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Band 3

Das Weingut. Tage des Schicksals Roman

Aus der Reihe Das Weingut
23

13,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Versandkosten


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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.09.2019

Verlag

Goldmann

Seitenzahl

736

Maße (L/B/H)

20,8/14,2/5,3 cm

Gewicht

735 g

Farbe

Champagner / Tabak

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-20590-5

Beschreibung

Rezension

»Ganz großes, außerdem berührendes Historienkino zwischen zwei Buchdeckeln – mit ›Das Weingut‹ gelingt Marie Lacrosse ein Downton Abbey in der deutschen Literatur« ("literaturmarkt.info")
»Der dritte Band ist das grandiose Finale der Saga, fesselnd geschrieben und grandios recherchiert. Sehr lesenswert.« ("Ruhr Nachrichten")
»Bildgewaltig, authentisch, greifbar und detailreich zeichnet Marie Lacrosse uns ein wahres Gemälde auf die Seiten« ("Tii und Ana’s kleine Bücherwelt über »Das Weingut. Stürmische Zeiten«")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.09.2019

Verlag

Goldmann

Seitenzahl

736

Maße (L/B/H)

20,8/14,2/5,3 cm

Gewicht

735 g

Farbe

Champagner / Tabak

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-20590-5

Herstelleradresse

Goldmann TB
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

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  • Eliza

    5/5

    09.05.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Krönender Abschluss

    Mit „Das Weingut – Tage des Schicksals“ legt Marie Lacrosse den fulminanten Abschluss ihrer Trilogie vor. Das Cover ist passend zu den ersten beiden Bänden gestaltet, obwohl mir hier die warmen Farben sehr viel besser gefallen, als bei den ersten beiden Bänden. Besonders mag ich den Rosenstock auf dem Cover, welcher im Verlauf des Romans eine wichtige Bedeutung bekommt. Der Roman beginnt 1877 und endet im Jahr 1892, als Leser begleiten wir die Familie Gerban durch unruhige, turbulente und schicksalhafte Zeiten. Der Klappentext umreißt nur einen kleinen Teil der Handlung, vieles bleibt ungesagt und dies erhöht die Spannung im Laufe des Romans noch mehr. Es geht in diesem Roman unter anderem um das Weingut, die Familie, die Frauen- und Arbeiterrechte aber auch um den österreichischen Adel. Aber auch Liebe und Vertrauen, sowie Neid und Intrigen, der nackte Kampf ums Überleben und das Schwelgen im Luxus werden thematisiert. Im Mittelpunkt des Romans stehen Irene und Franz Gerban, aber auch ihre drei Kinder. Pauline Gerban, Josef Hartmann, Mathilde und Herbert Stockhausen und Emma und Georg Schober bereichern den Roman ungemein. Diese und andere unzähligen Nebenfiguren tragen dazu bei, dass von der Autorin so detailreich geschaffenen Gesamtportrait einer Gesellschaftsschicht glaubhaft und authentisch wirken zu lassen. In diesem Roman begegnen uns auch historische Persönlichkeiten wie August Bebel, Carl August Schneegans oder Gertrud Guillaume-Schack, „nur“ erwähnt hingegen werden Otto Graf Bismarck, Karl Marx, Friedrich Engels oder Clara Zetkin. Des Weiteren merkt man den Figuren die psychologische Expertise der Autorin an, die Figuren sind facettenreich und glaubhaft ausgearbeitet. Eine schwarz-weiß-Färbung sucht man in diesem Roman vergeblich, sogar bei den vermeintlichen Bösewichten der Geschichte. Marie Lacrosse überzeugt hier auf ganzer Linie, ein riesengroßes Kompliment! Der Roman wird aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven erzählt, hinzu kommen die unzähligen Schauplätze des Romans. Durch diese Abwechslung wird es in keinster Weise für den Leser langweilig. Zeit- und Ortangaben vor jedem neuen Abschnitt innerhalb des jeweiligen Kapitels erleichtern die Einordnung und die Orientierung. Insgesamt ist der Roman in sechs größere Teile gegliedert, schreitet aber bis auf wenige Ausnahmen chronologisch voran. Es gibt nur wenige Rückblenden, dafür mehrere Zeitsprünge und Zeitraffungen. Teilweise gibt es Verweise zum Geschehen zu den ersten beiden Bänden der Trilogie, sodass auch Leser, welche die ersten beiden Bände nicht gelesen haben, der Autorin folgen können. Dennoch empfehle ich ausdrücklich die Romane in chronologischer Reihenfolge zu lesen, um so den größtmöglichen Spaß an dem Werk der Autorin zu haben. Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und flüssig zu lesen, die vielen Dialoge machen es möglich die Figuren schnell zu fassen, die wunderbaren Beschreibungen beispielsweise der Landschaft oder der Räumlichkeiten, schaffen ein gutes Bild vor dem inneren Auge. Der Roman besticht mit einem sehr ausführlichen Personenregister und einem exzellenten Nachwort, welche Fakten und Fiktion noch einmal trennt bzw. zusammenführt. Ein Glossar, Karten sowie ein Quellenverzeichnis runden den Roman ab. Ich wünsche diesem Roman unzählige Leserinnen und Leser, denn er ist ein echtes Highlight, um nicht zu sagen Juwel. Sowohl Männer als auch Frauen werden ihren Spaß an diesem Roman haben. Jedes Alter findet hier Identifikationsfiguren. Definitiv nicht nur für Fans von Familiensagas, denn dieses Buch ist so viel mehr! Es ist ein Denkmal für alle Frauen, die sich heute und in der Vergangenheit für ihre Rechte einsetzen. Mein herzlicher Dank geht an Marie Lacrosse für diese wunderbare Geschichte und unsere ebenso unvergesslichen Begegnungen. Ich hoffe sehr, dass wir uns schon sehr bald wiedersehen können. Mit deinem neuen Buchprojekt wünsche ich an dieser Stelle schon viel Erfolg.

  • Dreamworx

    aus Berlin

    5/5

    01.12.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Ereignisreiche Zeiten für die Gerbans

    1877 Pfalz. Das Weingut ist seit einigen Jahren die Heimat von Franz Gerban und seiner Frau Irene, dem ehemaligen Dienstmädchen, die dort mit ihren Kindern bisher glücklich zusammenleben. Aber Franz‘ politische Ambitionen sowie das Weingeschäft lassen ihn immer weniger Zeit für die Familie finden, was nicht nur dazu führt, dass Irene sich alleingelassen fühlt, sondern sie regelrecht auf die Idee bringt, sich selbst für die Rechte der Arbeiterfrauen zu engagieren. Dass sie dabei ihren ehemaligen Liebhaber Josef wiedertrifft, verschweigt Irene Franz wohlweißlich. Allerdings kommt es bald ans Tageslicht und lässt die Ehe zwischen Franz und Irene zu einem Pulverfass werden, das jede Minute explodieren kann. Dann kommt auch noch ein Geheimnis ans Licht, dass nicht nur für Franz eine große Überraschung ist… Marie Lacrosse hat mit „Das Weingut-Tage des Schicksals“ den finalen Band ihrer Weingut-Trilogie vorgelegt, der den krönenden Abschluss der Geschichte um Franz und Irene bildet. Der Schreibstil ist flüssig, bildreich und gefühlvoll, der Leser ist von der ersten Zeile an gefesselt und lässt sich zum letzten Mal auf dem herrlichen Weingut nieder, um die Familie Gerban, ihre Freunden und Widersacher ein letztes Mal zu begleiten und schicksalhafte Tage mit ihnen zu verbringen. Mit ihrer akribischen Recherche gelingt es der Autorin, auch in diesem Teil der Trilogie den Leser wieder mit fundiertem historischen Hintergrund zu versorgen, den sie erneut famos mit ihrer Geschichte verwebt hat. Nicht nur die unterschiedlichsten gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse untermauern die Handlung, vor allem lässt sie den Leser an der Frauenrechtsbewegung und den unerträglichen Arbeitsbedingungen der arbeitenden Bevölkerung nahezu bildlich teilhaben. Aber allem voran sind es die zwischenmenschlichen Beziehungen der Protagonisten untereinander, die immer wieder für spannende Momente sorgen. Zusätzlich erhält der Leser ausführliche Informationen über die Widrigkeiten im Weinbau, allen voran die schädliche Reblaus. Lacrosse lässt auch in diesem Teil wieder allerlei gutdurchdachte Wendungen einfließen, so dass der Leser immer wieder aufs Neue spekulieren und miträtseln kann, wie wohl alles am Ende ausgeht. Die Landschaftsbeschreibungen sind farbenfroh und lassen den Leser von einem Streifzug durch die Weinberge träumen. Der Spannungslevel ist wieder hoch angelegt und hält den Leser durchgängig in Atem. Die bereits liebgewonnenen Charaktere erfahren auch in diesem Teil eine Weiterentwicklung und bestechen durch Wahrhaftigkeit und Authentizität. Der Leser fühlt sich als Teil der Familie, ist in vieles eingeweiht und kann so mitleiden, mitfiebern und hoffen. Irene ist an ihrer Position als Gutsherrin gewachsen, hat aber ihre Herkunft nie vergessen. Sie ist eine tatkräftige und unangepasste Frau, die ihrem Herzen folgt, auch wenn es dabei oftmals nicht ohne Blessuren abgeht. Franz ist ein feiner Kerl und zudem ambitioniert. Sein Tag müsste eigentlich mehr als 24 Stunden haben, so kann er einigen Dingen nicht Rechnung tragen, und seine Familie kommt dabei definitiv zu kurz. Sowohl Mathilde als auch Tante Ottilie sind zwei streitlustige und intrigante Damen, die mit ihrer Boshaftigkeit immer wieder für spannende Entwicklungen sorgen. Aber auch Sophia, Klara, Thea, Marie oder Pauline haben wichtige Rollen innerhalb der Handlung und sorgen für einigen Wirbel. Mit „Das Weingut-Tage des Schicksals“ ist Marie Lacrosse ein fulminanter Abschluss der Weingut-Trilogie gelungen. Neben einem wunderbar recherchierten Hintergrund und einem herrlichen Erzählstil sind es vor allem die lebendigen Charaktere, die das Herz des Lesers im Sturm erobern. Der Abschied fällt schwer, da man als Leser bereits Teil der Weinbauerfamilie geworden ist. Absolute Leseempfehlung für ein Highlight dieses Jahres! Chapeau – besser geht es nicht!!!

  • Sabine

    aus Köln

    5/5

    27.11.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Tage des Schicksals

    Ein würdfiger Abschluß der Trilogie um die Weingutsfamilie Gerban ist dieser dritte Band – man sollte die Bücher aber in der richtigen Reihenfolge lesen, um alle Zusammenhänge auch wirklich zu verstehen. Auch der dritte Band konnte mich wieder sehr begeistern und es war schön, die vielen liebgewonnen Charaktere wiederzutreffen, und ich bin gut in die Geschichte reingekommen. Die Autorin hat immer wieder kleine Wiederholungen von Geschehenem eingebaut und so meinem Gedächtnis, was mich an der einen oder anderen Stelle dann doch verlassen hat, auf die Sprünge geholfen. Irene und Franz bilden den Mittelpunkt der Geschichte, die wieder durch viele Wendungen und Überraschungen glänzt. Geschickt hat die Autorin politische Umbrüche eingewebt, hier vor allem den steinigen Weg der Emanzipation der Frau. Schon im mittleren Band der Trilogie hat Irene sich für jene eingesetzt, die ausgebeutet und benutzt werden, in diesem Band bekommt man nochmal mehr Einblicke in das mühsame Vorankommen, die Stellung der Frau in der Gesellschaft und auch im politischen Geschehen zu verbessern. Gefallen haben mir aber auch die erneuten Einblicke in den Weinanbau – auch, dass die große Reblausplage, die es zwar – wie die Autorin im Nachwort erläutert – nicht in der Pfalz, dafür aber in anderen Gebieten gegeben hat und dort zum Ruin vieler Winzer geführt hat, mit aufgegriffen wird. Das hat mir sehr gefallen und war zudem auch spannend. Die Charaktere kannte ich ja schon aus den Vorgängerbänden, diesmal aber wer mir Irene nicht ganz so sympathisch. Sie steht ihre Frau und setzt ihre Interessen durch, an vielen Stellen aber war sie mir zu dickköpfig und stur – und hat damit vieles für ihr politisches Engagement riskiert. Franz hat mir dagegen viel besser gefallen, nicht nur, weil er seine Frau unterstützt, in dem er ihr viel Freiraum lässt, sondern weil er sich und seine Ansichten überdenkt und reflektiert und dann auch ändert, wenn er einsieht, dass er Falschem gefolgt ist. Der Schreibstil ist, wie bereits aus den Vorgängerbänden bekannt, sehr angenehm und flüssig zu lesen, ohne dabei zu modern zu sein – immer hatte ich das Gefühl für die Zeit, in der die Geschichte spielt. Die Autorin hat wieder mal sehr gut recherchiert und Fiktives mit Wahrem geschickt verknüpft – so lernt man ganz nebenbei vieles über die Geschichte des Elsass, über den Weinbau und die Emanzipation der Frau. Dass es nun nicht zur vollen Punktzahl gereicht hat, liegt einzig an dem vielen Hin und Her, da war mir einfach zu viel vor und zurück – für mich hätte es ruhig einmal weniger sein können. Ich hatte schöne Lesestunden und empfehle die Reihe gerne weiter – diesem Abschlussband gebe ich gute 4 von 5 Sternen. Mein Fazit Ein gelungener Abschlussband, in dem es nicht nur um das Weingut geht, sondern auch um die politischen Umbrüche der damaligen Zeit. Angenehm zu lesen war der flüssige Schreibstil, so dass die Zeit mit den liebgewonnen Charakteren rasch vorbeigezogen ist – ich gebe gute 4 von 5 Sternen und empfehle die Weingut-Reihe gerne weiter.

  • Bewertung

    aus Boppard

    5/5

    24.11.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Der 3. Teil ist der Beste!

    Wem die ersten beiden Bände von „Das Weingut“ gefallen haben, wird vom dritten begeistert sein! Ich habe mit großer Spannung auf den 3. Teil gewartet und wurde nicht enttäuscht. Besonders praktisch finde ich, dass zunächst noch einmal alle Personen kurz vorgestellt werden. Im dann folgenden Prolog wird der Leser kurz „auf den Stand“ gebracht, also die wichtigsten Punkte der bisherigen Romane kurz erzählt. Lesern, die mit dem 3. Teil einsteigen, verstehen so trotzdem auf Anhieb die Handlung und die Leser, bei denen das Lesen der ersten beiden Bände schon etwas her ist, sind sofort wieder „in der Geschichte“ drin. Am Ende folgen noch die historische Einordnung und ein umfangreiches Quellenverzeichnis. Doch nun zur eigentlichen Geschichte, natürlich ohne zu Spoilern Im bisherigen Verlauf der beiden Bände haben die beiden Protagonisten, Irene und Franz um Ihre Liebe gekämpft und vor allem darum, überhaupt zueinander zu finden. Der dritte Teil beginnt mit der Hochzeit und nun muss die Liebe sich erst so richtig bewähren und zwar im Alltag, der bei Gerbans natürlich deutlich spannender ist, als bei Familie Müller, Meier oder Schmidt. Die Autorin versteht es einfach meisterhaft, verschiedene Handlungsstränge aufzubauen und immer wieder miteinander zu verknüpfen und das vor dem Hintergrund der Liebesgeschichte von Franz und Irene, die wiederum viele Irrungen, Wirrungen und Intrigen überstehen muss. Obwohl die eigentliche Geschichte über 500 Seiten umfasst, wird es nie langweilig und der Leser hat nicht den Eindruck, irgendwo würden Nebengeschichten erzählt, einfach nur, um Seiten zu füllen. Zentrale Themen sind erneut die unmenschliche Situation der Arbeiterschicht und die beginnende Entwicklung der Sozialdemokratie in Deutschland. Gerade in diesem Zusammenhang ist auch das Verhalten und die Einstellung des (Geld)-Adels ein Thema. Natürlich geht es auch wieder um das Weingut und alles, was mit der Herstellung von Wein zu tun hat. Ich habe beim Lesen immer wieder den Wunsch verspürt, das Lesevergnügen noch durch den Genuss eines guten Weines zu vertiefen. Die gesamte Trilogie ist ein absoluter Lesetipp, eine Verfilmung, wie in einigen Kommentaren schon angesprochen, wäre eine sehr gute Idee und sicher ein großer Erfolg.

  • Bewertung

    aus Glauchau

    5/5

    19.11.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Großartiger Abschluss der Saga

    „...Durch den zarten Schleier hindurch strahlten Irenes blaue Augen wie zwei funkelnde Saphire. Franz zog sie sanft in seine Arme. Für einen Augenblick versanken sie in einem innigen Kuss. Vergessen waren die schweren Jahre voller Enttäuschungen und Entbehrungen...“ Wir schreiben das Jahr 1874. In der Kirche St. Ulrich in Altenstadt findet die Trauung von Franz Gerban, den Besitzer einer Weinhandlung, und Irene statt. Geschickt nutzt die Autorin díe Gelegenheit, in Irenes Gedanken die Geschehnisse der ersten beiden Teile der Saga Revue passieren zu lassen. Obwohl Franz` Schwester Mathilde kurze Zeit später einen Fabrikanten heiraten wird, ist sie die alte Zimtzicke geblieben. Sie gönnt Irene nicht einmal das Schwarze unter den Fingernägeln. Die Autorin hat erneut eine fesselnde Familiensaga geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Franz und Irene bekommen zwei Zwillingsmädchen. Als Frau und Mutter aber fühlt sich Irene nicht ausgelastet. Hinzu kommt, dass Franz häufig abwesend ist. Zum einen ist das seinen Kontakten zu den Kunden geschuldet, zum anderen engagiert er sich politisch. Irene sucht und findet eine Aufgabe, indem sie sich für die Rechte der Arbeiterfrauen einsetzt. Als sie dabei Josef wieder trifft, reagiert Franz mit Eifersucht. Die Ehe kommt an einen Scheideweg. Auch Mathilde muss lernen, dass sie als Ehefrau anders zu agieren hat, als sie es als verwöhnte Tochter ihres Vaters gewohnt war. Sehr gut werden die Zeitverhältnisse wiedergegeben. Durch Irenes Arbeit lerne ich die katastrophalen Lebensverhältnisse der Leineweber, aber auch die schwierige Situation des Dienstpersonals kennen. Schläge bei Verfehlungen sind keine Seltenheit. „...Obwohl sie in ihrer Zeit als Fabrikarbeiterin so manches Elend gesehen und auch selbst durchlebt hatte, übertrafen die Zustände in Herxheim alles, was sie bis dahin kennengelernt hatte. […] Ein Mädchen, das Irene nicht älter als sechs Jahre schätzte, drehte ein Spinnrad...“ Franz ermöglicht mir einen Blick in die Arbeit des Parlaments. Gleichzeitig geht er im Weinanbau neue Wege. Das darf ich mitverfolgen und Gelungenes und Probleme registrieren. Der ruhende Pol in der Geschichte ist Pauline, Franz` Mutter. Sie hat harte Zeiten hinter sich und wirkt ausgleichend. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie gegebenenfalls Franz den Kopf wäscht, genauso wie es Minna, Irenes Freundin, mit Irene macht. Beide Ehepartner nehmen sich in gewissen Situationen an Sturheit nichts. Irene lernt August Bebel kennen. Das Gespräch zwischen den beiden gehört zu einem der vielen fein ausgearbeiteten Dialoge. Er ist erstaunt, dass Franz Irenes tun billigt und ihr eine gewisse Summe dafür zur Verfügung stellt. Das ist in damaliger Zeit ungewöhnlich. Im Reichstag wird Franz einem Österreicher vorgestellt. Er ahnt indem Moment nicht, dass diese Begegnung ihn und seine Familie vor völlig neue Herausforderungen stellt. Grund dafür sind nicht zuletzt die Regelung, die für den Adel unter Kaiser Franz Joseph in Österreich gelten. Geburt und Tod, Liebe und Eifersucht, Hass und Barmherzigkeit – alles, was das Leben ausmacht, findet im Roman seinen Platz. Gekonnt werden die Emotionen der Protagonisten wiedergegeben. Sie spiegeln sich in ihrem Handeln. Und manchmal sind es die gesellschaftlichen Normen, die die Erfüllung innigster Wünsche erschweren. Zwei Landkarten, eine Auflistung der handelnden Personen, ein Glossar und ein inhaltsreiches Nachwort vervollständigen den Roman. Die Geschichte hat mir ausgezeichnet gefallen. Sie ist ein gelungenes Zeitgemälde, dass das Leben historischer Personen mit fiktiven Protagonisten verknüpft.

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