Als Kuscheltier der Klasse 1d hat der kleine Stoffpinguin Mio nie Langeweile. Nun darf er sogar bei allen Kindern einmal übernachten. Bei jedem ist es anders: In Helenes Familie machen alle Musik, bei Hugo darf Mio die ganze Nacht Filme gucken, Marlon kann sich schon selbst sein Essen machen und ausgerechnet bei der lustigen Mayla, in deren Wohnung es so schön trubelig zugeht, bleibt Mio im Ranzen.
Vierzehn Kinder aus einer ganz normalen Grundschulklasse – vierzehn verschiedene Welten. Mio erlebt fröhliche Abende, hat aber auch traurige Einblicke. Darüber lässt sich staunen. Und reden.
Ein Erzählbilderbuch zur Vielfalt der Lebenswelten um uns herum – in knappen Texten und berührenden Bildern voller Familien-Intimität
Zum Vorlesen und gemeinsamen Entdecken ab 5 Jahren
Fördert Empathie und Verständnis für andere Kinder
Ausgezeichnet mit dem KIMI-Siegel 2020
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Vielfältiges Klassenzimmer
3/5
30.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Süßes Konzept, bis auf eine…
Süßes Konzept, bis auf eine stereotype anti-muslimische Erzählung gelungen. HANDLUNG: Mio ist das Maskottchen der Klasse 1d. Diese besteht aus vierzehn Kindern und wird von Frau Kippel geleitet. Herr Macke unterstützt sie dabei. Jedes der Kinder darf Mio einmal mit nach Hause nehmen. So erlebt das kleine Stofftier eine Menge und lernt den Alltag ganz unterschiedlicher Familien kennen, wovon er im Buch erzählt, bevor er wieder ins Klassenzimmer zurückkehrt. EINORDNUNG: Die Idee, ein Klassentier alle Kinder besuchen zu lassen und die Erlebnisse aus dessen Sicht zu erzählen, finde ich sehr niedlich und spannend für Kinder. Die Illustrationen gefallen mir sehr, da sie neben der Diversität der Charaktere und deren Wohnsituationen auch Dinge zeigen, die über den Text hinausgehen. So sieht man z. B.: Eltern, die sich streiten, während ihr Sohn vor dem Fernseher Tablet spielt eine strenge Mutter, die ihre Tochter kritisiert. ein chaotisches Zuhause, in dem keine Eltern anwesend sind Bierflaschen und Zigatettenstummel auf einem Wohnzimmertisch Mädchen, die den Tisch decken, während ihr Bruder es sich gutgehen lässt ein Mädchen, dem die Eltern keine Beachtung schenken und im Hintergrund die Schwester, die sich besorgt im Spiegel betrachtet Daneben gibt es aber auch viele positive und liebevolle Szenen, Groß- und Kleinfamilien, (wahrscheinlich) alleinerziehende Mütter und einen Jungen, der bei seiner Oma wohnt. Da man auf den Bildern so viel entdecken kann, könnte es spannend sein, die Zuhörenden erst einmal raten zu lassen, was Mio wohl jeweils erlebt haben könnte, bevor mit dem Lesen begonnen wird. Die Erlebniserzählungen finde ich - bis auf eine - allesamt gelungen. Bei Orkans Familie hanen die Männer das Sagen. Mutter und Schwestern tun alles, was Orkan und sein Vater sagen. Das steht genauso im Text und wird auch auf dem Bild dazu sehr deutlich. Eigentlich habe die Oma das Sagen, sie lebe jedoch in einem anderen Lamd. Aufgrund von Orkans Namen gehe ich davon aus, dass seine Familie türkischer Herkunft sein soll. Die Art, wie die Familienstrukturen hier beschrieben werden, finde ich sehr problematisch, weil sie vermuten lässt, dass alle Familien ähnlicher Herkunft so funktionieren. Daher werde ich diese Geschichte beim Vorlesen entweder auslassen oder so umformulieren, dass mal die Frauen und mal die Männer im Wechsel mit der Hausarbeit dran sind. Ich denke, dass ich das Buch aus diesem Grund nur zum Vorlesen nutzen und es nicht in meine #Klassenbücherei stellen werde. VIELFALTMERKMALE: Nicht nur die Familienmodelle und Wohnsituationen im Buch sind vielfältig. Die Menschen haben unterschiedliche Hauttöne, Haarfarben und Körperformen. Nicki hat wahrscheinlich Trisomie 21. Es werden nicht nur Frauen, sondern auch Männer gezeigt, die Carearbeit machen. In Maylas Familie sind zwei Frauen mit Kopftuch zu sehen. Einige Personen tragen eine Brille, einige haben Tattoos. Amira ist ein Kind of Color und hat ein weißes Kindermädchen. Als Mio bei Ella ist, zieht sie ihm ein Nachthemd an. Er findet, das sei nur etwas für Mädchen und Opas. Weil Ella es aber schön findet, stört es ihn nicht weiter. Das würde ich zum Anlass nutzen, um mit Kindern zu besprechen, dass Kleidung für alle da ist. FAZIT: Bis auf die Beschreibung von Orkans Familienstrukturen ist "Mio war da" ein vielfältiges, gelungenes Buch, das ich abgesehen von diesem Abschnitt meinen Schüler*innen vorlesen werde. Dabei halte ich es für wichtig, die Zielgruppe gut zu kennen und zu wissen, wie die Verhältnisse bei den Kindern zu Hause sind, um evtl. Abschnitte auszulassen, die für Einzelne triggernd sein könnten. Toll ist aber, dass hier so eine Vielfalt an Situationen gezeigt wird, sodass sich mehr Kinder repräsentieren sehen als in vielen anderen Kinderbüchern.
Bewertung
3/5
30.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Süßes Konzept, bis auf einen anti-muslimisch stereotypen Abschnitt gelungen
HANDLUNG:
Mio ist das Maskottchen der Klasse 1d. Diese besteht aus vierzehn Kindern und wird von Frau Kippel geleitet. Herr Macke unterstützt sie dabei.
Jedes der Kinder darf Mio einmal mit nach Hause nehmen. So erlebt das kleine Stofftier eine Menge und lernt den Alltag ganz unterschiedlicher Familien kennen, wovon er im Buch erzählt, bevor er wieder ins Klassenzimmer zurückkehrt.
EINORDNUNG:
Die Idee, ein Klassentier alle Kinder besuchen zu lassen und die Erlebnisse aus dessen Sicht zu erzählen, finde ich sehr niedlich und spannend für Kinder.
Die Illustrationen gefallen mir sehr, da sie neben der Diversität der Charaktere und deren Wohnsituationen auch Dinge zeigen, die über den Text hinausgehen. So sieht man z. B.:
Eltern, die sich streiten, während ihr Sohn vor dem Fernseher Tablet spielt
eine strenge Mutter, die ihre Tochter kritisiert.
ein chaotisches Zuhause, in dem keine Eltern anwesend sind
Bierflaschen und Zigatettenstummel auf einem Wohnzimmertisch
Mädchen, die den Tisch decken, während ihr Bruder es sich gutgehen lässt
ein Mädchen, dem die Eltern keine Beachtung schenken und im Hintergrund die Schwester, die sich besorgt im Spiegel betrachtet
Daneben gibt es aber auch viele positive und liebevolle Szenen, Groß- und Kleinfamilien, (wahrscheinlich) alleinerziehende Mütter und einen Jungen, der bei seiner Oma wohnt. Da man auf den Bildern so viel entdecken kann, könnte es spannend sein, die Zuhörenden erst einmal raten zu lassen, was Mio wohl jeweils erlebt haben könnte, bevor mit dem Lesen begonnen wird.
Die Erlebniserzählungen finde ich - bis auf eine - allesamt gelungen. Bei Orkans Familie hanen die Männer das Sagen. Mutter und Schwestern tun alles, was Orkan und sein Vater sagen. Das steht genauso im Text und wird auch auf dem Bild dazu sehr deutlich. Eigentlich habe die Oma das Sagen, sie lebe jedoch in einem anderen Lamd. Aufgrund von Orkans Namen gehe ich davon aus, dass seine Familie türkischer Herkunft sein soll. Die Art, wie die Familienstrukturen hier beschrieben werden, finde ich sehr problematisch, weil sie vermuten lässt, dass alle Familien ähnlicher Herkunft so funktionieren.
Daher werde ich diese Geschichte beim Vorlesen entweder auslassen oder so umformulieren, dass mal die Frauen und mal die Männer im Wechsel mit der Hausarbeit dran sind. Ich denke, dass ich das Buch aus diesem Grund nur zum Vorlesen nutzen und es nicht in meine #Klassenbücherei stellen werde.
VIELFALTMERKMALE:
Nicht nur die Familienmodelle und Wohnsituationen im Buch sind vielfältig. Die Menschen haben unterschiedliche Hauttöne, Haarfarben und Körperformen. Nicki hat wahrscheinlich Trisomie 21. Es werden nicht nur Frauen, sondern auch Männer gezeigt, die Carearbeit machen. In Maylas Familie sind zwei Frauen mit Kopftuch zu sehen. Einige Personen tragen eine Brille, einige haben Tattoos. Amira ist ein Kind of Color und hat ein weißes Kindermädchen.
Als Mio bei Ella ist, zieht sie ihm ein Nachthemd an. Er findet, das sei nur etwas für Mädchen und Opas. Weil Ella es aber schön findet, stört es ihn nicht weiter. Das würde ich zum Anlass nutzen, um mit Kindern zu besprechen, dass Kleidung für alle da ist.
FAZIT:
Bis auf die Beschreibung von Orkans Familienstrukturen ist "Mio war da" ein vielfältiges, gelungenes Buch, das ich abgesehen von diesem Abschnitt meinen Schüler*innen vorlesen werde. Dabei halte ich es für wichtig, die Zielgruppe gut zu kennen und zu wissen, wie die Verhältnisse bei den Kindern zu Hause sind, um evtl. Abschnitte auszulassen, die für Einzelne triggernd sein könnten. Toll ist aber, dass hier so eine Vielfalt an Situationen gezeigt wird, sodass sich mehr Kinder repräsentieren sehen als in vielen anderen Kinderbüchern.
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