Seit dem tragischen Tod ihres Mannes hat Mel die Kölner Wohnung kaum verlassen. Als aber ein Sturz ihre Großmutter Lene ans Bett fesselt, muss Mel in den rauen Westerwald reisen. Die wortkarge Lene hat ihr schon als Kind Angst eingejagt. Doch auf dem einsamen Bauernhof, wo nachts der Wind in den Bäumen flüstert und um die alten Mauern streicht, nähern sich die beiden vom Leben gezeichneten Frauen einander zögerlich an. Lenes dramatische Geschichte, die endlose Weite ihrer Heimat und nicht zuletzt der attraktive Hausarzt, Noah Berkamp, öffnen Mels Herz allmählich wieder für die Frage, was das Leben noch für sie bereithalten mag ...
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Bewegende Schicksale
Shilo aus Ulm am 07.07.2021
Bewertungsnummer: 1524323
Bewertet: eBook (ePUB)
Mel ist nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes in ein tiefes Loch gefallen. Doch nachdem ihre Großmutter sich ein Bein gebrochen hat und dadurch bettlägerig ist, muss sie zu ihr in den Westerwald fahren, um sie zu pflegen. Obwohl sie sich kaum kennen, finden sie durch Gespräche und einen gemeinsamen Schicksalsschlag zueinander. Denn beide haben sehr früh ihren Ehemann verloren.
Der Schreibstil ist bildgewaltig und fesselnd. Die Handlung ab der ersten Seite emotionsgeladen und spannend. Die Erzählungen der alten Dame lassen den Leser eine Gänsehaut bekommen, und das gesamte Geschehen spult wie ein Film vor dem inneren Auge ab. Die Charaktere der Protagonisten sind authentisch und die Empfindungen und Verhaltensweisen nachvollziehbar.
Mein Fazit:
Ein Buch mit Tiefgang, das den Leser zutiefst berührt und zum Nachdenken anregt. 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
Bewegend
Katjas Bücher und Rezepte aus Dresden am 31.03.2022
Bewertungsnummer: 1686434
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die Autorin und das Buch habe ich erst vor ein paar Tagen in Leipzig auf einer Lesung kennengelernt und in dem Zuge dann auch das Buch gekauft. Ein paar Tage später wollte ich dann „nur mal kurz reinlesen“ … und konnte nicht mehr aufhören. Ich konnte nicht mehr aufhören, die packende und aufwühlende Geschichte zu lesen.
Dabei muss ich sagen, dass es mir Mel die ersten 50 Seiten über nicht wirklich leicht gemacht hat. Ihre unglaublich tiefe Trauer, ihr zurückziehen von der Welt, von den Freunden, war mir Too Much, zu viel. Aber mal ehrlich, weiß ich, wie ich reagieren würde, wenn ein von mir so geliebter Mensch stirbt? Das ich nicht genauso reagieren würde?
Nachdem Mel aber im Westerwald, auf dem Windhof, angekommen ist, nahm die Geschichte Fahrt auf. So wunderschön, so emotional, so berührend.
Zwei Erzählstränge gibt es hier in diesem Buch: zum einen die Gegenwart mit der trauernden Mel, der kranken Oma und dem attraktiven Hausarzt Noah und zum anderen die Vergangenheit, welche uns in die Jahre 1935 bis 1945 führt, eine der dunkelsten Epochen Deutschlands.
Während sich der Erzählstrang in der Gegenwart mit den zentralen Themen Vergangenheitsbewältigung, Trauerbewältigung und einem Neuanfang auf verschiedenen Ebenen befasst, erleben wir in der Gegenwart das „Erwachen“ der Nazis, die Vertreibung der Juden und sehr viel Gewalt. Auch das Thema „Ersatzbraut“, das mit bis zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht bekannt war, kommt zur Sprache. Und hier sind wir Zeugen, wie eine „arrangierte“ Ehe mit dem Ehemann der verstorbenen Schwester zum großen Glück für die junge Lene wird.
Es war wunderschön mit anzusehen, wie Lene kämpft, um ihr Glück mit Paul und dem kleinen Sohn; um die Sicherheit ihrer jüdischen Magd und Freundin Ruth. Ihr Mut, ihre Tapferkeit haben mich berührt. Ihre Stärke war so unglaublich. Das entsetzliche dieser Zeit, die Grausamkeiten und ihre Folgen für alle, all das beschreibt die Autorin mit viel Fingerspitzengefühl und Empathie, und dennoch oder gerade deswegen sehe ich die diese Gräueltaten direkt vor mir.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und dadurch liest sich das Buch flott und sehr gut. Die Beschreibungen sind detailliert und plastisch, so dass der Windhof mit seiner Vergangenheit und der Gegenwart vor dem inneren Auge lebendig werden. Genauso übrigens wie die Charaktere des Buches.
Zurück in der Gegenwart erleben wir eine Veränderung, eine Entwicklung bei Mel. Ihr gelingt es, auch mit Hilfe der Geschichte die Lene erzählt, einen Abschluss in ihrer Trauer zu finden. Und das ist alles andere als leicht, ist doch ihr Mann immer präsent und ein Abschiednehmen von ihm kommt ihr wie Verrat vor. Ihren Zwiespalt hat die Autorin sehr präsent gestaltet, mit viel Feingefühl und Empathie der Protagonistin gegenüber. Ich kann mir den Zwiespalt sehr gut vorstellen, in dem sie steckt.
Für mich war dieses Buch eine wunderbare Entdeckung. Ich habe es verschlungen und kann es wärmstens weiterempfehlen. Von mir gibt es definitiv 5 Sterne und ich freue mich schon auf das für September angekündigte neue Buch der Autorin.
„Zu Lieben bedeutet nicht, jemanden zu finden, mit dem man leben möchte,
sondern jemanden zu finden, ohne den man nicht mehr leben kann.“
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