Hinter den Mauern des Narrenturms, der ersten psychiatrischen Heilanstalt der Welt ... Ein hervorragend recherchierter und extrem spannender Roman, der ein außergewöhnliches Stück Medizinhistorie vor der Kulisse weltgeschichtlicher Ereignisse erzählt. Wien, 1787. Der Medizinstudent Alfred ist fasziniert vom sogenannten Narrenturm. Hier werden erstmals die Irrsinnigen behandelt, ein ganz neuer Zweig der Medizin. Doch die Zustände sind erbarmungswürdig. Und der Anblick einer jungen Frau mit seltsamen Malen auf den Armen lässt ihn nicht los. Die junge Adlige Helene war noch nie am Wiener Hof. Ihr Vater hält Schönbrunn für eine Schlangengrube und will seine Tochter möglichst lange von dort fernhalten. Doch er kann sie nicht beschützen. Der Student, der zu viel sieht. Und die Adlige, die frei sein will. Zwei Menschen, ein Schicksal - das sich im Schatten des Turms entscheiden wird ... Ein großes historisches Panorama: vom Narrenturm bis nach Schönbrunn, vom idyllischen Jagdschloss bis in die Türkenkriege.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
11.10.2022
eBook (ePUB 3)
Was für ein Buch
Dieses Buch bietet alles was das Leserherz höher schlagen lässt. Habe um 12h begonnen und um 22h fertiggelesen.
Von Anfang bis Ende spannend. Mag historische Bücher und Krimis damit ist dieses Buch genau das Richtige
Bewertung
aus Oberursel
5/5
07.02.2020
eBook (ePUB 3)
Ganz grosses Kino
Wien, 1787. Alfred Wagener, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, ist ein talentierter und intelligenter Medizinstudent. Um sich sein Studium zu finanzieren, bekommt er die Gelegenheit, der Komtesse Helene auf Schloss Weydrich, Erbin eines bedeutenden Adelsgeschlechtes, Unterricht zu erteilen. Alfred ist überzeugter Gegner der Standesordnung, und anfangs wenig begeistert, überhaupt mit dem Adel in Kontakt zu treten. Helene allerdings ist das Gegenteil von dem, was er erwartet hat: alleine und fernab vom Hof Schönbrunn mit ihrem liebevollem Vater aufgewachsen, überzeugt sie nicht nur durch Schönheit, sondern auch durch Intelligenz und Warmherzigkeit. Und so entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen Alfred und Helene, die eigentlich gar nicht sein darf….
Der Titel des Buches, „Im Schatten des Turms“ weist auf einen weiteren Erzählstrang hin: Der Turm, das ist der Wiener Narrenturm, die erste psychiatrische Heilanstalt der Welt, zur damaligen Zeit die modernste medizinische Institution schlechthin, gegründet auf Geheiss des Kaisers. Hier wurden die „Irren“, erforscht und behandelt, und Alfred ist fasziniert von diesem neuen Zweig der Medizin. Fasziniert, aber auch schockiert, als er feststellt, wie mit den Patienten teilweise umgegangen wird, denn die Zustände sind erbarmungswürdig.
In der Nähe des Narrenturmes nun treffen sich Helene und Alfred, und im Schatten dieses Turms wird auch Alfred entführt und gegen seinen Willen als Soldat in den Krieg gegen die Türken verschickt. Die Zukunft mit Helene scheint plötzlich nur noch ein ferner Traum zu sein.
Mehr will ich zum Inhalt auch gar nicht sagen, es wird Zeit, meine Begeisterung zum Ausdruck zu bringen: Denn dieses Buch hat mich echt begeistert. Knappe 650 Seiten, prall gefüllt mit Spannung, Abenteuern, Liebe, Verschwörung, Spionage im grossen Stil, Politik und Herzschmerz. Dieser historische Roman hat alles was ein gutes Buch braucht: Protagonisten zum Mitfiebern, ganz grosse Gefühle, und ganz viele permanente Spannungsbögen. Flüssig geschrieben, und mit fundiertem historischem Hintergrund.
Und immer wieder sind wir auch im Narrenturm, und bekommen einen interessanten Einblick in die frühen Arten der Behandlung von mentalen Krankheiten, die vor 230 Jahren noch nichtmals einen Namen hatten.
Mich hat das Buch von der ersten Seite an mitgerissen und überzeugt, und auch wenn ein paar kurze Worte diesem dicken Schmöker nicht gerecht werden, ich hoffe, mein Enthusiasmus kommt rüber. Grosses Kino! Definitive Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
29.11.2019
eBook (ePUB 3)
"Es war die Nachtigall und nicht ..." - Hervorragend!
Der Plot:
Wenn aus einer Liebesgeschichte ein Thriller wird. Ein hervorragender Spannungsbogen: Er erinnerte mich ein Wenig an die alte Reichsbrücke in Wien: Zunächst steigt die Spannung steil nach oben um im Mittelteil ein Wenig nachzulassen. Das schafft einerseits Raum für die Beschreibungen der Lebensumstände, des dichten Ambientes „Altes Wien“ mit seinen Menschen und andererseits für die Veranschaulichung der gesellschaftlichen Standesdünkel. Hervorragend recherchiert und umgesetzt. Man hat das Gefühl, mitten im vielschichtigen Geschehen zu sein. Zuletzt steigt die Spannung wieder.
Ist es eine Liebesromanze? Oder doch nur ein Märchen für Erwachsene? Oder gar von Shakespeare abgekupfert „Es war die Nachtigall und nicht …“.
Die Charaktere:
Die sind der Spielball ihrer Liebe. Romeo und Julia gleich, werden sie immer wieder auf irrwege geschickt. Wie sie das Schicksal verändert, was es bedeutet sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen, wie sich die Psyche der einzelnen Personen verändert und entwickelt, ist für den Leser bis ins kleinste Detail nachvollziehbar. Die Analogie zu Vögeln ist bestechend. Anfangs verwirrend, aber je weiter man den Roman liest umso verständlicher.
Die Sprache:
Großartig, beeindruckend geschrieben, leicht zu lesen, trotz der immer wieder verwendeten Mundart! Selbst die Ausdrucksweise ist über weite Passagen der Zeit angepasst. Wunderschöne, alte Worte sind im Text zu finden. Der Roman glänzt mit einer Vielzahl von trefflichen Metaphern!
Fazit:
Die schaurigen, gruseligen Ereignisse, die Intrigen, die vielen Wendungen und detailreichen Beschreibungen haben mich beeindruckt. Schade dass dieser historische Roman erst Ende 2019 erschienen ist. Dieser Text hat das Zeug um Buch des Jahres zu werden. Empfehlenswert! Lesenswert! Ein großartiger Schmöker!
Gertie G.
aus Wien
5/5
21.10.2019
eBook (ePUB 3)
Ein opulenter hist. Roman aus dem Wien des 18. Jahrhunderts
Autor René Anour nimmt seine Leser auf eine Reise in das 18. Jahrhundert nach Wien mit. Es ist die Zeit des, als Reformkaiser bezeichneten, Sohnes von Maria Theresia, Joseph II.. Der Herrscher will das buchstäblich verzopfte Reich modernisieren. Dazu ist ihm nahezu jedes Mittel recht. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt den Leiden der Kranken. So lässt er 1785 die „medizinisch-chirurgische Militärakademie“, kurz „Josephinum“ genannt, errichten. Ein paar Jahre zuvor, ab 1783 wird das große Armen- und Siechenhaus in das „Allgemeine Krankenhaus“ umgewandelt. Zusätzlich lässt Joseph II. erstmals eine Einrichtung für psychisch Kranke errichten - den Narrenturm.
Und genau hier hier, ist ein Teil der Handlung dieses historischen Romans angesiedelt. Doch der Reihe nach ...
Man schreibt das Jahr 1787: Alfred Wagener ist mit Leib und Seele Medizinstudent. Weil er aus armen Verhältnissen stammt, ist es nicht selbstverständlich, dass er studieren darf. Um die Studiengebühren und seinen Lebensunterhalt zu verdienen, verdingt er sich u.a. als Hilfskraft im nahe gelegenen Allgemeinen Krankenhaus.
Eines Tages ist es ihm und seinem Kommilitonen gestattet, unter der Aufsicht von Prof. Auenbrugger, den Narrenturm und seine Insassen zu besuchen. Wagener ist über die Zustände dieser Anstalt entsetzt. Vor allem das Schicksal einer jungen Frau, die merkwürdige Male an ihren Handgelenken hat, lässt ihm keine Ruhe. Doch bevor er hier etwas genaueres in Erfahrung bringen kann, tritt Helene in sein Leben und bringt dieses gehörig durcheinander.
Helene ist eine junge Adelige, die mit ihrem unkonventionellen Vater auf Schloss Weydrich lebt. Außergewöhnlich, weil sie statt höfischer Etikette Unterricht in Latein bekommt. Der Lateinlehrer ist, von einem Freund des Vaters empfohlen, Alfred Wagener. Wie Schicksal und Autor es wollen, stirbt der Vater und die böhmische Tante wird Helenes Vormund. Sie reißt sich Schloss und Vermögen unter den Nagel und hat ehrgeizige Pläne mit Helene, in denen ein mittelloser Medizinstudent keinen Platz hat ...
Meine Meinung:
René Anour ist ein beeindruckender historischer Roman gelungen. Durch die bildhafte Sprache lässt er diese Zeit plastisch auferstehen. Man kann es förmlich riechen, wie der Inhalt der Nachttöpfe aus den Fenstern geleert werden, wie riesig die Kluft zwischen Adeligen und Nichtadeligen ist. Noch ist die Leibeigenschaft nicht wirklich beseitigt. Man spricht nach wie vor ziemlich abstrakt von „Seelen“, wenn man von Bewohnern der Ländereien spricht. Die Bediensteten sind auf Gedeih und Verderb den Arbeitgebern ausgeliefert.
Die Leser erfahren noch einiges an Zeitgeschichte. Ganz unaufgeregt, fast nebenbei, weil schlüssig in die Handlung eingebettet geht es auf den Balkan: Das Osmanische Reich bedrohen wieder die Habsburgischen Lande. Wir erfahren, dass Soldaten nicht nur „angeworben“, sondern auch zwangsrekrutiert worden sind, dass es Jägerbataillone gegeben hat, die sich aus Jägern und Forstarbeitern rekrutiert und im Gebirge gekämpft haben. Zu Recht kann der Kaiser auf seine Tiroler Standschützen stolz sein. So mag ich das! Geschichtsunterricht, ohne dass die Leser das bemerken. Dass Alfred beim Schießtraining nichts (oder nur wenig) trifft, könnte mit einer Fehlsichtigkeit zusammen hängen? Wobei mit den alten Vorderladern (Musketen) auf 300 Schritt zu treffen, ist schon eine große Leistung. Statistisch gesehen haben, bei idealen Bedingungen, nur rund 20% der abgegebenen Schüsse ihr Ziel erreicht.
Lachen musste ich über die Aussage von Helenes Vater (S. 58) “Wäre doch eine Schande, wenn eine prachtvolle Stadt wie Wien für den Genuss dieses scheußlichen Kaffeegebräus berüchtigt würde“. Hier hat er sich gründlich getäuscht. Es sei ihm verziehen!
Für Leser, die sich in der Geschichte Wiens nicht so gut auskennen, gibt es ein Namens- bzw. Personenverzeichnis, in dem historische Personen wie Prof. Auenbrugger als solche gekennzeichnet sind. Außerdem hilft das Glossar, die ungewohnten Wiener Ausdrücke zu übersetzen.
Mir hat der Ausflug in das 18. Jahrhundert sehr gut gefallen. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr „Medizingeschichte“ gewünscht, vor allem beim Feldzug. Hier hätte sich ja einiges angeboten - z. B. wie Alfred die schrecklichen Verletzungen überlebt hat. Das ist ja gar nicht so selbstverständlich in diesen Zeiten, in denen man noch nichts über Hygiene, Narkose oder Antibiotika weiß. Aber, das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau.
Gut gelungen finde ich das Cover, auch wenn es nicht den Narrenturm zeigt. Seine Abbildung findet sich bei jeder Kapitelüberschrift.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem opulenten historischen Roman, der im 18. Jahrhundert spielt, 5 Sterne.
Sonja
aus Nähe Wien
5/5
12.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Tolles Buch, dass den Zeitgeist des 18. Jahrhunderts wiedergibt
Wien, 18. Jahrhundert. Ein Buch voller Intrigen, Ränkespielen der Obrigkeit, Krieg, Leid der geisteskranken, gequälten Seelen im Narrenturm und mittendrinnen eine Liebesgeschichte zwischen einem mittellosen Medizinstudenten mit einer Abneigung gegen die Obrigkeit und einer jungen, wissbegierigen Hochadelstochter. Ein gelungenes Buch mit historischen Hintergrundfakten die so gekonnt eingebaut wurden, als wäre die ganze Geschichte tatsächlich geschehen!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.