Mit dieser authentischen Geschichte ermöglicht Gabriele Hannemann Kindern eine kindgerechte, emotional ansprechende und sensible Erstbegegnung mit der Shoah. Besonders geeignet für den Unterricht.
In kindgerechter Sprache erzählt Gabriele Hannemann von der Flucht aus dem Ghetto, vom Hunger, von der Angst, vom Tod und vom Überleben Marishas bis hin zu ihrer Überfahrt auf der Exodus nach »Eretz Israel«, dem Land Israel.
Zarte, collagierte Illustrationen der Israelischen Illustratorin Inbal Leitner wechseln sich mit Archivfotos von Marisha und ihrer Familie ab und vernetzen sich zu einem dichten, persönlichen Teppich der Erinnerung.
Es war kein Versteckspiel, aber ein verdammt gutes Versteck. Wo andere Kinder beim Spielen abenteuerlustig für ein paar Minuten hineinkriechen, muss Marisha eineinhalb Jahre ausharren. In einem dunklen Fass! Marisha ist Jüdin und darf nicht gefunden werden. Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte der kleinen Marisha, die ohne Vater und Mutter ganz tapfer sein muss.
Wie schafft man das? Und wer hat ihr dabei geholfen?
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Bewegend und ein kindgerechter Einstieg ins Thema!
lesenmitausblick am 03.01.2026
Bewertungsnummer: 2691048
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Meine Kollegin Susann und ich beschäftigen uns viel mit dem Thema Judentum und jüdisches Leben und haben u. a. schon einige Kinder- und Jugendbücher über die Shoa und die Menschenschicksale dahinter vorgestellt.
Nun haben wir beide “Marisha - Das Mädchen aus dem Fass” aus dem Ariella Verlag gelesen und waren tief bewegt.
Susann hat ihren Eindruck festgehalten und sich auch das Unterrichtsmaterial zum Buch gekauft. Lest hier ihre Meinung:
Mit Spannung habe ich auf das hier vorliegende Kinderbuch zur Shoah gewartet, da ich zu diesem Thema schon die verschiedensten Bücher gelesen und für den Unterricht in der Grundschule genutzt habe. Stets handelt es sich bei der Erstbegegnung mit diesem schwierigen Stoff um authentische Begebenheiten und kindgerecht aufgearbeitete Zeitzeugenberichte. So auch hier bei „Marisha – Das Mädchen aus dem Fass“, das bereits 2015 im Ariella Verlag erschien und nach dem Tod der Protagonistin überarbeitet wurde.
Sehr übersichtlich ist das Buch gegliedert, beginnt mit einführenden Worten und dem Porträt von Malka Rosenthal, genannt Marisha, so dass die jungen Leser*innen noch besser begreifen können, dass die Erzählung wirklich und wahrhaftig passiert ist und sie Kindheitserlebnisse widerspiegelt. Der Hinweis auf das Glossar für die im Text farbig hervorgehobenen schwierigen Wörter sowie auf die Landkarte mit Marishas Reiseroute bis 1948, wo sie letztendlich dreizehnjährig an ihrem Sehnsuchtsort Haifa anlangte, wurde direkt voran gestellt.
Die Autorin Gabriele Hannemann traf 2002 mit Malka im Rahmen von Schulprojekten in Norddeutschland erstmals zusammen und sprach über Jahre hinweg mit ihr über die anfänglich normale wohlbehütete Kindheit, die sich durch die Geschehnisse während des 2.Weltkrieges zu unfassbarem Leid und Entbehrungen verwandelte und auch mit dem Kriegsende noch nicht vorüber war. Außer der Titel prägenden Episode im Fass wird von weiteren Erlebnissen, die die Kinderseele bis ans Lebensende belasteten, berichtet. Mich schockierte besonders ihre Zeit auf dem Flüchtlingsschiff Exodus, welches vor dem Zielhafen Haifa gerammt und fast versenkt wurde. Die Passagiere wurden nach Deutschland zurückgebracht, wo Marisha unter Zwang in vergitterten Waggons, wie kurz zuvor bei den Deportationen der Juden, ins Lager in Pöppendorf gelangte. Dort musste sie wieder wochenlang elternlos ausharren, bevor sie am 2.2.1948 endlich bei Verwandten in Haifa im heutigen Staat Israel ankam, um ein neues, glückliches Leben zu führen.
Als Pädagogin gelingt es Gabriele Hannemann auf einfühlsame, kindgerechte Art und mit kurzen Kapiteln, diesen schwierigen Teil der deutschen Geschichte anzusprechen, ohne jüngere Kinder zu überfordern. Dabei sollten Erwachsene ihnen, je jünger und unerfahrener sie sind, ob im Unterricht oder zu Hause, mit offenem Ohr für Fragen zur Seite stehen.
Zum besseren Verständnis tragen die einfachen, aber ausdrucksstarken Zeichnungen der israelischen Illustratorin Inbal Leitner bei, die derzeit in England lebt. Sie reduziert die Bildaussage auf das Wesentliche, nämlich das kleine Mädchen in Situationen, die kein Kind erdulden sollte.
Mit seinem handlichen Format, seinen 80 Seiten sowie den gut beschrifteten Fotos ist es für Zehnjährige unbedingt zu empfehlen. Gedruckt in Litauen auf Papier in guter Qualität ist es für den Preis von 14,95€ absolut angemessen.
Nicht nur eine Empfehlung von der Stiftung Lesen, sondern auch von mir.
Wir bedanken uns herzlich für das Rezensionsexemplar und verweisen an dieser Stelle auch gern auf die Handreichung zum Unterricht, ebenfalls im Ariella Verlag erschienen.
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