»Herkunft ist Zufall und wird doch als Absicht verwendet ...« Saša StanišićIn HERKUNFT geht es um Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Es geht um den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart oft auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.Gelesen von Saša Stanišić.(Laufzeit: 5h 39)
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
aus München
5/5
13.05.2020
Hörbuch-Download (MP3)
Hab‘s geliebt!
Es war eine Freude dieses Buch zu hören, vor allem weil der Autor mit ganzem Herzen vorliest.
Zudem sehr lehrreich...
Bewertung
5/5
19.10.2026
eBook (ePUB)
Herkunft und Heimat
Was ist Heimat? Was ist Herkunft? Sasa Stanisic schreibt sie bestehend aus Anekdoten, Erzählungen, Mythen und viel Liebe. Dieses Buch rührt, bringt zum Lachen und zum Weinen - Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
23.06.2025
eBook (ePUB)
Identität und Heimat
Stanisic geht in Herkunft auf eine unglaublich persönliche Ebene und erzählt auf eine fesselnde Art und Weise von dem Land, das er verlassen musste und welches es nun nicht mehr gibt. Von Kindheit und dem Erwachsensein, vom Fliehen und Ankommen, von Eltern und Großeltern, von Deutschland, Jugoslawien und allem dazwischen.
Bewertung
aus Dortmund
5/5
12.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Wunderbar
Die Geschehnisse werden sehr lebendig, hörbar, spürbar, riechbar. Gut zu lesen und dennoch mit Tiefgang.
Und in gewisser Weise bekommt man dann noch gleich mehrere Bücher in einem ;-).
E.S.
aus Stuttgart
5/5
10.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Humorvoll und fantastisch geschrieben
Die Sprache des Autors, sein Schreibstil und der humorvolle Umgang mit seiner eigenen Biographie sind einfach toll! Die alternativen Enden waren zwar persönlich nicht so meins, haben mich aber an die Bücher meiner eigenen Jugend in den 90er-Jahren erinnert.
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5/5
15.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartig.
Die Geschichte der Herkunft ist auch die der Ankunft, der Zukunft, des Heimatlandes, das man verlassen musste, der neuen Heimat, in der man seinen Platz erst finden muss. In der Biografie des Autors finden sich Tausende von junge Menschen wieder, die in den 90-er Jahren das gleiche Schicksal teilten. Absolut authentisch, wundervoll, einfühlsam und auch witzig geschrieben.
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5/5
07.09.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Von erzähltem Leben und lebendigem Erzählen
Wer bist du? Wo kommst du her? Wo ist dein Zuhause?
Fragen, die einem ein Leben hindurch immer wieder gestellt werden und manchmal leicht, manchmal schwerer zu beantworten sein scheinen. Saša Stanišić gibt keine verbindlichen Antworten, er erzählt einfach. Dabei gibt nicht Chronologie der Biografie seiner Familie die Reihenfolge vor, sondern er lässt sich stattdessen treiben von verstreuten Erinnerungen und sich auftuenden Assoziationen.
Aufgewachsen in Jugoslawien, mit 15 Jahren vor Jugoslawien nach Deutschland geflohen. Die Sprache gelernt, sich verliebt, sowohl in Wörter als auch Frauen, Freunde gefunden, verloren, erfolgreich geworden, Kind bekommen. So kann eine rudimentäre Lebensgeschichte aussehen, aber dem Preisträger der Leipziger Buchmesse geht es nicht um scheinbare Fakten, sondern Geschichten: Und so erzählt er entlang wichtiger Menschen, Themen und Orte kreuz und quer durch seine Biografie, lässt Familienstammbäume und Nachbarschaften entstehen, nur um gleich wieder zu hinterfragen, ob all dem wirklich so war oder nur eine (von ihm selbst) erfundene Geschichte.
Aus diesen mäandernden Geschichten entsteht ein erzähltes Leben oder aber ein Leben, das Erzählungen hervorbringt.
Eine der zentralen Figuren des Buches ist seine Großmutter, die in der Gegenwart einer der letzten Eckpfeiler der Familie in Bosnien ist. Gegen Ende ihres Lebens verliert sie immer mehr die Hoheit über die Zeitleiste ihres Lebens: Menschen, Orte und Jahre vermischen sich. Was vor Jahrzehnten war, scheint heute zu sein und heute ist oft sehr weit weg. Und so wirkt es nur folgerichtig, dass der einzige Weg, um aus diesem in Unordnung geratenen Leben wieder etwas Ganzes zu machen ist, eine Geschichte zu erzählen.
Saša Stanišić erzählt genau dieses Kapitel, welches gleichzeitig auch das Buch abschließt, auf außergewöhnliche und zugleich formal wie inhaltlich stimmige Weise: „Der Drachenhort“ ist eine Liebeserklärung an Großmutter und slawische Mythologie sowie eine Hommage an die Rollenspielabenteuer aus der Jugend des Autors zugleich. Denn hier entscheiden die LeserInnen selbst über den Fortlauf der Handlung. Am Ende jedes längeren Textabschnittes wird man vor die Entscheidung gestellt, wie der Protagonist handeln soll. Dementsprechend setzt sich der Text auf unterschiedlichen Seiten fort und es kommt zu verschiedenen Enden der Odyssee von Großmutter und Enkel.
„Herkunft“ begeistert wie sein herausragender Roman „Vor dem Fest“ mit einem poetisch-innovativen, dabei aber immer leichtfüßigen Stil, der niemals kopflastigem Bildungsprotz daherkommt. Teil Fakt, Teil Fiktion ist dieses Buch ein außergewöhnlich Beispiel für die fließende Grenze zwischen Literatur und Realität, Erinnerung und Erdachtem. Eine definitiver Höhepunkt der literarischen Produktion von 2019.
„Ich muss los“, sage ich.
„Quatsch, niemand muss heute irgendwohin“.
„Welcher Tag ist heute?“
Großmutter sagt: „Alle Tage.“
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