Kenia 1963: Deborah flieht aus einem brennenden Land vor einer verbotenen Liebe. Einst war ihre Familie nach Kenia gekommen, um den Eingeborenen die Segnungen der modernen Medizin zu bringen. Doch die angesehene und gefürchtete Medizinfrau Wachera kämpfte entschlossen um die Erhaltung afrikanischer Traditionen. 15 Jahre später kehrt Deborah nach Kenia zurück und fragt nach dem Scheitern ihrer Familie, die Teil der Seele Afrikas war. Und sie stellt sich auch ihrer eigenen Vergangenheit ...
Die schicksalhafte Familiensaga über eine weiße Siedlerfamilie und einen afrikanischen Stammesverband.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
aus Oberursel
5/5
19.06.2023
Buch (Taschenbuch)
epische Familiensaga vor dem Hintergrund der neueren Geschichte Kenias
Im Original heißt das Buch „Green City under the Sun“ und ist bereits 1988 bei Random House in New York erschienen. Ist also nicht ganz neu; und das muss man sich bewusst machen – die Teile des Buches, die in den 80ern spielen, sind aufgrund der komplett veränderten politischen Verhältnisse fast schon als historisch einzustufen, auch wenn sie noch gar nicht so lange zurück liegen.
Ja, das schwarze Land ist natürlich Afrika, genauer gesagt spielt die Geschichte in Kenia, und wir hangeln uns am Beispiel der Familiengeschichte der Trevertons durch die komplette koloniale Vergangenheit des Landes inklusive der Unabhängigkeitskämpfe und dem Start Kenias in eine Republik.
Da ich Kenia liebe, hat mich der Klappentext gecatched: „Kenia 1963: Deborah flieht aus einem brennenden Land vor einer verbotenen Liebe. Einst war ihre Familie nach Kenia gekommen, um den Eingeborenen die Segnungen der modernen Medizin zu bringen. Doch die angesehene und gefürchtete Medizinfrau Wachera kämpfte entschlossen um die Erhaltung afrikanischer Traditionen. 15 Jahre später kehrt Deborah nach Kenia zurück und fragt nach dem Scheitern ihrer Familie, die Teil der Seele Afrikas war. Und sie stellt sich auch ihrer eigenen Vergangenheit ...
Die schicksalhafte Familiensaga über eine weiße Siedlerfamilie und einen afrikanischen Stammesverband.“
Zusätzlich fand ich die Dame auf dem Cover auch sehr ansprechend: 20erJahre-Style - da habe ich ja auch ein Faible für.
Die Story beginnt im hier und heute, aka den späten 80ern: Deborah Treverton reist aus den USA zurück nach Kenia an den Ort ihrer Kindheit, wo die alte Medizinfrau Wachera im Sterben liegt. Das Buch endet dann auch wieder mit Deborah, nachdem sie einige ihre Vergangenheit aufgeklärt hat und für sich einen Frieden finden konnte – und dazwischen lässt die Autorin eine epische Familiensaga bildhaft vor uns erblühen. 1919, nach dem 1. Weltkrieg, macht sich der junge Lord Treverton auf nach Britisch Ostafrika und baut aus dem Nichts heraus eine Kaffeeplantage auf. Seine Frau Rose kommt mit seiner Schwester Grace, Ärztin und Offizierin, bald nach. Während die zarte Rose ihr Leben lang nie richtig ankommt, baut Grace eine blühende Mission auf.
Die weißen Siedler stecken ihr Herzblut und all ihr Geld in ihre neue Zukunft – und nehmen dabei den schwarzen Stämmen ihr Land weg und werfen sie teils von der Steinzeit in die Moderne ohne Rücksicht auf Verluste. Diese Konflikte werden hier ganz wunderbar anhand der Trevertons und der Kikuyu, dem Stamm, der auf „ihrem“ Gebiet wohnt, dargestellt.
Wir folgen mehreren Generationen Trevertons, und auch mehreren Generationen der Mathenges (Wacheras Familie), deren Schicksale miteinander verwoben sind, und bekommen nebenbei eine Nachhilfestunde in Sachen Kolonialvergangenheit in Kenia. Fand ich sehr spannend, war super gemacht.
Wir haben hier natürlich bei mehreren Genration ganz viele verschiedene Personen – und natürlich ist das Buch daher in verschiedene Teile eingeteilt und es gibt diverse Zeitsprünge. Das fand ich jetzt ganz interessant – heutzutage wäre das Stoff für eine mehrteilige Serie, und man würde immer wieder mit einer neuen Generation anfangen. In den 80ern hat das noch Stoff für einen einzigen sehr langen Roman abgegeben. So ändern sich die literarischen Zeiten. Und ich muss sagen, mir gefällt das so besser, alles in einem Band. Ich mag es sehr gerne, wenn am Ende auch ein Abschluss ist .
Der Roman ist über 750 Seiten lang, dünnes Papier, kleine Schrift – hier hat sich die Autorin episch ausgelassen , und das ist ihr richtig gut gelungen. Barbara Wood ist nicht zu Unrecht Bestsellerautorin, sie kann einfach mitreißend und bildgewaltig schreiben. Das hatte Sogkraft.
Es gibt am Ende ein Personenregister samt Stammbaum, was ich immer sehr nett und Hilfreich finde, und einen geschichtlichen Abriss über Kenia im letzten Jahrhundert. Ich habe dort öfters nachgeblättert, um auch alles richtig einordnen zu können.
Also, ich komme zu einem Ende: mir hat es sehr gut gefallen. Ausnehmend gut. Empfehle ich sehr gerne weiter!
Bewertung
5/5
02.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Für mich einer der schönsten Romane...
Für mich einer der schönsten Romane von Barbara Wood. 1919 erwirbt ein englischer Lord Farmland in British-Ostafrika und wandert mit seiner Familie aus. Ein wunderbares Buch über die Geschichte Kenias und eine fesselnde Familiensaga!
Bani
aus Hannover
5/5
20.02.2019
Buch (Taschenbuch)
Sehr spannend !
Lese fast alle Bücher von diese Autorin und das Buch fand ich sehr gut. Einfach geschrieben, gut zum Lesen. Die Geschichte schön und real zu gleich. Sehr zum Empfehlen.
sommerlese
3/5
30.12.2015
Buch (Taschenbuch)
Die Familie Treverton hat mit…
Die Familie Treverton hat mit ihrer Kaffeeplantage eine koloniale Machtstellung und interessanterweise wird die Familie noch von einem alten Fluch belegt und diese Darstellung hat wie gesagt, Voodoo-Charakter. Neben Lord und Lady Treverton zieht auch Grace Treverton nach Kenia, um dort als Ärztin zu arbeiten. Sie gründet später eine Missionsschule und bildet Krankenschwestern aus. Grace Nichte Deborah erfährt mit Hilfe von Graces Tagebuch aus dem Leben der Tante und von ihrer Liebe zu einem Schwarzen. Dieses Buch ist keine reine Familiensaga, sondern es zeigt anschaulich die Entwicklung Kenias von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart der 80er Jahre. Dabei wird keine romantisches Bild gezeichnet, es geht mit althergebrachten Ritualen nach okkultem Vorbild im afrikanischen Stammesverband recht grob zur Sache. Wer etwas zartbesaitet ist oder eine romantische Liebesgeschichte vor derm Hintergrund der Serengeti erwartet, dem möchte ich von diesem Buch lieber abraten. Es wird deutlich beschrieben, wie der afrikanische Stamm im Konflikt zu den weißen Siedlern steht und die beschriebenen Sitten, Traditionen und abergläubischen Bräuche sind klar zu erkennen. Man bekommt ein Gefühl von afrikanischem Spirit und den Voodoo-Handlungen und auch das Thema Beschneidungen von Mädchen ist im Roman eingebunden. Die politische Ebene zeigt die berüchtigten Mau Mau Aufstände, die den Wandel der Gesellschaft anzeigen. Ansonsten ist dieser Roman teilweise zu ausführlich, die Personenfülle und die verschiedenen tragischen Lebensgeschichten sind mir etwas zu viel. Ein Roman über eine weiße Siedler-Familie in Kenia, über die Schwarzen und deren Lebensgewohnheiten und eine Liebe, die mit Schwierigkeiten belegt ist. Ein interessanter Einblick in Herz und Seele Afrikas.
Bewertung
aus Euerbach
2/5
21.08.2013
Buch (Taschenbuch)
Durchwachsen
Der Roman ist gut lesbar und eigentlich auch spannend geschrieben, bis zur Mitte lässt sich über kleinere Unzulänglichkeiten hinwegblicken (z.B. die mehrfache Nennung bestimmter Ausdrücke, wie der Hinweis auf die Treverton-Farben).
Dann kippt das Buch und wird phasenweise wirklich schlecht: Die Autorin hat alle möglichen und unmöglichen Schicksalswendungen aufgenommen: Ein ermorderter Liebhaber und der Selbstmord seiner Geliebten inklusive ihrer Dienerin; ein totes Baby in einer schlimmen Nacht, in der ein Geliebter stirbt und die "Witwe" mit ihrem Bekannten gleich ein neues Kind zeugt. (Überhaupt scheint jeglicher Beischlaf sofort zur Schwangerschaft zu führen, aber das nur am Rande.)
War in der Mitte echt enttäuscht und habe dann weiter gelesen, weil das Grundthema spannend ist. Das Ende ist versöhnlich und zum Glück nicht überkitschig - deshalb das Urteil "durchwachsen". Ich keinen guten Einblick in die Geschichte Kenias erhalten, aber vielleicht war dieser Vorab-Anspruch zu hoch.
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