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Sternstunden Jena 1800 und der Aufbruch in die Moderne

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

28.10.2019

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

256 (Printausgabe)

Dateigröße

13570 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783641260170

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

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Nein

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Ja

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert

Erscheinungsdatum

28.10.2019

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

256 (Printausgabe)

Dateigröße

13570 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783641260170

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Historische Bildzeitung aus…

Juti aus HD am 05.12.2018

Bewertungsnummer: 2729870

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Historische Bildzeitung aus Thüringen Die Bildzeitung ist Deutschlands meist verkaufte Zeitung. Ein Zeichen für Qualität war sie nie. Wer aber dem Autor dieses Buches vorwerfen will, er bringe zu wenig Philosophie, der hat nicht verstanden, worum es dem Lyriker Neumann geht. Er will erklären, wie und warum Deutschlands führende Philosophen um 1800 in einer thüringischen Kleinstadt sich alle versammelt haben. Ihm geht es weniger um Philosophie selbst – wer das will, kann ja Precht lesen. Neumann interessieren Klatsch- und Tratschgeschichten, die Feiern, wer mit wem flirtet, wessen Ehen geschieden werden, Krankheiten und der Tod. Das gelingt, weil er nicht nur ein Jahr betrachtet, sondern abhängig von den Personen einen ganzen Zeitabschnitt behandelt. Fichte hat Jena schon 1799 unfreiwillig verlassen, genau wie Schiller, der freiwillig nach Weimar zieht, um Goethe näher zu sein. Außerdem werden Goethe und Schiller nicht zu den Romantikern gezählt. Jena aber steht für den Beginn der Romantik. Eine wichtige Person ist Caroline Schelling, geb. Michaelis, verw. Böhmer, gesch. Schlegel, verh. Schelling. Manchmal spricht der Name schon Bände. Sie hatte auch Kontakt zu Georg Forster und so wird Jena mit der Mainzer Republik verknüpft. 1798 kommt sie mit August Schlegel nach Jena, im gleichen Jahr wie Schelling, der seinen Tübinger Freund Hegel (1801) ebenfalls später nach Jena kommen lässt. Hölderlin war schon 1794-95 in Jena und das Buch macht einen Abstecher ins Tübinger Stift zur Jugendzeit dieser drei. 1800 ist auch ein Schicksalsjahr, weil Augustine Böhmer, die Tochter von Caroline während eines Kuraufenthaltes in Bad Bocklet verstirbt. Auch Novalis erkrankt und stirbt 1801. Der Krieg mit Napoleon ist da eher nur eine Randnotiz. Und bei so vielen berühmten Personen hätte ich fast Tieck oder Friedrich Schlegel mit Frau Dorothea vergessen. Handwerklich ist dieses Buch ein Meisterwerk, da es die Vielzahl der handelnden Personen kunstvoll miteinander verbindet. Endlich mal wieder volle 5 Sterne. Einzig hätte der Verlag die Anmerkungen ruhig mit Fußnoten versehen können, damit man sie auch rechtzeitig liest, denn wie schon die SZ bemerkte, handelt es sich hier um ein Sachbuch.

Historische Bildzeitung aus…

Juti aus HD am 05.12.2018
Bewertungsnummer: 2729870
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Historische Bildzeitung aus Thüringen Die Bildzeitung ist Deutschlands meist verkaufte Zeitung. Ein Zeichen für Qualität war sie nie. Wer aber dem Autor dieses Buches vorwerfen will, er bringe zu wenig Philosophie, der hat nicht verstanden, worum es dem Lyriker Neumann geht. Er will erklären, wie und warum Deutschlands führende Philosophen um 1800 in einer thüringischen Kleinstadt sich alle versammelt haben. Ihm geht es weniger um Philosophie selbst – wer das will, kann ja Precht lesen. Neumann interessieren Klatsch- und Tratschgeschichten, die Feiern, wer mit wem flirtet, wessen Ehen geschieden werden, Krankheiten und der Tod. Das gelingt, weil er nicht nur ein Jahr betrachtet, sondern abhängig von den Personen einen ganzen Zeitabschnitt behandelt. Fichte hat Jena schon 1799 unfreiwillig verlassen, genau wie Schiller, der freiwillig nach Weimar zieht, um Goethe näher zu sein. Außerdem werden Goethe und Schiller nicht zu den Romantikern gezählt. Jena aber steht für den Beginn der Romantik. Eine wichtige Person ist Caroline Schelling, geb. Michaelis, verw. Böhmer, gesch. Schlegel, verh. Schelling. Manchmal spricht der Name schon Bände. Sie hatte auch Kontakt zu Georg Forster und so wird Jena mit der Mainzer Republik verknüpft. 1798 kommt sie mit August Schlegel nach Jena, im gleichen Jahr wie Schelling, der seinen Tübinger Freund Hegel (1801) ebenfalls später nach Jena kommen lässt. Hölderlin war schon 1794-95 in Jena und das Buch macht einen Abstecher ins Tübinger Stift zur Jugendzeit dieser drei. 1800 ist auch ein Schicksalsjahr, weil Augustine Böhmer, die Tochter von Caroline während eines Kuraufenthaltes in Bad Bocklet verstirbt. Auch Novalis erkrankt und stirbt 1801. Der Krieg mit Napoleon ist da eher nur eine Randnotiz. Und bei so vielen berühmten Personen hätte ich fast Tieck oder Friedrich Schlegel mit Frau Dorothea vergessen. Handwerklich ist dieses Buch ein Meisterwerk, da es die Vielzahl der handelnden Personen kunstvoll miteinander verbindet. Endlich mal wieder volle 5 Sterne. Einzig hätte der Verlag die Anmerkungen ruhig mit Fußnoten versehen können, damit man sie auch rechtzeitig liest, denn wie schon die SZ bemerkte, handelt es sich hier um ein Sachbuch.

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Jena 1800

von Peter Neumann

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Silvio Weitzl

Thalia Linz – Landstraße

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4/5

Leutragasse 5

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dank Peter Neumanns bildhaftem Erzählstil findet man sich in Jena um 1800 sogleich zurecht, sieht dem Treiben der Stadt zu und lebt mit den beschriebenen Personen der damaligen Zeit lebhaft mit. Man ist zu Gast in der Literaten-WG, denkt über F.W.J. Schellings Naturphilosophie nach, bewundert F. Schlegels Mut für seinen Roman „Lucinde“ und lästert über Kants Schattenfiguren J.G. Fichte und G.W.F. Hegel. Man wird Zeuge der Freundschaft Goethes zu Schiller, folgt Ludwig Tieck nach Dresden und trauert am Sterbebett um Novalis. Schlussendlich jedoch erlahmt der große deutsche Geist dieser Zeit unter den Launen und dem Größenwahn eines kleinen Franzosen.
  • Silvio Weitzl
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Dank Peter Neumanns bildhaftem Erzählstil findet man sich in Jena um 1800 sogleich zurecht, sieht dem Treiben der Stadt zu und lebt mit den beschriebenen Personen der damaligen Zeit lebhaft mit. Man ist zu Gast in der Literaten-WG, denkt über F.W.J. Schellings Naturphilosophie nach, bewundert F. Schlegels Mut für seinen Roman „Lucinde“ und lästert über Kants Schattenfiguren J.G. Fichte und G.W.F. Hegel. Man wird Zeuge der Freundschaft Goethes zu Schiller, folgt Ludwig Tieck nach Dresden und trauert am Sterbebett um Novalis. Schlussendlich jedoch erlahmt der große deutsche Geist dieser Zeit unter den Launen und dem Größenwahn eines kleinen Franzosen.

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Jena 1800

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