Obwohl sie nicht nur angenehme Erinnerungen an die gemeinsame Zeit hat, verbringt Journalistin Cora Johannis mit ihrer Jugendclique ein Wochenende in einem abgelegenen Jagdhaus in den Alpen. Beim ersten Abendessen bricht ein Gast tot zusammen, kurz darauf geschehen weitere mysteriöse Todesfälle. Die Anwesenden werden zur Zielscheibe eines kaltblütigen Mörders, und weit und breit ist niemand, der ihnen helfen kann. Cora fasst einen lebensgefährlichen Plan ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Beatrix Helfenfinger-Hänggi
aus nunningen
5/5
03.02.2021
eBook (ePUB)
garndios
Wie alle Bücher von Christoph Gasser. Wer gerne Schweizer Krimsi mit Biss mag sollte Blutlauenen unbedingt lesen. Ein Buch das unter die Haut geht.
Man kennt die Gegend und wenn man schon Bücher ( Schwarzbubenland) gelesen hat, sind auch die Protagonisten einem nicht fremd.
Unbedingt lesen.
Einfach genial.
Lupede
5/5
13.08.2020
eBook (ePUB)
Spannung bis zum Schluss
Der Krimi hatte eine Spannung bis zum Schluss.
Da es diesen leider in der Bibliothek nicht mehr gab, hab ich diesen gekauft.
Und hab gemerkt, dass eBook kaufen toll ist....
Bewertung
aus Moosbach
5/5
28.03.2019
Buch (Taschenbuch)
Nichts für schwache Nerven!
Meine Meinung:
Bei diesem Krimi muss man sich wirklich auf einiges gefasst machen. Nicht nur einmal ist mir die Gänsehaut gekommen, weil mich die Situationen so mitgenommen haben.
Christof Gasser schafft es seinen Leser in eine andere Welt mitzunehmen und sie zu entführen. So zu entführen, dass man meinen würde, man wäre wirklich mit vor Ort. In diesem Fall hätte ich mir das auf keinen Fall gewunschen. Die Angst, die Kälte,... Alle nur erdenklichen Gefühle sind auf mich übergesprungen.
Die Charaktere sind so unterschiedlich, ich glaube, so wirklich könnte ich mich mit keiner Person anfreunden, außer mit Cora. Sie weiß was sie will und erkennt auch ihre Schwächen und "Fehler".
An Spannung fehlt es in diesem Buch auch auf keinen Fall. Kaum meint man, ein wenig hinter die Geschichte gekommen zu sein, entwickelt es sich schon wieder in eine andere Richtung, über die man gar nicht nachgedacht hat. So muss es sein und so schafft man es seinen Leser einzuwickeln und bei Laune zu halten.
Ich für mich hätte nach dem Durchlesen des Klappentextes keinen so starken Krimi erwartet, ich wurde auf jeden Fall positiv überrascht, auch wenn hin und wieder negative Gefühle geweckt wurden.
Fazit:
Auf jeden Fall lesen.
Gertie G.
aus Wien
5/5
26.03.2019
Buch (Taschenbuch)
Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele
Die Journalistin Cora Johannis hat ein freies Wochenende, da Tochter Mila zu ihrem Vater nach Argentinien reist. Da passt es doch gut, dass sie ihre Jugendfreundin Ludevine, genannt „Lüdi“, trifft, die sie einlädt, gemeinsam mit den anderen Schulkollegen ein verlängertes Wochenende auf der Berghütte Blutlauenen zu verbringen. Oder?
„Im Sommer und im Herbst vermochte die wildromantischen Berglandschaft und der Lauensee eine ganze Anzahl Wanderer anzuziehen, die auf ihrer Tour in die Lenk oder rund um Wildhorn hier durchkamen.“
Obwohl Cora ein flaues Gefühl bei dieser Einladung hat, sagt sie spontan zu. Sie hat ja genug Lesestoff dabei, sollte das Wiedersehen mit der alten Clique nicht ihren Erwartungen entsprechen. Ihr Chefredakteur hat ihr eine Geschichte über in der Schweiz verschwundenes Nazi-Gold zur Recherche aufs Aug‘ gedrückt.
Der Helikopter bringt die Teilnehmer stilgerecht auf die einsame Berghütte, die sich als komfortables Chalet, mitten im Naturschutzgebiet, entpuppt. Die Idylle trügt und bevor der Leser noch alle Mitspieler kennenlernen kann, gibt es die erste Leiche. Plötzlicher Herztod, konstatiert René Gamper, der Arzt in der Runde. Doch das wird nicht der einzige Tote bleiben. Der nächste wird gleich einmal mit einem Kissen erstickt.
Während man noch ein wenig schockiert ist, verschlechtert sich das Wetter und die Menschen auf Blutlauenen sind von der Umwelt abgeschnitten. Als zusätzlich noch der Strom ausfällt, liegen die Nerven ziemlich blank.
Dann geht es Schlag auf Schlag, wie bei Max und Moritz: „Dieses war die zweite Leich‘ und die dritte folgt zugleich!“
Nun ja, die dritte Tote stürzt bei einem Spaziergang rund ums Haus zu Tode. An der Unfallversion gibt es berechtigte Zweifel.
Wer hat es auf die Clique abgesehen? Kann es der in der Nähe lebende Einsiedler, der vor Jahren Frau und Kind brutal abgeschlachtet hat und nach der Verbüßung seiner Haftstrafe wieder in diese Gegend gezogen ist, sein? Nur, warum und wieso? Weit und breit ist kein Motiv zu erkennen. Oder ist es einer der dienstbaren Geister von Blutlauenen? Oder gar jemand aus der Clique?
Ein fesselnder Showdown bringt die schlüssige Lösung dieses Falles.
Meine Meinung:
Autor Christof Gasser ist wieder ein beklemmender Krimi, der an der Grenze zum Thriller schrammt, gelungen. Er verbindet mehrere Handlungsstränge zu einem dichten Kriminalfall. Jeder der Teilnehmer wird kurz mit seiner eigenen, persönlichen Geschichte vorgestellt. Es scheint, als hätte jeder oder jede in irgendeiner Art Schuld auf sich geladen, die hier nun abgetragen werden soll. Da sind zum Beispiel die beiden, die die wahre Geschichte um das verschwundene Nazi-Gold aufdecken wollen oder diejenige, die mit ihrem Escort-Service eine junge Frau ins Unglück gestürzt hat. Alle Fäden laufen bei einer Person zusammen. Ist das des Pudels Kern (wie Geheimrat Goethe seinen Faust sagen lässt)?
Die Stimmung auf der Berghütte wird von Stunde zu Stunde explosiver. Alle sind verdächtig. Doch ebenso könnte jeder das nächste Opfer sein. Christof Gasser hat hier eine Situation, die einer Agatha Christie würdig ist, geschaffen. Die Situation in der einsamen Berghütte, den Elementen ausgeliefert und ohne Verbindung zur Außenwelt zu sein, ist schon unheimlich genug. Dann noch die Mordserie. Der packende Schreibstil tut sein übriges, dass die Leser dieses Buch nicht aus den Händen legen kann.
Sehr spannend sind auch die kursiv geschriebenen Abschnitte, die mit der entsprechenden Jahreszahl versehen, den Konnex zur jeweiligen Person in der Berghütte bilden. Das Rätsel wie und wohin das Nazi-Gold verschwunden ist, wird den Lesern durch einen Rückblick eröffnet. Damit setzt sich der Autor mit der doch unrühmlichen Vergangenheit der Schweiz während der Nazi-Zeit auseinander. Denn wirklich „neutral“ waren die Eidgenossen nicht. Sie haben Geldgeschäfte mit jedermann getrieben, ob jüdischer Emigrant oder Nazi-Bonze war einerlei, Hauptsache, die Kassa stimmte. Auch als Umschlagplatz von Devisen und Waffen war die Schweiz bekannt und beliebt. Damit hat sie sich nicht wirklich mit Ruhm bekleckert, denn nebenbei wurden Flüchtlinge und Emigranten wieder zurück nach Nazi-Deutschland und damit in den sicheren Tod geschickt.
Der Showdown, mit dem der Autor diesen Krimi enden lässt, ist voller Raffinesse. Da zieht Christof Gasser gekonnt alle Register.
Die Charaktere sind komplex angelegt. Auch Cora Johannis hat so ihre Ecken und Kanten, die manchmal selbstsüchtig erscheinen.
Fazit:
Ein fesselnder und rasanter Krimi, der sich auch kritisch mit der Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg auseinandersetzt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Elke Seifried
aus Gundelfingen
5/5
21.03.2019
Buch (Taschenbuch)
„Tabula rasa nennt man das Cora. Ballast abwerfen“
… ist dieses Mal für Investigativjournalistin Cora angesagt.
Nachdem sie ihre Tochter Mila wehmütig am Flughafen abgeliefert hat, weil diese die Ferien bei ihrem Vater verbringen wird, schlendert Cora durch den Ort und wie es der Zufall will, trifft sie auf Jugendfreundin Ludevine. Diese freut sich riesig, denn nur Cora konnte sie nicht ausfindig machen für ihr Erinnerungstreffen der alten Clique. Alle haben zugesagt und wenn Cora jetzt auch spontan mitkommt, ist die Truppe von damals komplett. Schon am nächsten Tag soll ein Heli alle auf die Alp bringen, wo sie gemeinsam ein verlängertes Wochenende in der Berghütte Blutlauenen verbringen wollen. Keine Verantwortung für die pubertäre Tochter, die Wohnung zuhause auch verwaist, warum also nicht? Ein wenig Spaß, gutes Essen, alte Freunde wiedertreffen und wenn man sich nichts mehr zu sagen hat, dann hat sie ja immer noch die Unterlagen zu einer Nazigoldgeschichte, die ihr Chefredakteur Wagner aufs Auge drücken will und die sie versprochen hat, sich die nächsten Tage wenigstens einmal anzusehen.
Als Leser darf man mit Cora die Alp besteigen, darf sich mit den anderen in der Jägerhütte einfinden und bevor man alle alten Freunde und die zwei Angestellten richtig kennenlernen durfte, fällt auch schon der erste tot um. Herzschwäche, war die Bergluft schuld? So könnte man sich mit viel Wohlwollen beruhigen, aber es bleibt nicht bei der einen Leiche. Der nächste wohl mit einem Kissen erstickt, ganz eindeutig Mord und auch wenn draußen Sturm, Schneefall und Nebel die Hütte von der Außenwelt abschneiden, ist ein tödlicher Absturz des nächsten aus der Clique, der nur vor der Tür ein wenig frische Luft schnappen wollte, sicher auch nicht mit einem Unfall zu begründen. Wer ist der Mörder, tatsächlich einer der alten Freunde, einer der zwei Angestellten, oder ganz anders der Einsiedler, der seine Frau und seine Tochter vor vielen Jahren brutal mit der Axt erschlagen, aber schon dreißig Jahre wieder auf freiem Fuß ist und sich hier in der Gegend herumtreibt?
Der Autor spielt mit mehreren Handlungssträngen. Die zentrale nervenaufreibende Story spielt sich ganz klar in der Alphütte ab. Einer nach dem anderen, wer wird der nächste sein? Wie gehen sich die Freunde an, wie verbringen sie die Tage wie halten sie dem psychischen Druck stand, wie versucht Cora dem Mörder auf die Spur zu kommen, wie viele werden noch sterben, bevor sie ihn entlarven kann?
In kursiven Abschnitten gibt es dazwischen aber auch immer wieder Auszüge aus der alten Nazigoldgeschichte. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs ist der heimliche Transport von Himmlers Goldvorräten spurlos verschwunden, wozu es nun Hinweise gibt. Eine Spur führt zu Ludevines Familie. Zudem erzählen kurze eingeschobene Zwischenkapitel von den Abgründen, die sich in den Vergangenheiten der alten Freunde aufgetan haben.
Es geht schon mit einem Prolog los, der einen schaudern lässt. Wer ist die Frau, die am Abgrund hängt und um ihr Leben kämpft? Die Neugierde ist sofort geweckt und die erste Leiche lässt ebenfalls nicht lange auf sich warten, sodass man eigentlich von Anfang an rätseln und kombinieren kann. Durchgängig hohe Spannung ist vor allem dadurch, dass in raschem Tempo eine Leiche auf die nächste folgt gegeben. Eine durch schlechte Wetterverhältnisse und zum Zerrreißen drohende Nervenkostüme der Mitspieler gekonnt inszenierte bedrohliche Atmosphäre lässt einen oft einen Schauder über den Rücken jagen und gefesselt immer schneller lesen. Der flüssige Schreibstil tut sein übriges dazu, dass die Seiten nur so fliegen. Für völlige Aufklärung über Täter und Motive sorgt der Autor erst mittels eines turbulenten Showdowns.
Cora hat Ecken und Kanten, ob ich mit ihr im echten Leben warm werden würde, vermag ich nicht zu beurteilen, als Ermittlerin im Krimi ist sie aber eine taffe Frau. Sie kämpft sich durch im Leben, beweist Mut, und einmal neugierig geworden kann sie sich beharrlich bis ins Extrem in ein Thema verbeißen. Sie ist etwas unnahbar, beweist aber auch gerade im Umgang mit Tochter Mila und Sohn Julian, dass sie durchaus tiefe Gefühle haben kann. Gut gefällt mir auch, dass sie sich Fehler eingestehen kann. Inzwischen der alten Freunde, die mir allesamt nicht wie wirklich gute Freunde erschienen, nimmt sie ein wenig die Außenseiterrolle ein. Besonders unsympathisch war mir unter den Freunden Sybille, die mit ihrem Escort-Service auch über Leichen geht und die nettesten unter ihnen, trifft es als erstes. Alle sind undurchsichtig gezeichnet und mit Profil versehen, eine gelungene Zusammenstellung der Protagonisten.
„Im Sommer und im Herbst vermochte die wildromantischen Berglandschaft und der Lauensee eine ganze Anzahl Wanderer anzuziehen, die auf ihrer Tour in die Lenk oder rund um Wildhorn hier durchkamen.“ Der Autor wählt für seinen Krimi wieder einmal ein mit viel Lokalkolorit versehenes Setting, und kreiert in der Einsamkeit dieser Alp ein Winter-, Schneesturm- und Nebelszenario, das Gänsehaut entstehen lässt und die bedrohliche Atmosphäre mehr als gekonnt verstärkt. Dass Christoff Grasser seine Heimat liebt ist deutlich zu spüren, was ihn aber nicht daran hindert durchaus kritische Worte z.B. zur Rolle der so neutralen Schweiz im Zweiten Weltkrieg zu äußern, was mir gut gefallen hat.
Alles in allem ein rasanter Krimi, der in einem fesselnden Sprachstil, an dem der Schweizer Einschlag deutlich zu erkennen ist, und mit einem extrem schnellen Plot enorme Spannung aufbaut. Fünf Sterne sind da wohlverdient.
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