Rezension
"Verkannte Mystik
Lange Zeit spielte auch unter christlichen Menschen der Verstand die erste Geige. Das über Jahrhunderte verehrte Geheimnis des Glaubens trat da in den Hintergrund – vielleicht lag und liegt das ja auch daran, dass den Menschen der Moderne Gott immer weiter entfernt vorkommt. Obwohl dem nicht so ist. Gedanken wie diese können einem auf jeden Fall in den Sinn kommen, wenn man ein Buch des evangelischen Theologen Georg Schwikart aus dem Verlag Neue Stadt liest.
Die Bodenhaftung verliert er dabei nie. Mystik ist für ihn kein eigener Glaube, sondern die Gewissheit, dass im Grunde alles, was einem begegnet, ein Zeichen Gottes ist. Übrigens nicht nur im Christentum. Sondern in allen Religionen.
Mystik – das bedeutet für Georg Schwikart auch Freiheit: Jeder Mensch könne durch sie den direkten Zugang zu Gott erhalten – ohne irgendwelche Amtsträger „zwischenschalten“ zu müssen. Einer Voraussetzung bedürfe es dabei indes: „Des Vertrauens, dass Gott größer ist als alle Wörter und Bilder“. Und man sich deshalb ganz einfach auf ihn einlassen muss. Und kann.
Welch eine wunderbare Perspektive!
Jürgen Gerrmann, Bücher, Buchbesprechung, Lebenshilfe, Ratgeber, Rezension, Sachbuch, Januar 18, 2021
"Empfehlung
»Grenzen, auch konfessionelle, überspringt Schwikart mit Freude und in dem Bewusstsein: Gott lässt sich weder einpferchen noch kleinmachen oder reduzieren auf eine Konfession! Und er "berührt" - Katholiken und Protestanten und nicht nur sie.« (Aus dem Vorwort von Uwe Birnstein)
Mariannhill Zeitschrift, Nr. 6, Nov/Dez. 2020
"»Das ist Mystik in Reinform« schreibt Schwikart zur Stelle aus dem Römerbrief (8,26), wo Paulus sagt, dass der Geist in uns betet mit einem Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können, die biblische Spurensuche des Autors zeigt: "Mystisch" bedeutet alles andere als weltfremd, sondern meint einen Zugang zu Gott, hier und heute. Die Bibel weist reichlich Pfade zu Geheimnissen, die alles Denken übersteigt."
Der Weinberg, 07/08/2020