>Nach der Flut das Feuer ¿ The Fire Next Time< wie ein Inferno über die amerikanische Gesellschaft herein und wurde sofort zum Bestseller. Baldwin rief dazu auf, dem rassistischen Alptraum, der die Weißen ebenso plage wie die Schwarzen, gemeinsam ein Ende zu machen. Ein Ruf, der heute wieder sein ganzes provokatives Potenzial entlädt: »Die Welt ist nicht länger weiß, und sie wird nie mehr weiß sein.«
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
lielo99
aus Bad Münstereifel
5/5
10.03.2021
eBook (ePUB 3)
So aktuell wie 1963, leider
Der Autor war 10 Jahre alt als er zum ersten Mal die Polizeigewalt weißer Männer am eigenen Leib spüren musste. Dreißig Jahre später, 1963, schrieb er diese Zeilen, die bis heute an Aktualität nichts einbüßten. Und daher verwundert es nicht, dass es damals wie heute ein Bestseller wurde. Er rief in dem Buch dazu auf, den Rassismus zu bekämpfen und die Vorherrschaft des „Weißen“ zu beenden.
James Baldwin war ein Schriftsteller, der etliche Auszeichnungen erhielt. Sein Traum fand immer wieder Einzug in seinen Werken: Zu erleben, dass kein Mensch aufgrund seiner Hautfarbe, seiner sexuellen Orientierung, seines Glaubens oder seiner Herkunft diskriminiert wird. Leider wurde dieser Traum bis heute, im Jahr 2021, nicht erfüllt. Aber es gibt zum Glück viele, die daran arbeiten und sein Vermächtnis in Erinnerung halten.
Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Jana Pareigis und die schreibt über die Situation heute. Dann folgt ein emotionaler Brief Baldwins an seinen Neffen und danach seine Gedanken zum Rassismus in den USA. Ich werde das Buch mit Sicherheit noch mehrmals lesen. Zu viele wertvolle Erkenntnisse sind hier aufgeführt. Die Rolle der Kirche und die Ansichten von Christen und Muslimen sowie die Willkür der Staatsdiener sind nur zwei Beispiele. Frau Miriam Mandelkow übersetzte das Werk und ihre Gedanken zum N-Wort, welches damals noch nicht als rassistisch galt, sind interessant.
Zum Schluss gibt es noch Erläuterungen zu den Endnoten und hier auffallend viele Verweise auf Kirchenlieder. Aber auch Hinweise auf antiquarische Bücher, die ihre Aktualität nicht einbüßten. Wussten Sie zum Beispiel, dass es in den Staaten den Begriff „Dreifünftel-Mensch“ gab? Ich nicht aber hier erfuhr ich es. Fünf Sterne und eine dringende Leseempfehlung gebe ich für dieses Highlight.
bolie
aus Langscheid
5/5
11.02.2021
eBook (ePUB 3)
Der Autor war 10 Jahre alt…
Der Autor war 10 Jahre alt als er zum ersten Mal die Polizeigewalt weißer Männer am eigenen Leib spüren musste. Dreißig Jahre später, 1963, schrieb er diese Zeilen, die bis heute an Aktualität nichts einbüßten. Und daher verwundert es nicht, dass es damals wie heute ein Bestseller wurde. Er rief in dem Buch dazu auf, den Rassismus zu bekämpfen und die Vorherrschaft des „Weißen“ zu beenden. James Baldwin war ein Schriftsteller, der etliche Auszeichnungen erhielt. Sein Traum fand immer wieder Einzug in seinen Werken: Zu erleben, dass kein Mensch aufgrund seiner Hautfarbe, seiner sexuellen Orientierung, seines Glaubens oder seiner Herkunft diskriminiert wird. Leider wurde dieser Traum bis heute, im Jahr 2021, nicht erfüllt. Aber es gibt zum Glück viele, die daran arbeiten und sein Vermächtnis in Erinnerung halten. Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Jana Pareigis und die schreibt über die Situation heute. Dann folgt ein emotionaler Brief Baldwins an seinen Neffen und danach seine Gedanken zum Rassismus in den USA. Ich werde das Buch mit Sicherheit noch mehrmals lesen. Zu viele wertvolle Erkenntnisse sind hier aufgeführt. Die Rolle der Kirche und die Ansichten von Christen und Muslimen sowie die Willkür der Staatsdiener sind nur zwei Beispiele. Frau Miriam Mandelkow übersetzte das Werk und ihre Gedanken zum N-Wort, welches damals noch nicht als rassistisch galt, sind interessant. Zum Schluss gibt es noch Erläuterungen zu den Endnoten und hier auffallend viele Verweise auf Kirchenlieder. Aber auch Hinweise auf antiquarische Bücher, die ihre Aktualität nicht einbüßten. Wussten Sie zum Beispiel, dass es in den Staaten den Begriff „Dreifünftel-Mensch“ gab? Ich nicht aber hier erfuhr ich es. Fünf Sterne und eine dringende Leseempfehlung gebe ich für dieses Highlight.
Himmelsvogel
5/5
15.10.2020
eBook (ePUB 3)
Klar, unverblümt und wahr
„Das Leben ist tragisch, weil die Erde sich dreht und die Sonne unerbittlich auf und untergeht und eines Tages für jeden von uns, ein letztes Mal untergehen wird.“ - James Baldwin Seite 111
Wahre Worte. James Baldwin findet auf den ersten Blick sehr oft Worte, die auf einen Christen sehr ungläubig klingen mögen. Doch Baldwin hat hier kein Werk geschaffen, welches durch und durch über Christen herzieht – keineswegs. In den Briefen, kann man sehr deutlich seine Gefühls- und Gedankenwelt mitverfolgen, da er sie sehr offen darlegt.
Der Verfasser erzählt von einem Jahrestag, an dem sich die Befreiung der Sklaven zum 100. Mal nähert. Ein Jubeltag sollte man meinen, doch ist er dies keineswegs. Bereits im Jungendalter muss Baldwin feststellen, dass die Welt nicht der rosige Ort aus seiner Kindheit ist.
„Beschützt eure Frauen: in einer Kultur, die Männer entmannt und Frauen missbraucht und die Männer zwingt, vom Broterwerb der Frauen abzuhängen.“ – Seite 97
Die Rassentrennung steht an der Tagesordnung. Er muss dabei zusehen, wie seine Freunde sich dem System in dem sie Leben beugen, um nicht erdrückt zu werden. Sie verfallen dem Alkohol und Gewalt, das System, in dem die Weißen sie wie „moderne“ Sklavenhalter benutzen, sie nicht nach einer besseren Zukunft streben lässt. Baldwin drohte das Gleiche, wenn sein Freund ihn nicht in seine Gemeinde mitgenommen hätte. Dort durchlebte er eine Zeit in der er Erlösung und auch einen Sinn im Leben findet. Doch er verliert nicht die bittere Realität aus den Augen, welche außerhalb der Kirchenmauern vor sich geht, in der die Weißen an der Macht sind und Menschen, die wie er eine dunkle Hautfarbe haben, wie Tiere behandelt werden. Die Grausamkeit, welche klar vor seinen Augen liegt, lässt ihn zu dem Entschluss kommen, dass Gott weiß ist und da die Kirche von weißen Menschen, die in einem Moment brav in der Kirche beten und im nächsten Moment Schwarze wie Sklaven, als minderwertige Ware behandeln, kein Ort ist, dem man sich wenn man für eine gerechtere Welt kämpft, ohne Schuld anschließen kann.
Auf dem ersten Blick sind dies sehr kritische Worte, doch Baldwin hat sich sehr stark mit seiner Welt auseinandergesetzt. Oft sind die wahren Gläubigen eben nicht die, die jeden Sonntag zur Kirche gehen und wann hat es schließlich ein Schwarzer die das Papstamt bekleidet?!
Doch Baldwin muss sich nicht nur der christlichen Welt mit seinen Ansichten entgegenstellen, auch die Muslime wollen ihn für sich gewinnen, schließlich ist laut seinen Worten die der Islam eine Religion der Schwarzen. Doch Baldwins Gedankengänge sind so zahlreich und wohlüberlegt, dass selbst diese Gläubigen ihn nicht für sich gewinnen können. Er zeigt, dass er über den Glauben hinwegsehen kann, denn schließlich ist er mit einem weißen Juden befreundet.
Fazit:
Ein unglaublich aufrüttelnder Roman, der viel zum Nachdenken anregt und auch im 21. Jahrhundert noch hochaktuell mit seinen Ansichten ist, da Rassismus nach wie vor auf der ganzen Welt ein großes Thema ist. Unverblümt spricht er über den Alltagsrassismus, Christen, die Weißen und ihre Sklaven, die eigentlich Frei waren, doch durch das Gesetz der Rassentrennung keinesfalls frei ihr Leben konnten.
Bewertung
1/5
10.08.2020
eBook (ePUB 3)
"Nach der Flut das Feuer -James Baldwin | Rezension"
"Wer andere erniedrigt, erniedrigt sich selbst." (S.93)
Ich hatte mich schon gefreut das Buch "Nach der Flut das Feuer" von James Baldwin zu lesen, vor allem wegen diesem wichtigen Thema...Leider hat mich dieses Buch enttäuscht.
Trotzdem möchte ich mich an der Stelle nochmal bei dem dtv-Verlag für die großartige Aktion bedanken!
Mein Hauptproblem war, dass ich einfach nicht gut mitkam. Das lag zum Einen am Schreibstil und zum Anderen waren mir die Kapitel viel zu lang. Im ganzen Buch gab es nämlich gerade mal zwei...
Der Schreibstil war sehr sehr sprunghaft. Mir ging alles zu schnell und ich konnte, wie gesagt, kaum folgen.
Leider fand ich das Vorwort informativer als die ganze Geschichte. Ich dachte, dass man mehr in James Baldwins Gefühlswelt eintauchen kann und etwas über seinen Alltag erfährt, aber irgendwie hat er sich die ganze Zeit über die Kirche und über die Religionen beschwert.
Eine weitere Sache hatte mich noch gestört, allerdings kann man auf diese vermutlich ziemlich wenig wert legen, da das Buch ja 1963 erschienen ist, wenn ich mich nicht irre. Naja, auf jeden Fall ging es irgendwie darum, dass man die Frauen ja beschützen müsse und, dass man nicht aus ihrer Hand/Tasche essen dürfe.
IN dem Moment hatte mich das etwas aufgeregt, aber wie bereits gesagt, war es ja 1963.
Dennoch wurden ein paar wichtige Sachen angesprochen!
Die Bücher "The Hate U Give" und "Was weiße Menschen nicht über Rassismus wissen wollen, aber hören sollten" würden mich auch noch sehr interessieren.
Vielleicht lese ich "Nach der Flut das Feuer" irgendwann nochmal, vielleicht kann ich dann besser folgen. :)
@ivyliestalles
aus Niedersachsen
5/5
28.12.2024
Buch (Taschenbuch)
Beeindruckend und immernoch aktuell
Ich bin mal wieder raus aus meiner Lese-Komfort-Zone und habe mich der Realität gestellt.
'Nach der Flut das Feuer' war mein erstes Werk von James Baldwin, aber ganz sicher nicht mein Letztes.
Dieses Essay ist unbequem, brisant und
immernoch aktuell.
Dieses doch sehr persönliche Büchlein strotzt vor Kraft und hat mich wirklich beeindruckt.
Baldwin bringt seine Gedanken in Form zweier Briefe zu Papier. Einen davon richtet er an seinen Neffen.
Das macht dieses Essay noch persönlicher.
Mit seinen autobiographischen Inhalten bekommt der Leser einen kleinen Blick auf Baldwin als Person.
Mich hat sein Schreibstil, aber vor allem der Inhalt sehr beeindruckt.
Baldwin wirft einen kritischen Blick auf die Gesellschaft, aber auch auf sich selbst.
Es geht um Rassismus, aber auch um Religion.
Dieses Essay ist nicht in die Jahre gekommen, obwohl es bereits 1963 geschrieben wurde.
Mich begleitetet das Büchlein gedanklich immernoch, denn Baldwin legt seinen Finger ordentlich in die Wunde, aber er ist auch sehr versöhnlich.
Ich habe zuerst bezweifelt ob dieses Werk als Einstieg in die Literatur von Baldwin geeignet ist, aber ich glaube, es hätte nicht besser sein können.
Ich durfte einen kleinen Blick über Baldwins Schulter werfen und habe mich ihm extrem nahe gefühlt.
Es gibt nicht genug Worte um dieses Werk zu beschreiben.
Ich könnte noch so viel mehr dazu sagen!
In diesem Jahr wäre James Baldwin 100 Jahre alt geworden.
Ein großartiger Schriftsteller, auf dessen weitere Werke ich jetzt nur um so gespannter bin!
Ein Autor der sich ausgiebig mit den Themen Rassismus und Se&ualität beschäftigt hat.
Ich kann dieses Essay, aber auch James Baldwin als Person, jedem Bücherfreund wirklich empfehlen!
Dem DTV Verlag ist es zu verdanken, dass die Bücher von James Baldwin neu übersetzt und 56 Jahre nach der ersten Veröffentlichung dem deutschsprachigen Lesepublikum näher gebracht werden. In diesem Roman wendet sich der Schriftsteller im ersten und kürzeren Teil, an seinem Neffen, dem er anlässlich 100 Jahre Sklavenbefreiung den Brief „Mein Kerker bebte“ geschrieben hat. Der zweite und längere Teil des Essays heißt „Vor dem Kreuz. In „Nach der Flut das Feuer“ macht es sich James Baldwin nicht einfach: Er verurteilt nicht die Weißen in Bausch und Bogen, sondern die Ideologie des Rassismus. Mit diesem Zitat bringt er es auf den Punkt: „Dieses Land feiert hundert Jahre Freiheit hundert Jahre zu früh. Wir können erst frei sein, wenn sie frei sind.“ Es ist ein sehr gut gelungenes Essay, dass bis heute nichts an Aktualität verloren hat.
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