Produktbild: Der Untergang der Welt von gestern

Der Untergang der Welt von gestern Wien und die k.u.k. Monarchie 1911-1919

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.05.2024

Abbildungen

mit 18 Abbildungen und 4 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

269

Maße (L/B/H)

22,3/14,6/2,5 cm

Gewicht

475 g

Farbe

Lichtgrau / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-73512-7

Beschreibung

Rezension

"Liest sich wie ein großer, atmosphärischer Essay, der vor allem Stimmungen und Bilder erzeugt.

Historische Zeitschrift, Verena Moritz

"Ein kenntnisreiches Buch.

Tagesspiegel, Bernhard Schulz

"Es gelingt dem Autor eindrucksvoll, die Arbeiten und autobiographischen Schriften Arthur Schnitzlers (vor allem die Tagebücher!) als Mittel historischer Erkenntnis fruchtbar zu machen.

Bücherschau, Simon Berger

"Bei Schnitzlers im Wiener Cottageviertel: Arne Karsten verklammert das Ende der Habsburger Monarchie mit der Rekonstruktion einer Frauenbiographie."

Birgit Aschmann

"Arne Karsten hat in großer Klarheit Zeit und Umwelt, Poltik und Soziologie der Epoche analysiert"

Online Merker, Renate Wagner

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.05.2024

Abbildungen

mit 18 Abbildungen und 4 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

269

Maße (L/B/H)

22,3/14,6/2,5 cm

Gewicht

475 g

Farbe

Lichtgrau / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-73512-7

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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  • ws

    aus Markdorf

    5/5

    18.05.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Irgendwo zwischen zwei…

    Irgendwo zwischen zwei Stühlen... So fühlt man sich während und nach der Lektüre dieses Buches. Einerseits wird aus rein historischer Sicht klar, dass der Erste Weltkrieg nicht ausschliesslich durch das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand samt Gemahlin Sophie Chotek am 28. Juni 1914 verursacht wurde. Sondern dass es in den zu Österreich-Ungarn, der k.u.k Doppel-Monarchie gehörenden Gebiete auf dem Balkan schon lange gärte. Schon der erste Blick auf die doppelseitige Übersichtskarte im Inneren des Buchdeckels verdeutlicht, wie viele Länder, Ethnien, Religionen im König- und Kaiserreich zusammengefasst waren. Welche auseinanderdriftenden gesellschaftlichen Kräfte schon vor dem Tag des Attentats wirkten. Alleine die Kenntnis, welche Sprachenvielfalt beim österreich-ungarischen Militärs seinerzeit herrschte, beleuchtet die Problematik: es wurde Deutsch, Ungarisch, Tschechisch, Slowakisch, Polnisch, Ruthenisch, Slovenisch, Serbisch, Kroatisch, Rumänisch, Italienisch und Ladinisch geredet. Zitat aus dem Österreichischen Staatsarchiv: "Im Sommer 1914 waren lediglich 142 Truppenkörper einsprachig. In 162 Truppenkörpern wurden zwei Sprachen, in 24 drei Sprachen gesprochen. Es gab sogar einige Regimenter, in denen vier Sprachen verwendet wurden. Von den 142 einsprachigen Truppenkörpern waren nur 31 deutschsprachig.“ Trotz jahrelanger Forderungen der ungarischen Politik hatte Kaiser Franz Joseph die gemeinsame deutsche Kommandosprache und die Dienstsprache deutsch für alle k. u. k. Regimenter auch für jene in Ungarn nicht aufgegeben. Unabhängig von prinzipiellen Standpunkten galt es allerdings ab Kriegsbeginn für die Armeeführung den reibungslosen Ablauf der militärischen Operationen sicherzustellen. Sprachliche Dogmen wurden gelockert. Das den Tabellen beiliegende Schreiben zeigt dies deutlich. Für den dienstlichen Schriftverkehr sollte jene Sprache verwendet werden, die am zuverlässigsten die rasche und sichere Verständigung gewährleisten würde." Die sich daraus ergebenden Probleme sind offensichtlich. Denn zu jeder Sprache gehört natürlich eine Region, die nach einer Loslösung aus der k.u.k.-Monarchie strebte. Zudem beschreibt der Autor nachvollziehbar die Wirkung der von den Staaten der Entente massiv ausgebauten (und nachweislich falschen) Propaganda. In der die Mittelmächte, insbesondere die Deutschen als wahre Tiere, als blutrünstige Bestien dargestellt wurden. Bei all diesen Schilderungen kommt dann doch der eine oder andere Vergleich zu den aktuellen Vorgängen und Zuständen in der Weltpolitik in den Sinn. Beispielsweise Zitat von Seite 105: "... die britische Verschlagenheit und Heimtücke... Ein Mann wie der Philosoph Arthur Kaufmann ... äußerte während des Krieges die Ansicht, er würde keinen Moment zögern, England durch Knopfdruck zu versenken, gäbe es die Möglichkeit dazu." Oder Seite 177, es geht um die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und die Bedingungen, die in den Vertrag von Versailles geschrieben werden sollen: Schon einige Monate vor dem Bekanntwerden der Pariser Friedensbestimmungen hatte sich Schnitzler am 11. Januar 1919 entsetzt gezeigt über «die fabelhafte Ignoranz drüben [in Amerika] in geographischer und historischer Hinsicht. Das sitzt über Deutschland und Oesterreich zu Gericht - und entscheidet die Zukunft der nächsten Jahrzehnte - und damit den Verlauf der Weltgeschichte. Es ist kaum möglich."

  • Sikal

    3/5

    28.05.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zu viel Schnitzler

    Der Autor Arne Karsten ist Historiker und Kunsthistoriker, lehrt am Historischen Seminar der Bergischen Universität Wuppertal. Dieses Buch ist im Verlag C. H. Beck erschienen, welcher immer wieder großartige Sachbücher herausbringt. Über den Untergang einer aufregenden Epoche, den Schwierigkeiten und Folgen des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn sowie die Sicht der Verlierer des Ersten Weltkrieges wollte ich einige neue Erkenntnisse erfahren. Arne Karsten versucht anhand von Tagebüchern Arthur Schnitzlers ein Bild der Donaumonarchie zu zeichnen und logische Schlussfolgerungen zu ziehen. So erfährt man als Leser einiges über die Familie Schnitzler und über Stephanie Bachrach (eine Freundin Schnitzlers), die immer wieder in den Tagebüchern vorkommt und einen hohen Stellenwert in der ganzen Familie genießt. Sogar als Vorlage für einen Charakter (Fräulein Else) seiner Stücke dient die junge Frau. Ihr Schicksal – die Pleite und der frühe Tod des Vaters werfen sie aus der Bahn, auch muss sie nun für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen und so versucht sie sich als Krankenschwester an der Front. Mit den Grausamkeiten des Krieges kann sie nicht leben und beendet den Dienst 1916. Bereits ein Jahr später begeht sie Selbstmord – psychisch und physisch am Ende. Der Autor lässt zwischen den Anekdoten über Schnitzler und seine Zeitgenossen die politischen Gegebenheiten einfließen. Der schwelende Konflikt am Balkan, der in der Ermordung des Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gattin mündet, findet ebenso Erwähnung wie die Situation in Russland. Es kommt ganz klar hervor, dass das Attentat von Sarajevo nur der Gipfel einer Ansammlung von Konflikten war und keinesfalls der alleinige Auslöser des Ersten Weltkrieges. Sehr viele Fehlentscheidungen wurden im Laufe der Zeit getroffen, die allesamt nicht förderlich für den Frieden waren. Beispielsweise war die Amtssprache Deutsch, obwohl dieser Vielvölkerstaat auch mit einer Sprachenvielfalt gesegnet war. Arne Karsten versucht einen groben Überblick über die Querelen dieser Zeit zu zeigen und gleichzeitig einen Einblick in die Gesellschaft des Fin de Siècle wiederzugeben. Leider erscheint mir dieser Spagat etwas einseitig – der Fokus wird hauptsächlich auf Schnitzler und seine Werke gelegt. Dies war für meinen Geschmack etwas zu ausführlich. Leider konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen, ich hatte einfach eine andere Erwartungshaltung. 3 Sterne

  • Gertie G.

    aus Wien

    3/5

    16.04.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Hat mich leider nicht vollends überzeugt

    Anhand von Arthur Schnitzlers Werken und Tagebüchern zeigt Autor Arne Karsten seinen Lesern die letzten Jahre der Donaumonarchie zwischen 1911 und 1919. Neben Schnitzler steht immer wieder die junge Stephanie Bachrach im Fokus des Buches. Wer ist sie nun, die Frau, die Schnitzler viele Zeilen in seinen Tagebüchern wert ist und als Vorlage für einen Charakter in seinen Stücken dient? Eine weitere Liebschaft? Das bleibt ein wenig der Fantasie des Lesers überlassen. Stephanie, Tochter des jüdischen Unternehmers Julius Bachrach und seiner Frau Eugenie, ist zunächst eine reiche Erbin. Nach der Pleite und dem Selbstmord des Vaters 1912, ist sie nun keine gute Partie mehr. Sie versucht ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Im Ersten Weltkrieg wird sie, so wie viel andere Frauen, eine Krankenschwesternausbildung absolvieren. Anders als viele ihrer gutbürgerlichen bzw. adeligen Kolleginnen wird sie direkt in ein Frontspital verlegt und erlebt dort die Grausamkeit des Krieges. Als sie 1916 notgedrungen den Dienst quittiert, ist sie körperlich und seelisch ein Wrack. 1917 begeht sie Selbstmord. Meine Meinung: Leider hat mich dieses Buch nicht vollends überzeugt. Der Titel erinnert deutlich an Stefan Zweigs „Die Welt von gestern“ bzw. an Oswald Spenglers „Untergang des Abendlandes“. Über die letzten Jahre der Habsburgermonarchie gibt es deutlich profundere Bücher (u.a. z.B. Hannes Leidinger „Untergang der Habsburgermonarchie“). Und über Arthur Schnitzler gibt es mehrere Biografien, die sich mal gut mal besser mit dem Schriftsteller und Lebemann auseinandersetzen („Arthur Schnitzler. Anatom des Fin de Siècles“/Max Haberich oder „Die Schnitzlers“/Jutta Jacobi). Arne Karsten verzweigt sich, ausgehend von der Person Schnitzler, weit in die politischen und gesellschaftlichen Bereiche des Fin de Siècles. Er beleuchtet die erhitzte Situation am Balkan, die Begehrlichkeiten des Zarenreiches ebendort mehr Einfluss zu gewinnen nachdem das Osmanische Reich dahinschwächelt. Wir begegnen den unterschiedlichen Personen und Persönlichkeiten. Vom ermordeten Thronfolger Franz Ferdinand bis hin zu den Kriegstreibern im Generalstab wie Franz Conrad von Hötzendorf oder schriftstellerischen Weggefährten Schnitzlers. Karsten kommt allerdings immer wieder auf Schnitzler und seine Tagebücher zurück, die so etwas wie den „roten Faden“ dieses Buches bilden. Der Autor lässt Zeitgenossen Freunde Schnitzlers zu Wort kommen und fügt reichlich Zitate aus Schnitzlers Werken ein. Manchmal sind mir die detaillierte Schilderung der Genese eines Werkes und die abgedruckten Auszüge ein wenig zu viel. Da hätte ich mir mehr Zeitgeschichtliches erhofft. Der Antisemitismus, der in Wien zu jener Zeit herrscht, ist gut herausgearbeitet. Eine angenehme Ergänzung sind die im Anhang aufgeführte Zeittafel und das ausführliche Literaturverzeichnis sowie die teilweisen bislang unbekannten Fotos aus dem Nachlass bzw. Archiv Schnitzlers. Fazit: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Autor sich zwischen den beiden Themenwelten „Schnitzler und sein Werk“ und „Ende der Donaumonarchie“ nicht ganz entscheiden konnte und so erweckt der Inhalt das Gefühl „nicht Fisch, nicht Fleisch“ zu sein. Leider kann ich hier nicht viel mehr wie 3 Sterne vergeben, schade.

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Bewertungen (3)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Martin Berger

    Martin Berger

    Thalia Wien – Mitte / W3

    Buchhändler*in

    3/5

    26.03.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nicht Fisch, nicht Fleisch - leider

    Der unglücklich gewählte Titel des Buches verweist auf ein Werk von Stefan Zweig, tatsächlich geht es um Arthur Schnitzler und seine Freundin Stephanie Bachrach. Mit diesen Protagonisten verknüpft, werden die letzten Jahre der k.u.k. Monarchie dargestellt, was leider nicht wirklich schlüssig erscheint. Sowohl über Leben und Werk Schnitzlers, als auch über den Untergang des Habsburger-Reiches gibt es tiefergehende und informativere Bücher. (Siehe auch: Haberich, Arthur Schnitzler/ Leidinger, Untergang der Habsburgermonarchie)

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