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Produktbild: Schwarzer Leopard, roter Wolf

Schwarzer Leopard, roter Wolf Dark Star 1. Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

21.10.2019

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

832 (Printausgabe)

Dateigröße

3452 KB

Originaltitel

Black Leopard, Red Wolf - The Dark Star Trilogy 1

Übersetzt von

Stephan Kleiner

Sprache

Deutsch

EAN

9783641244156

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert

Erscheinungsdatum

21.10.2019

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

832 (Printausgabe)

Dateigröße

3452 KB

Originaltitel

Black Leopard, Red Wolf - The Dark Star Trilogy 1

Übersetzt von

Stephan Kleiner

Sprache

Deutsch

EAN

9783641244156

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Für mich eine zu verquere Geschichte

Bewertung aus Mainz am 03.03.2020

Bewertungsnummer: 1299864

Bewertet: eBook (ePUB)

Selten habe ich mich mit einem Roman so schwer getan wie mit diesem. Immer wieder wollte ich abbrechen, um dann doch weiter zu lesen. Ich liebe Science Fiction/Fantasy Romane und ich lese sehr gerne Literatur von und über afrikanischer Kultur, was wahrscheinlich meinem Studium der Afrikanistik geschuldet ist. Ein Fantasy Epos was sich schmückt mit afrikanischer Geschichte und Mythen verwoben ist, hat dementsprechend meine Aufmerksamkeit. Vor allem da es nur wenige Romane mit dieser Kombination gibt. Warum wollte ich das Buch so oft abbrechen? Zum einen war es für mich wahnsinnig schwer eine nachvollziehbare Handlung zu entziffern. Es gibt einen Protagonisten, der scheinbar rückblickend erzählt, aber nicht geradlinig. Es gibt Zeit und Handlungssprünge, Geschichten innerhalb der Geschichte. Für mich war es so kompliziert, dass ich nicht mehr wusste, was jetzt wirklich geschehen war, was war Mythe, was war Traum? Dazu kommt, dass das erzählte zum Teil sehr grausam ist, viele Thriller sind dagegen Kinderbücher. Warum diese Brutalität habe ich nicht wirklich verstanden. Will der Autor damit schocken, eigene Fantasien niederschreiben, ich weiß es nicht. Mich hat es abgestoßen. Sprachlich gesehen, ist es für mich keine Offenbarung. Die Sprache ist direkt, die Sätze oft abgehakt und passend zur Handlung oft vulgär. Warum wollte ich es weiterlesen? Zum einen, weil ich wissen wollte wie es denn nun weitergeht, was der Kern der Handlung ist und es doch zum Teil eine gewisse Spannung hatte. Zum anderen weil es ein Buch ist, was so hoch gelobt wurde und ich irgendwie immer erwartete jetzt kommt der Punkt, wo es diese Belobigungen verdient. Aber für mich ist es kein neuer afrikanischer „Herr der Ringe“ oder „GoT“, die ich beide sehr liebe. Es hat mir nicht wirklich Freude gemacht es zu lesen. Ich kam die ganze Zeit in keinen wirklichen Lesefluss, dafür war mir die Geschichte zu abgehakt und verdreht beschrieben. Ich werde sicherlich nicht die Folgebände lesen, aber ich werde den Autor im Blick behalten und bin gespannt was er in Zukunft noch schreiben wird.

Für mich eine zu verquere Geschichte

Bewertung aus Mainz am 03.03.2020
Bewertungsnummer: 1299864
Bewertet: eBook (ePUB)

Selten habe ich mich mit einem Roman so schwer getan wie mit diesem. Immer wieder wollte ich abbrechen, um dann doch weiter zu lesen. Ich liebe Science Fiction/Fantasy Romane und ich lese sehr gerne Literatur von und über afrikanischer Kultur, was wahrscheinlich meinem Studium der Afrikanistik geschuldet ist. Ein Fantasy Epos was sich schmückt mit afrikanischer Geschichte und Mythen verwoben ist, hat dementsprechend meine Aufmerksamkeit. Vor allem da es nur wenige Romane mit dieser Kombination gibt. Warum wollte ich das Buch so oft abbrechen? Zum einen war es für mich wahnsinnig schwer eine nachvollziehbare Handlung zu entziffern. Es gibt einen Protagonisten, der scheinbar rückblickend erzählt, aber nicht geradlinig. Es gibt Zeit und Handlungssprünge, Geschichten innerhalb der Geschichte. Für mich war es so kompliziert, dass ich nicht mehr wusste, was jetzt wirklich geschehen war, was war Mythe, was war Traum? Dazu kommt, dass das erzählte zum Teil sehr grausam ist, viele Thriller sind dagegen Kinderbücher. Warum diese Brutalität habe ich nicht wirklich verstanden. Will der Autor damit schocken, eigene Fantasien niederschreiben, ich weiß es nicht. Mich hat es abgestoßen. Sprachlich gesehen, ist es für mich keine Offenbarung. Die Sprache ist direkt, die Sätze oft abgehakt und passend zur Handlung oft vulgär. Warum wollte ich es weiterlesen? Zum einen, weil ich wissen wollte wie es denn nun weitergeht, was der Kern der Handlung ist und es doch zum Teil eine gewisse Spannung hatte. Zum anderen weil es ein Buch ist, was so hoch gelobt wurde und ich irgendwie immer erwartete jetzt kommt der Punkt, wo es diese Belobigungen verdient. Aber für mich ist es kein neuer afrikanischer „Herr der Ringe“ oder „GoT“, die ich beide sehr liebe. Es hat mir nicht wirklich Freude gemacht es zu lesen. Ich kam die ganze Zeit in keinen wirklichen Lesefluss, dafür war mir die Geschichte zu abgehakt und verdreht beschrieben. Ich werde sicherlich nicht die Folgebände lesen, aber ich werde den Autor im Blick behalten und bin gespannt was er in Zukunft noch schreiben wird.

"Aber bist du nicht sein Blut?" - "Ich bin niemandes Blut."

Bewertung am 05.05.2020

Bewertungsnummer: 345083

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Sucher ist ein Jäger mit einem besonders ausgeprägten Geruchssinn und wenn er einmal Witterung aufgenommen hat, verliert er die Spur nicht mehr. Seine neue Aufgabe wird jedoch auch zu seiner bisher größte Herausforderung: Er soll einen Jungen aufspüren, der vor drei Jahren spurlos verschwand. Die Fährte führt ihn durch Wälder und Städte, zu Hexen, Gestaltenwandlern und noch vielem mehr, was sich ihm in den Weg stellt, doch wird er am Ende den Jungen wirklich finden und die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen? „Man Booker Prize“-Träger Marlon James weiß genau, wie er die Gemüter erhitzen kann und nichts anderes wird auch sein neuer Roman „Roter Wolf, Schwarzer Leopard“ leisten. Nach dem unheimlich genialen „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ und dem ebenso verstörenden wie großartigen Werk „Der Kult“ lässt er einen richtig geilen Fantasy-Brecher von der Leine, der die Leserschaft spalten wird. Von vielen unheimlich abgefeiert, trifft der derbe und raue Ton von James nicht nur auf Wohlwollen, sondern auf ebenso heftige Ablehnung. Und ja, die Art zu schreiben, die der Autor an den Tag legt, dürfte nicht wirklich etwas für jeden Leser dort draußen sein. Marlon James nimmt absolut kein Blatt vor den Mund, schildert Sex in all seinen Formen und lässt seinen homosexuellen Helden eine unfassbare Spur von Gewalt und Blut hinter sich herziehen. Platzende Herzen sind hier nur die kleine Spitze des Eisberges. Jede Schilderung von James ist explizit (sei es nun Sex oder Gewalt) und legt es darauf an, zu schocken. Das schafft der Autor auch unheimlich gekonnt und ist dabei so genial wie er nur sein kann! Das Ganze spielt dann in einer Fantasy-Welt, die sich sehr stark von afrikanischen Mythen beeinflusst zeigt, wie zum Beispiel die „Mingi-Kinder“, die der Protagonist auf seiner Reise trifft, dem Fabelwesen „Asanbosam“ und dem „Nkisi Nkondi“. Das sind nur drei Entlehnungen aus der afrikanischen Glaubenswelt und der Welt der afrikanischen Mythen und Sagen. Marlons Werk ist voll davon und so mixt der Autor fröhlich seine Fantasy-Welt mit existierendem Glauben und Legenden. Einfach nur geil! Der Stil von Marlon James ist zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftig und die holprige Art des Erzählens hat mich knapp 200 Seiten gekostet, damit ich mich erst einmal zurechtfand, aber das war es mehr als wert! Zu Beginn seiner Geschichte findet der Leser eine Auflistung der Figuren, die in dieser Erzählung auftauchen und im Buch sind mehrere Karten, die einem die Orientierung erleichtern. Falls man also mal nicht weiß, wo man sich befindet und wer wer ist, kann man sich immer wieder Hilfe holen. Wenn man aber erst einmal in der Welt angekommen ist, die der Autor hier hochgezogen hat, nimmt sie einen auch völlig gefangen und auch die vielen Orte und Personen stellen kein Problem mehr dar. Der Auftakt zur „Dark-Star“-Trilogie ist James also mehr als nur gut gelungen und hat mich absolut begeistert zurückgelassen. In Anbetracht der Tatsache, dass bei diesem Buch die Meinungen jedoch extrem auseinander gehen, sei hier aber der Rat gegeben, vorher einmal reinzulesen. Passt es oder passt es nicht? Für mich hat es absolut gepasst und meiner Meinung nach ist es wieder einmal ein Geniestreich aus der Feder eines der besten Autoren unserer Zeit!

"Aber bist du nicht sein Blut?" - "Ich bin niemandes Blut."

Bewertung am 05.05.2020
Bewertungsnummer: 345083
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Sucher ist ein Jäger mit einem besonders ausgeprägten Geruchssinn und wenn er einmal Witterung aufgenommen hat, verliert er die Spur nicht mehr. Seine neue Aufgabe wird jedoch auch zu seiner bisher größte Herausforderung: Er soll einen Jungen aufspüren, der vor drei Jahren spurlos verschwand. Die Fährte führt ihn durch Wälder und Städte, zu Hexen, Gestaltenwandlern und noch vielem mehr, was sich ihm in den Weg stellt, doch wird er am Ende den Jungen wirklich finden und die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen? „Man Booker Prize“-Träger Marlon James weiß genau, wie er die Gemüter erhitzen kann und nichts anderes wird auch sein neuer Roman „Roter Wolf, Schwarzer Leopard“ leisten. Nach dem unheimlich genialen „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ und dem ebenso verstörenden wie großartigen Werk „Der Kult“ lässt er einen richtig geilen Fantasy-Brecher von der Leine, der die Leserschaft spalten wird. Von vielen unheimlich abgefeiert, trifft der derbe und raue Ton von James nicht nur auf Wohlwollen, sondern auf ebenso heftige Ablehnung. Und ja, die Art zu schreiben, die der Autor an den Tag legt, dürfte nicht wirklich etwas für jeden Leser dort draußen sein. Marlon James nimmt absolut kein Blatt vor den Mund, schildert Sex in all seinen Formen und lässt seinen homosexuellen Helden eine unfassbare Spur von Gewalt und Blut hinter sich herziehen. Platzende Herzen sind hier nur die kleine Spitze des Eisberges. Jede Schilderung von James ist explizit (sei es nun Sex oder Gewalt) und legt es darauf an, zu schocken. Das schafft der Autor auch unheimlich gekonnt und ist dabei so genial wie er nur sein kann! Das Ganze spielt dann in einer Fantasy-Welt, die sich sehr stark von afrikanischen Mythen beeinflusst zeigt, wie zum Beispiel die „Mingi-Kinder“, die der Protagonist auf seiner Reise trifft, dem Fabelwesen „Asanbosam“ und dem „Nkisi Nkondi“. Das sind nur drei Entlehnungen aus der afrikanischen Glaubenswelt und der Welt der afrikanischen Mythen und Sagen. Marlons Werk ist voll davon und so mixt der Autor fröhlich seine Fantasy-Welt mit existierendem Glauben und Legenden. Einfach nur geil! Der Stil von Marlon James ist zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftig und die holprige Art des Erzählens hat mich knapp 200 Seiten gekostet, damit ich mich erst einmal zurechtfand, aber das war es mehr als wert! Zu Beginn seiner Geschichte findet der Leser eine Auflistung der Figuren, die in dieser Erzählung auftauchen und im Buch sind mehrere Karten, die einem die Orientierung erleichtern. Falls man also mal nicht weiß, wo man sich befindet und wer wer ist, kann man sich immer wieder Hilfe holen. Wenn man aber erst einmal in der Welt angekommen ist, die der Autor hier hochgezogen hat, nimmt sie einen auch völlig gefangen und auch die vielen Orte und Personen stellen kein Problem mehr dar. Der Auftakt zur „Dark-Star“-Trilogie ist James also mehr als nur gut gelungen und hat mich absolut begeistert zurückgelassen. In Anbetracht der Tatsache, dass bei diesem Buch die Meinungen jedoch extrem auseinander gehen, sei hier aber der Rat gegeben, vorher einmal reinzulesen. Passt es oder passt es nicht? Für mich hat es absolut gepasst und meiner Meinung nach ist es wieder einmal ein Geniestreich aus der Feder eines der besten Autoren unserer Zeit!

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Schwarzer Leopard, roter Wolf

von Marlon James

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Lukas Bärwald

Thalia St. Pölten

Zum Portrait

4/5

Innovation im Reich der Wüste

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was bleibt übrig, wenn man aus der klassischen High Fantasy der vergangenen Jahre Elfen, Orks und Zwerge, Drachen, Burgen und Zauberstäbe abziehen würde? Nicht viel. Auffallend gering ist die Artenvielfalt der populären phantastischen Literatur – speziell mit der Betonung auf Literatur. Umso außergewöhnlicher ist „Schwarzer Leopard, roter Wolf“: Der Auftakt einer epischen Trilogie fernab aller gewohnten Klischees, basierend auf afrikanischen Mythen. Das ganze verfasst in einer Sprache, die den Erzählton der traditionellen Sagen mit Marlon James’ lyrisch-modernem Stil vermischt. Protagonist ist der bis zum Ende namenlos bleibende „Sucher“, der über eine außerordentlich sensible Nase verfügt, die es ihm erlaubt, für seine Auftraggeber verschollene, entführte oder sonst wie abhanden gekommene Menschen auch nach Wochen aufzuspüren. An die Stelle der Suche nach Tolkiens Ring tritt hier die Jagd nach einem verschleppten Königskind, das ein neues Zeitalter des Friedens in die Länder zwischen dem Sandmeer und den Blutsümpfen bringen soll. Handlungsschauplätze, Hauptfiguren als auch die Kreaturen, die die Welt bevölkern fühlen sich faszinierend fremd an, sind vielschichtig und innovativ. Immer wieder wird man sich bei der Lektüre bewusst, wie sehr Autoren wie Tolkien und Martin seit Jahrzehnten mit einem bestimmten Stil und Figurenarsenal die Fantasy-Welt prägen, wodurch scheinbar wenige AutorInnen den literarischen Mut nehmen, um spürbar neue literarische Wege zu beschreiten. Der Jamaikaner Marlon James, ausgezeichnet mit dem Man Booker-Preis 2015, trat bislang im Feld der klassischen Belletristik auf und bringt eben jene Sensibilität für Sprache und Komposition mit in sein erstes Buch aus der Welt der Phantastik. Er kombiniert literarische Poesie und Schönheit mit durchaus drastischen Gewalt- und Sexdarstellungen, wodurch beides noch stärker wirkt. Ebenfalls der afrikanischen Erzähltradition entnommen ist das Geschichtenerzählen über das Geschichtenerzählen. So verschachtelt er verschiedene Erzählstränge ineinander und lässt den Leser erst einmal eine Weile irritiert im Dunkeln tappen, bevor eine Rückblende alles in klareres Licht rückt. „Schwarzer Leopard, Roter Wolf“ ist keine leichte Lektüre und auch tatsächlich streckenweise eine Herausforderung. Die Sprache ist so schön wie die Hauptfiguren oberflächlich roh wirken und selbst der Protagonist über große Teile kalt und unnahbar erscheinen kann. Die Geschichte fließt nicht durchgängig chronologisch von A bis Z und wirft immer wieder Irritationen auf; doch wo auf der einen Seite Konzentration und längerer Atem gefragt, belohnt das Buch auf der anderen Seite auch immer wieder mit großen, atemberaubenden Blockbuster-Szenen und rasanten Verfolgungsjagden durch Orte, die man so noch nie gelesen hat. Kurzum: Ein herausragender Roman vor einzigartiger Kulisse, der zwar seinen Lesern einiges abverlangt, aber dafür eine Leseerfahrung bietet, die so schnell im Bereich der Fantasy und auch darüber hinaus nicht zu finden ist.
  • Lukas Bärwald
  • Buchhändler/-in

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4/5

Innovation im Reich der Wüste

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was bleibt übrig, wenn man aus der klassischen High Fantasy der vergangenen Jahre Elfen, Orks und Zwerge, Drachen, Burgen und Zauberstäbe abziehen würde? Nicht viel. Auffallend gering ist die Artenvielfalt der populären phantastischen Literatur – speziell mit der Betonung auf Literatur. Umso außergewöhnlicher ist „Schwarzer Leopard, roter Wolf“: Der Auftakt einer epischen Trilogie fernab aller gewohnten Klischees, basierend auf afrikanischen Mythen. Das ganze verfasst in einer Sprache, die den Erzählton der traditionellen Sagen mit Marlon James’ lyrisch-modernem Stil vermischt. Protagonist ist der bis zum Ende namenlos bleibende „Sucher“, der über eine außerordentlich sensible Nase verfügt, die es ihm erlaubt, für seine Auftraggeber verschollene, entführte oder sonst wie abhanden gekommene Menschen auch nach Wochen aufzuspüren. An die Stelle der Suche nach Tolkiens Ring tritt hier die Jagd nach einem verschleppten Königskind, das ein neues Zeitalter des Friedens in die Länder zwischen dem Sandmeer und den Blutsümpfen bringen soll. Handlungsschauplätze, Hauptfiguren als auch die Kreaturen, die die Welt bevölkern fühlen sich faszinierend fremd an, sind vielschichtig und innovativ. Immer wieder wird man sich bei der Lektüre bewusst, wie sehr Autoren wie Tolkien und Martin seit Jahrzehnten mit einem bestimmten Stil und Figurenarsenal die Fantasy-Welt prägen, wodurch scheinbar wenige AutorInnen den literarischen Mut nehmen, um spürbar neue literarische Wege zu beschreiten. Der Jamaikaner Marlon James, ausgezeichnet mit dem Man Booker-Preis 2015, trat bislang im Feld der klassischen Belletristik auf und bringt eben jene Sensibilität für Sprache und Komposition mit in sein erstes Buch aus der Welt der Phantastik. Er kombiniert literarische Poesie und Schönheit mit durchaus drastischen Gewalt- und Sexdarstellungen, wodurch beides noch stärker wirkt. Ebenfalls der afrikanischen Erzähltradition entnommen ist das Geschichtenerzählen über das Geschichtenerzählen. So verschachtelt er verschiedene Erzählstränge ineinander und lässt den Leser erst einmal eine Weile irritiert im Dunkeln tappen, bevor eine Rückblende alles in klareres Licht rückt. „Schwarzer Leopard, Roter Wolf“ ist keine leichte Lektüre und auch tatsächlich streckenweise eine Herausforderung. Die Sprache ist so schön wie die Hauptfiguren oberflächlich roh wirken und selbst der Protagonist über große Teile kalt und unnahbar erscheinen kann. Die Geschichte fließt nicht durchgängig chronologisch von A bis Z und wirft immer wieder Irritationen auf; doch wo auf der einen Seite Konzentration und längerer Atem gefragt, belohnt das Buch auf der anderen Seite auch immer wieder mit großen, atemberaubenden Blockbuster-Szenen und rasanten Verfolgungsjagden durch Orte, die man so noch nie gelesen hat. Kurzum: Ein herausragender Roman vor einzigartiger Kulisse, der zwar seinen Lesern einiges abverlangt, aber dafür eine Leseerfahrung bietet, die so schnell im Bereich der Fantasy und auch darüber hinaus nicht zu finden ist.

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Schwarzer Leopard, roter Wolf

von Marlon James

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