Sucher, der Jäger mit dem besonderen Sinn, wird vor seine schwierigste Aufgabe gestellt. Er muss einen Jungen aufspüren, der vor drei Jahren spurlos verschwand. Seine Fährte führt ihn durch Wälder und Städte, zu Gestaltwandlern, Ausgestoßenen und Hexen. Aber kann er den Jungen retten und die Welten wieder in Einklang bringen?
'Man Booker Prize'-Träger Marlon James legt mit 'Schwarzer Leopard, roter Wolf' den Auftakt zu einer Trilogie vor, die afrikanische Geschichte und Mythen zu einem gewaltigen Fantasy-Epos verflicht.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Bewertung
aus Mainz
2/5
03.03.2020
eBook (ePUB)
Für mich eine zu verquere Geschichte
Selten habe ich mich mit einem Roman so schwer getan wie mit diesem. Immer wieder wollte ich abbrechen, um dann doch weiter zu lesen.
Ich liebe Science Fiction/Fantasy Romane und ich lese sehr gerne Literatur von und über afrikanischer Kultur, was wahrscheinlich meinem Studium der Afrikanistik geschuldet ist. Ein Fantasy Epos was sich schmückt mit afrikanischer Geschichte und Mythen verwoben ist, hat dementsprechend meine Aufmerksamkeit. Vor allem da es nur wenige Romane mit dieser Kombination gibt.
Warum wollte ich das Buch so oft abbrechen? Zum einen war es für mich wahnsinnig schwer eine nachvollziehbare Handlung zu entziffern. Es gibt einen Protagonisten, der scheinbar rückblickend erzählt, aber nicht geradlinig. Es gibt Zeit und Handlungssprünge, Geschichten innerhalb der Geschichte. Für mich war es so kompliziert, dass ich nicht mehr wusste, was jetzt wirklich geschehen war, was war Mythe, was war Traum? Dazu kommt, dass das erzählte zum Teil sehr grausam ist, viele Thriller sind dagegen Kinderbücher. Warum diese Brutalität habe ich nicht wirklich verstanden. Will der Autor damit schocken, eigene Fantasien niederschreiben, ich weiß es nicht. Mich hat es abgestoßen. Sprachlich gesehen, ist es für mich keine Offenbarung. Die Sprache ist direkt, die Sätze oft abgehakt und passend zur Handlung oft vulgär.
Warum wollte ich es weiterlesen? Zum einen, weil ich wissen wollte wie es denn nun weitergeht, was der Kern der Handlung ist und es doch zum Teil eine gewisse Spannung hatte. Zum anderen weil es ein Buch ist, was so hoch gelobt wurde und ich irgendwie immer erwartete jetzt kommt der Punkt, wo es diese Belobigungen verdient. Aber für mich ist es kein neuer afrikanischer „Herr der Ringe“ oder „GoT“, die ich beide sehr liebe. Es hat mir nicht wirklich Freude gemacht es zu lesen. Ich kam die ganze Zeit in keinen wirklichen Lesefluss, dafür war mir die Geschichte zu abgehakt und verdreht beschrieben. Ich werde sicherlich nicht die Folgebände lesen, aber ich werde den Autor im Blick behalten und bin gespannt was er in Zukunft noch schreiben wird.
Bewertung
5/5
05.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Aber bist du nicht sein Blut?" - "Ich bin niemandes Blut."
Sucher ist ein Jäger mit einem besonders ausgeprägten Geruchssinn und wenn er einmal Witterung aufgenommen hat, verliert er die Spur nicht mehr. Seine neue Aufgabe wird jedoch auch zu seiner bisher größte Herausforderung: Er soll einen Jungen aufspüren, der vor drei Jahren spurlos verschwand. Die Fährte führt ihn durch Wälder und Städte, zu Hexen, Gestaltenwandlern und noch vielem mehr, was sich ihm in den Weg stellt, doch wird er am Ende den Jungen wirklich finden und die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen?
„Man Booker Prize“-Träger Marlon James weiß genau, wie er die Gemüter erhitzen kann und nichts anderes wird auch sein neuer Roman „Roter Wolf, Schwarzer Leopard“ leisten. Nach dem unheimlich genialen „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ und dem ebenso verstörenden wie großartigen Werk „Der Kult“ lässt er einen richtig geilen Fantasy-Brecher von der Leine, der die Leserschaft spalten wird. Von vielen unheimlich abgefeiert, trifft der derbe und raue Ton von James nicht nur auf Wohlwollen, sondern auf ebenso heftige Ablehnung.
Und ja, die Art zu schreiben, die der Autor an den Tag legt, dürfte nicht wirklich etwas für jeden Leser dort draußen sein. Marlon James nimmt absolut kein Blatt vor den Mund, schildert Sex in all seinen Formen und lässt seinen homosexuellen Helden eine unfassbare Spur von Gewalt und Blut hinter sich herziehen. Platzende Herzen sind hier nur die kleine Spitze des Eisberges. Jede Schilderung von James ist explizit (sei es nun Sex oder Gewalt) und legt es darauf an, zu schocken. Das schafft der Autor auch unheimlich gekonnt und ist dabei so genial wie er nur sein kann!
Das Ganze spielt dann in einer Fantasy-Welt, die sich sehr stark von afrikanischen Mythen beeinflusst zeigt, wie zum Beispiel die „Mingi-Kinder“, die der Protagonist auf seiner Reise trifft, dem Fabelwesen „Asanbosam“ und dem „Nkisi Nkondi“. Das sind nur drei Entlehnungen aus der afrikanischen Glaubenswelt und der Welt der afrikanischen Mythen und Sagen. Marlons Werk ist voll davon und so mixt der Autor fröhlich seine Fantasy-Welt mit existierendem Glauben und Legenden. Einfach nur geil!
Der Stil von Marlon James ist zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftig und die holprige Art des Erzählens hat mich knapp 200 Seiten gekostet, damit ich mich erst einmal zurechtfand, aber das war es mehr als wert! Zu Beginn seiner Geschichte findet der Leser eine Auflistung der Figuren, die in dieser Erzählung auftauchen und im Buch sind mehrere Karten, die einem die Orientierung erleichtern. Falls man also mal nicht weiß, wo man sich befindet und wer wer ist, kann man sich immer wieder Hilfe holen. Wenn man aber erst einmal in der Welt angekommen ist, die der Autor hier hochgezogen hat, nimmt sie einen auch völlig gefangen und auch die vielen Orte und Personen stellen kein Problem mehr dar. Der Auftakt zur „Dark-Star“-Trilogie ist James also mehr als nur gut gelungen und hat mich absolut begeistert zurückgelassen. In Anbetracht der Tatsache, dass bei diesem Buch die Meinungen jedoch extrem auseinander gehen, sei hier aber der Rat gegeben, vorher einmal reinzulesen. Passt es oder passt es nicht?
Für mich hat es absolut gepasst und meiner Meinung nach ist es wieder einmal ein Geniestreich aus der Feder eines der besten Autoren unserer Zeit!
Madame Buchfein
aus Dresden
5/5
04.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Puh.. Die Rezension fällt mir…
Puh.. Die Rezension fällt mir sehr schwer, da ich anfangs absolut begeistert war und es dann doch abgebrochen habe.. Entsprechend bin ich zwiegespalten: Die Welt, die erschaffen wird ist grandios, Sprache an sich bildgewaltig, aber dann auch teilweise wider plump und einfach nur männlich direkt. Dann wird eben mal gefickt oder einfach der Schädel eingeschlagen und in der Richtung. Doch dann siegt die Faszination und ich muss weiterlesen. Hier hilft denke ich gut die Leseprobe - am besten mehr als nur ein oder zwei Seiten. Dann wird zwischenzeitlich etwas hektisch erzählt und dann wieder verhältnismäßig ausschweifend. Die Geschichte erzählt der Sucher, aber nicht irgendwem sondern dem Inqisitor, wie zwischenzeitlich diese Bezeichnung fällt. Nach den ersten Zeilen hatte ich keine Ahnung wo es hingeht, aber ich wusste das es episch wird. Ich wusste, dass es groß wird, dass es besonders wird und vor allem, dass es mal kein Jugendbuch ist bzw. Buch mit Jugendbuch Anwandlungen. Es würde einen auf eine große und vielfältige Reise mitnehmen (dafür muss man sich nur das Namensregister zu Beginn anschauen). Soweit ich gelesen habe ist das auch eingetreten. Man muss sich definitiv darauf einlassen, da die Erzählart und Erzählweise doch besonders ist, ob das immer positiv ist, dass ist eine andere Sache. Das Erzähltempo ist recht flott und ein paar Absätze mehr hätten dem ganzen nicht geschadet. Aber prinzipiell ist es spannend, dicht und doch ausschweifend in Vergleichen und dergleichen erzählt. Aber warum habe ich es abgebrochen? Wie anfangs erwähnt ist es teilweise doch recht "männlich" und die Schreibweise hat mich nach einer Weile einfach nur angewidert. Anfangs war es tolerierbar, aber dann wurde es mir einfach zu viel und es gab auch Handlungen, die mir einfach gegen den Strich gingen!
Pandas Bücherblog
5/5
12.12.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine brutale, schockierende und atemberaubende Geschichte, die euch verzaubern wird!
»Was ist Wahrheit und was Lüge?«
Wow, was für ein Buch!
Aufgrund der beträchtlichen Seitenzahl und anfänglichen Startschwierigkeiten hat es etwas länger gedauert, bis ich das Buch beendet habe, aber: Es hat sich mehr als gelohnt!
Ich finde gar nicht die richtigen Worte, um dieses wunderschöne Cover und das liebevoll gestaltete Innenlayout zu beschreiben. Diese satten Farben, das Motiv - die komplette Aufmachung ist so schön, dass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Zugegeben, der Einstieg in die Story fiel mir etwas schwer, da man mit so vielen Charakteren, Namen, Orten, usw. regelrecht erschlagen wird, dass ich gar nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht. Auch die Welt, die Marlon James erschaffen hat, ist so unglaublich vielfältig, dass ich mich erstmal zurechtfinden musste, um völlig in diese abgefahrene Geschichte abtauchen zu können.
Der Schreibstil ist derb, sehr direkt, zum Teil poetisch und manchmal etwas verwirrend. Der Autor nennt das Kind beim Namen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, ist schonungslos ehrlich und scheut auch nicht davor zurück, Dinge »auszusprechen«, bei denen viele wohl rote Ohren bekommen würden. Aber genau das hat mir besonders gut gefallen.
Auf den Inhalt möchte ich gar nicht allzu sehr eingehen, da die Story um Sucher einfach viel zu umfangreich und sehr verstrickt ist. Nur so viel: Die Reise, bei der wir hautnah mit dabei sein dürfen, ist turbulent, aufregend, abwechslungsreich und war für mich überhaupt nicht vorhersehbar. Sobald ich in diese faszinierende und oftmals sehr brutale Welt eingetaucht bin, habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt.
Besonders schön fand ich auch, wie Marlon James die vielfältigen afrikanischen Einflüsse in seine Geschichte eingeflochten und zu einem wahren Fantasy-Epos verbunden hat.
Als besonders hilfreich empfand ich die jeweiligen Karten der Städte/Orte, die Sucher und seine Begleiter bereist haben und die Aufzählung der Figuren gleich zu Anfang, da man ansonsten ganz schnell den Überblick verloren hätte.
Sucher ist ein ausgesprochen interessanter Charakter, der mir sehr sympathisch war. Er ist ehrlich, mutig, stur, eher in sich gekehrt und scheut keine Konfrontation, um für sich selbst und andere einzustehen. Er war eindeutig mein Lieblingscharakter!
Leopard - der ebenfalls eine relativ große Rolle in der Story einnimmt - war meistens gut gelaunt, aber stellenweise auch sehr launenhaft. Der Grund für sein Verhalten wurde später zwar aufgeklärt, allerdings war er mir als Charakter einfach zu sprunghaft und wenig greifbar.
Nichtsdestotrotz war auch er mir die meiste Zeit über sympathisch, wenngleich sich im späteren Verlauf die Wege von Sucher und Leopard des Öfteren getrennt hatten.
Es gab noch einige weitere Charaktere, die mir sympathisch waren (Mossi, Sadago, die Mingi-Kinder, usw), allerdings werde ich diese nicht alle aufzählen, da das bei der schieren Menge an Protagonisten einfach den Rahmen sprengen würde.
Das Ende hat mich etwas verwirrt und mit vielen Fragen zurückgelassen.
Wer ist Sucher wirklich? Was ist Wahrheit und was Lüge?
Fazit:
»Schwarzer Leopard, roter Wolf« ist eine brutale, vulgäre, phantasievolle, spannende und atemberaubende Geschichte, die so anders ist, als alles, was ich bisher gelesen habe.
Dieses Buch wird euch schockieren und vermutlich anwidern. Es wird euch verwirren und sprachlos zurücklassen.
Es wird euch aber auch verzaubern und euch eine völlig neue Welt eröffnen.
Aufgrund des etwas schweren Einstiegs und des manchmal sehr verwirrenden Schreibstils ziehe ich einen halben Stern ab.
»Schwarzer Leopard, roter Wolf« hat mich so sehr beeindruckt und unterhalten, dass ich gar nicht anders kann, als dieses Buch auf die Liste meiner Jahreshighlights zu setzen.
Ich freue mich auf den nächsten Teil und kann es kaum erwarten, erneut in diese beeindruckende Welt einzutauchen!
4,5/5
Vielen Dank an das Bloggerportal und an Heyne Hardcore, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.
Gedankenlabor
5/5
28.10.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beeindruckend und erschreckend zugleich!
>>Ein gefährliches, halluzinatorisches, vergangenes Afrika als Fantasywelt...<<
„Schwarzer Leopard, roter Wolf“ von Marlon James ist definitiv alles andere als konventionell... es ist sehr brutal, kalt, verwirrend, erschreckend, verstörend und doch voller Wortkraft und einer wie ich finde sehr bunten und anziehenden Welt. Das Buch ist ein ziemlich dicker Leseschicken und bedarf definitiv die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Nebenbei konnte ich das Buch folglich nicht lesen. Dafür musste ich mir wirklich Ruhephasen nehmen, damit ich eben abtauchen und mich auf Marlon James Erzählung einlassen konnte. Manchmal war das ehrlich gesagt nicht ganz einfach und ich fand mich des öfteren etwas zerrissen zwischen beeindruckt und völlig schockiert wieder. Der Fantasy-Aspekt wurde hier für meinen Geschmack sehr schön mit den afrikanischen Einflüssen inszeniert. Neben der Zerrissenheit waren es viele bunte und magische Bilder, die meine Lesezeit so begleitet haben. Für mich persönlich war dieses Buch definitiv sehr besonders, wenn auch auf brutale Art und Weise. Ich habe die Lesezeit mit diesem Buch genossen und es wird definitiv ein Buch bleiben, was mir noch eine ganze ganze Weile gedanklich nachhängen wird, denn Marlon James konnte mich als Leser brutal tief und gewaltig treffen.
Ich bin gespannt, was die weiteren Bände dieser Trilogie bereit halten werden und ich werde ganz sicher nicht umhin kommen sie zu lesen!
Ich kann das Buch definitiv empfehlen, allerdings mit der Warnung, dass es wirklich wortgewaltig und mitunter sehr brutal ist! Für Leser unter 18 Jahren würde ich es nicht empfehlen! Ich denke man sollte sich gegebenenfalls vorher auch mal eine Leseprobe anschauen, denn Marlon James Stil ist doch sehr besonders und speziell, das wird Liebhaber begeistern, aber auch sicher ab Abneigung stoßen.
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4/5
18.11.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Innovation im Reich der Wüste
Was bleibt übrig, wenn man aus der klassischen High Fantasy der vergangenen Jahre Elfen, Orks und Zwerge, Drachen, Burgen und Zauberstäbe abziehen würde? Nicht viel. Auffallend gering ist die Artenvielfalt der populären phantastischen Literatur – speziell mit der Betonung auf Literatur.
Umso außergewöhnlicher ist „Schwarzer Leopard, roter Wolf“: Der Auftakt einer epischen Trilogie fernab aller gewohnten Klischees, basierend auf afrikanischen Mythen. Das ganze verfasst in einer Sprache, die den Erzählton der traditionellen Sagen mit Marlon James’ lyrisch-modernem Stil vermischt.
Protagonist ist der bis zum Ende namenlos bleibende „Sucher“, der über eine außerordentlich sensible Nase verfügt, die es ihm erlaubt, für seine Auftraggeber verschollene, entführte oder sonst wie abhanden gekommene Menschen auch nach Wochen aufzuspüren.
An die Stelle der Suche nach Tolkiens Ring tritt hier die Jagd nach einem verschleppten Königskind, das ein neues Zeitalter des Friedens in die Länder zwischen dem Sandmeer und den Blutsümpfen bringen soll. Handlungsschauplätze, Hauptfiguren als auch die Kreaturen, die die Welt bevölkern fühlen sich faszinierend fremd an, sind vielschichtig und innovativ. Immer wieder wird man sich bei der Lektüre bewusst, wie sehr Autoren wie Tolkien und Martin seit Jahrzehnten mit einem bestimmten Stil und Figurenarsenal die Fantasy-Welt prägen, wodurch scheinbar wenige AutorInnen den literarischen Mut nehmen, um spürbar neue literarische Wege zu beschreiten.
Der Jamaikaner Marlon James, ausgezeichnet mit dem Man Booker-Preis 2015, trat bislang im Feld der klassischen Belletristik auf und bringt eben jene Sensibilität für Sprache und Komposition mit in sein erstes Buch aus der Welt der Phantastik. Er kombiniert literarische Poesie und Schönheit mit durchaus drastischen Gewalt- und Sexdarstellungen, wodurch beides noch stärker wirkt.
Ebenfalls der afrikanischen Erzähltradition entnommen ist das Geschichtenerzählen über das Geschichtenerzählen. So verschachtelt er verschiedene Erzählstränge ineinander und lässt den Leser erst einmal eine Weile irritiert im Dunkeln tappen, bevor eine Rückblende alles in klareres Licht rückt.
„Schwarzer Leopard, Roter Wolf“ ist keine leichte Lektüre und auch tatsächlich streckenweise eine Herausforderung. Die Sprache ist so schön wie die Hauptfiguren oberflächlich roh wirken und selbst der Protagonist über große Teile kalt und unnahbar erscheinen kann. Die Geschichte fließt nicht durchgängig chronologisch von A bis Z und wirft immer wieder Irritationen auf; doch wo auf der einen Seite Konzentration und längerer Atem gefragt, belohnt das Buch auf der anderen Seite auch immer wieder mit großen, atemberaubenden Blockbuster-Szenen und rasanten Verfolgungsjagden durch Orte, die man so noch nie gelesen hat.
Kurzum: Ein herausragender Roman vor einzigartiger Kulisse, der zwar seinen Lesern einiges abverlangt, aber dafür eine Leseerfahrung bietet, die so schnell im Bereich der Fantasy und auch darüber hinaus nicht zu finden ist.
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