventionen der Pop-Musik und der Erwartungen der Öffentlichkeit an ihn – und das, obwohl er nun schon mehrere Jahre keinen einzigen Song mehr hat komponieren können. Kevin Barry nimmt das Motiv auf und fügt in der Mitte des Romans ein Kapitel ein, in dem er selbst als Autor des Buchs davon schreibt, wie schwierig es ist, diesen Roman zu verfassen über einen Musiker und dessen Schwierigkeiten sein Album zu schreiben. Neben Ocean Vuong und Szczepan Twardoch gehört Barry zu einer neuen Generation von AutorInnen, die dem 21. Jahrhundert eine neue Art der Poesie entgegenstellen und ihre Geschichten sprachlich innovativ und kunstvoll erzählen, ohne sich in überverkopften Konstrukten zu verrennen, die nurmehr für literaturwissenschaftliche Schmetterlingsfänger zu verstehen sind. Beatlebone: ein großes Wagnis, große Literatur.

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