Kein Mensch ist eine Insel“, sagt eine alte Weisheit. Entsprechend sind wir vom ersten Tag unseres Lebens an auf der Suche nach Zugehörigkeit, Bestätigung und menschlichem Widerhall – nach Resonanz. Neurobiologische Forschungen zeigen allerdings, dass unsere digitale Multitasking-Welt dieses Miteinander stört und Belastungen wie Stress, Burn-out und Isolation nach sich zieht.Der Psychotherapeut und Theologe Arnold Mettnitzer zeigt die vielfältigen Facetten dieses menschlichen Grundbedürfnisses auf und wie wir im Austausch mit anderen zu einem gelingenden Leben finden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Irene
aus Wien
4/5
22.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessante Impulse und Denkanstöße zum Thema Resonanz
Arnold Mettnitzer, Theologe und Psychotherapeut, beschäftigt sich in seinem Buch "Der ermutigte Mensch" mit dem menschlichen Grundbedürfnis der Resonanz – also dem Gefühl, in Beziehung mit anderen zu stehen, verstanden, bestätigt, berührt zu werden – und wie dieses Bedürfnis wesentlich dafür ist, den eigenen Platz im Leben zu finden und ein ermutigtes Leben zu führen.
Der Autor untermauert seine Gedanken mit Beispielen aus dem Alltag, und zeigt, wie sich unsere Lebensweise im Laufe der Zeit verändert hat. So wird etwa durch die zunehmende Digitalisierung, Multitasking sowie die generelle Beschleunigung des Alltags diese Resonanz zunehmend gestört, was Stress, Isolation, Burn-out oder das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören, zur Folge hat. Trotz der zunehmenden technischen Möglichkeiten von Kommunikation schreitet die Entfremdung zwischen den Menschen stetig voran. Für Mettnitzer ist Resonanz die Lösung für dieses Problem der beständigen Beschleunigung und Entfremdung.
Zunächst erklärt Mettnitzer den Begriff "Resonanz" und zeigt, wie sie sich schon vor der Geburt entwickelt und in unserer Kindheit eine zentrale Rolle spielt. Weiters erläutert der Autor, wie unsere Sinneswahrnehmungen – Mimik, Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Riechen, Schmecken, Weinen und Lachen – Resonanzräume schaffen und wie zwischenmenschliche, soziale Resonanz wirkt. Er geht auch auf die Herausforderungen durch digitale Transformation, Alter, Verlust (z. B. Demenz) ein und zeigt, wie man durch Resonanz Lebenssinn und Kohärenz bewahren kann. Aber auch in Kunst, Kultur und Spiritualität spielt Resonanz eine Rolle, was durch anschauliche Beispiele belegt wird.
Mir hat "Der ermutigte Mensch" einige sehr interessante Lesestunden beschert. Mettnitzer verbindet in seinem Buch Psychologie, Theologie, Neurobiologie und Literatur/Kunst, was dem Buch Tiefe verleiht. Leser:innen, die an Sinnfragen interessiert sind, finden viele Anregungen – sei es intellektuell, emotional oder spirituell. Mir haben ganz besonders die Praxisbezogenheit und der ruhige Erzählstil des Autors gefallen. Ich hätte mir aber ein wenig mehr Tiefgang bei den Themen "Burn-out", "Beschleunigung" und "Entfremdung" gewünscht. Auch konkrete Strategien oder Methoden, die helfen, Resonanz dauerhaft im eigenen Leben zu etablieren, fehlen.
Am Ende möchte ich noch darauf hinweisen, dass das Buch kein Ratgeber im klassischen Sinn ist, sondern eher Impulse und Denkansätze liefert, wie man Resonanz bewusster wahrnehmen und fördern kann – im Alltag, durch Beziehungen, durch Kultur und Begegnung. Trotzdem war es für mich ein sehr wertvolles Buch, das ich besonders jenen Leser:innen empfehlen kann, die bereit sind, sich auf Reflexion, Stille und Begegnungen einzulassen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.