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Verlassener Garten

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.03.2020

Verlag

Wieser

Seitenzahl

226

Maße (B/H)

11,5/19 cm

Gewicht

324 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Opuštěná zahrada

Übersetzt von

Kristina Kallert

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-99029-381-2

Beschreibung

Rezension

„Verlassener Garten“ ist eine intim-poetische Prosa, die von einem jungen Mann erzählt, der in einem alten Wiener Familienhaus aufwuchs, das voll düsterer Vergangenheit war.
(Daniela Iwashita, Lidové noviny, Prag)

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.03.2020

Verlag

Wieser

Seitenzahl

226

Maße (B/H)

11,5/19 cm

Gewicht

324 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Opuštěná zahrada

Übersetzt von

Kristina Kallert

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-99029-381-2

Herstelleradresse

Wieser Verlag GmbH
8.Mai-Str. 11
9020 Klagenfurt / Celovec
Österreich
Email: office@wieser-verlag.com
Url: www.wieser-verlag.com
Fax: +43 463 37635

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    Ralf Rother

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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    5/5

    10.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Unheimliche, das Trauma, die Schuld

    Meine zwölfte Buchempfehlung für die Quarantäne ist das Buch „Verlassener Garten“ von Stanislav Struhar. Durch den Ausnahmezustand in meiner eigenen Wohnung ist das Buch im Bücherstapel leider nach unten gerutscht. Erst jetzt habe ich mich durch den abgelegten Lesestoff durchgearbeitet, um an das Buch heranzukommen. Und bin wirklich erstaunt. Ich habe den bestimmenden Eindruck, dass dieses Buch seine Geschichte in einer anderen Atmosphäre, in einer anderen Stimmung erzählt, wie es sonst bei Stanislav Struhars Erzählungen und Romanen der Fall ist. Das Buch erzählt die Geschichte des traumatisierten siebenjährigen Jungen Joachim fast wie einen psychoanalytischen Traum: mit vielen Anspielungen, Metaphern, sexuellen Phantasien, rätselhaften Ereignissen und Schuldgefühlen. Zuweilen fühlte ich mich beim Lesen an Henry James erinnert. Der Roman ist eine Geschichte des Sterbens: Mord, Selbstmord, das Dahinscheiden, der Unfall. Jedes Mal reißt der Tod eine klaffende Lücke auf. Plätze bleiben leer. Aber es ist auch so, dass jeder Tod eine Vorgeschichte hat. Nicht nur, dass der Gewaltakt des Todes traumatisierend wirkt, sondern er dehnt sich wie ein Gewebe in seinen Vorgeschichten und Nachwirkungen aus. Erinnerungen wirken wie Fundstücke späterer Ereignisse. Vorahnungen erweisen sich als Zeugen älterer Geschehnisse. Dinge und Personen werden zu Trägern jener brutalen Ereignisse, die nicht abzuwenden waren. Stanislav Struhars betont diese Unheimlichkeit, von der der siebenjährige Joachim seit dem gewalttätigen Tod seines Bruders und seiner Mutter befallen ist, mit vielen literarischen und künstlerischen Anspielungen. Natürlich kehrt das Unheimliche in jenes Haus zurück, von dem aus das Trauma seinen Ausgang nahm. Wie in einem Rätsel glaubte ich gegen Ende des Romans, entscheidende Dinge überlesen zu haben und ging nochmals zu den zuvor gelesenen Textstellen zurück. Was machte Er mit der Großmutter? Wie war es mit der Mutter und seinem Bruder? Die Fotos. Degas und die Kleider. Die drei unter dem Teppich im Fußboden eingeritzten Wörter. Das erotische Verhältnis zu seiner Tante. Wenn es um Schuld geht – und wenn es ein Trauma gibt, gibt es Schuldgefühle –, so gibt immer viele Winke, die zur Schuld führen wollen, aber auch Winke, die von ihr ablenken wollen.

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