Weil er Stotterer ist, vertraut er ganz auf die Macht des geschriebenen Worts und setzt es rücksichtslos ein, zur Notwehr ebenso wie für seine Karriere. Ein Betrug - er nennt es eine schriftstellerische Unsorgfältigkeit - bringt ihn ins Gefängnis. Mit Briefen, Bekenntnissen und erfundenen Geschichten versucht er dort diejenigen Leute für sich zu gewinnen, die über sein Los bestimmen: den Gefängnispfarrer, den Drogenboss, den Verleger.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Raffaella Rotonda
aus Schönenwerd
5/5
24.05.2019
eBook (ePUB 3)
Echt stark!
Das Buch ist echt stark, mit einer Prise Sarkasmus und Humor geschrieben. Echt empfehlenswert, ich habe jede einzelne Zeile genossen, verschlungen und mit einem guten Gefühl gelesen. Das Buch möchte ich nicht mehr hergeben. Meine Komplimente an den Autor Charles Lewinsky! Bravo, einfach meisterhaft!
“Der Stotterer” von Charles Lewinsky fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Lewinsky, der für seine tiefgründigen Charakterstudien und geschichtenreichen Erzählungen bekannt ist, gelingt auch in diesem Werk eine beeindruckende und bewegende Geschichte.
Der stark stotternde Protagonist durchlebt eine schwierige Kindheit und Jugend, die von Ablehnung und Isolation geprägt ist. Lewinsky zeichnet ein eindringliches Bild der inneren Zerrissenheit und des Kampfes um Anerkennung, dem sich der Stotterer täglich stellen muss. Die Sprache des Autors ist einfühlsam und kraftvoll zugleich, so dass man die Emotionen des Protagonisten hautnah miterlebt.
Die Stärke des Romans liegt nicht nur in seiner berührenden Erzählweise, sondern auch in seiner Tiefe. Lewinsky thematisiert nicht nur das individuelle Schicksal des Stotterers, sondern auch gesellschaftliche Vorurteile und die Schwierigkeit, seinen Platz in der Welt zu finden, wenn man nicht den Erwartungen entspricht.
Lewinskys Prosa ist flüssig und poetisch, die Dialoge authentisch und eindringlich. “Der Stotterer” ist ein Buch, das lange im Gedächtnis bleibt und zum Nachdenken anregt. Es ist ein Plädoyer für Menschlichkeit und Akzeptanz, das in der heutigen Zeit aktueller denn je ist.
Dieses Werk ist eine absolute Leseempfehlung für alle, die tiefgründige Literatur schätzen und bereit sind, sich auf eine bewegende Reise in die Seele eines Menschen einzulassen, der mit den Widrigkeiten des Lebens kämpft.
Bewertung
aus Gossau SG
5/5
22.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hervorragend und literarisch auf höchstem Niveau
Die Erzählkunst von Charles Lewinsky lässt sich kaum mehr überbieten, und das Einbetten der das Leben des Stotterers beeinflussenden Geschehnisse und Erlebnisse sowie die Handlungsweisen der Hauptfigur des Romans in verschiedene Erzählformate (Briefe an den Padre, Tagebucheinträge, "Fingerübungen") ist beeindruckend und einmalig. Der Roman ist zudem von höchster Aktualität.
Buchstabenfestival
5/5
05.11.2019
Hörbuch (CD)
Unglaublich gut. Tolle Geschichte und sehr gut vorgelesen.
Es gibt Hörbücher, die sollen möglichst wie enden. „Der Stotterer“ von Charles Lewinsky ist ein solches Hörbuch. Was für eine unterhaltsame Geschichte. Sie hatte alles, was sich das Hörbuchhörerherz so wünscht. Gute und fiese Charaktere, Spannung und Wendungen, die überraschen, eine Hauptrolle, die man eigentlich nicht mögen sollte, weil sie unter anderem alte Damen betrogen und belogen hat.
Aber was soll man tun, wenn man den Stotterer trotzdem ein bisschen mag?
Seine Geschichten aus seinem Leben sind so voll mit Ironie, Humor und kleinen Bösartigkeiten. Seine Macht liegt in dem geschriebenen Wort. Er beobachtet seine Mitmenschen ganz genau, analysiert sie und belauscht sie. Er knüpft Verbindungen und weist sehr viel Geduld auf. Er bereitet sich gründlich vor und pirscht sich langsam ran. Die alten Damen, die auf einmal einen längs verschollenen Enkel wiederbekommen oder die Männer, die Post von ihren Traumfrauen bekommen (auch hinter diesen Frauen steckt der Stotterer). Das Ende ist nicht immer schön und genau deshalb kam er ins Gefängnis.
Aber auch hier kann er seiner Berufung, gute Texte und Briefe schreiben, nachgehen. Für den Gefängnispfarrer, für den Boss im Knast und für eine kirchliche Zeitschrift. Er zeigt, wie man mit Worten Menschen für sich gewinnen und manipulieren kann.
Die Kombination Charles Lewinsky (Auor) und Robert Stadlober (Sprecher) hätte nicht besser sein können. Ich werde jetzt nach einem weiteren Buch von Charles Lewinsky Ausschau halten und darauf hoffen, dass das nächste Buch ebenso gut ist.
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4/5
07.10.2022
Buch (Taschenbuch)
Die Gedanken sind frei!
In diesem Briefroman mit beklemmender Gefängnisatmosphäre spielt Lewinsky gekonnt mit der unterschiedlichen Gewichtung der Worte.
Die Persönlichkeit des Protagonisten schält sich wie dickflüssiges Harz aus seiner Rinde. Durch kleine Novellen, der Kommunikation mit dem Gefängnispadre und seiner Rolle in einer haftinternen Mafiageschichte als Bibliothekar und Schreibtalent erkennt er zunehmend seine Vorteile der geistigen und geistlichen Resozialisierung.
Und dennoch: Das literarisch hohe Niveau macht die Story zur positiven Nebensache.
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