Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzt. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben aus dem Vollen schöpfen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht.
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Zwischen Liebe, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung
Bewertung am 15.07.2025
Bewertungsnummer: 2539863
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Schon auf den ersten Seiten war ich wieder mitten im Geschehen – Daniela Kriens ruhiger, klarer Stil zieht einen unaufdringlich, aber kraftvoll in den Bann. Jede der fünf Frauengeschichten hat mich auf ihre Weise tief berührt. Es geht in allen Erzählungen um Lebensentscheidungen, die für oder gegen die Liebe getroffen werden – und damit um Fragen, die wir alle uns stellen, wenn es um Nähe, Selbstbestimmung und Verletzlichkeit geht.
Was mich besonders beeindruckt hat: In jeder Figur konnte ich Aspekte meiner eigenen Persönlichkeit entdecken. Die Gedanken, Zweifel und Sehnsüchte der Frauen wirkten vertraut und echt. Es ist selten, dass Literatur so feine Spiegel vorhält – ohne Pathos, aber mit umso mehr Resonanz.
Fünf Frauen stehen im Zentrum: Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Ihre Lebenswege sind miteinander verwoben, ohne dass dies plakativ oder konstruiert wirkt. Jede Geschichte steht für sich und gleichzeitig im Dialog mit den anderen. Es sind Lebensentwürfe zwischen Kindern, Karriere, Körperlichkeit, Verlust und Freiheitsdrang.
Daniela Krien schreibt nüchtern, fast sachlich – und gerade darin liegt ihre große Stärke. Emotionen entstehen nicht durch Ausschmückung, sondern durch das, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Die Erzählweise lädt zum Innehalten ein und gibt Raum für eigene Reflexion.
Fazit: „Die Liebe im Ernstfall“ ist ein leises, eindringliches Werk über das Leben mit und ohne Liebe. Es erzählt von Entscheidungen, die Mut erfordern – und davon, dass es kein Richtig oder Falsch gibt, nur den eigenen Weg. Daniela Krien gibt den inneren Stimmen moderner Frauen ein literarisches Gesicht – unaufgeregt, aber nachhaltig wirkungsvoll.
Leseempfehlung: Für alle, die sich selbst wiederfinden möchten – in Gedanken, Gefühlen und Fragen, die das Leben an uns stellt.
Wenn das Leben einem beugt, aber nicht bricht
Alexandra am 12.12.2024
Bewertungsnummer: 2362600
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Wer kennt das nicht, rückblickend auf Begegnungen mit Freundinnen, Geschwister, Partner, Ehemann, Kinder- es bleibt nichts wie es ist. Glaubt man in einem sicheren Hafen angekommen zu sein, stehen bald neue Herausforderungen an. Daniela Krien hat anhand von fünf unterschiedlichen Frauenleben, deren Lebenssituationen geschildert. Frauen, die eigentlich im Leben stehen aber aufgrund der Umstände in Lebenssituationen geraten, in welcher Neuorientierung, Durchhaltevermögen, Liebeskummer, Ängste, Unsicherheiten, überwunden werden müssen.
Es ist nicht selbstverständlich oder einfach, dass eine tolle Partnerschaft, eine intakte Familienbande, Schwesternliebe, Kinder ohne Neuorientierungen vor sich hergehen. Genau diese Themen sind mit enormen Emotionen und Lebenssituationen verbunden, denen man sich stellen muss.
Und so endet die Lebenssituation nicht bei allen Frauen positiv, sondern hinterlässt beim Leser ein Nachdenken oder auch ein Innehalten, was Daniela Krien sehr gut gelungen ist.
Die unterschiedlichen Geschichten könnten Real sein. Das Überkreuzen der einzelnen Frauen oder der gleichen Liebhaber, gleichen Freundinnen, waren unterhaltsam und nicht zuletzt spannend.
Daniela Krien hat ein literarisches Werk geschrieben, in welchem nicht die Sonnenseiten beschrieben werden, sondern Realität sein könnte und daher unterhaltsam wie lesenswert und nachhaltig ist.
Meinung aus der Buchhandlung
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Daniela Krien widmet sich den Lebenswegen fünf unterschiedlicher Frauen, deren Wege sich immer wieder kreuzen oder beeinflussen. Aus weiblicher Sicht werden vor allem (z. T. toxische) Beziehungen und Lebensentwürfe beleuchtet, ganz ohne rosarote Brille. Ein bewegendes und aufrührendes Buch, das auch auf das Unschöne und den Schmerz blickt, den die Liebe im Ernstfall durchaus mit sich bringt. Krien analysiert und seziert mit feiner Klinge Beziehungsdynamiken und lädt zum Nachdenken und Reflektieren ein.
Die Erzählweise der Autorin gefällt mir generell sehr gut: nichts wirkt konstruiert und der Ton ist einzigartig.
„Die Liebe im Ernstfall“ ist leise, melancholisch und dennoch ein sehr lebensbejahender Roman. Das was beim Lesen sofort ins Auge sticht, sind die sehr gut gelungen gezeichneten Charaktere und das oft schwierige Beziehungsgeflecht der Protagonisten zueinander. Daniela Krien hat ein Auge fürs Detail: Beim Lesen wird einem bewusst, wie gut die Schriftstellerin menschliche Verhaltensweisen durchschaut. Aus der Sicht von Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde ist der Roman erzählt; die Kapitel sind nach den Frauen benannt.
Die Berlinale Co-Production Market präsentierte bei „Books at Berlinale“ in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse zwölf neue, außergewöhnliche Buchstoffe, die sich als Vorlagen für Literaturverfilmungen anbieten. Darunter auch Daniela Kriens Roman „Die Liebe im Ernstfall“. Der Erfolg einer Verfilmung wäre gewiss.
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