Shams Hussein ist ein normaler Junge mit ganz normalen Träumen. In der Hoffnung auf ein friedlicheres Leben ziehen seine Eltern mit ihm und seiner Schwester aus dem Süden des Irak nach Bagdad. Doch aus dem Streben nach einer besseren Zukunft wird in dem von Saddam Hussein beherrschten Land schnell ein Leben in existenzieller Not. Die Familie wohnt neben einem riesigen Müllberg, Shams arbeitet als Plastiktütenverkäufer, als Busfahrergehilfe, als Lastenträger. Und er liebt Bücher. In einer Zeit jedoch, in der ein falsches Wort den Tod bedeuten kann, begibt er sich damit in eine Welt, deren Gefahren er nicht kommen sieht. Ein persönlicher, höchst lebendiger Roman voll unvergesslicher Figuren.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
5/5
04.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Reise zu fremden Orten, zu ungewohnten Lebensläufen und unvertrauten Zeiten
Shams liebt Bücher, liebt die Flucht an andere Orte. Genauso eine andersartige Welt erschließt sich beim Lesen des Romans von Abbas Khider: Fremde Orte, ungewohnte Lebensläufe, unvertraute Zeiten, in der jede Zeitspanne nach einem Krieg benannt ist. In Bagdad, im Schatten des Präsidentenpalastes Husseins hoffen Shams, seine Schwester Qamer und ihre Eltern auf ein besseres Leben. In der Realität ist es ein Leben im Blechviertel, auf einem Müllberg, in existentieller Not. Shams Begeisterung für Literatur führt dazu, dass er Buchhändler wird, studiert, umgeben ist von Gleichgesinnten. Doch eben jene Begeisterung wird ihm zum Verhängnis ...
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5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein neuer Buchtipp für Sie!
"Glaubst du ernsthaft, dass sich irgendwer da draußen für unsere Probleme interessiert? Wir sind doch nur eine [...] Kurzmeldung in den Nachrichten wert. Die Leute hören doch seit Jahren nur von Krieg und Problemen. [...] Wieso sollte unsere Geschichte irgendwen jucken, der gerade gemütlich [...] seine fette Torte mit Kaffee runterspült? Der schlägt die Zeitung zu und hat uns vergessen." Diese bittere Erkentnis, die der Iraker Hisham in Abbas Khiders großartigem Roman formuliert, hat mich sehr getroffen. Aus dem Einfachen Grund, weil er Recht hat. Ich musste mir eingestehen, dass ich selbst zum einen nicht viel über den Irak weiß, und das, was noch zusammenkommt, aus spärlichem Wissen aus den Nachrichten besteht, die zwar immer wieder zu sehen sind, aber längst nicht mehr schockieren. Diktatur, Krieg, Gefangenschaft, Hunger, Armut, Angst - mit all dem müssen nicht nur Abbas Khiders Figuren fertig werden, leider sind es Schicksale, die Menschen täglich ereilen und deren Bilder in den Medien, wie mir wieder einmal schmerzlich bewusst geworden ist, zur Normalität geworden sind. Abbas Khider ist ein großartiger Erzähler, der mich mit seiner Geschichte über Shams, seine Familie, den Irak und die Welt der Bücher vollkommen begeistert hat. Dabei erzählt er keinesfalls, wie es in Anbetracht der schlimmen Umständen zu erwarten wäre, in bedrückendem Ton, im Gegenteil - ein gewisser Humor scheint immer durch, der Ich-Erzähler Shams wächst einem direkt ans Herz und auch die übrigen Protagonisten wirken so lebendig, dass man nach ein paar Seiten das Gefühl hat, mittendrin im kleinen Dorf im Süden, auf dem Büchermarkt oder im Blechviertel vor Bagdad zu sein. Man freut sich mit, wenn die Familie endlich etwas Frieden findet, man leidet, wenn das Geld knapp wir und die Kinder arbeiten müssen und man ist schockiert im Angesicht der schrecklichen Gewalt. Unbedingt Lesen!
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5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bagdad unter der Herrschaft Saddam Husseins. Polizeigewalt, Überwachung, Verrat und Willkür bestimmen den Alltag der Iraker. Dies ist die Geschichte des Jungen Sham, der versucht in den Slums der Stadt zu überleben und sich nichts sehnsüchtiger wünscht als ein friedliches Leben. Eine Illusion. Ein Roman, der mir unter die Haut gegangen ist und mich sehr dankbar zurückgelassen hat, hier in Freiheit und Selbstbestimmung leben zu dürfen.
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aus Vaihingen
5/5
26.02.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wir Verwöhnten und Unzufriedenen
Zwar liegt der Irak-Krieg schon ein paar Jahre zurück, aber das Buch handelt beispielhaft von den Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen, die es bis heute auf unserer Welt gibt. Von einem Krieg, der auf einer Lüge beruhte und von Hunderttausenden Opfern unter den Zivilisten. Und da erlauben sich die verwöhnten Generationen in unserer demokratischen Gesellschaft immer mehr Unzufriedenheit und Ansprüche! Statt trotz aller menschlichen Schwächen die Demokratie zu stärken und dankbar zu sein!
H. P. Wicki
aus Schindellegi
5/5
06.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Überleben im Irak von Saddam Hussein
Der junge Iraker ist in den letzten Wochen des Regimes Saddam Husseins von seinen Schergen gefangen genommen worden, und lässt uns teilhaben am Leben im Irak. Er beschreibt seine Kindheit im Schutz des eigenen Stammes im Süden, die Flucht in die Hauptstadt, der Neustart im Elendsviertel, der Kampf ums Überleben in einem totalitären Staat, der von Krieg zu Krieg stolpert, indem den Ärmsten nur die pragmatische Selbsthilfe und oft mehr als schlitzohrige Geschäftstüchtigkeit das Überleben sichert. Denn: Nicht funktioniert so richtig, alles wird überwacht, und das Regime ist längst eine bizarre Karikatur, die dem nahen Untergang entgegen dämmert. Da ist aber die neue Welt der Bücher, des eingeschworenen Zirkels im Palast der Miserablen, die dem jungen Iraker aus dem Schrottviertel neue Perspektiven bietet, aber dann zu seinem Verhängnis wird. Voll von ergreifenden Szenen, die betroffen machen und eindrücklichen Protagonisten, die in Erinnerung bleiben.
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