Eine junge Ärztin in Afrika - der dramatische Weg einer Frau zwischen Medizin und traditionellem Heilen
Kenia 1963: Deborah flieht aus einem brennenden Land vor einer verbotenen Liebe. Einst war ihre Familie nach Kenia gekommen, um den Eingeborenen die Segnungen der modernen Medizin zu bringen. Doch die angesehene und gefürchtete Medizinfrau Wachera kämpfte entschlossen um die Erhaltung afrikanischer Traditionen. 15 Jahre später kehrt Deborah nach Kenia zurück und fragt nach dem Scheitern ihrer Familie, die Teil der Seele Afrikas war. Und sie stellt sich auch ihrer eigenen Vergangenheit …
Die schicksalhafte Familiensaga über eine weiße Siedlerfamilie und einen afrikanischen Stammesverband - Sehnsuchtslektüre von Bestseller-Autorin Barbara Wood
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Die Zukunft vor Augen
Tina Bauer aus Essingen am 19.03.2021
Bewertungsnummer: 1468833
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Deborah kommt 1963 nach Kenia. Die junge Ärztin lebt schon seit langem mit ihrer Familie in Afrika. Schon lange in der Medizin verwurzelt steht ihnen ein harter Lebensweg gegen die alten verwurzelten Traditionen der Afrikaner entgegen.
Missgunst gegenüber den Weißen und der modernen Medizin erschwert die tägliche Arbeit. Letztendlich muss Deborahs Familie sich geschlagen geben. Gegen die mächtige und gefürchtete Medizinfrau Wachera kommt niemand an.
Fünfzehn Jahre später kehrt Deborah allein nach Kenia zurück. Sie hinterfragt ihr bisheriges Leben und das ihrer Familie.
Doch immer noch muss sie sich mit Anfeindungen abfinden.
Während wir mit Deborah ihre Vergangenheit abschreiten, erhält man tiefe Einblicke in die Zeit der britischen Kolonialisierung Ostafrikas.
Die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse der Zeit um die Jahrhundertwende bis in die nähere Gegenwart werden spannend erzählt. Die Familiengeschichte der Trevertons verbindet historische Ereignisse.
Barbara Wood erzeugt mit über 800 Seiten ein wahres afrikanisches Feuer. Die Vergangenheit dieses großen Landes wird mit der Geschichte der Trevertons erzählt. Tochter Deborah muss auch nach Jahren der Rückkehr noch feststellen, dass die Kolonialisierung tiefe Gräben hinterlassen hat. Mut, Neugierde und unbändiger Wille lassen Deborah als ein gutes Frauenvorbild erscheinen.
Von Barbara Wood habe ich noch „Sturmjahre“ gelesen. Hier geht es ebenfalls um eine junge Frau, die in schwierigen Zeiten nie den Mut verliert.
epische Familiensaga vor dem Hintergrund der neueren Geschichte Kenias
Bewertung aus Oberursel am 19.06.2023
Bewertungsnummer: 1963921
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Im Original heißt das Buch „Green City under the Sun“ und ist bereits 1988 bei Random House in New York erschienen. Ist also nicht ganz neu; und das muss man sich bewusst machen – die Teile des Buches, die in den 80ern spielen, sind aufgrund der komplett veränderten politischen Verhältnisse fast schon als historisch einzustufen, auch wenn sie noch gar nicht so lange zurück liegen.
Ja, das schwarze Land ist natürlich Afrika, genauer gesagt spielt die Geschichte in Kenia, und wir hangeln uns am Beispiel der Familiengeschichte der Trevertons durch die komplette koloniale Vergangenheit des Landes inklusive der Unabhängigkeitskämpfe und dem Start Kenias in eine Republik.
Da ich Kenia liebe, hat mich der Klappentext gecatched: „Kenia 1963: Deborah flieht aus einem brennenden Land vor einer verbotenen Liebe. Einst war ihre Familie nach Kenia gekommen, um den Eingeborenen die Segnungen der modernen Medizin zu bringen. Doch die angesehene und gefürchtete Medizinfrau Wachera kämpfte entschlossen um die Erhaltung afrikanischer Traditionen. 15 Jahre später kehrt Deborah nach Kenia zurück und fragt nach dem Scheitern ihrer Familie, die Teil der Seele Afrikas war. Und sie stellt sich auch ihrer eigenen Vergangenheit ...
Die schicksalhafte Familiensaga über eine weiße Siedlerfamilie und einen afrikanischen Stammesverband.“
Zusätzlich fand ich die Dame auf dem Cover auch sehr ansprechend: 20erJahre-Style - da habe ich ja auch ein Faible für.
Die Story beginnt im hier und heute, aka den späten 80ern: Deborah Treverton reist aus den USA zurück nach Kenia an den Ort ihrer Kindheit, wo die alte Medizinfrau Wachera im Sterben liegt. Das Buch endet dann auch wieder mit Deborah, nachdem sie einige ihre Vergangenheit aufgeklärt hat und für sich einen Frieden finden konnte – und dazwischen lässt die Autorin eine epische Familiensaga bildhaft vor uns erblühen. 1919, nach dem 1. Weltkrieg, macht sich der junge Lord Treverton auf nach Britisch Ostafrika und baut aus dem Nichts heraus eine Kaffeeplantage auf. Seine Frau Rose kommt mit seiner Schwester Grace, Ärztin und Offizierin, bald nach. Während die zarte Rose ihr Leben lang nie richtig ankommt, baut Grace eine blühende Mission auf.
Die weißen Siedler stecken ihr Herzblut und all ihr Geld in ihre neue Zukunft – und nehmen dabei den schwarzen Stämmen ihr Land weg und werfen sie teils von der Steinzeit in die Moderne ohne Rücksicht auf Verluste. Diese Konflikte werden hier ganz wunderbar anhand der Trevertons und der Kikuyu, dem Stamm, der auf „ihrem“ Gebiet wohnt, dargestellt.
Wir folgen mehreren Generationen Trevertons, und auch mehreren Generationen der Mathenges (Wacheras Familie), deren Schicksale miteinander verwoben sind, und bekommen nebenbei eine Nachhilfestunde in Sachen Kolonialvergangenheit in Kenia. Fand ich sehr spannend, war super gemacht.
Wir haben hier natürlich bei mehreren Genration ganz viele verschiedene Personen – und natürlich ist das Buch daher in verschiedene Teile eingeteilt und es gibt diverse Zeitsprünge. Das fand ich jetzt ganz interessant – heutzutage wäre das Stoff für eine mehrteilige Serie, und man würde immer wieder mit einer neuen Generation anfangen. In den 80ern hat das noch Stoff für einen einzigen sehr langen Roman abgegeben. So ändern sich die literarischen Zeiten. Und ich muss sagen, mir gefällt das so besser, alles in einem Band. Ich mag es sehr gerne, wenn am Ende auch ein Abschluss ist .
Der Roman ist über 750 Seiten lang, dünnes Papier, kleine Schrift – hier hat sich die Autorin episch ausgelassen , und das ist ihr richtig gut gelungen. Barbara Wood ist nicht zu Unrecht Bestsellerautorin, sie kann einfach mitreißend und bildgewaltig schreiben. Das hatte Sogkraft.
Es gibt am Ende ein Personenregister samt Stammbaum, was ich immer sehr nett und Hilfreich finde, und einen geschichtlichen Abriss über Kenia im letzten Jahrhundert. Ich habe dort öfters nachgeblättert, um auch alles richtig einordnen zu können.
Also, ich komme zu einem Ende: mir hat es sehr gut gefallen. Ausnehmend gut. Empfehle ich sehr gerne weiter!
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